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Forum: Offtopic Echte Programmierer meiden Pascal


Autor: HariboHunter (Gast)
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Aufgrund der Diskussion über Java in einem anderen Thread, habe ich hier
einen, zugegeben etwas veralteten, aber lustigen Text über
>>echte<< Programmierer rausgekramt.
Keine Ahnung wo der ursprünglich herkommt. aber Lesen lohnt sich.
Viel Spaß.

Echte Programmierer meiden Pascal
Teil I.
Vor langer Zeit, in der goldenen Ära der Computer, war es noch leicht,
die Männer von den Memmen zu trennen (mitunter auch "echte Männer"
und "Müslifresser" genannt). Echte Männer programmierten Computer,
und Müslifresser ließen es bleiben. Ein richtiger Programmierer sagte
Dinge wie "DO 10 I=1,10" und "ABEND", und der Rest der Welt
quengelte "Computer sind mir zu kompliziert" oder "Ich kann zu
Computern keine gefühlsmäßige Beziehung aufbauen - Sie sind mir zu
unpersönlich". Dabei zeigte schon Remy Eyssens Buch "Echte Männer
mögen kein Müsli" (Heyne TB 6290), dass echte Männer zu nichts und
niemandem eine gefühlsmäßige Bindung aufbauen und dass sie auch keine
Angst haben, unpersönlich zu sein. Aber die Zeiten ändern sich. Heute
sehen wir eine Welt, in der kleine ältere Damen einen computerisierten
Mikrowellenherd kaufen können, zwölfjährige Dreikäsehochs einen
richtigen Mann bei Asteroids oder PacMan spielend in die Tasche
stecken, und jedermann seinen höchstpersönlichen Personal Computer
kaufen und sogar verstehen kann. Der richtige Programmierer droht von
Studenten mit TRASH-80ern deklassiert zu werden!

Es gibt jedoch einige Unterschiede zwischen dem typischen Pac Man
spielenden Gymnasiasten und einem richtigem Programmierer. Diese
Unterschiede zu begreifen könnte den Heranwachsenden eine Perspektive
geben - ein Ziel, nach dem sie streben können - eine Vaterfigur.
Außerdem schützt es richtige Programmierer vor der Arbeitslosigkeit.
Der einfachste Weg, um zu bestimmen, wer die richtigen Programmierer
sind, geht über die Programmiersprache, die sie verwenden. Richtige
Programmierer verwenden FORTRAN. Müslifresser verwenden Pascal. Niklaus
Wirth, der Erfinder von Pascal, wurde einmal gefragt: "Wie sprechen Sie
Ihren Namen aus?" "You can either call me by name, pronouncing it
'Veert', or call me by value, 'Worth'", sagte er. Man kann aus
dieser Antwort unmittelbar ersehen, dass Niklaus Wirth ein Müslifresser
ist. Die einzige Form der Wertübergabe, die ein richtiger Programmierer
gutheißt, ist call-by-value-return, wie es in den IBM/370-FORTRAN-G-
und -H- Compilern implementiert ist. Richtige Programmierer haben keine
abstrakten Konzepte nötig, um ihre Arbeit zu erledigen; sie sind
vollkommen glücklich mit einer Lochkartenstanze, einem
FORTRAN-IV-Compiler und einem Bier. Richtige Programmierer
programmieren Listenverwaltung, Stringmanipulation, Buchführung (falls
sie es überhaupt machen) und Künstliche Intelligenz in FORTRAN.

Wenn du es nicht in FORTRAN machen kannst, mach es in Assembler. Wenn
du es nicht in Assembler machen kannst, lass es ganz bleiben.

Akademische Informatiker sind in den letzten Jahren zunehmend dem
strukturierten Programmieren verfallen. Sie sagen, dass Programme viel
einfacher zu verstehen sind, wenn man spezielle Techniken und
Sprachkonstruktionen benutzt. Welche Konstruktionen genau, darüber sind
sie sich nicht ganz einig, und die Beispiele, die sie bringen, um ihre
Ansichten zu belegen, passen immer auf jeweils eine Seite irgendeiner
obskuren Zeitschrift. Als ich mit der Schule fertig war, dachte ich,
dass ich der beste Programmierer der Welt bin. Ich konnte ein
unschlagbares Tic-Tac-Toe-Programm schreiben, fünf verschiedene
Programmiersprachen verwenden und 1000 Zeilen lange Programme abfassen,
die funktionierten. Dann geriet ich ins richtige Leben hinaus. Meine
erste Aufgabe war, ein 200000 Zeilen langes FORTRAN-Programm zu lesen
und zu verstehen, um es anschließend um einen Faktor zwei zu
beschleunigen. Jeder richtige Programmierer wird dir sagen, dass kein
strukturierter Code der Welt dir helfen kann, ein Problem wie das zu
lösen - dazu braucht man wirkliches Talent.

Einige Betrachtungen zum Thema "Echte Programmierer und strukturierte
Programmierung":
Richtige Programmierer haben keine Angst, GOTOs zu verwenden;
Richtige Programmierer können fünf Seiten lange DO-Schleifen schreiben,
ohne nervös zu werden;
Richtige Programmierer lieben das arithmetische IF-Statement (das mit
den drei Ausgängen), weil es den Code interessanter macht;
Richtige Programmierer schreiben selbstmodifizierenden Code, speziell
wenn sich dadurch 20 Nanosekunden im Inneren einer engen Schleife
einsparen lassen;
Richtige Programmierer brauchen keine Kommentierungen; der Code spricht
für sich;
dass es in FORTRAN keine strukturierten IF-, REPEAT...UNTIL- oder CASE-
Statements gibt, braucht einen richtigen Programmierer nicht zu sorgen.
Nebenbei, man kann sie nötigenfalls durch zugewiesene GOTOs simulieren.

"Datenstrukturen" gehen seit kurzer Zeit auch durch die Presse.
Abstrakte Datentypen, Strukturen, Pointer, Listen und Strings sind in
bestimmten Kreisen populär geworden. Wirth der Müslifresser, hat ein
ganzes Buch geschrieben ("Algorithms + Data Structures = Programs",
Prentice Hall, 1976), das behauptet, man könne Programme basierend auf
"Datenstrukturen" schreiben, anstatt den umgekehrten Wege zu
benutzen. Wie jeder richtige Programmierer weiß, ist der einzige
nützliche Datentyp das Array. Strings, Listen, Strukturen und Mengen
sind alles spezielle Fälle von Arrays und können als solche behandelt
werden, ohne einem die Programmiersprache zu verkomplizieren.

Das Schrecklichste an den wunderlichen Datentypen ist, dass man sie
deklarieren muss; richtige Programmiersprachen legen den Typ - wie wir
alle wissen - anhand des ersten Buchstabens eines maximal sechs Zeichen
langen Bezeichners implizit fest.

Was für eine Art von Betriebssystem verwendet ein richtiger
Programmierer?
CP/M? Gott behüte. Im Grunde ist das ein Spielzeug-Betriebssystem. Auch
kleine ältere Damen und Oberschüler können CP/M benutzen und verstehen.
Unix ist selbstverständlich ein wenig komplizierter - der typische
Unix-Hacker weiß nie, wie der PRINT-Befehl diese Woche heißt -, aber
wenn's um die Wurst geht, ist Unix ein herrliches Videospiel. Die
Leute machen nichts Seriöses auf Unix-Systemen; sie schicken Scherzchen
via USENET um die Erde oder schreiben Adventure-Games und
Forschungsberichte.

Nein, der richtige Programmierer verwendet OS/370. Ein guter
Programmierer kann die Beschreibung eines IJK305I-error, der gerade
aufgetreten ist, in seinem JCL-Handbuch suchen und verstehen. Der
großartige Programmierer kann JCL schreiben, ohne einen Blick ins
Handbuch zu werfen. Ein wirklich außergewöhnlicher Programmierer kann
Bugs finden, die in sechs Megabyte Core Dump vergraben sind, ohne auch
nur einen Hex-Taschenrechner zu benutzen.

OS/370 ist ein wahrhaft bemerkenswertes Betriebssystem. Es ermöglicht
die Vernichtung der Arbeit von einigen Tagen durch einen einzigen
falsch gesetzten Blank, also ist es beim Programmieren angesagt,
aufgeweckt zu sein. Die beste Art, an das System heranzugehen, ist über
eine Lochkartenstanze. Einige Leute behaupten, es gäbe ein
Time-Sharing-System, das auf OS/370 läuft, aber nach sorgfältigem
Studium bin ich zu der Ansicht gelangt, dass sie Unrecht haben.

Was für Tools benutzt der richtige Programmierer?
Theoretisch kann ein richtiger Programmierer seine Programme zum Laufen
bringen, indem er sie direkt über die Schalttafel in den Computer
eingibt. In den frühen Tagen, als die Computer noch Schalttafeln
hatten, wurde das gelegentlich so gemacht. Der typische richtige
Programmierer hat den gesamten Bootstrap Loader in Hex im Gedächtnis
und gibt ihn neu ein, wenn er von seinem Programm zerstört worden ist.
In dieser Zeit war Speicher noch Speicher - er verschwand nicht, wenn
der Strom weg war. Heutzutage vergisst der Speicher Dinge, auch wenn du
es nicht willst, oder er behält Dinge, die er längst hätte vergessen
sollen.

Die Legende sagt, dass Seymour Cray, der Erfinder des
Cray-I-Supercomputers und der meisten Control-Data-Computer, das erste
Betriebssystem für den CDC 7600 aus dem Gedächtnis über die Schalttafel
eingab, als sie zum ersten Mal hochgefahren wurde. Cray ist
selbstverständlich ein richtiger Programmierer.

Einer meiner Lieblings-richtige-Programmierer war Systemprogrammierer
bei Texas Instruments. Eines Tages erreichte ihn ein Ferngespräch von
einem User, dessen System mitten in einer wichtigen Arbeit
zusammengebrochen war. Jim behob den Schaden, indem er den User dazu
brachte, Disk-I/O-Instruktionen über die Schalttafel einzugeben, nach
seinen Anweisungen System Tables in Hex zu reparieren und
Registerinhalte auszulesen. Die Moral dieser Geschichte: Obwohl ein
richtiger Programmierer nützlicherweise eine Lochkartenstanze und einen
Printer zu seinem Werkzeug zählt, kann er im Notfall mit einer
Schalttafel und einem Telefon auskommen.

In einigen Firmen besteht das Edieren von Programmtext nicht länger
darin, dass zehn Ingenieure Schlange stehen, um eine
029-Lochkartenstanze zu benutzen. Tatsächlich ist es so, dass in dem
Gebäude, in dem ich arbeite, keine einzige Lochkartenstanze steht. Der
richtige Programmierer hat in dieser Situation seine Arbeit mit einem
Text-Editor-Programm zu machen. Die meisten Systeme sind mit mehreren
Editoren ausgestattet, aus denen man wählen kann, und der richtige
Programmierer muss achtgeben, dass er sich den aussucht, der seinem
persönlichen Stil entspricht. Viele Leute glauben, dass die besten
Editoren der Welt im Palo Alto Research Center, zur Verwendung auf
Altos- und Dorado-Computern geschrieben werden. Unglücklicherweise wird
kein richtiger Programmierer jemals einen Computer mit einem
Betriebssystem benutzen, das SmallTalk heißt, und er wird dem Computer
bestimmt keine Mitteilungen mit einer Maus machen.

Einige der Konzepte dieser Xerox-Editoren sind in Editoren aufgenommen
worden, die auf Betriebssystemen mit etwas vernünftigeren Bezeichnungen
wie EMACS oder VI laufen. Das Problem mit diesen Editoren ist, dass
richtige Programmierer meinen, "what you see is what you get" sei ein
schlechtes Konzept für Text-Editoren. Der richtige Programmierer will
einen "you asked for it, you got it"-Editor; einen, der kompliziert,
kryptisch, mächtig, unnachsichtig und gefährlich ist. TECO, um genau zu
sein.

Man hat festgestellt, dass eine TECO-Kommandofolge eher an Zeichensalat
durch Übertragungsrauschen erinnert als an lesbaren Text. Eines der
unterhaltsamsten Spiele mit TECO besteht darin, dass man seinen Namen
als Kommandozeile eintippt und Vermutungen darüber anstellt, was
dadurch passiert. So gut wie jeder mögliche Tippfehler bei der
Kommunikation mit TECO wird dein Programm zerstören, oder schlimmer
noch, subtile und mysteriöse Bugs in Subroutinen schleusen, die einst
funktioniert haben.

Aus diesem Grund widerstrebt es richtigen Programmierern, ein Programm
zu edieren, das kurz davor steht zu funktionieren. Sie finden es viel
einfacher, den binären Objektcode zu patchen, indem sie ein wunderbares
Programm benutzen, das SUPERZAP (oder das entsprechende Äquivalent auf
Nicht-IBM-Maschinen) heißt. Das funktioniert so gut, dass viele
Programme, die auf IBM-Systemen laufen, keinerlei Verwandtschaft mehr
mit dem Original-FORTRAN-Code haben. In einer Anzahl von Fällen ist der
Source-Code nicht länger verfügbar. Wenn es an der Zeit ist, ein solches
Programm zu fixen, wird kein Manager jemand Geringeren als einen
richtigen Programmierer mit dem Job betrauen - kein müslifressender,
strukturierter Programmierer würde wissen, wo anzufangen wäre. Das
nennt man Arbeitsplatzsicherung.

Einige Programmier-Tools, die nicht von richtigen Programmierern
benutzt werden:
FORTRAN-Präprozessoren wie MORTRAN und RATFOR. Derartige
Programmierrezepte sind gut zum Müslimachen.
Source Language Debugger. Richtige Programmierer können Core Dumps
lesen.
Compiler mit Array Bound Checking. Sie ersticken die Kreativität,
vernichten die meisten interessanten Verwendungsweisen für EQUIVALENCE
und machen es unmöglich, den Betriebssystemcode mit negativen
Vorzeichen zu modifizieren. Das Schlimmste: Bounds Checking ist
ineffizient.
Source-Code-Pflegesysteme. Ein richtiger Programmierer hält seinen Code
in einem Karteikasten verschlossen, denn er geht davon aus, daß der
Eigentümer seine wichtigen Programme nicht unbewacht zurücklassen kann.

Autor: HariboHunter (Gast)
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Teil II.
Wo arbeitet der typische richtige Programmierer?
Was für eine Art von Programmen sind solcher talentierter Individuen
würdig? Man kann sicher sein, dass sich kein richtiger Programmierer
totschreibt an einem Programm für Kontoaußenstände in COBOL oder an
einem Maillist-Sortierprogramm für das "People"-Magazin. Ein
richtiger Programmierer braucht Arbeiten von erschütternder
Wichtigkeit.

Richtige Programmierer arbeiten für das Los Alamos National Laboratory
und schreiben Atombomben-Simulationen, die auf Cray-I-Supercomputern
laufen. Sie arbeiten auch für die National Security Agency und
decodieren russische Funksprüche.

Es war eine großartige Belohnung für die Anstrengungen tausender
richtiger Programmierer bei der NASA, dass unsere Jungs vor den
Kosmonauten auf den Mond und wieder zurück gekommen sind. Die Computer
im Space Shuttle sind von richtigen Programmierern programmiert, und
diese wahren Profis sind auch bei Boeing an der Arbeit, um
Steuerungssysteme für Cruise Missiles zu entwerfen.

Einige der ehrfurchtsgebietendsten richtigen Programmierer arbeiten im
Jet Propulsion Laboratory in Kalifornien. Viele von ihnen kennen das
gesamte Betriebssystem der Pioneer- und Voyager-Sonden wie ihre
Westentasche. Mit einer Kombination von großen, in der Bodenstation
verfügbaren FORTRAN-Programmen und kleinen, in den Rechnern der Sonden
untergebrachten Assembler-Programmen können sie unglaubliche
Kunststücke an Navigation und Improvisation vollbringen - wie etwa nach
sechs Jahren im All zehn Kilometer große "Fenster" am Saturn zu
treffen, oder beschädigte Sensor-Plattformen, Funkgeräte oder Batterien
zu reparieren oder zu überbrücken. Einer der richtigen Programmierer
brachte es fertig, ein Bildverarbeitungsprogramm in einige hundert
Bytes unbenutzten Speichers in einer der Voyager-Sonden zu quetschen,
das anschließend einen neuen Jupitermond suchte, lokalisierte und
fotografierte.

Ein Plan für die Galilei-Sonde geht dahin, auf dem Weg zum Jupiter eine
Gravitations-Ablenkung hinter dem Mars zu benutzen. Diese Route
verläuft, +/- 3 Kilometer, 80 Kilometer über der Marsoberfläche. Kein
Mensch wird sich für diese Art von Navigation einem Pascal-Programm
oder -Programmierer anvertrauen. Viele der richtigen Programmierer
arbeiten für das U. S. Government, vor allem für das
Verteidigungsministerium. Das ist so, wie es sein soll. Vor kurzem hat
sich eine schwarze Wolke am Horizont der richtigen Programmierer
zusammengeballt. Es scheint, dass ein paar höhergestellte Müslifresser
im Verteidigungsministerium entschieden haben, dass alle
Verteidigungsprogramme in einer großen vereinheitlichten Sprache namens
Ada geschrieben werden sollen. Für eine Weile schien es, als ob Ada
ausersehen worden wäre, sämtliche Regeln des richtigen Programmierens
nichtig zu machen. Es ist eine Sprache mit Struktur, Datentypen,
Großschreibung und Semikolons.

Kurz gesagt, wie geschaffen, um die Kreativität des typischen richtigen
Programmierers zu verkrüppeln. Glücklicherweise hat die Sprache, derer
sich das Department of Defense angenommen hat, genügend interessante
Features, um sie annehmbar zu machen - sie ist unglaublich komplex,
beinhaltet Methoden, um Schweinereien mit dem Betriebssystem
anzustellen und Speicher nachträglich einzurichten, und Edgar Dijkstra
mag sie nicht. Dijkstra, wie man wissen muss, verfasste "GOTOs
Considered Harmful", ein Meilenstein der Programmiermethoden, auf die
Pascal-Programmierer und Müslifresser abfahren. Nebenbei, ein richtiger
Programmierer kann FORTRAN-Programme in jeder Sprache schreiben.

Der richtige Programmierer kann einen Kompromiss mit seinen Prinzipien
eingehen und an geringfügig trivialeren Dingen als der Zerstörung des
Lebens arbeiten, vorausgesetzt, dabei ist genug Geld zu holen. Es gibt
einige richtige Programmierer, die bei Atari Videospiele programmieren.
Aber sie spielen die Spiele nicht. Ein richtiger Programmierer weiß, wie
man die Maschine zu jeder Zeit schlagen kann, und dass darin keine
Herausforderung steckt. Jeder, der bei Lucas Film arbeitet, ist ein
richtiger Programmierer, denn es wäre verrückt, das Geld von 50
Millionen Star-Wars-Fans sinnlos zu verplempern. Den Anteil von
richtigen Programmierern in der Computergrafik ist etwas niedriger als
die Norm, großteils weil noch niemand herausgefunden hat, wofür
Computergraphik nützlich sein könnte. Andererseits ist die ganze
Computergraphik in FORTRAN gemacht, so dass es Leute gibt, die Grafik
machen, nur um dem COBOL-Programmieren aus dem Weg zu gehen.

Im Allgemeinen spielt der richtige Programmierer auf dieselbe Weise,
wie er arbeitet - mit Computern. Es amüsiert ihn unausgesetzt, dass
sein Auftraggeber ihn für das bezahlt, was er ohnehin zu seinem
Vergnügen tun würde, obgleich er es natürlich sorgfältig vermeidet,
seine Auffassung laut zu äußern. Gelegentlich geht der richtige
Programmierer aus dem Büro, um ein wenig frische Luft zu sich zu
nehmen, oder ein oder zwei Bier.

Hier ein paar Tipps, um richtige Programmierer außerhalb eines
Rechenzentrums zu erkennen:
Auf Parties sind die richtigen Programmierer diejenigen in der Ecke,
die über Betriebssystemsicherheit plaudern, und wie man sie umgehen
kann.
Bei einem Fußballmatch ist der richtige Programmierer derjenige,
welcher den Spielverlauf mit seiner Simulation, gedruckt auf
grün-weißem Endlospapier, vergleicht.
Am Strand ist der richtige Programmierer der, der Flowcharts in den
Sand zeichnet.
Ein richtiger Programmierer geht in die Discothek, um sich die
Lightshow anzusehen.
Bei einem Begräbnis ist der richtige Programmierer derjenige, der sagt:
"Armer George. Und er hatte die Sortierroutine kurz vor der
Vollendung."
In einem Lebensmittelgeschäft ist der richtige Programmierer derjenige,
der darauf besteht, seine Dosen selbst an dem Barcode-Scanner
vorbeizuschieben, weil er nicht glaubt, dass Lochkartentippsen es die
ersten Male richtig machen.

Autor: HariboHunter (Gast)
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Teil III.
In was für einer Art von Umgebung funktioniert ein richtiger
Programmierer am besten?
Das ist eine wichtige Frage für den Auftraggeber von richtigen
Programmierern. In Anbetracht der Stange Geld, die ein Stab von
Mitarbeitern kostet, erscheint es am besten, sie oder ihn in einer
optimalen Umgebung unterzubringen.

Der typischen richtige Programmierer lebt vor einem Computerterminal.
Um das Terminal herum liegen die Listings aller Programme, an denen er
jemals gearbeitet hat. Diese sind in grob chronologischer Ordnung auf
jeder ebenen Fläche des Büros gestapelt. Ebenfalls zu finden ist etwa
ein halbes Dutzend halbvoller Tassen mit kaltem Kaffee. In einigen
Fällen enthalten die Tassen auch Orangensaft. Weiter, außer er ist
wirklich SEHR gut, werden sich Kopien des OS-JCL-Handbuchs finden,
sowie die "Principles of Operation", aufgeschlagen auf teilweise
recht interessanten Seiten. An die Wand geheftet befindet sich ein auf
einem Uralt-Printer gedruckter Snoopy-Kalender aus dem Jahre 1969. Über
den Boden verstreut liegen die Reste der Verpackungen von gefüllten
Keksen (der Typ, der schon in der Fabrik so furztrocken gebacken wird,
dass er auch bei längerem Liegen im Automaten nicht schlechter wird).
Schließlich, in der linken obersten Schublade, unter einer Schachtel
Muntermacher, befinden sich Flußdiagramm-Formulare, die der Vorgänger
zurückgelassen hat. Richtige Programmierer schreiben Programme, keine
Dokumentation, das überlässt man den Typen von der Wartung.

Der richtige Programmierer ist, unter großem Druck, in der Lage, 30,
40, sogar 50 Stunden in einem durch zu arbeiten. Er schätzt es, so zu
arbeiten. Leerlaufzeiten sind für den richtigen Programmierer kein
Problem; sie geben ihm die Möglichkeit, ein Mützchen Schlaf zwischen
zwei Compilerdurchgängen zu nehmen. Wenn nicht genug Termindruck auf
dem richtigen Programmierer lastet, tendiert er dazu, die Zügel
schleifen zu lassen, indem er in den ersten neun Wochen an einem
kleinen, aber interessanten Bereich des Problems herumbastelt. Dann
schließt er die gesamte Arbeit in der letzten Woche ab, in zwei oder
drei 50-Stunden-Marathons. Dies beeindruckt nicht nur seinen
Auftraggeber, sondern liefert gleichzeitig eine bequeme Ausrede dafür,
dass keinerlei Dokumentation vorhanden ist. Generell: Kein richtiger
Programmierer arbeitet von 9 bis 5, außer in der Nacht. richtige
Programmierer tragen auch keine Krawatten. Richtige Programmierer
tragen keine hochhackigen Cowboystiefel. Richtige Programmierer treffen
gegen Mittag im Büro ein. Ein richtiger Programmierer weiß den Namen
seiner Frau, oder er weiß ihn auch nicht. Was er auf jeden Fall kennt,
ist die gesamte ASCII-(oder EBCDIC-)-Codetabelle. Richtige
Programmierer wissen nicht, wie man kocht. Lebensmittelgeschäfte sind
selten um 3 Uhr morgens geöffnet, also müssen sie von Keksen und Kaffee
leben.

Wirft man einen Blick in die Zukunft, so ziehen einige richtige
Programmierer in Betracht, dass die jüngste Programmierer-Generation
nicht mit denselben Aussichten groß geworden ist wie ihre Eltern. Viele
von ihnen haben nie einen Computer mit einer Schalttafel gesehen. Nur
wenige, die heute von der Schule kommen, beherrschen Hexarithmetik ohne
einen Taschenrechner. Die heutigen College-Absolventen sind gegenüber
der harten Programmierer-Wirklichkeit wie in Watte gepackt durch Source
Level Debugger, Text-Editoren, die Klammern zählen, und
benutzerfreundliche Betriebssysteme. Am schlimmsten ist, dass einige
dieser angeblichen Computerwissenschaftler eine Graduation schaffen,
ohne FORTRAN zu lernen! Steht uns bevor, eine Gesellschaft von
Unix-Hackern und Pascal-Programmierern zu werden? Nach meinem
Dafürhalten sieht die Zukunft für richtige Programmierer nach wie vor
glänzend aus. Weder OS/370 noch FORTRAN zeigen Anzeichen auszusterben,
den boshaften Bemühungen von Pascal-Programmierern zum Trotz. Auch sehr
subtile Tricks wie etwa der Versuch, FORTRAN strukturierte Code
Konstrukte unterzujubeln, sind fehlgeschlagen. Ja sicher, ein paar
Computerhändler sind mit FORTRAN-77-Compilern herausgekommen, aber in
jedem von denen gibt es einen Weg, auf dem er sich selbst in einen
FORTRAN-66-Compiler zurückverwandeln kann - um DO-Schleifen so zu
compilieren, wie Gott es vorgesehen hat.

Sogar Unix scheint nicht mehr ganz so schlimm für richtige
Programmierer zu sein, wie es einmal war. Die letzte Version von Unix
hat die Stärken eines Betriebssystems, das eines richtigen
Programmierers würdig ist. Es hat zwei unterschiedliche und subtil
inkompatible User Interfaces, einen überzogenen und komplizierten
DFÜ-Treiber und virtuellen Speicher. Wenn man von der Tatsache absieht,
dass es strukturiert ist, kann sogar das Programmieren in C für einen
richtigen Programmierer annehmbar werden. Es gibt keine Typüberprüfung,
Variablennamen sind sieben (zehn? acht?) Zeichen lang, und das Bonbon
des Pointer-Datentyps ist noch hinzugefügt. Es ist, als hätte man die
besten Teile von FORTRAN und Assembler in einer Sprache; noch ohne an
einige der mehr künstlerischen Anwendungen für "define" zu denken.
Nein, die Zukunft ist nicht dunkel. In den letzten Jahren hat die
Presse auch die glänzende Schar neuer Computerleuchten und Hacker
bemerkt, die aus Orten wie Stanford oder MIT in die richtige Welt
rausgehen. Allem Anschein nach lebt der Geist des richtigen
Programmierens in all diesen jungen Männern und Frauen weiter. Solange
es abartig definierte Sprungziele, bizarre Bugs und unrealistische
Tabellen gibt, wird es richtige Programmierer geben, gewillt
einzuspringen, das Problem zu klären und die Dokumentation auf später
zu verschieben.

Original aus: Real Programmers don't use Pascal
(Ed Post; Wilsonville, Oregon; Datamation 7/83, übernommen aus
FORTHTREE/Hamburg; Übersetzung ins Deutsche von Peter Glaser; hier aus:
Datenschleuder 20ff)

Autor: Florian *.* (haribohunter)
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push

Wegen Theos beklopptem PL/1- Thread

Autor: nemon (Gast)
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ich bekenne mich hiermit öffentlich dazu, gerne in delphi zu 
programmieren!

Autor: mr.chip (Gast)
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Bekenne mich zu Java und C!

Irgendwie hat sich die Welt seither nicht wirklich gebessert: Diese 
Leute verstanden ihre Maschinen und schrieben dafür Spaghetticode. Heute 
schreiben wir zwar strukturiert und objektorientiert, dafür hat man 
keine Chance mehr angesichts riesiger Frameworks, komplexer 
Betriebssysteme und hochgetunter Hardware sein System zu verstehen. :-)

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