Forum: PC-Programmierung Meadow-Roadmap: ESP32-artiges Modul angekündigt


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von Tam H. (Firma: Tamoggemon Holding k.s.) (tamhanna)


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Die von Wilderness Labs übernommene .net-Embedded-Umgebung Madow ist eine klassische „Never Ending Story“. In der neuen Roadmap für die Version 1.0 verspricht das Unternehmen eine SMD-Variante der Plattform.

von Tam HANNA

Worum geht es hier?

Das vom Microsoft-Manager Bryan Costanich gegründete Unternehmen Wilderness Labs kaufte vor einigen Jahren die Rechte an der Netduino-Serie. Momentan ist am Markt der Meadow F7 erhältlich - ein Evaluationsboard, das .net-Code auf einem STM32-Prozessor ausführt, ein ESP32 sorgt für Funkkommunikation.

Neuerungen und Pläne

Die mit Abstand wichtigste Neuerung in der unter http://developer.wildernesslabs.co/Meadow/Release_Notes/Roadmap/ veröffentlichten Roadmap ist, dass Bryan Costanich nun erstmals offiziell von einem SMD-Modul spricht. Das Produkt wird sich wahrscheinlich am Formfaktor des ESP32 orientieren, und bringt neben Ethernet-Adaptern für „robustere“ Kommunikation auch Unterstützung für SD-Karten mit. Die genaue Ankündigung findet sich in der Abbildung.

Bequemere Entwicklungsarbeit durch Debugging und FOTA.

Das Debuggen von Applikationen für den Meadow F7 war bisher nicht mit dem vergleichbar, was Entwickler von Visual Studio kennen. Im Rahmen der Auslieferung der Version 1.0 der Runtime möchte Wildernes Labs Step bei Step-Debugging für Visual Studio und Visual Studio Code nachrüsten. Zwecks bequemerer Aktualisierung von bereits im Feld befindlicher Hardware soll ein Firmware Over the Air-Updatedienst angeboten werden, der neben der eigentlichen Nutzer-Applikation auch Aktualisierungen der Controllerfirmwares vornimmt. Zu guter Letzt sollen die „Einstellungen“ des Systems - beispielsweise für WLAN oder Gerätenamen - fortan aus .YAML-Dateien stammen. Sinn dieser Anpassung ist das Vereinfachen der Customization vorliegender Boards.

Cloud-Messaging für Meadow F7.

Zwecks einfacherer Synchronisation sollen Meadow F7-Gerätepools fortan Push-Nachrichten entgegennehmen. In der offiziellen Ankündigung wird für das Absetzen der Nachrichten einerseits das CLI-Werkzeug, andererseits eine noch nicht näher spezifizierte Clouddienstleistung namens Meadow.Cloud erwähnt.

Neue Funktionen, nach 1.0.

Nach der Auslieferung von 1.0 stellt Wilderness Labs die Pflege der Plattform nicht ein. Einige „neue“ Funktionen, die auf absehbare Zeit verfügbar werden, sind beispielsweise Sleep Mode-APIs, über die sich das Gerät in einen Schlafzustand versetzen lässt. Außerdem planen die Entwickler Unterstützung für den CAN-Bus, eine Anpassung an .net 6.0 und an und Erweiterungen im Bereich der Kompilation. Spezifischerweise soll der Meadow F7 die im Desktop-.net-Framework seit längerer Zeit unterstützte AOT-Kompilation unterstützen: Präkompilierte Binärdateien muss man zur Laufzeit nicht mehr interpretieren, was zu einer schnelleren Ausführung führt. Zu guter Letzt plant man im Bereich der Hardware-APIs Erweiterungen - die Abbildung zeigt, welche Baustellen Bryan Costanich avisiert.

Lohnt es sich?

Außer Frage steht, dass Microsoft Abenteuer im Embedded Bereich wenig erfolgreich sind - die Abbildung zeigt mit dem Gadgeteer und dem hier nicht gezeigten Netduino, dass zwei „Karkassen“ mahnend am Weg liegen.

Der Fairness halber muss man anmerken, dass diese Probleme - im Allgemeinen - Fremdverschulden waren. Aus technischer Sicht funktionierten Microsoft‘s Systeme im Allgemeinen gut - der Gadgeteer war zu früh am Markt, der Netduino verendete aufgrund wirtschaftlicher Malversationen in einem von der Netduino-Foundation mitgetragenen Smartwatch-Projekt (siehe beispielsweise https://www.reddit.com/r/shittykickstarters/comments/e5u4bz/remember_the_agent_smartwatch_what_happened_to/). Der Autor dieser Zeilen nutzt den Meadow F7 seit einiger Zeit privat, und hatte mit dem Entwicklerteam schon mehrfach zu tun. Nach seiner - zugegebenermaßen eingeschränkten - Ansicht ist das Team um Bryan Costanich grundehrlich, und reagiert sehr schnell auf Fehlerberichte - wer viel .net-Code im Unternehmen hat und nicht unter extremen Zeitdruck steht, ist gut beraten, dem Produkt eine Chance zu geben.


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