Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik ARM Cortex R* - Warum so unbeachtet?


von Torben G. (nudrun)


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Hey!
Zuerst einmal - ich habe keine Ahnung, ob ich hier im richtigen 
Unterforum bin. Wenn nicht, einfach verschieben. Danke!
Ich habe mich in letzter Zeit mit ARM Prozessoren befasst. Dabei fiel 
mir auf, dass sich kaum Informationen über die R-Serie finden lassen. 
Selbst im englischsprachigen Wikipedia gibt es nur einen sehr knappen 
Artikel, und im Forum findet man fast nichts. Was ist der Grund dafür? 
Hat schon einmal jemand von euch mit denen zu tun gehabt? Sind die so 
schwer händelbar?
Über eure Erfahrungen würde ich mich freuen.
Viele Grüße

von Axel H. (axelh)


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Wieso suchst du in der Wikipedia und nicht direkt bei ARM? Hier ist doch 
alles: https://developer.arm.com/products/processors/cortex-r

Der Cortex-R ist für Spezialanwendungen gedacht, bei denen es aus 
Stabilität und Betriebssicherheit ankommt. Daher für Baster halt eher 
uninteressant. Schwer handelbar sind die auch nicht wirklich - aber das 
Entwickeln von "sicheren Anwendungen" ist halt nicht trivial.

von Nils P. (torus)


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Die Cortex-R CPUs sind nicht schwerer zu benutzen als Cortex-A oder 
Cortex-M.

Sie sind nicht so weit verbreitet weil die Features, die vom Cortex-R 
angeboten werden für Spezialanwendungen wichtig sind, der Mehrwert für 
"normale" Gadgets aber minimal ist.

Internes RAM mit Fehlerkorrektur z.B. In einem medizinischen Gerät hätte 
ich sowas gerne. Ich möchte nicht, das mein Leben davon abhängt ob es 
mal einen Speicherglitsch gibt oder nicht. Für die meisten Consumer 
Anwendungen ist es jedoch egal ob es vielleicht alle zwei Jahre mal 
passiert. Dann startet man sein Gadget neu und gut.

Über die Echtzeit Performance kann ich nicht viel sagen. In meinen 
Anwendungen war der Cortex-M immer gut genug. Wo es mal nicht reichte 
hab ich den wirklich harten Echtzeitkram in einen CPLD ausgelagert. Aber 
Anwendungen wo dies nicht mehr ausreicht gibt es sicherlich. Und dafür 
ist halt so eine Nieschen Architektur da.

Ist halt nix für die Masse, daher teuer und weniger weit verbreitet.

von PittyJ (Gast)


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Die R sind mir bisher noch nicht untergekommen. Für einfache Steuerungen 
reichten die M, und wenn man ein OS braucht, dann gibt es ein A mit 
Linux drauf.
Für R war bei mir kein Bedarf.

von Blechbieger (Gast)


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Es gibt die auch kaum frei verfügbar. Ich habe vor kurzem nur zwei 
Hersteller gefunden. Texas Instruments 
http://www.ti.com/microcontrollers/hercules-safety-mcus/overview.html 
und einen zweiten der mir jetzt nicht mehr einfällt. Ansonsten scheinen 
die nur als Core auf Spezialchips, wie Festplattencontroller, die nur 
für den Eigenbedarf hergestellt werden zu sein.

von Torsten (Gast)


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Die gibt's schon in der freien Wildbahn.

Guck Dir mal Das Board Nvidia JetsonTX2 an, Da gibt es gleich 3x R5 
einer davon sogar mit Lockstep.

Des weiteren gibt es R-Car H3 egal Boards.

Bei DigiKey gibt es Chips aus der Travel Familie von Cypress. Sicher 
nicht billig

Aber Ihr habt schon recht, dass ein M für die meisten Sachen ausreicht 
...

von Benjamin S. (recycler)


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Die Cortex-R sind Spezialkerne für Safety Anwendungen in Automotive und 
Medical. Du kannst zwar meist das gleiche wie mit M-Kernen machen, aber 
du wirst damit die Kerne nicht ausreizen.

Somit kommt es zu folgenden Problemen:
- Die Chips sind zu teuer für Normalanwendungen, da die M-Kerne das 
gleiche können für 99% der Fälle
- Du brauchst Programmierer die sich damit auskennen. Ein Datenblatt zu 
lesen reicht nicht aus, da man auch das Safety Manual implementieren 
muss, was erstens unter NDA steht und zweitens viel Zusatzcode mit sich 
bringt.

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