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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Auswahlverfahren für µC


Autor: Markus Gbl (Gast)
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Hallo!

Ich bin auf der Suche nach Auswahlverfahren für µC. In diesem
Zusammenhang wurde mir "Six Sigma" genannt.
Kennt sich jemand damit aus? Gibt es noch andere Verfahren?
Was auch helfen würde ware ein Internetportal, wo man bestimmte Werte
vorgeben kann und dann eine Auswahl an µC erhält. Dies bieten die
einzelnen Hersteller bereits an - gibt es so etwas jedoch auch
Hersteller-übergreifend?

Autor: Gerhard Gunzelmann (Gast)
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Hallo Markus

den Begriff Six Sigma kenn ich nur aus der Qualitätssicherung oder aus
der Messdatenerfassung.
Ein Programm zur Auswahl eines Mikrontrollers herstellerübergreifend
ist mir nicht bekannt. Ich fürchte, dass du dich da richtig ins
Internet reinknien musst um "deinen" uC zu finden.

Aber eigentlich ist das gar nicht so schwer, da sich viele uC doch sehr
gleichen, was ihre Fähigkeiten anbelangt.

Bsp.:
brauchst du ne FPU ?
brauchst du ne MAC-Einheit ?
Wieviele PIN für I/O benötigst du ?
hast du besondere Anforderungen an standartisierte Schnittstellen wie
USB oder CAN ?

Danach kannst du schon mal die Hersteller wie STM, Atmel, Microchip,
Infineon, MAXIM, Texas Instruments, Analog-Devices, Freescale usw
abklappern.

Gerhard

Autor: Markus Gbl (Gast)
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Ok, soweit ist das alles klar. Nur da es nicht für den privaten Spass
ist sondern ein Firmenprojekt, soll die µC-Wahl auch dokumentiert
werden. Und deshalb suche ich eine Möglichkeit (ein Verfahren, ein
Tool, oder sonst etwas hilfreiches), das die Auswahl des µC
nachvollziehbar macht. Auch für z.B. den Vorstand, der nicht so tief in
der Materie ist wie ich als Entwickler.
Könnte bei soetwas das "Six Sigma" - Verfahren helfen? Scheinbar
kennst du dich ja - zumindest rudimentär - damit aus.

Autor: Egon (Gast)
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Ein bewährtes Verfahren ist "zuerst nachdenken".
Wenn man weiß, was man will, hilft das ungemein. Alerdings Vorstand und
Verstand sind nicht gleichzusetzen.

Autor: Peter Dannegger (peda)
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Schreib einfach alle Kriterien auf und dann sortiere sie nach
Wichtigkeit.

Insbesondere die Toolkosten, der Toolsupport und die Einarbeitungszeit
werden oft unterschätzt.

Die Kosten des MC selber werden dagegen völlig überschätzt, oft ist
schon das PCB teurer. Erst jenseits der 10.000 Stück pro Jahr kriegen
sie langsam Bedeutung.


Am einfachsten ist es, wenn man schon mit einer Familie Erfahrung hat,
deren Tools kennt und die sich als zuverlässig erwiesen hat. Wenn
nichts Grundlegendes dagegen spricht, sollte man diese nehmen.


Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, Hände weg von brandneuen MCs,
das sind alles nur grüne Bananen !

MCs müssen mindestens 1..2 Jahre am Markt reifen, ehe sie einigermaßen
Bugdokumentiert und zuverlässig sind.


Peter

Autor: Dominic R. (dominic)
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Sollte da gesunder Menschenverstand nicht helfen? Wenn du es
dokumentieren willst, fang mit den Anforderungen an, such dann bei den
bekannten Herstellern nach Chips, die diese Anforderungen erfüllen, und
erkläre anschliessend, warum du deine endgültige Wahl getroffen hast.

Ein standardisiertes Verfahren, das dir (und dem Vorstand) garantiert,
dass du die richtige Wahl getroffen hast, wird es aufgrund der
vielfältigen Möglichkeiten wohl kaum geben?

Eine Alternative wäre ein externer Berater, der den entsprechenden
Überblick über verfügbare Lösungen hat. Wie du dann aber dokumentierst,
dass du den richtigen Berater ausgewählt hast, weiss ich leider nicht ;)

Autor: Tom Müller (Gast)
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Mach Dir ne Anforderungsliste für den Mc. Diese kannst Du dem
"Vorstand" präsentieren. Ein Lastenheft ist in der Technik üblich und
dient auch der Präsentation von Projekten.
Zur Auswahl des Mc wirst du wohl kaum ein allgemeingültiges Tool
finden.
Mit einer Anforderungsliste kannst Du dich aber direkt an einen
Hersteller wenden. Bei entsprechender Stückzahl werden die sich schon
bemühen dir zu helfen.

Autor: Wolfgang (Gast)
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Hallo,

als sinnvolle Maßnahme würde ich zuerst mal die wichtigsten
Controlleranforderungen (benötigte Busse, PWM, benötigte A/D, benötigte
D/A, ...) des zu entwerfenden Systems festlegen. Dann kann man sich mit
einer Matrix (Controlleranforderungen * verschiedene Controller)sich
einen Überblick verschaffen.

Wenn das zu bauende System bereits bekannt ist, dann empfehle ich
bereits bei der Auswahl zu schauen, wie die wesentlichen
Funktionsblöcke mit der entsprechenden Controller-HW umgesetzt werden
kann. In diesem Stadium erkennt man dann, welcher Controller geeignet
ist und welcher nicht.

Ein "idiotensicheres" Verfahren zur richtigen Auswahl gibt es sonst
nicht.

Gruß

Wolfgang
--
www.ibweinmann.de
Brushless Development Kit

Autor: Thomas (Gast)
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Du hast doch hierher gefunden, da kann es doch nicht so schwer sein,
selbst auch Informationen zu "six sigma" zu finden...

z. B. http://de.wikipedia.org/wiki/Six_Sigma

Wenn du einen µC allein nach statistischen Kriterien aussuchen willst,
bist du dazu in etwa genauso qualifiziert wie der Vorstand (no
offense). Das Verfahren, dass du suchst wurde doch schon von Gerhard
und Peter umrissen. Entscheidend sind die Anforderungen an den µC. Je
präziser diese gefasst sind, desto einschränkender wird sich dies auf
die Auswahl an µC auswirken. Wenn am Schluss trotzdem verschiedene
Familien über bleiben (was zu erwarten ist), kannst du immer noch die
nehmen, die dir genehmer sind, weil günstiger oder weil schon
Erfahrungen bestehen.

Ansonsten kann ich Peters Aussage nur unterstreichen, wechsel nicht von
bereits bekanntem und erprobten nur des Wechselns willen. Es muss schon
triftige Gründe geben.

Autor: Ronny (Gast)
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1.Peripherie:

Wieviele/Welche Timer,PWM-Kanäle,Capture/Compareeinheiten,serielle
Schnittstellen,A/D-Wandler werden gebraucht?

2.Leistung

Wird viel gerechnet,müssen sehr viele Operationen je Sekunde gemacht
werden?Für einfache Steueraufgaben (Licht AN/AUS),10x je Sekunde A/D
Wandlung und bissl serielle kommunikation reicht ein 8 Bitter mit
deutlich unter 20MHZ,wenn es etwas höherer Durchsatz sein soll selbiges
mit 16 Bit und für kompliziertere Sachen (viele Prozesse
gleichzeitig,etc) dann eher Richtung ARM (oder DSP bei
Video/Audio-Verarbeitung)

3.Speicher

Wenn es recht einfache Anwendungen sind,reicht ein Typ mit internem RAM
und Flash,bei grossen Anwendungen (z.B mit Fonts für Displays) sollte
der Datenbus herausgeführt sein um weitere Speicher (SRAM,Flash)
einfach anbinden zu können

4.Anzahl I/O Pins

5.Verfügbarkeit

Was nützt ein toller Chip der Abgekündigt wurde?Chips die in 1 Jahr
nicht mehr produziert werden (und keine kompatiblen Nachfolger
haben),kannst du getrost vergessen
Sehr neue Chips hingegen sind vielleicht (Errata) noch nicht voll
dokumentiert was Fehler angeht.Ausserdem gibt es dann oft noch
keine/unausgereifte Entwicklerhardware

6.Kosten

Am teuersten sind sicherlich die Lizenzen für Entwicklungsumgebungen.
Auch die Anschaffung von Entwicklerhardware (Starterkit und
Debughardware (JTAG) ist nicht zu vergessen.
Wie werden Leiterkarten bei euch gefertigt?Multilayer und maschinelle
Bestückung ist teurer als wenn im Keller gelötet werden kann.In
letzterem Fall sind BGA-Gehäuse und zu kleine Strukturen eher
hinderlich.

7.RoHS

Alle uC die länger als 1 Jahr noch verfügbar sind,sollten Bleifrei
sein.Gibt es absolut keinen bleifreien Typen zu beschaffen,dann ist da
vielleicht grad irgendwas am Ende des Prouktzyklus angekommen ;)

Autor: Markus Gbl (Gast)
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Was würdet Ihr davon halten, wenn man die ganzen Punkte, die oben
genannt wurden und weitere, z.B. in einem Excel-Sheet aufträgt. Dann
kann man z.B. auch schnell mal die Gewichtung einzelner Punkte ändern.
Sowas könnte man zu Präsentationszwecken auch gut nutzen. Naja,
einzelne aussagekräftige Folien mit PowerPoint etwas aufmotzen -
fertig?
Was haltet Ihr davon?

Autor: Ronny (Gast)
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Für dich selber&andere Ingenieure: Excel-Sheet
Für den Vorstand                 : PP-Präsentation mit bunten Bildern

Autor: Thomas (Gast)
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Die Details, die die Entscheidungsfindung beeinflussen und daher in
einer solchen Tabelle stehen würden, interessieren den Vorstand dann eh
nicht. Da gibt es nur zwei Fragen: 1) Erfüllt das Gerät die gestellten
Anforderungen? 2) Ist es die günstigste Lösung?

Mach dir also nicht zu viel Mühe mit dem PP.

Autor: Ronny (Gast)
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Wiegesagt,bunte Bilder sind da wichtiger als zuviele trockene Zahlen ;)
Die Zahlen hat man versteckt in der Hinterhand falls doch mal einer
dabei is der Ahnung hat und entsprechende Fragen stellt.(sollte eher
selten der Fall sein)

Kurz die Peripherie nebeneinander DIE FÜRS PROJEKT RELEVANT ist,dann
schön (und kurz) verkaufen,was an dem Ding so toll ist (er ist billig,
simpel zu handhaben,eine Investition in die Zukunft,blaah)

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