Wie benutzt man Lötpaste aus der Dose?

Gast
Ach so, Schablone. So etwas habe ich nicht. Also werde ich sie wohl in 
Spritzen umfüllen. Es sei denn, das geht aus irgendeinem Grund schlecht.

Ich interessiere mich für die Dosen, weil sie viel billiger als Spritzen 
sind. Ich habe jetzt erstmal 2 Spritzen bestellt, irgendwann werden die 
aber aufgebraucht sein.
Es kann dir beim Spritzen vorkommen, das du das Liquid aus dem Kram 
rausdrückst, also vorne mehr Flußmittel als Lot ankommt, dafür wird der 
Rest in der Spritze im LAufe der Zeit zum Stein, da nur noch Metall drin 
ist.
Das ist dann ein Gemisch aus "ungeeignete Paste" und "zu dünne Kanüle".
Ansonsten geht das aber durchaus per Spritze.

Das die Dose billiger ist, liegt an der einfachen Abfüllung in größeren 
Mengen und dem höheren Umsatz, denn Spritzen gehen nicht so oft.
Womit ich ganz gute Erfahrungen gemacht hab: Zwei kleine Spachtel. Mit 
dem ersten was aus der Dose holen und mit dem zweiten dann vom ersten 
die passenden Portionen abschaben.

Mit nem Stencil ist das ganze natürlich einfacher.
Crazy H. schrieb:
> Ich mische unter meine Paste immer ca. 20-30% Flussmittelgel vor ich sie
> in die Spritze umfülle.

Kannst du bitte mal das Flussmittel benennen? Mit einem 
selbstangerührten Kolophonium ISO Gemisch hatte ich zum Paste verdünnen 
kein Glück. Bauelemete mit Thermal Pad auf der Unterseite fangen an zu 
schaukeln und sich zu verschieben, wenn das Kolo kocht.

Ich dosiere aus der Dose mit einem zum Zahnstocher angespitzten 
Streichholz. Das geht recht gut, mit etwas Übung.
Gerald B. schrieb:
> Crazy H. schrieb:
>> Ich mische unter meine Paste immer ca. 20-30% Flussmittelgel vor ich sie
>> in die Spritze umfülle.
>
> Kannst du bitte mal das Flussmittel benennen

Das würde ich gerne, wenn es das noch gäbe. Hab mir damals 4 Spritzen 
bei wilke/aoyue gekauft und bin immer noch bei der ersten Spritze. Ich 
schau mal was drauf steht, wenn ich in die Werkstatt komme.
Gast
Das umfüllen ist eine ziemliche Matscherei, das würde ich nicht mehr 
machen und gleich die Paste in Spritzen kaufen. Schau dir die Paste mal 
unter dem Mikroskop an, das sind viele winzige Kügelchen und eventuell 
noch bleihaltig, die bleiben überall hängen und sind sicher nicht so 
gesund im Körper.
Low cost Stencil kann man aus Folie lasern (lassen), das ist das auch 
für Einzelstücke interessant.
Gast
Olaf B. schrieb:
> gibt auch Dispenser von Hand - luft-, motorbetrieben oder per Hebel a là
> Kartuschen Baumarkt - nur kleener.

Ach ja, natürlich! Warum habe ich da nicht selbst dran gedacht?

Am vergangenen Wochenende hielt mir mein Sohn im Baumarkt diverse Öl und 
Fett Pumpen unter die Nase, weil er sie interessant fand.

> Ich dosiere aus der Dose mit einem zum Zahnstocher angespitzten
> Streichholz. Das geht recht gut, mit etwas Übung.

Klingt auch gut, probiere ich aus.
Gast
https://www.ebay.de/sch/i.html?_odkw=amtech&_osacat=0&_from=R40&_trksid=p2045573.m570.l1313.TR1.TRC0.A0.H0.Xflux+paste.TRS0&_nkw=flux+paste&_sacat=0

Sollte nur weder Löthonig oder Lötfett sein.
Namhafte Flux-Paste für BGA, z.B. von Amtech werden hier öfter
mal empfohlen.
Bei den Preisen kann ruhig mal verschiedene testen. Schließlich
muss man die Platinen davon auch reinigen können.

Jedenfalls bekommt man die Lötpaste damit wieder flott.
Jens M. schrieb:
> dafür wird der
> Rest in der Spritze im LAufe der Zeit zum Stein

Ja, das kommt mir bekannt vor. Bei uns wird die Paste dosenweise gekauft 
weil alles mit dem Pastenblech gemacht wird, nur alle paar Monate muss 
ich mal an irgend nem Prototyp SMD Reworken und brauch dazu mal nen 
winzigen Klecks Paste oder zwei und hab mur deshalb zwei Messerspitzen 
voll in ne 10ml Spritze gefüllt und ne stumpfe kurze Kanüle gerade so 
dick daß ich die Paste durchdrücken kann ohne mir die Hand zu 
zerquetschen. Mittlerweile bin ich zu 1ml Spritzen übergegangen weil ich 
da weniger drücken muss und weniger reinpasst.

Nach einem halben Jahr hab ich sie dann 10 mal benutzt und es ist immer 
noch gefühlt genauso viel drin wie vorher aber sie ist steinhart. Die 
kann also auch austrocknen wenn man keinen wirklich dichten Deckel vorne 
hat, die normalen Spritzenkappen die meist bei spitzen Kanülen dabei 
sind haben Luftlöcher.

Aber ich kenne keine andere praktikable Darreichungsform als Spritze 
wenn es darum geht von Hand auf der Platine gezielte und halbwegs 
dosierte Kleckse von Lotpaste zu applizieren wenn keine Schablone da 
ist.
Gast
Das hoert sich ja an, wie wenn ihr ziemliche Mengen aufbringt. Ich hab 
noch keine richtige Erfahrung mit Flussmittel, mir aber vor Kurzem ne 
Tube Loethonig gekauft, weil ein Projekt mit engeren SMD-Abstaenden 
anstand. Und ich bin eigentlich ziemlich begeistert davon. Auftragen tue 
ich mit einem Zahnstocher. Allein, was beim Oeffnen der Tube an Paste 
vordrueckt, reicht mir schon fuer eine ganze Platine. Ich denke aus 
einer Spritze kaeme da viel zu viel, muss man ja nachher auch wieder von 
der Platine putzen.

Wie gesagt, ist Neuland fuer mich.

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