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Forum: News Kollegentypen


Autor: Luky S. (luky)
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Passend zur Jahreszeit gibt es einen satirischen Überblick über die Arten von Kollegen, mit denen man sich im harten Entwickleralltag herumärgern muss. Wem sein Antrag auf Humorbefreiung bewilligt wurde, sollte den folgenden Text daher bitte nicht lesen! Ach ja: Da ich natürlich kein Bild von Kollegen einfügen darf, habe ich mal Kantinenessen fotografiert. Gehört auch zum harten Entwicklerleben!

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Der Industriebeamte

Dieser Typ wird vorwiegend in Großbetrieben, aber auch im universitären Umfeld herangezüchtet. Die Bedeutung der Worte „dringend“ und „jetzt“ sind ihm fremd und er rechnet eher in Monaten als in Wochen, geschweige denn in Tagen. Wenn man mal ausnahmsweise was von ihm braucht, schaut man besser nicht in sein Büro sondern zuerst in die Kaffeeküche. Die Wahrscheinlichkeit, ihn dort anzutreffen, ist deutlich größer. Bei einfachen, alltäglichen Entwicklungsaufgaben wie Bauteilauswahl und -dimensionierung, die normalerweise in wenigen Stunden erledigt sind, schreibt er zuerst mal ein Anforderungsdokument und am nächsten Tag hat er dann schon genau herausgefunden, was er am übernächsten Tag überhaupt machen will. In seinen Projekten will man Industriebeamte natürlich nicht haben, aber für stumpfe Routinearbeiten wie Bauteilbibliothek pflegen oder für genau definierte Messungen sind sie gut geeignet. In ihrer weiterentwickelten Form kann man sie auch Normenwerke lesen lassen.

[Bearbeiten] Der Schwätzer

Der Schwätzer kann alles und hat alles schon einmal gemacht und hat überhaupt für alles eine geniale (aber fast immer untaugliche) Lösung parat. Dazu wirft der Schwätzer mit irgendwo aufgeschnappten Fachbegriffen um sich. Erfahrene Entwickler merken sofort, dass sein Gerede nicht immer Sinn ergibt und vollständig enttarnt werden Schwätzer, wenn sie wirklich beweisen müssen, dass sie ihr Handwerk verstehen. Das geht dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schief. Meist schaffen sie es aber irgendwie, sich vor echter Arbeit zu drücken und überzeugen die Führungsebene, dass sie als Projektleiter oder Koordinator der Firma einen echten Mehrwert (realistisch betrachtet: einen warmen Sessel) bringen können. Der echte Entwickler fühlt sich dann üblicherweise verarscht und ist ziemlich enttäuscht, dass die Führungsebene so inkompetent ist, um auf einen Schwätzer reinzufallen.

[Bearbeiten] Der Fasthochschulbesucher (FH)

An der FH gibt es gefühlt ein Hauptfach: sich für den Größten und Besten und die zukünftige Elite des Landes halten. Dazu noch ein bisschen grafisches Herumspielen mit überteuerter, gesponserter Hardware und der dazugehörigen Foltersoftware von einem nationalen Instrumentenhersteller. Besonders übel wird dieser Kollegentyp, wenn er nach der Ausschulung direkt von einem Großkonzern übernommen, zum Industriebeamten ausgebildet und nach ein paar Jahren auf den freien Markt geworfen wird.

[Bearbeiten] Der liebe Herr Doktor

Wenn es mit der Festanstellung an der Uni „erstaunlicherweise“ doch nicht geklappt hat, muss man seine kuschelige, geschützte Umgebung halt doch verlassen. Glücklicherweise nehmen titelgeile Großbetriebe den Herr oder Frau Dr. gerne auf und übertragen ihr oder ihm dann auch sofort eine verantwortungsvolle Führungsposition, in der die völlig praxisfremde Person dann aber hoffnungslos überfordert ist. Macht nichts, das fällt in einem solchen Umfeld eh nicht auf. Zumindest nicht negativ. Bei diesem Typ handelt es sich überraschenderweise oft um Frauen, die nach dem Studium zunächst nichts Besseres gefunden haben und daher an der Uni geblieben sind, um ihren Doktor selbst zu machen, wenn es schon mit einem Doktor heiraten nicht geklappt hat.

[Bearbeiten] Der alte Abteilungsleiter

Vor Jahrzehnten, als die Röhren noch schön leuchteten und die Rechner mit Lochkarten gefüttert wurden, hat er möglicherweise sogar mal was innovatives geleistet. Im laufe der Jahre ist dann aber nur die Anzahl seiner Mitarbeiter, nicht aber sein fachliches Wissen gestiegen. Noch größer geworden ist sein Ego und auch nur Spuren von Kritik grenzen an Majestätsbeleidigung. Wenn er seinen Willen nicht durchsetzen kann, ähnelt sein Verhalten dem eines Kleinkindes in der Trotzphase. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Physik seinen genialen Plänen im Wege steht oder nur Zeit- Personal- und Geldmangel.

[Bearbeiten] Der Bastler

An und für sich kann ein Bastler ein sehr netter und fähiger Kollege sein. Leider neigt er sehr oft dazu, sich in Details zu verstricken und es fällt ihm schwer, in industriellen Maßstäben zu denken, wo es nicht um ein paar 100€ sondern um das große Ganze geht.


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