Schon wieder Lötzinn

OP #336802
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Ich habe mir bei Reichelt Lötzinn mitbestellt.

Lötdraht, bleifrei, SN95,5/250g/0,5mm
Bleifreier Lötdraht, umweltfreundlich mit
Silber- und Kupferanteil.
Sn95,5 AG Cu0,7 mit F-SW34-

Ich stelle für mich fest, das es sich wesendlich schlechter verarbeiten
lässt als das gute alte Lötzinn. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht
oder evtl. eine Lösung für die Zukunft?

Michael in Hamburg
Gast #336803
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Ja kauf dir noch schnell wo ein paar Kilo gutes altes Lötzinn auf
vorrat. Ich habe auch schon mit dem neuen bleifreien Lötzin gearbeitet,
muss sagen die Flussseigenschaften und die konsistenz beim wieder
aufschmelzen sind fürchterlich, ebenso fürchterlich sehen die
lötstellen aus. Das mit der Löttemperatur was viel diskudiert wird
scheint mir kein problem, ich löte ohnehin meist mit 400°, schmelzen
tut es...
Gast #336805
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Geht mir ganz genauso. Meine ganzen "Lötkünste", die ich mir in den
letzten Jahrzehnten angeeignet habe, sind nicht mehr nutzbar, weil das
Zeug sich ganz anders verhält, wie das gute alte bleihaltige Lötzinn.
Ich komme mir vor, wie ein Lötanfänger.

Hab auch schon verschiedene Hersteller ausprobiert, es gibt leichte
Unterschiede, aber das Grundproblem bleibt.

Mit viel Übung scheine ich aber dahin zu gelangen, auch damit klar zu
kommen. Man muss mit dem Zeug einfach ganz anders umgehen und das lernt
man nur Stück für Stück. Es ist vor allem das Fließverhalten, was völlig
anders ist.

Früher konnte ich z.B. Lötzinn nachführen, um mehr Flußmittel an die
Lötstelle zu bekommen. Das überschüssige Lötzinn konnte ich mit der
Lötspitze gleichzeitig wieder abnehmen. Bei bleifrei gelingt mir das
nicht. Derzeit führe ich deshalb Flußmittel öfters separat zu.

Besonders ätzend finde ich es, Fädeldrahtplatinen damit aufzubauen, wo
man länger an nicht vorverzinnten Lötpads rumbraten muss. Ich hab schon
viel geflucht...
Gast #336806
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>Derzeit führe ich deshalb Flußmittel öfters separat zu.

heute braucht man 4 Hände mehr denn je...

Bleifrei Lötzinn horten: das dürfte nicht nötig sein da bleihaltiges
Lot für Reperaturen doch nach wie vor zulässig ist. Deshalb sollte es
das verbleite doch auch weiterhin geben?
Gast #336807
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Stannol finde ich schon ganz ok, das gibt es bei Conrad. Früher hab ich
viel mit Fluitin gelötet, war auch hervorragend.

Ein Freund schwörte vor Jahren auf Multicore, dass fand ich aber nicht
so super gut. War mir zu wenig Flußmittel.

Hab gerade entdeckt, csd-electronics.de hat Fluitin recht günstig.
Leider aber nur 1mm. Ich bevorzuge eher 0.5-0.8mm.
Gast #336810
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Ich muss auch sagen man kann sich teilweise dran gewoehnen. Wer aber
bisher schon eher ein schlechter Loeter war wird nun ganz verzweifeln.

Es gibt aber etwas was wirklich besonders beschissen ist, und zwar das
ausloeten von Teilen die Bleifrei geloetet sind. Das Zeug braucht mehr
waerme und fliesst schlechter. Da kann man sich schnell mal eine
Durchkontaktierung kaputt machen.

Ich habe auch schon etwas gefunden was mit dem neuen Lot absolut
unmoeglich ist. Und zwar das einloeten von Thermoelemntbuchsen die zum
einloeten gedacht sind. Die liessen sich mit normalen Lot schon
schlecht loeten, aber es ging. Bleifrei habe ich das aber noch nicht
geschafft und auch der Hersteller davon wusste bis jetzt noch keine
Loesung.

Olaf
Gast #336811
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@Michael: Es ging mir eher darum, dass der dann grundsätzlich noch
hergestellt wird und günstig zu bekommen ist. Und solange in
Deutschland ncoh genügend Leute sitzen, die sowas verwenden, wird es
auch Importeure geben. Oder deutsche Firmen wie Stannol, die sowas für
den Weltmarkt produzieren.

Im Hobbybereich wird wohl bleihaltiges Lötzinn noch lange verwendet
werden. Und im Reparaturbereich ja auch. Die nächsten 10 Jahre ist also
eher nicht mit einem Verlust zu rechnen. Eher mit langsam steigenden
Preisen.
Gast #336813
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Gibts hier auch Elektronik-Azubis? Wie läuft das derzeit eigentlich in
der Ausbildung? Da müssten dann ja auch die Ausbilder ihre Probleme
haben. Ich stelle mir das auch wirklich problematisch vor, was die
Prüfung angeht. Wir mussten damals sehr schnell gut gelötete Platinen
mit Silberdraht aufbauen, das wäre mit bleifrei überhaupt nicht in der
Zeit möglich gewesen.
Gast #336814
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Also ich bin eher wieder runter mit der Temperatur. Bin bei 370-400
Grad, kann aber nicht sagen, ob meine 20 Jahre alte Weller noch genau
kalibriert ist.

Irgendwo, ich glaub bei einem Lötzinnhersteller hatte ich nämlich
gelesen, so niedrig wie möglich, etwa 10 Grad über dem Punkt, wo es gut
zu fließen beginnt. Auch die Lötspitzen halten ja so länger und
verzundern nicht so.
Gast #336816
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Das mit der Temperatur stimmt ich habe nen Erso Lötkolben ohne
Temperaturregelung dort ist die Temperatur sehr hoch die
Ersadurlötspitze wird also ganz schnell richtig matt, sobald ich sie
über den sehr nassen Schwann streiche wird Sie wieder sauber aber nach
wenigen Sek. ist sie wieder mat, wen ich den Lötkolben aus der
Steckdose ziehe und er etwas abkühlt bleibt die Oberfläche viel länger
glänzend. Auch habe ich einen gewissen Verchleiß von Ersadurspitze
(Dauerlötspitzen).

Bleifreies Löt hab ich noch nicht benutzt wegen der vielen schlechten
Meinungen. Was bei mir aber einen richtigen Sprung gemacht hat ist der
umstieg auf silberhaltiges Lötzinn.
Gast #336820
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Sn60Pb40  (60% Zinn, 40% Blei)
oder
Sn60PbCu2 (60% Zinn 38% Blei 2% Kupfer, dadurch waschen die Lötspitzen
nicht so schnell aus)

Muss sagen, dass es bei beiden Zinnarten große Qualitätsunterschiede
(Verarbeitbarkeit, Fließverhalten und Zunderneigung) gibt.

Bei den dünnen Loten ist mMn mehr Flußmittel drin, deshalb nehme ich es
auch lieber.
Gast #336821
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>>Irgendwo, ich glaub bei einem Lötzinnhersteller hatte ich nämlich
gelesen, so niedrig wie möglich, etwa 10 Grad über dem Punkt, wo es gut
zu fließen beginnt. Auch die Lötspitzen halten ja so länger und
verzundern nicht so. <<


@Winfried, kannste ja gerne so machen, kannst aber auch gleich Leim
nehmen, der pappt nicht so.
Ich glaube, die Lötspritzenverkäufer wollen den Absatz ihrer 80W-Serien
ankurbeln und geben Ratschläge, die man dann nur mit neuen Gerätschaften
lösen könnte.
Selbst wenn man 450° einstellt, kommt beim zügigen Löten diese
Tempeartur an der Spitze nicht an. Da mag die digitale Anzeige zeigen,
was sie will, an der Lötspitze wird nicht gemessen.
Meine Erfahrung: voll Stoff.
Gast #336822
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Die Beschaffung von verbleitem Lot ist nach wie vor kein Problem. Wir
stellen Messgeräte her und "dürfen" nach wie vor verbleites Lötzinn
verwenden und auch verkaufen. Unser Elektro-Grosshandel wurde vor knapp
einem Jahr von uns darüber informiert, dass es demnächst bleifreies
Lötzinn geben wird...
Gast #336824
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>>Bei Reichelt sieht es aber mit verbleit dünn aus.

Hä? Ich seh dort alle möglichen Sorten:
- normal verbleit
- verbleit, halogenfrei
- verbleit, mit Silber
- bleifrei SN/CU
- bleifrei SN/CU/AG
- Lötpaste
Gast #336828
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@Egon: Also wenn ich was löte, schaue ich mir schon auch die Qualität
an. Also nicht "anpappen - hält" sondern saubere Lötstellen. Ich hab
gerade wieder mit 370 Grad wunderbar bleifrei gelötet.

Noch ein Tipp: Bei Weller hatte ich früher immer langgezogene
Lötspitzen. Der Trend scheint aber zu sehr kurzen Lötspitzen zu gehen,
die dann auch in größerem Winkel nach vorne zulaufen. Damit kühlt die
nicht so stark ab, Wärme kann besser nach vorne transportiert werden.
Hab das gerade mal mit so einer Spitze ausprobiert und es geht besser.
Gast #336831
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Probleme mit bleifreiem Lötzinn hatte ich
auch HF Litze löten ging überhaupt nicht.
Also habe ich mal einen Hersteller gefragt
was der macht. Er sagt früher großes Problem
heute ok. Es gab früher Chargen die taugten
nichts. Habe eine neue Rolle bestellt bei
Farnell STANNOL S-Sn99Cu1 lötet wunderbar.
Damit konnte ich meine 100 Spulen prima löten.
Das Zinn schoss förmlich in die HF Litze.
Es ist eine grüne Spule mit orangen Aufkleber.

Ein anderes Zinn Sn95,5 Ag3,8 Cu0,7 war nicht gut

uwe
Gast #336832
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@Winfried, mußte gerade auch noch etwas löten. Ich gestehe, SOT23 habe
ich mit nur 430° und 0,5mm gelötet. Steckverbinder aber mit 450° und
1mm. Lötspitze 2,4mm !
Allgemein sollte die Lötspitze immer so dick wie möglich sein und der
Lötdraht nicht dicker als 1mm, besser sogar 0,7mm. Je dünner desto
fließt, aber der Draht muß sich auch schnell genug nachführen lassen,
so dass er nur bei SMD 0,5mm sein sollte. Und ebenfalls ganz wichtig,
zuerst die Lötstelle erhitzen, dann Lötzinn dazu.
#336833
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als vor nem halben jahr mein zinn plötzlich alle war hab ich mir auch ne
bleifreie rolle aus der schule schenken lassen.

Hab mir eigentlich gedacht das reicht erst mal aber hab mir dann doch
noch am gleichen tag was verbleites vom C geholt, weil es einfach nicht
auszuhalten war.

Fließt nicht, pappt wie sau!!!

Vlt. ist es heute besser!?

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