Hi,
für eine Schaltung aus dem Tutorial würde ich noch keine Lötstation
anschaffen. Ich hab meine ersten Aufbauten auch mit nem 25W Ersa oder
nem gleichstarken 3Euro-Lötkolben gebastelt. Das geht auch, solange man
die Spitze mit nem feuchten Schwämmchen richtig sauber hält. So ein
Kolben ist halt ohne Last etwas heißer als ne Station und unter Last
(Massefläche) bricht er in der Temperatur schnell ein.
Verbruzzelte Bauteile hatte ich trotzdem nie. So empfindlich, wie alle
schreiben, sind Halbleiter gar nicht..
Wichtiger für schnelle Erfolge ist die Ausrüstung drumherum. Zum
Beispiel eine Entlötsaugpumpe. Von den beiden die ich hab finde ich die
Edsyn Soldapullt 750 LS besser als die Ersa Vac3 oder Vac5 (weiß nicht
mehr genau;) Letztere saugt einfach nicht so stark..
Misslungene Lötstellen, bei denen das Flussmittel schon verraucht ist,
kann man durch Zugabe von Flussmittel reparieren. Da hab ich den FL 88
Fluxi von Edsyn. Das ist ein sehr dünnflüssiges Flussmittel in einem
Stiftförmigen Spender. Ich komm gut damit zurecht und es hält
erstaunlich lange. Einige Leute schwören aber auch auf "Löthonig" von
Conrad. Der ist wohl etwas zäher. Alternativ kannste dir auch ein
Döschen Kolophonium zulegen und in Alkohol lösen. Ich hab's ausprobiert
und fand es sehr unpraktisch. Die paar Euro für den Flussmittelstift hab
ich nicht bereut.
Lötzinn nimmste am besten das gute alte bleihaltige, solange du deine
Geräte nicht offiziell verkaufen willst. Lässt sich einfach leichter und
bei niedrigeren Temperaturen löten. 1mm ist ok für fast alle
Anwendungen. Ich hab auch noch ne Rolle 0,5mm aber benutz sie kaum..
Weiterin nützlich sind ein paar Abschnitte Loch- oder Streifenraster und
ein Breadboard, damit man nicht für alles gleich zum Lötkolben greifen
muss.
Was man auch sehr selten liest, ist eine Lötrauchabsaugung. Ein
12cm-Lüfter, der den Qualm einfach wegsaugt und im Zimmer verteilt,
verringert die Konzentration bei offenem Fenster schon ganz erheblich.
Ansonsten kann's schon mal im Hals kratzen, wenn man länger am Stück
lötet.
Wenn du dich dann entschließt, bei dem Hobby bleiben zu wollen und öfter
mal was zu basteln, dann ist eine Lötstation nicht verkehrt. Ich hab
eine EP5 von Reichelt. Ich find die schon um Längen besser als so ein
ungeregelter Kolben. Ich hatte leider noch keine Gelegenheit, teurere
Weller- oder Ersa- oder sonstwas zu testen aber diejenigen, die sie
kennen, schwören hier im Forum darauf.