"Für mich ist ein Resonanzkreis etwas, was schwingt"
Das tut er bei Resonanzwandler auch, jedoch mit 2 Unterbrechungen pro
Periode (bei konstanter Einschaltdauer).
"Bei dem Resonanzwandler fliesst der Strom nur, wenn einer der
Transistoren leitet, d.h. die Spannung über dem Kondensator Cs steigt
bis auf U+, der Strom steigt und fällt dann wieder. Hier sehe ich aber
die Wirkung der Induktivität Ls nicht, ich würde sagen, das Verhalten
des Kondensators würde sich nicht ändern, wenn Ls fehlen würde oder?"
Ohne Spule würde sich der Kondensator schlagartig über den Trafo
entladen. Das mögen die Transistoren überhaupt nicht und außerdem würde
ein großer Teil der Energie verloren gehen (Stichwort
Kondensator-Paradoxon). Mit Spule steigt der Strom langsam an, erreicht
sein Maximum und geht wieder auf null zurück. Idealerweise schaltet der
Transistor auch genau im Nulldurchgang wieder ab und erzeugt wenig
Schaltverluste. Theoretisch geht bei diesem Vorgang, bis auf das, was
der Trafo in den Sekundärzweig abgibt, dem Resonanzkreis auch keine
Energie verloren.
Was ist mit der Induktivität des Trafos, die ist doch viel grösser als
die des angeblichen Schwingkreises, da spielt doch die kleine
Induktivität keine Rolle, oder? Und wo ist der Schwingkreis? Der
Kondensator kann sich nur entladen, wenn der andere Transistor leitet
usw..
Die Hauptinduktivität des Trafos ist natürlich sehr groß, aber das
zählt nicht. Sobald ein Strom durch den Trafo fließt, baut sich eine
Spannung auf, bis der Sekundärgleichrichter leitet und so die
Sekundärspule über den Siebelko wechselspannungsmäßig kurzschließt.
Primärseitig wirkt deshalb nur die sehr viel kleinere Streuinduktivität
des Trafos. Übrigens ein weiterer Vorteil des Resonanzwandlers: Man
braucht keine streufeldarmen Trafo sondern kann die Spulen sauber
voneinander isolieren. Die Streuinduktivität addiert sich dann einfach
zur Drosselinduktivität. Letzere fällt dann eben etwas kleiner aus.
Im Idealfall kannst Du Dir das so vorstellen: Der Schwingkreis schwingt
immer nur eine halbe Periode zwischen zwei Stromnulldurchgängen (während
einer der Transistoren leitend ist) und wird dann für längere Zeit (je
nach Energiebedarf) eingefroren. Da kein Strom fließt, bleibt die
Ladung im Kondensator solange konstant. Du mußt Dir das mal
aufzeichnen, das kann man so schlecht erklären. Die Dioden am
Kondensator kannst Du Dir erstmal wegdenken, die verhindern nur eine
"Resonanzkatastrophe" bei Überlastung.
Jörg