Induktive Erwärmung: Höhere Frequenz, besserer Wirkungsgrad wegen Permeabilität. Warum?

OP #5678001
Lesenswert?

Hallo zusammen,

ich simuliere die induktive Erwärmung eines Werkstücks mit zwei 
Frequenzen. Hierbei stelle ich den Strom beider Prozesse so ein, dass 
die umgesetzte Leistung gleich ist.

Der Wirkungsgrad ist bei beiden Systemen ungefähr gleich, sofern ich ein 
nicht-magnetisches Werkstück (wie Edelstahl) annehme.

Ordne ich dem Werkstück eine hohe, konstante Permeabilität zu, ist der 
Wirkungsgrad mit der hohen Frequenz deutlich besser.

Hat jemand eine Idee, warum dies so sein könnte?


Gruß Sarah
Persönliche Seite #5678633
Lesenswert?

Die Permeabilität ist ja Verhältnis von B zu H und hat (rechnerisch) 
auch einen Imaginärteil (=frequenzabhängig). Damit schaffen viele 
Simulationen den Resonanzfall ferromagnetischer Materialien. Und was in 
deinem Szenario als Effizienz gilt, d.h. eingebrachte elektrische 
Leistung im Verhältnis zur erzielten Erwärmung, heißt in den meisten 
(Rechen-)Fällen »Summe aus Wirbelstrom- und Ummagnetisierungsverlusten«. 
Der Wirbelstrom führt hier sicher, weil es sich um einen dicken (dicker 
als 1mm und flächig, d.h. deutlich länger und breit als dick – Geometrie 
mal eben geraten) Klotz handelt.

Kannst du dir nun anhand deiner konkreten Geometrie ausrechnen, wo es 
aus welchem Grund am ehesten heiß wird. Eine Hysteresiskurve kannst du 
dir auch noch zeichnen und durch Flächenschraffur (oder Integration) den 
Ummagnetisierungsverlust vom Wirbelstromverlust subtrahieren.

Kleiner Spoiler: zum Wirbelstromverlust kommt ein weiterer, 
frequenzabhängiger oben drauf, bis zur Resonanz, dann ist wieder 
absteigender Ast angesagt.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren