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Forum: Platinen wg. Lötpaste


Autor: Alex (Gast)
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Hallo zusammen.
Bisher habe ich meine SMDs immer ganz fummelig und altbacken mit 0,5mm
Lötzinn gelötet. Das hat auch soweit problemlos funktioniert nun
überlege ich jedoch einmal Lötpaste auszuprobieren. Bisher hat mich in
erster Linie die begrenzte Haltbarkeit abgeschreckt. Da ich aber nun
wieder öfter zum Kolben greifen werde lohnt sich das denke ich.

Nun die Fragen:
1. Wie lange hält bei euch die Paste? Benutzt ihr überhaupt Paste ?
2. Wo liegen die Unterschiede bzw worauf soll man achten ?
   Das grosse 'C' hat verschiedene im Sortiment und mir scheint
   die 30gr Tube das beste Preis-Leistungsverhältnis zu haben.
   (30gr wird man schon 'verkleckert' bekommen ;-)
3. Conrad ist mal billiger (deutlich!) als Reichelt.
   Wieso ? 'C' ist doch sonst so eine Apotheke. Taugt die Paste nix
?
   Bei 'R' steht dabei, dass sie von Edsyn ist ...
   Auch die Nadeln kosten bei 'R' fast das Doppelte :-O
4. Andere preiswerte Bezugsadressen (für private) ?

Grüße,
Alex

Autor: Mario G. (Gast)
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schau mal bei ebay , da hab ich schon ein paar mal sehr günstig
"industrie" Paste gesehen ,ich kann allerdings nicht mit Erfahrung
dienen...

Autor: Tobias (Gast)
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Ebay-Artikel Nr. 140025824176

Ich glaube, da kann man nicht viel falsch machen. Werde mir das wohl
mal bestellen, habe mit Lötpaste nämlich absolut keine Erfahrungen
bisher.

Autor: Alex (Gast)
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Zu dem Preis kann man nun wirklich nichts falsch machen. Hab's mir auch
mal bestellt. Mir scheint jedoch, dass da keine Kanüle dabei ist (was ja
nicht so schlimm ist, dank eines Apothekers des eigenen Vertrauen ..)

Autor: Ludwig Wagner (lordludwig)
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also für 5€ + versand gekommst du die 25 fache menge!!!

Autor: Alex (Gast)
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1,90€ Paste + 2,40€ Versand = 4,30€
Das fand ich jetzt nicht grad teuer. Aber wenn es noch preiswerter geht
und die Ware ok ist wäre ich schon interessiert wo du das kaufst Ludwig.

Autor: Tobias (Gast)
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Würde ich auch gerne wissen, wo man 250g SMD Lötpaste für um die 10 Euro
bekommt.

Autor: Mario G. (Gast)
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wen ROHS nicht interessiert kanns ja mal im Baumarkt versuchen -
Stichpunkt Fittings-Lötpaste, dürfte mit Preis/Menge hinkommen  LOL

jetzt bin ich aber auch auf Ludwigs quelle gespannt :-)

Autor: Geniesser (Gast)
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Soweit ich das sehe in alle Lötpasten vom C bleihaltig, oder?

Autor: Tobias (Gast)
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Meine Paste kam heute. Toll, selbstgebastelter Umschlag aus einem
Kalenderblatt verschickt als Warensendung zu EUR 0,70 und berechnete
Versandkosten von EUR 2,40. Ohne Worte...

Autor: Tobias (Gast)
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Geil, habe gerade einen ATmega8 (TQFP) auf eine Adapterplatine gelötet.
Einfach ringsum eine Wurst Lötpaste auf die Pads legen, Bauteil drauf
setzen und Heißluftpistole drauf halten. Langsam erwärmen und wenn die
Paste dann trocken und bröckelig wird, mit der Pistole naher ran. Und
dann wird das Zinn auch schon sichtbar und es verlötet sich in
Sekunden. Hatte ein paar Brücken drin, die konnten aber schnell mit dem
Lötkolben entfernt werden.

Die Löstelle sieht hammermäßig aus, kein Vergleich wie mit Lötkolben
und Lötzinn.

Leider habe ich keine Digitakamera aber ich werde noch etwas mit der
Dosierung probieren. Auch hole ich mir später in der Apotheke eine
Kanüle mit größerem Querschnitt denn das Zeug ist ziemlich zäh und man
muß viel Gewalt auf die Spritze ausüben.

Übrigens stinkt das Zeug ziemlich übel, also Fenster auf!

Autor: Alex (Gast)
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Habe auch heute die Paste bekommen. Gleiche Verpackung. Aber was solls -
solange sie etwas taugt. Ist immerhin halb so teuer wie bei den anderen
Anbietern. Irgendwo muss ja gespart werden ...
Leider komme ich erst am Wochenende dazu sie zu testen. Ich muss mir
erst was schoenes ausdenken und dann mal wieder ein paar Pltinchen
machen. Wahrscheinlich werde ich auch kurz noch schreiben wie meine
Erfahrungen damit sind.
Hast du eine regelbare Heissluftpistole Tobias ? Auf wieviel Grad/
welcher Stufe und wie lange hast du den Mega8 angeblasen ?

Grüße,
Alex

Autor: Tobias (Gast)
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Also ich hab so ein Billigteil (EUR 12,00) aus dem Baumarkt mit zwei
Stufen (300°C und 500°C). Die zweite Stufe benutze ich nie, weil das
Gerät extrem heiß wird und kaum anzufassen ist.

Jedenfalls würde ich schätzen, dass ich den Bautstein max. 60 Sekunden
angeblasen habe. Erst aus etwas weiterer Entfernung, bis die Paste erst
sehr flüssig wurde und anschließend bröckelig. Dann bin ich ganz nah an
den Baustein gegangen, was ihn schließlich verlötet hat. Dieser Vorgang
hat etwa 5 Sekunden gedauert. Ich werde morgen nochmal experimentieren
und genauere Zeiten angeben.

Ist ne Prima Sache besonders bei hochpoligen ICs. Hier wäre es aber
schön, wenn man eine Maske hätte (halt so wie bei industrieller
Fertigung). Denn wenn die Paste wirklich nur auf den Pads aufgetragen
wird, entstehen keine Kurzschlüsse.

Übrigens bin ich gespannt, ob der ATmega8 die Tortur überstanden hat
:)

Kannst ja mal deine Erfahrungen berichten.

Autor: Ludwig Wagner (lordludwig)
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also 250g bekommste entweder hier dauerhaft in nem ebay-shop:
Ebay-Artikel Nr. 250023426897

oder hier billiger, aber is glaub ich nur einmalig drinn:
Ebay-Artikel Nr. 260031216444

Das is genau das gleiche was der typ in die spritzen füllt und damit
massig geld macht, indem er das als SMD-Paste verkauft!

Und RoHS sind beide Pasten nicht!

Autor: Alex (Gast)
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Woher weisst du, dass die graue Paste in der Spritze Fittinglot ist ?

Weil beide grau sind ? Oder kannst du das plausibel erklären ?
Wäre schon interessant. Dann nutze ich demnächst das Fittinglot nämlich
nicht nur, um damit meine Platinen zu verzinnen.

Autor: Tobias (Gast)
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Fittingslötpaste besteht aus der Legierung S-Sn97Cu3, diese ist völlig
ungeeignet zum Löten von Elektronikbauteilen. Alleine schon wegen des
hohen Cu-Anteils.

SMD-Lötpaste besteht z. B. aus Sn62Pb36Ag2, man beachte den Silber- und
Bleianteil! Wenn es dir gelingt, mit Fittingslötpaste ein TQFP
einzulöten, bekommst du von mir ne Kiste Bier!

Autor: Ludwig Wagner (lordludwig)
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Cool, da mach ich demnächst mal n video! wird der per post verschickt?
gg

Autor: Geniesser (Gast)
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>Fittingslötpaste besteht aus der Legierung S-Sn97Cu3, diese ist völlig
>ungeeignet zum Löten von Elektronikbauteilen. Alleine schon wegen des
>hohen Cu-Anteils.

Woher weißt du das? Wo steht das? Ist das deine persönliche Erfahrung
oder nur das Verkaufsargument für hochpreisige Spezialprodukte?

Dieser Hersteller wirbt mit 50 jähriger Erfahrung in Lotprodukten für
die Elektro- und Elektronikindustrie

http://www.elsold.de/bleifrei/index.htm

(Siehe PDF Produkt ESOLD TC30)

Nicht dass wir uns falsch verstehen, es gibt sicher mehr oder weniger
geeignete Lote in Abhängigkeit vom Verfahren, dem Prozessfenster usw.
aber hier geht es doch um "do it yourself" und nicht um indusrieelle
Massenproduktion.

Autor: Ludwig Wagner (lordludwig)
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sp, somit währe klar das es auch mit fittinglotpaste funktioniert!

wo is mein kasten bier? :D

Autor: Alex (Gast)
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Bleibt immer noch die Frage offen woher du weisst, dass das
Fittinglötpaste sein soll ? Ich unterstelle mal das ist eine wage
Vermutung.
Wie dem auch sei ...

Fällt keinem mehr was zu den Punkten 1 bis 4 aus dem ersten Posting ein
?? (die eigentlichen Fragen in diesem Thread)

Autor: Geniesser (Gast)
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@Alex

Am besten du sammelst selbst deine Erfahrungen. Es ist zwar generell
interessant zu lesen welche Erfahrungen andere so machen, aber oft sind
die Eindrücke sehr unterschiedlich und nur bedingt übertragbar (zu viele
Unbekannte).

So groß sind die Investitionen (und damit das Risiko) für ein kleines
Spritzchen oder auch für 50g Fittingspaste doch nicht.

Autor: buffy (Gast)
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Hallo,

schaue mal hier, das ist super Ware, ich hatte es vor kurzem auch
gekauft.

RoHs Lötpaste

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&ih=01...

Schöne Grüße Andreas

Autor: Alex (Gast)
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@ Geniesser:
Mir gehts doch garnicht um Geld. Das ist mein Hobby und das darf auch
was kosten. Wobei das hier echt Grössenordnungen sind, die nichtmal
erwähnenwert sind. Da stimme ich dir zu.

Wahrscheinlich hast du drüber weg gelesen - passiert ja schonmal: Oben
steht, dass ich bereits mit Fittingslotpaste arbeite (zum verzinnen).
Neben meinen Fragen aus dem ersten Posting interessiert mich dennoch
woher Ludwig weiss , dass es sich bei der Ebay-Paste um Fittinglot
handelt.

@ buffy:
Danke für den Link. Wäre nett, wenn du noch schreibst wie du die Paste
verarbeitet hast. (Sicher probiere ich auch selber herum. Aber man kann
ja auch von den Erfahrungen anderer lernen.)

Autor: Geniesser (Gast)
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@Alex
hast recht, habe ich überlesen :) Wenn in der Auktion delailliert der
Inhalt angegeben ist (Zusammensetzung der Paste), dann sollte das auch
stimmen. Da würde ich schon drauf vertrauen, denn alles andere wäre
Betrug und ließe sich mit geeigneten Methoden schnell rausfinden (kein
seriöser Verkäufer hat Interesse an Ärger mit Kunden). Auf der anderen
Seite gibt es Schnäppchen immer nur mit einem gewissen Restrisiko
(meine Erfahrungen diesbezüglich sind jedoch durchweg gut -
vorausgesetzt ein gewisses Gespür für faule Äpfel).

Autor: Alex (Gast)
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Zugegeben:
Als ich die Spritze mit der grauen Masse zum ersten Mal in der Hand
hielt dachte ich schon: 'Suuuper - der Kerl hat dich verarscht ....'

Den ersten Test konnte ich demnach kaum erwarten (und Tobias hatte ja
schon seine erste Erfahrung mit dem Mega8 gepostet).
Ergo: schnell 'ne Lochstreifenplatine gegriffen, 0805er LED zwischen
die Bahnen, 0805er R zwischen die nächsten Streifen, schön warm
angeblasen und mal geguckt wie das Zeug sich so verhält.
Ich war ebenfalls positiv überrascht. Zu einem vernünftigen Test hat es
bisher leider noch nicht gereicht. Jedenfalls hat dieser erste Minitest
mir ausgereicht entsprechende Schlüsse zu ziehen.

Klar ein Restrisiko bleibt immer. Was den Preis angeht habe ich meine
eigene Theorie: Die Paste ist ...
... nicht RoHS konform - und da fahren im Moment ja alle total darauf
ab. d.h. die Nachfrage nach der alten Paste sinkt. Problem: Die
begrenzte Haltbarkeit. Bevor nun Kiloweise die alte Paste als
Sondermüll entsorgt werden muss, verkauft man sie noch eben zu einem
Preis wo die Leute nicht wiederstehen können.

Grüße,
Alex

Autor: Geniesser (Gast)
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ROHS Konformität ist für private Basteleien irrelevant. Schafft im
übrigen auch mehr Probleme als es löst, sieht man ja an der
Ausgestaltung der Gesetzgebung des ElektroG (ist eine einzige
Unternehmensgründungsverhinderungsmaßnahme mit massig ungeklärten
Rechtsfragen und breitem Interpretationsspielraum für Abmahner und
Gerichte). Schöne Lötstellen mit bleifreiem Zinn muss man auch erstmal
hinbekommen - zumindest deutlich schwieriger als mit Pb - und teurer,
deswegen nimmt Bastler einfach das altbewährte Verbleite. Und falls es
dann doch mal für ein Platinchen ROHS-Konform sein muss, auch kein
Problem - ein bißchen experimentieren mit den verschiedenen Loten macht
in Grenzen schliesslich auch Spass. Einen Vorteil hat ROHS aber auch,
man kommt so schön an preiswerte Bauteile ran ;). Und wenn man bedenkt,
wie lange der "Bastelfan an sich" seine Schätze hütet, dann wird noch
lange Verbleites in Schaltungen verbaut werden. Und dann sind da ja
auch noch die zahlreichen Ausnahmen von der Richtlinie ..

Autor: Tobias (Gast)
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> Ich war ebenfalls positiv überrascht. Zu einem vernünftigen
> Test hat es bisher leider noch nicht gereicht. Jedenfalls
> hat dieser erste Minitest mir ausgereicht entsprechende
> Schlüsse zu ziehen.

Ich hoffe, dass heute meine FT232RL kommen denn dann muß die Paste
erstmals richtig zeigen, was sie drauf hat. Denn gerade für solche
engen Pinabstände erhoffe ich mir problemloseres Löten. Ich halte dich
(euch) auf dem Laufenden.

Autor: Tobias (Gast)
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Ich bins nochmal. Die Sache mit der Fittingslötpaste hat mir keine Ruhe
gelassen :)

Ich mal mit dem Zeug ein SO20 auf eine Testplatine gelötet. Es geht
prinzipiell, allerdings stellt sich bei Fittingslötpaste nicht so schön
der Farbumschlag von Grau nach Silber ein, was ein Abschätzen der
Temperatur sehr schwer macht. In meinem Fall hatte das zur Folge, dass
eine Hälfte des Gehäuses sehr schön verlötet wurde, bei der anderen
Hälfte aber das FR4 anfing zu qualmen. Fittingslötpaste hat auch einen
um 50°C höheren Schmelzpunkt. Auch ist mir aufgefallen, dass diese
Paste winzige Zinnkügelchen hinterlässt, die zwischen den Pins für
Kurzschlüsse sorgen könnten.

Fazit: SMD-Lötpaste geht schneller, benötigt geringere Temperatur und
ist somit schonender für das Bauteil und die Zinnkügelchen gibt es
dabei gar nicht. Allerdings könnte man bei besserer
Temperatureinstellung die Fittingslötpaste sicher sinnvoll einsetzen.

Autor: Dieter Werner (Gast)
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Das grösste Manko der Fittingslötpaste ist ein extrem aggresives
Flussmittel. Wer schon mal nach einiger Zeit Lötstellen an Cu Rohren
angeschaut hat wird sich vielleicht über den grünen "Blumenkohl"
neben der Lötung gewundert haben. Das ist CuCl, es entsteht durch das
"Ätz(Fluss)mittel" Zinkchlorid (ZnCl) in der Paste, steht oft auch
auf dem Etikett.

Zum Verzinnen kann man die Fittingspaste verweden, wenn anschließend
sehr gut mit Wasser und am besten einer Bürste gesäubert wird. Unter
dem SMD-Bauteil ist aber nix mit Putzen, da fängt das Kupfer von
Leiterbahnen und ICs nach kurzer Zeit an zu korrodieren.

Autor: Mr. Bop (Gast)
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Hi,

ich verfolge hier die Diskussion zum Thema Lötpaste und bin sehr
angetan von der Idee.

Habe heute drei AVR-32 in TQFP verlötet. Das schlimmste kommt jetzt:
Mit ROHS-Lötzinn und Ersa-Lötstation.

Das Zeug ist bei SMD eine echte Krankheit. Habe zwar eine hübsche
Platine mit Lötstopplack, das hilft da aber wenig, würde daher jetzt
irgendwann mal das smd-Paste-zeug ausprobieren.

Nun zu meiner Frage:
Wie sieht es eigentlich aus, wenn man mehrere SMD-Teile nebeneinander
hat und mit einer Baumarkt Heißluftpistole arbeitet? Verkokelt man dann
nicht benachbarten schon fertigen Teile? hat jemand von euch schonmal
Erfahrungen mit Heißluftpistole und mehreren Bauteilen nebeneinander
gemacht?

P.S. Weiss jemand wie genau man mit ROHS-Zinn lötet? (Ich habe das
Kuper/Silberhaltige). Ich muß meine Lötstation auf 400°C aufdrehen um
das Zeug zum schmelzen zu bringen. Bearbeite ich kleine Lötpads, ist es
zu heiß und hinterläßt ranzige Klumpen. Dann gehe ich auf 380°C runter,
dann geht es wieder. Packe ich aber zu schnell Zinn drauf, oder ist das
Lötauge zu größ, so zieht es dem Lötkolben Temperatur weg und Zinn,
Bauteil sowie Lötkolben hängen an der Lötstelle fest. Mich bringt
dieses Lötzinn echt zum Verzweifeln. Bei welcher Temperatur kann ich
denn optimal arbeiten? Ober benötige ich jetzt eine dieser
High-Tech-Lötstationen, die einen Temperaursensor an der Lötspitze
sowie einen Regler haben!?

Es ist doch immer so mit dem Umweltschutz. Das ist doch alles
Pussizeug. Ich meine: Habt ihr mal die Ökolacke aus dem Baumarkt
ausprobiert? Die halten nirgendwo, sind nicht kratzfest und lassen sich
nach einer Woche mit dem Daumen wie Honig wegziehen. Und jetzt dieses
Lötzinn. Es klumpt, oder schmilzt nicht. Ein wirklich schönes Material,
riecht nach Lakritze (Flussmittel), danach nach geschmolzenen
PE-Flaschen und der Sämige Kopf wie nach dem Bleilöten ist auch weg.
Aber das Zeug lässt sich einach nicht verarbeiten!

Autor: Sebastian__ (Gast)
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Hallo,
meine erfahrungen zu bleifereiem Lot:
Wir haben viel rumprobiert und sind relativ zufrieden mit dem EDSYN
L-Sn95,5AgCU0,7
Das ist 0,8mm Lot, das Löte ich fast immer mit 430°C, wenn man etwas
langsamer mit löten ist, sollte man auf 380°C gehen.
Ich bekomme mit dem Lot Löstellen hin die fast so gut ausshen wie mit
dem verbleitem Lot. Also die Lötstellen glänzen sogar.
Für SMD nehen wir L-SN96.5AG3.5 - das ist 0.5mm Lot.
Ist zum SMD Löten ganz brauchbar aber irgenwie nicht so perfekt.
Temperatur so 380 - 400°C. Aber es geht - Lötstellen sehen
weitestgehend matt aus. Damit Löte ich weitestgehend 0805 und 0603 SMD
für Muster.
RoHs Lötpaste sind wir auch noch am suchen.
Was sehr gut funktioniert ist EDSYN Sn62PbAG2 mit F-SW32. Tolle Paste
leider mit Blei. Damit ist es auch kein Problem SSOP oder LQFP zu
löten. Einfach auftragen und mit dem Fön drauf. Ich habe für
Reparaturen mit der Methode ca. 20 TQFP64 pro stunde aufgelötet.

MfG
Sebastian

Autor: Tobias (Gast)
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Hab jetzt auch noch etwas rumprobiert und bin zu em Ergebnis gekommen,
dass Lötpaste ohne Schablone blöd ist. Zumindest das Zeug, dass ich bei
eBay gekauft habe, lässt sich überhaupt nicht auftragen. Es ist
mitlerweile einfach nur bröckelig und im Grunde genommen kann ich das
in die Tonne treten.

Ich hatte es im Kühlschrank gelagert aber selbst wenn man es mehrere
Stunden Zimmertemperatur uassetzt, bleibt es bröckelig. Sehr seltsam
alles.

Bin ich froh, dass ich bei Reichelt keine 13 Euro dafür ausgegeben
habe.

Autor: Tobias (Gast)
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Hab jetzt auch noch etwas rumprobiert und bin zu em Ergebnis gekommen,
dass Lötpaste ohne Schablone blöd ist. Zumindest das Zeug, dass ich bei
eBay gekauft habe, lässt sich überhaupt nicht auftragen. Es ist
mitlerweile einfach nur bröckelig und im Grunde genommen kann ich das
in die Tonne treten.

Ich hatte es im Kühlschrank gelagert aber selbst wenn man es mehrere
Stunden Zimmertemperatur aussetzt, bleibt es bröckelig. Sehr seltsam
alles.

Bin ich froh, dass ich bei Reichelt keine 13 Euro dafür ausgegeben
habe.

Autor: Sebastian__ (Gast)
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Wir haben die Reichelt Paste, und die ist nach einem halben Jahr immer
noch so gelartig/dickflüssig.
Und verarbeitet sich super. Leider nicht bleifrei. Wir haben auch noch
keine Maske machen lassen, bis jetzt ging es immer problemlos so.

Sebastian

Autor: Tobias (Gast)
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Lagert ihr die Paste auch im Kühlschrank?

Tobias

Autor: Sebastian__ (Gast)
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nein, die Paste hatte ich hier einfach im Schrank gelagert, da ich die
Paste eher selten brauche.
Eigentich sollte das damal nur ein versuch ein als wir die Bestellt
haben, aber man braucht so wenig von dem zeug und ich habe es nur für
die LQFP,TQPF und SSOP ICs benutzt. Bzw. da auch nur für Prototypen und
Reparaturen. Ich habe nur darauf geachtet das die Spritze wirklich
sauber war und ordentlich verschlossen wurde. Bei der Reichelt Paste
ist da so ein Verschluss bei.

Sebastian

Autor: Mr. Bop (Gast)
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Hi,

ich habe das Lötzinn von Reichelt. Es ist Edsyn Sn95,5Ag,Cu0.7.
"Normale" Bauteile, wie Spannungsregler in To220, Kondensatoren und
Widerstände löten sich nach etwas Eingewöhnung prima.

Habe folgende Technik mit 0,5mm Zinndraht herausgefunden, die gut
funktioniert:
1. Lötzinn zwischen Bauteildraht und Lötauge halten.
2. Lötkolbenspitze von der Seite kurz auf das Lötzinn zuführen und
sofort das Lötzinn wegnehmen. Dann fließt das Lötzinn auf Bauteil und
Lötauge.


Halte ich erst den Lötkolben an beide Teile, neigt das zugeführte Zinn
dazu die Lötspitze hochzuklettern. Dann kann ich die Lötspitze komplett
reinigen (Schwamm) und nochmal versuchen. Ich habe den Eindruck, das das
Flussmittel maximal 3 Sekunden wirksam ist. Danach verklumpt mir das
Gebilde. Schnelles Arbeiten bei höheren Prozesstemperaturen führt bei
mir aber zu sehr guten Ergebnissen. Außerdem mag ich den silbrigen
Glanz der Lötstellen. Man sieht schon einen deutlichen Unterschied
zwischen flüssigem und erkaltetem Zinn. Die kalte Lötstelle glänzt
nicht und wirkt eher matt. Dazu kommt das leichte "Grau" des Silbers
hervor.

Ich habe noch einen weiteren Vorteil des ROHS-Zinns herausgefunden: Das
Zinn ist nach Erkalten härter als Bleihaltiges, dabei aber nicht spröde.
Ein Nachträglichses Bearbeiten der Drahtenden mit Seitenschneider führte
daher noch in keinem Fall zu kalten Lötstellen (Ich weiss, man soll es
trotzdem nicht machen, Drähte vorher abschneiden)

Ein weiterer Vorteil ist die hohe Schmelztemperatur, wenn man
Elektronik fürs Auto bastelt. Habe oft genug erlebt, dass sich einzelne
Bauteile bei sommerlichen Auto-Innentemperaturen selbst ausgelötet
haben. Das könnte ein Pluspunkt für ROHS sein.

Eine weitere Frage an das Forum:
Kann man statt der Lötpaste nicht alle SMD-Pads vorverzinnen und danach
das Lötzinn und Bauteil mit dem Fön bearbeiten? Oder ist die
Schmelztemperatur zu hoch? Hat da jemand Erfahrungen gemacht?

Mir ist insgesamt aber eines klargeworden. Mit dem ROHS-Zinn (das ich
habe) gehe ich höchtes noch an SO28 drann. TQFP's lasse ich damit
lieber in Ruhe. Habe mir soviele "Kurze" reingelötet, das die
Korrektur mehr Arbeit in Anspruch nimmt, als das Festlöten selbst.
Wieviel Arbeit das bei 44 Pads Pro Bauteil ist, brauche ich hier wohl
kaum zu erwähnen. Und das trotz Maske. Das SnAgCu neigt dazu trotz
Maske "Brücken" zu schlagen sobald das Flussmittel verbraucht ist.

Insgesamt muß ich aber sagen, das die Produkte von Edsyn doch eine
recht gute Wahl im Vergleich zu anderen Herstellern ist. Hatte schon
"Billigbleilot", das sich schlechter löten ließ.

Autor: Thorsten (Gast)
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> Habe oft genug erlebt, dass sich einzelne Bauteile bei
> sommerlichen Auto-Innentemperaturen selbst ausgelötet
> haben.

Du willst doch nicht sagen, dass im Sommer im Auto Temperaturen von
über 200°C herrschen.

Autor: Alex (Gast)
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@Tobias:
Meine Paste war anfangs ETWAS bröckelig. Ich dachte das wär normal so.
Habe ja noch nie mit so etwas gearbeitet. Nach weiteren Tests wurde die
Paste dann zunehmend immer geschmeidiger. Kann es sein, dass bei dir
lediglich die Paste in der Kanüle bzw vorne an der Spritze etwas
eingetrocknet ist ? Drück doch mal ordentlich was heraus.
Vom löten her bin ich immer noch begeistert. Selbst 'normale'
bauelemente löte ich inzwischen mit Paste. Mit einer regelbaren
Heissluftpistole auf 220°C, mittlerer Luftzufuhr (sonst geht das Lot
fliegen :-) und einer Reduzierdüse.

Wie auch immer. Wenn ich das hier so lese, werde ich wohl die
Edsyn-Paste auch mal testen. Da scheinen ja schon ein paar leichte
Qualitätunterschiede zu existieren.

Grüße,
Alex

Autor: Mr. Bop (Gast)
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Hi Thorsten,

sicherlich nicht im kompletten Fahrzeug und wohl auch keine 200°. Habe 
aber oft genbug erlebt, dass Lötzinn weich genug geworden ist um kalte 
Lötszellen zu erzeugen. Die Vibration des Fahrzeugs rüttelt dann 
einzelne Baueile frei. Das kann wirklich vorkommen. Hinzu kommt die 
Temperaturentwicklung einzelner Bauteile. Ich hatte mal ein Thermometer 
im Armaturenbrett im Wagen meines Vaters installiert. Der Wagen wude im 
Hochsommer auf einem Parkplatz abgestellt. Als wir etwa vier Stunden 
später wiederkamen war das komplette LCD schwarz und das Teil war 
defekt. Ein Blick auf die Platine offenbarte schrekliches: Das 
Kunststoffgehäuse war angeschmolzen, die Lötaugen sahen grauenhaft aus 
(Matt mit vielen kleinen Mulden, als hätte man die gekocht).

Sicherlich ist dies davon abhängig wo man das Teil im Wagen einbaut.

Aber dazu noch was anderes: Bis auf die Boardelektronik unter der Haube 
wird im Auto alles mit Kabelschuhen gesteckt und gecrimpt. Das ist in 
einer VDI-Norm festgehalten. Kabelverbindungen zu Schaltern, etc. dürfen 
nicht gelötet werden. Genau darum. Die Verbindungen müssen Formschlüssig 
ohne Lot gesetzt werden. Schau mal unter die Motorhaube und du wirst 
nicht ein einziges Verbindungskabel finden, das gelötet wurde (Abgesehen 
von den Controllern für Einspritzung und Airbag).
(Macht alleine deswegen schon Sinn, weil da bis zu 60A durchgehen)

Elektronik im KFZ-Bereich ist auf jeden Fall eine Sache für sich.

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