Eines verstehe ich nicht:
Die Ärzte sagen, die Kosten steigen durch die Reform
Die Krankenkassen sagen, die Kosten steigen durch die Reform
Die Pharmaindustrie sagt, die Kosten steigen durch die Reform
Der Bund der Steuerzahler sagt, die Verwaltung steigt durch die Reform
Die Regierung sagt: das ist ein großer Wurf, der das Gesundheitssystem
rettet.
Der Bürger sagt: ?
Anscheinend hat jeder einen Nachteil von der Reform.
Wer hat denn nun einen Nutzen von der Reform?
Weil es ja ein µC-Forum ist und viele sich über solche Offtopic-Threads
im Offtopic-Bereich aufregen:
Auch die TECHNIKER-Krankenkasse schimpft (damit ist die Verbindung zum
E-Technikerforum wieder hergestellt...)
Ich finde bemerkenswert, dass sich eure Regierung noch immer traut, das
Wort "Reform" in den Mund zu nehmen.
Es wird bei der Gesundheitsreform so sein, wie auch bei de
Hartz-Reformen. Sie wird mehrere Milliarden Euro pro Jahr mehr kosten
als vor der Reform und trotzdem stellen sich die Politiker hin und
sagen, dass die Reform der Richtige Weg sei und das nur noch
Optimierungsbedarf bestehe.
Und es wird optimiert und gerade finanzschwächere Bürger werden eine
unzureichende medizinische Versorgung erhalten.
Ich finde es dreist, für Vorsorgeuntersuchungen den Patienten löhnen zu
lassen, und dann später, wenn man doch was bekommt, die Zuzahlung zu
erhöhen wenn man auf die Vorsorge verzichtet hat. Ganz zu Schweigen
davon, ob die Vorsorgeuntersuchungen überhaupt einen Nutzen haben (was
von vielen kompetenten Stellen angezweifelt wird). So kann man sich den
unliebsamen Objekte der von den Politikern neuentdeckten "Unterschicht"
auch entledigen. Erst nicht arbeiten gehen wollen, keine/kaum Steuern
bezahlen, trotzdem eine vernünftige Gesundheitsversorgung, und später
auch noch Rente haben wollen... Nenene, so geht das nicht...
T.M.
Ehrlich gesagt, ich kapiere es schlichtweg nicht, warum man so eine
Reform vom Zaun bricht, obwohl sie doch offenbar nur Leistungen
verschlechtert und Beiträge verteuert (so zumindest das Statement
sämtlicher beteiligter Gruppen; bis auf die Bundesregierung).
Den Verwaltungsapparat (laut Regierung soll dieser, wie immer, durch die
Reform kleiner werden) umzubauen und im Endeffekt aber zu vergrößern (es
war noch NIE anders), sorgt in Berlin zwar wieder für die Schaffung von
min. 2000 Verwaltungsstellen (d.h. 1000 Hartz4-Empfänger dürfen wieder
einen Sinn in Ihrem Dasein finden, der Rest Krawatten-Manager-BWLer wird
teuer angeheuert), aber das kann doch auch nicht der Grund für diese
"Reform" sein.
Wenn mir jemand den Vorteil, den die Bürger (=Staat) von dieser Reform
haben soll erlätern kann, dann wäre ich sehr dankbar.
Ich steig da auch nicht ganz durch, ich denke aber das die
Gesundheitsreform dazu da ist, um in die Staatskassen mehr Geld rein zu
spühlen, auf welche Art auch immer. Die Bürger werden keine Vorteile von
der Gesundheitsreform haben. Hat denn jemand was anderes erwartet? Gab
es denn in den letzten Jahrzehnten eine Reform die dem Bürger zu gute
kam?
Wenn durch diese "Reform" irgendetwas für den Normalbürger günstiger
oder einfacher wird, fress ich einen Besen!
An Märchen glaube ich schon lange nicht mehr, darum wird diese "Reform"
nur ein Ergebniss haben: Alles wird teurer.
Keiner der meckernden Gruppen ist heilig, weder die Pharmaindustrie noch
die Krankenkassen noch die Ärzte noch die Politik mit ihren Beamten.
Alle versuchen möglichst viel für sich herauszuschlagen. Bezahlen darf's
der Bürger.
Wie war das noch gleich mit den zukünftigen Krebs-Patienten? Zusätzlich
zu ihrem Kampf ums nackte Überleben der Krankheit dürfen sie auch noch
höhere Zuzahlungen leisten? Frei nach dem Motto: "Bist selbst schuld,
wenn Du eine tödliche Krankheit bekommst, zahl extra oder geh sterben."
Bei diesem perversen Zynismus aus den Mäulern der fetten Beamten und
Politiker die ihre Ärsche in einem Bürostuhl breitsitzen und mit ihren
dicken Gehältern die teuerste Privatkrankenversicherung nur billig genug
ist, überkommt mich der Wunsch, diese Unpersonen einfach nur an die Wand
zu stellen und abzudrücken!
Drecks-Politiker und -Lobbyisten!
@Unbekannter
Recht hast Du, aber das Problem in Deutschland ist das wir mit uns alles
machen lassen. Und wir wählen immer wieder die Parteien die uns immer
wieder auf´s neue verarschen! Warum machen wir das? Warum bleiben wir
nicht einfach zu Hause und gehen überhaupt zu keiner Wahl, wenn wir
schon den Mut nicht haben auf die Strasse zu gehen, die Ärsche aus ihren
Büros zu holen und zur Verantwortung zu ziehen.
"Warum bleiben wir nicht einfach zu Hause und gehen überhaupt zu keiner
Wahl, wenn wir schon den Mut nicht haben auf die Strasse zu gehen, die
Ärsche aus ihren Büros zu holen und zur Verantwortung zu ziehen."
Weil es nichts bringen würde. Der nächste Schritt wäre dann eine
gesetzlich festgelegte Wahlpflicht.
Ich weiss ja das es nichts bringen würde. Aber irgend wo muss man ja
schliesslich anfangen. Man kann ja auch zur Wahl gehen und den
Wahlzettel einfach durchstreichen, vielleicht würde sich dann jemand aus
der Regierung mal ein Paar Gedanken machen.
Tja das ist das Problem in Deutschland, niemand traut sich. Man hat mal
die Hartz IV Demos mit den Montagsdemos von 1989 verglichen dabei hatten
die nur gemeinsam das Sie jeweils am Montag waren.
Der Ossi hat damals aber was gemacht was ein "guter Deutscher", wohl
heute nie machen wurde, er hat rebelliert, er ist auf die Strasse
gegeangen und hat nicht gefragt ob er das auch darf, nö eher in
Gegenteil ist ist auf die Strasse gegangen, weil er das NICHT durfte um
seinen Protest auszudrücken.
Um was macht man Heute ? Da geht einer zu der entsprechenen Behörde
fragt nach ob er Demonstrieren darf und holt sich dann einen
Vorschrieftenkatalog, in den genau festgelegt ist Wann, Wo, Wie und wie
lange er zu Demostrieren darf , plus warscheinlich noch etliche
zusatzregelungen z.B. Betreten von Rasenflächen, Lautstärker der
Demonstranten, Ausschank von Getränken etc. und wer weis was noch alles.
Mal Ehrlich muß man sich da noch Wundern das alle Demos der letzten
Jahre Quasie verschwendete Zeit waren, vorallen wenn man bei dem, gegen
den man Demonstrieren will, erst einmal die Erlaubnis einholt. Das macht
doch alles zu einer Farce.
So Lange wie wir alles so machen wie unsere Politiker es wollen, werden
die uns immer weiter Verarschen.Ich denke ein angemessener Ungehorsam
wäre jetzt noch das einzigste brauchbare mittel.
Rebellieren eben wie die Ossis es einst gemacht haben.
Gruß
Duck
> So Lange wie wir alles so machen wie unsere Politiker es wollen,> werden die uns immer weiter Verarschen.
Ich hab noch so am Rande mitbekommen, wie die Studentenproteste gegen
Studiengebühren dieses Jahr u. a. in Frankfurt schon fast gewalttätig
wurden.
Studenten wurden festgenommen und zahlreiche bekamen eine Anzeige wegen
Hausfriedensbruch usw. und die haben jetzt richtig Ärger. Und was haben
die Proteste gebracht? Einen Dreck! Der hessische Ministerpräsident R.
Koch stellt sich einfach nur hin und sagt: "Ich verhandele grundsätzlich
nicht." Naja, CDU halt!
Um wirklich was zu bewegen, sind offensichtlich andere Kaliber
notwendig. Vielleicht müssen wirklich erst mal Straßenzüge und Autos
brennen (-> siehe Frankreich), dass unsere Politiker mal von ihrer
unbeschreiblichen Arroganz runter kommen. Keine Ahnung...
"Wie war das noch gleich mit den zukünftigen Krebs-Patienten? Zusätzlich
zu ihrem Kampf ums nackte Überleben der Krankheit dürfen sie auch noch
höhere Zuzahlungen leisten?"
Wenn ich das richtig sehe, ist das falsch. Bisher mussten alle bis zu 2%
zuzahlen, jetzt nur noch die, die nicht bei der Vorsorge waren.
Ansonsten: Wenn ich mir ansehe, wer da alles schreit, kann die Reform
nicht so schlecht sein.
Oder glaubt ihr wirklich, die Ärzte- oder Pharmaverbände würden so
heftig schreien, wenn die Kosten (also deren Einnahmen) steigen würden
????
Gruss
Axel
Nochmal:
Wenn mir Jemand sagen kann, warum man diese Reform macht und was sie
nützen soll (außer der Tatsache, dass man eine vielversprochene Reform
nun endlich angepackt hat), dann kriegt er einen Punkt von mir!
Hier tummelt sich doch die intellektuell nicht unterbemittelte Schicht,
oder?
Fakt ist, daß unser derzeitiges Gesundheitssystem auf Dauer nicht
finanzierbar ist. Lösungen gibt es eigentlich nur zwei:
1) Kosteneinsparungen:
Ärzte, Apotheker, Krankenkassen und Pharmaindustrie schimpfen, weil der
Kuchen kleiner wird
2) Beitragserhöhungen:
Der kleine Mann schimpft.
Am Ende schimpfen alle, aber was soll man machen ?
Vor einigen Wochen war ich in Peru / Südamerika und mich hat die Rache
Montezumas erwischt. Hatte zwar eine Auslandsreisekrankenversicherung
abgeschlossen, mußte aber erstmal alles vorschießen:
- Untersuchung meiner Sch..., also Stuhlprobe:
50 Euro
- halbe Stunde Untersuchung bei einem peruanischen Privat-Arzt:
ebenfalls 50 Euro (dortiger Durchschnittsverdienst liegt bei 500-600
US-$)
- Medikamente gegen Darminfektion:
mehrere Euro, alleine von den Bayer-Tabletten hat mich jede einzelne
Tablette 5 Euro gekostet, 14 Stück brauchte ich...
Seitdem weiß ich unser hiesiges Gesundheitssystem zu schätzen !