Guten Morgen,
durch meine Freundin komme ich derzeit mit einem neuen Freundeskreis
zusammen, die arbeiten alle im juristischen bzw. buchhalterischen
Bereich oder machen Rechnungswesen und Steuern.
Irgendwie beneide ich die manchmal. Nicht um die Tätigkeit in diesem
Bereich, ansich ist das Thema schon eher flau, sondern um die Art des
Arbeitsumfanges. Es werden zwar viele Stunden gerissen, aber das ist in
deren Bereich so völlig normal, dass Arbeiten innerhalb von Minuten bis
Stunden erledigt sind. Die Arbeit lässt es systemisch überhaupt nicht
zu, dass da etwas inhaltliches mit nach Hause genommen wird, weil jeder
Kleinkram innerhalb von so kurzer Zeit abgehakt ist und selbst, wenn da
mal von angeblich komplexen Problemen gesprochen wird, dann handelt es
sich allenfalls um ein paar andere Steuersätze innerhalb der EU bei
irgendwelchen Halbzeugen oder Zwischenprodukten...
Es ist irgendwie dieses Klein Klein was es so einfach macht, nach der
Arbeit ab zu schalten.
Als Ingenieur habe ich eine so völlig andere Tätigkeit. Die Projekte
dauern stets mehrere Jahre. Für jede Tätigkeit muss ich den Kopf
anstrengen. Der Druck ist zwar die meiste Zeit überschaubar, aber
irgendwie ist man einfach mit den Gedanken dauernd bei seinen Projekten.
Ein Abschalten ist so unlängst schwieriger...
Geht das nur mir so, oder habt ihr ähnliche Eindrücke?
Abschalten kann (und muß) man lernen.
Ich sage mir tatsächlich laut "Die Arbeit ist in der [Straße, in der die
Firma residiert] geblieben!", wenn ich feststelle, daß ich das Problem,
an dem ich den ganzen Nachmittag gegrübelt habe, auf dem Heimweg immer
noch im Kopf rumwälze.
Mit der Zeit geht das ganz gut, die Arbeit nach Feierabend hinter sich
zu lassen.
Die Geistesblitze, die guten Ideen die einem in den unmöglichsten
Momenten und stets außerhalb der Arbeitszeit kommen, kommen trotzdem
noch. Das hat dem keinen Abbruch getan.
such Dir halt Hobbies, die Dich mehr faszinieren als Arbeit, oder die
Deine volle Konzentration brauchen (Motorradfahren, Jagd, Bergsteigen
....) da ist die Arbeit schnell vergessen.
... schrieb:> Bergsteigen
Klettern kann ich auch sehr empfehlen, ansonsten Meditation. Klar kommen
immer wieder Gedankenschnipsel aktueller Probleme ins Bewusstsein aber
man ist nicht gezwungen diese zu verfolgen. Einfach beobachten und
vorbei fliegen lassen.
Ohje hört sich das esoterisch an...
Entwickler schrieb:> Ein Abschalten ist so unlängst schwieriger...
Mumpitz. Auch für die Erholung gilt das gleiche wie für alle Arbeiten
eines Ingenieurs. Es ist nur schwierig, wenn man nicht gelernt wie man
an eine Lösung hernageht.
Also hör auf mit dem unproduktiven Gejammer und mach Dich an eine aktive
Freizeitgestaltung und Ausgleich.
Fpgakuechle K. schrieb:> Auch für die Erholung gilt das gleiche wie für alle Arbeiten> eines Ingenieurs.
LOL. Genau wie bei einer Maschine. Einfach ein paar Freizeitknöpfe
drücken und Parameter ändern, fertig. Bei manchen Ings. wurde der
EMO-Chip einfach vergessen. Bei den meisten ist er unterdimensioniert.
Entwickler schrieb:> Geht das nur mir so, oder habt ihr ähnliche Eindrücke?
Klar, krank werden, wenn Urlaub ist..
Ganz gut sind Situationen, wo man unbewusst unterwegs sein kann, bzw.
halb bewusst, beispielsweise beim Klettern muss man sich ja sehr aufs
Klettern konzentrieren, sonst stürzt man vielleicht ab. Mir ging das
früher so beim Motorradfahren, ich kann ich einen Zustand kommen, den
würde ich jetzt nicht Trance nennen, eher voll bei der Sache sein, voll
in seinem Element o.ä.
Das ging früher auch manchmal bei Arcade-Gaming. Wenn ich mich
gleichzeitig mit Freunden und ein paar Unbekannten unterhalten konnte,
also so halbwegs abgelenkt war, dann gingen die Highscores durch die
Decke..
Neuerdings: RPG-Spiele: bzw. Skyrim.
Ich kann beim Skyrimspielen ganz gut "wegtreten", Psychohorror
verarbeiten bzw. auch mein Unterbewusstes grob verfolgen - so sagen
wir mal ob mein aktueller Zustand eher grün, gelb oder rot - Charakter
hat. (diese Ampelanalogie finde ich ganz nützlich).
Bei so geistig anstrengenden Sachen sind aber vielleicht Sachen besser,
die eher körperlich orientiert sind, also wie oben schon geschrieben
Klettern oder was auch ginge, wäre Moto-Cross fahren, oder etwas
ähnliches.
Wer weiß, Sega Rally https://de.wikipedia.org/wiki/Sega_Rally und
solche Dinger sind vielleicht auch schon ganz gut - ist aber nur
teilweise körperlich, eher so geistig ;)
Hallo
Bin zwar "nur" Facharbeiter (Vollschicht => Da sind immer Leute am
Arbeitsplatz da) in einer Instandhaltung und "Feuerwehr (unplanbare
"Pittstop" arbeiten) "-Abteilung kann aber sagen:
Das muss man erlernen - wenn es gut läuft kommt das aber automatisch mit
den Alter und oder der Betriebszugehörigkeit.
Einfach verinnerlich:
"Die Arbeit läuft nicht weg"
"Das dürfen jetzt (im Augenblick) ruhig auch mal die anderen machen" -
OK wird bei deinen Arbeitsumfeld wohl nicht funktionieren
"Nach der Schranke(Tür)" ist alles vorbei.
Und es "niemals nicht" zulassen das nach Feierabend selbst von den
besten Kollegen Rückfragen betreffend der Arbeit erfolgen - solche
Nettigkeiten die einmal und auch zweimal bestimmt nicht weh tun, können
sehr schnell zur Normalität werden wenn man halt "Spezialist" in
irgendein Teilbereich (Maschine) ist.
Auch das wird im deinen Arbeitsbereich wohl etwas anders sein, aber
sicherlich gibt es vergleichbares.
Und wichtig:
zufrieden mit seiner Position sein - Karrieregeilheit ist ganz schlecht
wenn man der Arbeit den Stellenwert zuordnen will den sie hoffentlich
für die meisten hat:
Die Grundlagen für das Leben bereitstellen und bei der Ausübung
zumindest keinen Abscheu erzeugen - mehr aber auch nicht.
Arbeit sollte immer Arbeit bleiben - besonders wenn man abhängig
beschäftigt ist, ansonsten hätte man sich auch gleich selbstständig
machen können...
Ja mir ist klar das es Bereiche und Konsultationen gibt wo die
Selbständigkeit nicht wirklich freiwillig ist - aber das ist ein anderes
Fass das besser verschlossen bleibt.
Arbeiter
Thomas schrieb im Beitrag #6733518:
> Um nach der Arbeit richtig abzuschalten haben wir Leistungsschütze> installiert. Damit wird nach Feierabend alles ausgeschaltet und somit> den Stromzähler zum Nachteil der EVU nicht mehr belastet.
mikrocontroller Forum geht auch ganz gut..
Hallo
Nach meinen Selbstverständnis hat man dann aber was grundsätzlich falsch
gemacht - o.K. abgesehen vielleicht vom Priester -das ist aber auch kein
Beruf sondern eine Lebenseinstellung.
Gut ist es wenn echte Begeisterung und Freude hinter den Beruf (in der
Realität ) steht - aber auch da sollte man meiner Meinung nach nach
Feierabend auch wirklich Feierabend machen - und zwar direkt nicht erst
(nach vielen Jahren) wenn es zu spät ist und der AG und Kollegen sich an
gewisse Zustände gewöhnt haben.
Aber jeder wie er will - aber immer dran denken:
Man lebt nur einmal - das Leben ist zu kurz für Dinge die kein Spaß
machen...
Arbeiter
Ich kenne paar wenige, bei denen sowas wie Controller oder Buchhaltung
wirklich Beruf ist und nicht nur Job. Die schalten genauso wenig ab
wie technische, die ihre tätigkeit als Beruf sehen.
Für die meisten ist Buchhaltung so erfüllend wie Teile in eine
Verarbeitungsmaschine reinfüllen. Da bin ich nicht neidisch.
Entwickler schrieb:> aber> irgendwie ist man einfach mit den Gedanken dauernd bei seinen Projekte
Und genau das ist das Material aus dem gute Ingenieure gemacht sind!
Ohne solche Ingenieure wären wir noch in der Steinzeit und viele
Tech-Startups immer noch auf Garagenniveau.
Die besten Lösungen/Ideen kommen mir auf dem Arbeitsweg (Fahrrad).
soso schrieb:>> Auch für die Erholung gilt das gleiche wie für alle Arbeiten>> eines Ingenieurs.>> LOL. Genau wie bei einer Maschine. Einfach ein paar Freizeitknöpfe> drücken und Parameter ändern, fertig.
Naja, wenn du die Ingenieursausbildung auf ne Anleitung zum
Knöpfedrückem reduzierst haste etwas Wesentliches gründlich
missverstanden oder (wohl aus Gründen der Bequemlichkeit) komplett
ignoriert.
Entscheidend bei der Ausbildung ist das Wissen von
Ursache-Wirkungs-Ketten und wie man sie gegebenfalls selbst durch
Versuch/Irrtum aufdeckt.
beispielsweise: Körperliche Betätigung (beispielsweise Radeln) ->
kein/weniger 'Denken' an die Arbeit -> Erholung
Manche Hängen immer noch im infantilen Denkschema "Traurig gucken ->
Mama holt Keks" fest. Also "im Forum über Alltagsprobleme lamentieren ->
das Forum schickt ne Kekskiste ..." So läuft das nicht und
Stressbewältigung ist ein Thema das schon in der Schule behandelt und
vorgelebt wird. Das sollte man doch bis Ende Zwanzig gelernt haben ...
Gebt 8! schrieb im Beitrag #6733602:
> Das geht aber nur, wenn man spannungsfrei ist.
Keineswegs. Mancher Hooligan entläd seine Spannung am liebsten live im
Kontakt mit Gleichgesinnten, gerne auch bis zur Abschaltung. Da wird die
Spannung vorher eigens hochgefahren.
Entwickler schrieb:> Für jede Tätigkeit muss ich den Kopf anstrengen.
Das ist tatsächlich Dauerstress:
"...-Einatmen-Ausatmen-Einatmen-Blinzeln-Ausatmen-Einatmen-Schlucken-Aus
atmen-... "
> aber irgendwie ist man einfach mit den Gedanken dauernd bei seinen> Projekten.
Das kommt vorrangig davon, dass du dir sonst über nichts Gedanken machen
musst. Ich kenne einen, der ist richtig froh, wenn er bei der Arbeit von
den Problemen abschalten kann, die er Zuhause hat.
Wenn du dir mal so richtig klar machst, dass die Firma selbst dann
noch weiter existieren wird, wenn du auf dem Heimweg von einem 40-Tonner
zu Haschee gefahren wirst, dann fällt dir das Abschalten leichter.
Entwickler schrieb:> Als Ingenieur habe ich eine so völlig andere Tätigkeit. Die Projekte> dauern stets mehrere Jahre. Für jede Tätigkeit muss ich den Kopf> anstrengen. Der Druck ist zwar die meiste Zeit überschaubar, aber> irgendwie ist man einfach mit den Gedanken dauernd bei seinen Projekten.> Ein Abschalten ist so unlängst schwieriger...> Geht das nur mir so, oder habt ihr ähnliche Eindrücke?
Es geht sicherlich auch anderen Ingenieuren so, aber definitiv nicht
allen. Ich hatte zum Beispiel nie Probleme damit nach der Arbeit
abzuschalten, obwohl ich meinen Job gerne mache. Das bedeutet für dich:
du hast es komplett selbst in der Hand. Oder anders herum formuliert:
Selbst Schuld, wenn du dich auch noch in deiner Freizeit mit
Arbeitsthemen herumschlägst. Ein Ausgleich von der Arbeit ist unbedingt
empfehlenswert und gesund.
Entwickler schrieb:> Geht das nur mir so, oder habt ihr ähnliche Eindrücke?
Feg mal die Strasse, danach gehts dir besser und die Stadt ist sauberer
> Win-Win
Senf D. schrieb:> Ich hatte zum Beispiel nie Probleme damit nach der Arbeit> abzuschalten, obwohl ich meinen Job gerne mache.
Es qwertzt hier wieder gewaltig!
... schrieb:> Deine volle Konzentration brauchen (...., Jagd
Jagen? Dein Ernst? Ich meine Tiere toeten um seinen Frust abzubauen?
Dann gefaellt dir bestimmt das hier: Die durchgeknallte Frau des
amerikanischen NRA-Leaders bei ihrer ausserberuflichen harten Arbeit die
sie vom Alltagsleben ablenkt.
https://youtu.be/gc14LK4n5ZE?t=338
Man beachte bitte die enormen Todesaengste die die Frau durchmachen
musste als sie sich zum Abschuss bereit machte.Die perfekte Ablenkung
vom Alltagsstress....
Lothar M. schrieb:> Ich kenne einen, der ist richtig froh, wenn er bei der Arbeit von> den Problemen abschalten kann, die er Zuhause hat.
War bei meinem Vater so. Das ist mir erst klar geworden, seit der weg
ist.
Mein Vater hatte in 7-Tageschicht gearbeitet, und hatte
schwarzarbeitstechnisch zusammen mit einem Radiogeschäft sehr viele
Antennen- und darüber hinaus Hausinstallationen mitaufgebaut. Der hatte
unglaublich viel Erfahrung hinsichtlich verschiedener
Installationsgeschichten.
Einer der Nebeneffekte der Mehrarbeit war, es blieb mehr Geld für mich
übrig. Ich brauchte als Kind auch schon Fluchtmöglichkeiten (aus
ähnlichen Gründen), und die hießen unter anderem Die Spinne, Batman,
Donald Duck..
Etwas professioneller geht auch noch:
https://de.wikipedia.org/wiki/Autogenes_Traininghttps://de.wikipedia.org/wiki/Progressive_Muskelentspannunghttps://de.wikipedia.org/wiki/Focusing
oder Klavierspielen.
In einem Buch aus Russland mit dem Titel "Unterhaltsame Psychologie" war
sogar eine Tabelle mit anstrengenden Tätigkeiten/Berufen gelistet und
bewährte Maßnahmen zum Abschalten bzw. zum Ausgleich gegenübergestellt.
Also ich bei der Musterung war, hatten die mich gefragt: machen sie
Sport?
Ich sagte dann: ja, Angeln und Schießen.
(lieber nicht erzählt hatte ich die Geschichte mit dem
Fallschirmspringerkurs)
Entwickler schrieb:> Es werden zwar viele Stunden gerissen, aber das ist in deren Bereich so> völlig normal, dass Arbeiten innerhalb von Minuten bis Stunden erledigt> sind. Die Arbeit lässt es systemisch überhaupt nicht zu, dass da etwas> inhaltliches mit nach Hause genommen wird, weil jeder Kleinkram> innerhalb von so kurzer Zeit abgehakt ist und selbst, wenn da mal von> angeblich komplexen Problemen gesprochen wird, dann handelt es sich> allenfalls um ein paar andere Steuersätze innerhalb der EU bei> irgendwelchen Halbzeugen oder Zwischenprodukten...> Es ist irgendwie dieses Klein Klein was es so einfach macht, nach der> Arbeit ab zu schalten.
Dann sprich mal mit den Wirtschaftsprüfern und Buchhaltern wie einfach
es ist Bilanzen von Firmen wie Wirecard auseinander zu nehmen. Jeder
Finanzbeamte im Außendienst braucht einen Sinn, um zu erkennen, ab wann
der Bauer in der Betriebsprüfung das Büro verriegelt und die Axt holt,
weil er zu viel findet. In KMU wird vorher wenigstens als Warnschuss die
Heizung abgedreht und kein Wasser/Kekse mehr hingestellt.
Mal ins Archiv schauen (OK, hier wäre 'Abschalten' kein guter
Suchbegriff)
Beitrag "Brainstorming-Work-Life-Balance"Beitrag "Pendeln ist Mord?"Beitrag "Sind eure Jobs auch so erdrückend?"Beitrag "Ist man als Ingenieur Burnout gefährdeter ?"
Wahrscheinlich ist aber dieses Forum ohnehin nicht der beste Ort darüber
zu diskutieren, wie man 'mehr Sonne in sein leben bringt'. ich erinnere
mich da an eine Diskussion , bei der B.W. absolut nicht dazu bewegen war
mal aktiv positive Abwechslung in sein Leben zu bringen
Beitrag "Re: 1 Std. Anfahrt zum Arbeitsort"
Familie hat er nicht, was Leckeres zu kaufen ist ihm zu teuer, im Wald
lauern nur die Killerwildschweine auf eine Gelgenheit vors auto zu
rennen, von hinten wird nur gedrängelt, wenn mal der Verkehr ruhig ist
spuckt einen das Gehirn unangenehme Gedanken durch den Kopf, Scheiben
kratzen ist anstrengend, -> mit der richtigen Einstellung kann man sich
auch im Paradies wunderbar elend fühlen ;-)
Fpgakuechle K. schrieb:> mit der richtigen Einstellung kann man sich> auch im Paradies wunderbar elend fühlen ;-)
Guter Satz, ist was dran!
Es gibt leider kein Patentrezept zum Entspannen oder Abschalten, dafür
sind wir Menschen zu unterschiedlich. Manche schaffen es, beim Verlassen
des Betriebsgeländes sämtliche arbeitsbezogene Dinge zu vergessen und
wieder andere grübeln die halbe Nacht.
Ich bin so eine Mischung aus beiden, daher hab ich immer Zettel und
Stift auf dem Nachtschrank liegen. Die besten Ideen kommen, wenn ich
gerade nicht an die Arbeit denke.
Ich würde dem TE ja empfehlen, eine Familie zu gründen und ein Haus zu
kaufen und zu renovieren. Bei mir hat's geholfen, nach Feierabend nicht
mehr so viel an die Arbeit zu denken.
Allerdings wollte er ja Abschalten und nicht "Stress durch anderen
Stress ersetzen" ;)
Grüße, Serge
Ich habe es im Grunde geschafft was du möchtest, aber einzelne Ausnahmen
gibt es natürlich…
Ich habe mir, lange vor dem Homeoffice angewöhnt, bewusst auszustempeln
und mit diesem Vorgang eine positive Situation zu visualisieren. Das
ganz systematisch, durchgehend für 30 Tage.
Hast du das geschafft, geht es in deine Routine über und nach und nach
wird es ohne Anstrengung in dein Leben treten.
Probier es aus, du kannst nur gewinnen, es kostet dich nichts!
Machst du Homeoffice, dann achte sehr darauf, Arbeit und privat nicht zu
vermischen. Den Vorgang des Logout dann so wie oben, ganz bewusst.
Viel Erfolg und erzähl mal in 6 Wochen wie es dir ergangen ist.
Am Anfang gibt es sicher Lücken im bewussten Logout, doch es gibt
Erinnnerungshelfer verschiedener Art. Vom PostIt bis hin zum Farbwürfel
oder oder…
Und kommt der Job doch mal negativ assoziiert zurück, nimm es wie es
ist. Morgen ist der nächste Tag 😉
Serge W. schrieb:> Allerdings wollte er ja Abschalten und nicht "Stress durch anderen> Stress ersetzen" ;)
Nun ja, vielleicht sollte sich der TO mal mit dem Unterschied zwischen
Eu-stress (Guter Stress) und Di-stress (schlechter Stress) auseinander
setzen:
https://www.mylife.de/entspannung/stress/distress-und-eustress/
Es gibt halt 'Anstrengungen' deren Bewältigung glücklich macht ('sich
selbst belohnend). Alles in kleine Schritte zerlegen und so schreitet
die Renovierung Schritt um Schritt voran.
Nase schrieb:> Ich habe es im Grunde geschafft was du möchtest, aber einzelne Ausnahmen> gibt es natürlich…>> Ich habe mir, lange vor dem Homeoffice angewöhnt, bewusst auszustempeln> und mit diesem Vorgang eine positive Situation zu visualisieren. Das> ganz systematisch, durchgehend für 30 Tage.> Hast du das geschafft, geht es in deine Routine über und nach und nach> wird es ohne Anstrengung in dein Leben treten.> Probier es aus, du kannst nur gewinnen, es kostet dich nichts!
Ich habe damit zwar sehr selten Probleme, aber: gute Idee, werde ich mal
testen.
> Machst du Homeoffice, dann achte sehr darauf, Arbeit und privat nicht zu> vermischen. Den Vorgang des Logout dann so wie oben, ganz bewusst.
Ja, das ist sehr wichtig. Hier ist alles für's Unternehmen in der
unteren Etage angesiedelt. In der oberen findet sich nichts, das darauf
hindeutet.
Gut abschalten kann man mMn auch sehr gut durch Ausdauersport (Rad
fahren, Laufen). Das ist wie ein Reset. Danach ist der Kopf leer und
Probleme, die vorher herumschwirrten, sind plötzlich gut lösbar.
Dazu kommt, was ein Vorschreiber schon erwähnte: die besten Ideen kommen
beim Sport in der Natur :-)
Chris D. schrieb:> Gut abschalten kann man mMn auch sehr gut durch Ausdauersport (Rad> fahren, Laufen).
Finde ich auch. Wenn man mit dem Fahrrad pendelt ist man morgens richtig
wach, und abends kann man sich dadurch super von der Arbeit
"distanzieren". Manchmal freu ich mich richtig mich zum Feierabend aufs
Radl zu schwingen...
Am Wochenende dann längere Touren, gern auch mit komplizierteren und
anstrengenden Strecken. Wenn man sich aufs Fahren konzentrieren muss und
dann auch noch schön ins Schwitzen kommt, sind die Gedanken an Arbeit &
Co weg. Am Besten sucht man sich Strecken mit toller Aussicht und einer
guten Gaststätte auf halbem Weg. Man kann so auch Wochenend-Ausflüge
machen - Samstag hin, Sonntag zurück - mit Übernachtung im Hotel oder
Zelt, das ist günstig genug dass man sich das öfters gönnen kann.
So ein Mini-Urlaub ist eine super Entspannung, dann hat man die ganze
Woche etwas Schönes an das man zurück denken kann.
Die Strecken vorher genau planen und mit Navi-App/Fahrradcomputer
abfahren. So muss man nicht ständig absteigen und grübeln wie es weiter
geht, sondern kann einfach durchfahren und genießen. Gerade in
Deutschland sind die neuartigen Gravel Bikes super dafür - damit stehen
einem Zigtausend Kilometer Wald/Feld-Wege offen, auf denen man dann
effizient längere Strecken zurücklegen kann sodass man möglichst viel
Landschaft gucken kann.
Hi,
meines Erachtens klappt das abendliche Abschalten langfristig nur dann,
wenn man sich schon bei der Arbeit nicht übertrieben stresst. Ich mach
z.B. lieber eine halbe Stunde länger, als irgendwann hektik aufkommen zu
lassen. Das ist aber auch eine individuelle Sache, für andere bedeutet
das Stress, wenn sie nicht pünktlich gehen können. Aber auch dann ist
wichtig, seine Arbeitsleistung sowohl im zeitlichen Umfang als auch in
der Geschwindigkeit mit gesunden Grenzen zu versehen und die auch
einzuhalten, egal wie die Bude brennt. Wenn man einen ausgewogenen Tag
hat, ist es auch egal, wenn man abends noch etwas an die Arbeit denkt.
Und im Gegenzug ist es hochproblematisch, wenn der Körper sofort
Stresshormone aussendet, sobald man an die Arbeit denkt.
@TE vielleicht mal dich selbst auf diesen Aspekt beobachten, was fühlst
du, wie ist die Emotionslage wenn du nach Feierabend an die Arbeit
denkst.
Lothar M. schrieb:> Wenn du dir mal so richtig klar machst, dass die Firma selbst dann> noch weiter existieren wird, wenn du auf dem Heimweg von einem 40-Tonner> zu Haschee gefahren wirst, dann fällt dir das Abschalten leichter.
Das ist der Wichtigste Satz überhaupt! Mir hat den in meiner ersten
Festanstellung ein damaliger Mitarbeiter eingebläut und ich muss sagen:
Es lebt sich leichter. Klar gibt es immer wieder Probleme, die knifflig
sind und einen herausfordern. Die hängen dann auch noch nach. Aber 85%
ist Alltagsgeschäft und das geht am Montag morgen dort weiter, wo es am
Freitag Nachmittag aufgehört hat. Ich, als Entwickler, bin nicht dafür
verantwortlich, wenn der Firmenleiter ein Projekt mit von vornherein
nicht zu schaffendem Zeitplan aufs Gleis hebt und ihn davon keiner
abbringt. Da reißt man sich beim ersten Mal ein Bein aus, beim 2. mal
sieht man es lockerer und ab dem 3. lächelt man halt nur noch müde. Egal
wie sehr man sich anstrengt, man bekommt dafür allenfalls einen warmen
Händedruck. Also macht man sein Tagwerk und gut. Das heißt natürlich
nicht, dass man schlampig arbeiten oder extra lange brauchen soll, schon
nach gutem Wissen und Gewissen aber sich ständig auf 130% zu belasten
ist nicht gut. Niemand hat etwas davon, wenn man mit 40 an einem
streßbedingten Herzinfarkt zusammenbricht und somit sein Lebenslicht
ausbläst, man selbst und die Familie am allerwenigsten. Arbeit soll Spaß
machen, aber schlussendlich ist sie nur mittel zum zweck, seine Freizeit
gestalten zu können und sich da nicht noch ums finanzielle sorgen zu
müssen.