Forum: Haus & Smart Home PoE IC MAX5980 raucht ab, kann eingentlich nicht sein.


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Christian L. (networkx)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Servus zusammen,

ich bin mittlerweile mit meinem Latein am Ende und weiß nicht mehr 
weiter:

Ich habe an zwei DN-95330 4-Port PoE GB Desktop Switch jeweils zwei 
PoE-versorgte Außenkameras Reolink RLC-423.

Die Switches werden über einen RCB0 abgesichert.

Von den Switches gehen über (zuerst über Patch-Felder) in Leerrohren 
Cat-7-Kabel zu den Kameras. In den Leerrohren liegt außerdem noch ein 
NYM, das den Flutlichtstrahler bei der Kamera vesorgt. Die 
Halogen-Flutlichtstrahler sind über einen anderen RCB0 abgesichert.

Das System funktioniert einwandfrei, sowohl die Kameras als auch die 
Flutlichtstrahler. Das Ein- und Aussschalten der Fluter stört die 
Kameras nicht.

Beim Einsichern von weiteren RCBO's oder auch RCD's trat dann zweimal 
folgender Fehler auf:

Ein Pin des im DN-95330 verbauten MAX5980 (Quad Controller for 
Power-over-Ethernet) raucht ab. Und zwar zweimal der, an dem die gleiche 
Kamera hängt. Das erste mal wurde auch die Kamera zerstört.

Ich dachte zuerst an eine Sternpunktverschiebung, jedoch passen meine 
Spannungen. Zudem wurde beim zweiten Mal beim Einsichern des RCBO's 
lediglich ein Gefrierschrank eingeschaltet, und das auch nur im 
Standby-Betrieb.

Ich tippe daher darauf, dass Ausgangs-seitig im LAN-Kabel aus 
irgendwelchen Gründen eine Spannung induziert wird, die zur Zerstörung 
führt. Erklären kann ich es mir aber nicht.

Habt ihr irgendeinen Hinweis, dem ich nachgehen kann? Vielen Dank im 
Voraus!

von Netzwerker (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo,

eventuell eine Spannung auf dem Leitungsschirm?

Gruß

von AufArbeit (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Vielleicht:

Kamera-POE ist nicht galvanisch getrennt. Am Scheinwerfer eine 
Verbindung zur Kamera > Potentialverschiebung duch große Leiterschleife 
> POE-Switch tot

von Christian L. (networkx)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Den Leitungsschirm hab ich am Patchfeld aufgelegt, das Patchfeld ist 
geerdet. Der PoE-Switch ist auch geerdet. Außerdem ist die Kamera am 
Montageort geerdet (die Kamera hat eine Ader für die Erdung), und zwar 
durch Anschluss an den PE des Fluters. Wenn in der Kamera der 
Erdungsanschluss mit dem Schirm des LAN-Anschlusses verbunden ist, kann 
natürlich schon eine Schleife entstehen... Damit es zum Schaden kommt, 
müsste dann auch noch in der Kamera der Erdungsanschluss mit einer 
PoE-Leitung verbunden sein, oder?

Warum aber dann der Schaden nur beim Einsichern eines anderen RCBO's 
auftritt, verstehe ich aber nicht. Es läuft ja auch ständig der 
Gefrierschrank oder die Lüftungsanlage an und es tritt keine Schaden 
auf.

Die Ursache liegt aber denk ich, wie ihr auch, auf der LAN-Seite. Würde 
die Überspannung auf der 230V eintreten, müsste diese über das 
Schaltnetzteil des PoE-Switches übertragen werden und würde dann meiner 
Meinung nach den MAX5980 vollständig zerstören. Kaputt geht aber 
tatsächlich nur 1 Port, die anderen 3 funkionieren sogar weiterhin.

Also ist das mit der Leiterschleife wohl ein guter Rat. Also Erdung der 
Kamera aufheben?

von Netzwerker (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ausprobieren.

Ich habe schon diverse Geräte erlebt die PoE nicht standardkonform 
verwenden.
Da passiert es auch mal, dass eine PoE-Leitung eine Verbindung zum 
Erdpotential (Gehäuse) aufweist.
Ich nehme an, es handelt sich um eine größere Anzahl von Kameras und 
Flutlichtern?
Geht immer das selbe Gerät kaputt? Oder unabhängig vom Standort?

von Christian L. (networkx)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Danke für deine Antwort! Ausprobieren könnt ich es schon. Beim ersten 
mal waren leider Switch (50€) und Kamera (250€) defekt, beim zweiten Mal 
zum Glück nur der Switch.

Ja, an jeder Hauswand ist eine Kamera und ein Fluter. Es betraf bis 
jetzt aber zweimal dieselbe Kamera, die mit der längesten Zuleitung.

Was mir einfach nicht in den Kopf geht, ist dass es jedesmal beim 
Einsichern eines RCD passiert ist. Noch dazu, wo ich separate RCD's für 
Switches und Strahler habe und es beim Einsichern von dritten RCD's 
passiert, die nicht mal große Lasten schalten.

Vielleicht sollte ich über die PoE-Versorgung verzichten und über den 
Standard-Anschluss versorgen. Dazu müßte ich aber die zwei freien Adern 
des 5x1,5 des 230V-Fluters verwenden, was auch nicht gerade regelkonform 
ist. Oder die vier freien Adern des Cat7, was aber im Endeffekt wieder 
das gleiche wie PoE ist... Oder die Erdung der Kamera aufheben und 
hoffen, dass es nicht mehr passiert...

von Netzwerker (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Zugegeben war ausprobieren wohl eine etwas leichtfertige Antwort.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es speziell am Vorgang des 
Einsicherns liegt. Ich vermute Du würdest, selbst wenn das Einsichern 
mal funktioniert, später auch Probleme in der Installation haben.

Hast Du mal gemessen, ob es eine Spannung zwischen der Erdung der Kamera 
(Leitungsschirm des CAT7 Kabels) und dem Switch gibt?

von Christian L. (networkx)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hab mir heute deinen Rat zu Herzen genommen. Musste erstmal ein Kabel 
bauen, an dem ich die Spannungen abgreifen kann.

Es schaut so aus (bei allen vier Kameras, sowohl bei der, an der zweimal 
der Schaden war als auch an der einen, bei der ich die Masse der Kamera 
nicht mit dem PE des Fluters verbunden hab):

- Unendlicher hoher Widerstand zwischen PE und PoE- der Kamera bzw. dem 
Switch
- Spannung PoE- gegen PE: ca. +4V
- Spannung PoE+ gegen PE: ca. +48V
- Spannung PoE+ gegen PoE-: ca. 44V
- Spannung Schirm gegen PE: 0V

von Netzwerker (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich vermute mal, dass zwischen PoE- und PE eine kapazitive Kopplung 
vorliegt. (Deshalb eine Spannung von 4V.)
Möglicherweise kommt es beim Einschalten des PoE Netzteils zu einer 
Spannungsspitze, die über die kapazitive Kopplung einen kurzzeitigen 
Stromfluss verursacht.
Diese kann dann zur Zerstörung des einzelnen PoE-Kanals führen. Die 
anderen Kanäle müssen nicht zwangsläufig betroffen sein.
In PoE-Controllern wird üblicherweise nur der Minus-Pol über einen 
Feldeffekttransistor geschaltet. Der Plus wird einfach zum Ausgang 
durchgeschliffen.

Mir ist auch nicht klar, warum Du das Phänomen nur bei dem langen 
LAN-Kabel hast.
Versuche mal festzustellen, ob Dein Netzteil beim Einschalten 
Spannungsspitzen erzeugt.

von AufArbeit (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Leider gibt es POE Einspeiseadapter und Switche, die eine Seite der 
POE-Versorgung hart auf PE legen. Das ist gut in der EMV- Messzelle mit 
10m Kabel dran, hat aber im späteren Einsatz die Folge, das durch 
Schleifenbildung die angeschlossenen Geräte sterben wie die Fliegen. Das 
könnte auch hier der Fall sein, wenn ich die Messwerte so anschaue.

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.