Gast
#5968319
Hallo zusammen, ich wundere mich immer wieder, wie so die aktuelle "Stimmung" um 3D-Druck aussieht. Irgendwie scheint so die Luft raus zu sein... da ich auch nur eine begrenzte Sichtweite habe, wäre ich an anderen Meinungen interessiert. So sieht meine aus: Vor ein paar Jahren gab es einen riesen-Hype um 3D-Druck, der sich anscheinend komplett aufgelöst hat. 3D-Druck ist in der Industrie etabliert, für Prototypen (oft) und Serienteile (wenige). Ich nutze 3D-Drucker regelmässig beruflich und auch privat (habe einen Prusa MK3S). Wieviele Drucker privat im Einsatz sind und auch genutzt werden...? Prusa hat kürzlich den 100000sten Drucker ausgeliefert. Chinesendrucker für ein paar hundert Euro scheint es wie Sand am Meer zu geben. Aber insgesamt ist es sehr ruhig geworden im Hobby-FDM-Sektor. Prusa macht nach dem MK3S und dem Fiasko MMU2 keine Anstalten, etwas weiterzuentwickeln und hat eh mit dem SL1 zu tun. Allerdings sind die STL-Drucker m.E. viel zu speziell für Hobbyanwender. Von den Chinesen hört man nur, dass sie das zum 123. Mal das gleiche Rezept ein paar Cent billiger aufkochen. Die letzte Innovation (wenn man das so nennen kann) scheinen mir die leisen Trinamic-Treiber zu sein (und auch das ist eine Weile her). Gefühlt also Stillstand im FDM-Sektor. Sogar dem Tom Sanladerer ist die Lust am Druckerbasteln fast vergangen. Was meint Ihr? Ich denke, der FDM-Prozess hat Grenzen (Genauigkeit, Qualität, Material, Geschwindigkeit) und die wird von den meisten aktuellen Hobbydruckern mehr oder weniger erreicht. Irgendwo einen Schrittmotor durch ein closed-loop-Servo oder ein Luftlager einzubauen, würde schlicht nur Kosten erzeugen und keine bessere Druckqualität erreichen. Worauf ich gehofft hatte, wäre noch lösliches Stützmaterial (PVA oder BVOH) gewesen, aber davon redet niemand mehr. Natürlich können das (lt. Datenblatt) UM5 oder BCN3D, aber zu welchem Preis... Versuche wie MMU2 gibt es, aber hier sieht man, dass es ein gigantischer Schritt ist von einem theoretisch funktionierendem Setup zu einem praxistauglich zu 95% zuverlässigen Gerät zu kommen. Von den SLS-Maschinen hört man auch nichts mehr. Nachdem die zentralen Patente ausgelaufen sind, könnte man ja günstigere Formiga-Alternativen bauen, aber die Pulverei ist vermutlich eine Riesenschweinerei nur mit eigener Werkstatt (und Absaugung) nutzbar. Was meint Ihr - wie stehts mit den Hobbydruckern? - Martin