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Forum: Offtopic 6/20 L Eichung, was ist der Sinn?


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Autor: Thomas G. (thomas_g760)
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Ich habe diese Gläser von meinen Großeltern. Links unter der 6 ist ein 
kleiner Eichstrich, den man leider auf dem Photo nicht sieht.
Ich nehme an, daß das Gläser aus einem "guten" Restaurant waren.
Wenn ich bis zum Eichstrich einfülle, sind es 0.3L.
Was ist der Sinn von 6/20 L, warum nicht 3/10?

Autor: H. O. (oster)
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Hat man halt so bestimmt im Schankgefäßgesetz.




https://blog.historisches-museum-frankfurt.de/recherche-zu-einem-apfelweinglas-foerdert-neue-alte-objekte-zu-tage/
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Kommentar Michael Stöhr


Laut „Gesetz, betreffend die Bezeichnung des Raumgehaltes der 
Schankgefäße“ vom 20. Juli 1881 wurde dort der Inhalt „vom Liter abwärts 
durch Stufen von Zehntheilen des Liters“ angegeben.Die Zwanzigstel „vom 
halben Liter abwärts“ folgten erst im „Gesetz wegen Änderung des 
Schankgefäßgesetzes“ vom 24. Juli, in Kraft getreten am 1. August 1909. 
Und die galten bis 18. Mai 1936, als wieder „vom Liter abwärts um je 
1/10 liter kleinere“ zugelassen waren. Frühe „Gerippte“, leicht konisch 
finden sich als „Apfelweinbecher“ im Katalog der Firma Fenne von 1906. 
Oder bei der „Radeberger Glashütte AG“ schon 1890. (Quelle: 
Glasmuster-buch.de)

Autor: Clemens L. (c_l)
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"Gesetz Wegen Änderung des Schankgefäßgesetzes.

Vom 24. Juli 1909
(Reichsgesetzblatt S. 891.)

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser. König von Preußen
verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zustimmung des Bundesrats
und des Reichstags, was folgt:

A r t i k e l   I.

Das Gesetz, betreffend die Bezeichnung des Raumgehalts der Schankgefäße, 
vom 20.Juli 1881 (Reichsgesetzblatt S.249) wird wie folgt geändert:

1. An die Stelle des §1 Abs. 3 tritt folgende Vorschrift:
Zugelassen sind nur Schankgefäße, deren Sollinhalt einem Liter oder 
einer Maßgröße entspricht, welche vom Liter aufwärts durch Stufen von ½ 
Liter, vom Liter abwärts durch Stufen von Zehnteilen und vom halben 
Liter abwärts durch Stufen von Zwanzigteilen des Liters gebildet wird."

(Dieses Gesetz galt bis 1935.)

Autor: Thomas G. (thomas_g760)
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Oh ja, danke, das macht Sinn, so konnte man noch ganz kleine Gläser 
eichen. 1/20 war dann wohl für die Schnapsgläser.

Autor: Holger D. (hodoe)
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Und wie man aus den vorherigen Beiträgen ersehen kann, handelt es sich 
auch nicht um einen "Eichstrich", denn Ausschankgläser unterliegen nicht 
dem Eichgesetz und sind damit auch nicht geeicht.

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