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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Leerlauf PC-Schaltnetzteil ??


Autor: Sven H. (reiter111)
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Hallo wissende Gemeinde,

Leerlauf bei den Dingern ist ja nicht gut und soll sogar Schäden 
anrichten können. Nur Interessenhalber: Wo ist da das Problem, was soll 
da kaputt gehen? Ich bastel auch viel, aber mir leuchtet nicht ein, 
warum Leerlauf so schlimm sein soll. Ich habe ein PC-Netzteil mal 
zerlegt und diverse Umbauanleitungen studiert und mehrere Bausätze mit 
Schaltreglern aufgebaut.

Die Uaux, welche den IC (in dem Fall TL494) versorgt, wird mit Dioden 
auch von den 12 Volt abgegriffen, also der Schaltungsteil arbeitet 
weiter, auch wenn auf Grund fehlender Last die primären Transistoren 
keine Ansteuerung bekommen würden. Daß hauptsächlich die + 5Volt 
ausgeregelt werden und evtl die anderen Spannungen etwas abweichen, wenn 
die belastet sind (zBsp die 12 Volt durch die Regelschaltung), ist mir 
auch klar, aber sollte m.E. nicht zu einem Defekt führen.

Ich habe bis jetzt nur eine Vermutung. Bis die Uaux aufgebaut ist und 
die Regelschaltung arbeitet, läuft das Ding ja selbstschwingend. Ich 
könnte mir jetzt nur vorstellen, daß ohne definierte Steuerimpulse das 
Teil dann wieder anfängt, von allein (und damit nicht regelbar) zu 
schwingen und die Spannungen hochlaufen.

Ich würde mich freuen, wenn es konkrete Hinweise gibt, was das Problem 
für das NT bei Leerlauf ist ;-)



Tschööö Sven

Autor: Olaf (Gast)
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Die REgelschaltung hat normalerweise eine minimale Einschaltzeit die sie 
nicht unterscheiten kann. Wenn dann keine Energie abgenommen wird dann 
kann die Spannung am Ausgang zu weit ansteigen.
Allerdings kann man wohl davon ausgehen das nahezu 100% der PC 
Schaltnetzeile mittlerweile bei Ueberspannung abschalten. Einfach 
deshalb weil der Hersteller sonst zu viele Garantiefaelle haette. :-)

Und dann ist es sicherlich auch so das die Regelung bei Leerlauf nicht 
besonders gut ist.

Olaf

Autor: Sven H. (reiter111)
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PS: Wie groß muß denn die Mindestlast sein, gibts da Faustregeln so wie 
..Prozent der Volllast?

Autor: Jens (Gast)
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Bei neuen ATX-Netzteilen bracuhst du keine Mindestlast, die laufen 
problemlos im Leerlauf. Deatils hierzu steht auch immer in den 
Datenblättern.

Bei alten AT-Netzteilen sollte in Ausnahmefällen 10mA reichen, bei ganz 
alten Netzteilen werden schon mal 1A gebraucht.

Autor: ismiregal (Gast)
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Ohne eine Last (bzw. einen Widerstand der u.U. schon vorhanden ist), 
steigen die Spannungen auf der Sekundärseite auf Werte, die durch die 
Windungsverhältnisse des Trafos gegeben sind, da die PWM-Regelung eine 
Mindest-Einschaltzeit vorsieht. Da zudem die Elkos auf der Sekundärseite 
sehr knapp ausgelegt sind, können diese dann zerstört werden.

Autor: Sven (Gast)
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Ok, die knappen Elkos hab ich schon bemerkt, stimmt..

Und kann man irgendwie abschätzen, wie hoch die Last etwa sein muß?

Danke bis hierher schon mal!

Sven

Autor: Jadeclaw Dinosaur (jadeclaw)
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Also, meine Erfahrung ist, dass so ab 250mA bei XT/AT-Netzteilen die 
Sache zuverlässig funktioniert. Problem: Bei den meisten Netzteilen 
dieser Art werden nur die 5Volt geregelt, der Rest ergibt sich 
automatisch aus den Windungsverhältnissen. Hängen dann nur 250mA an den 
5Volt, kann es passieren, dass die anderen Spannungen unter der Last 
zusammenbrechen. Bevor man die endgültige Last anhängt, empfiehlt sich 
daher ein Lasttest und ggf. eine Erhöhung der Last auf den 5Volt um die 
12Volt stabil zu halten. Bei einem PC ist die Hauptlast eben auf der 5 
Volt-Leitung. Bei lastlosem Betrieb ist mir noch kein PC-Netzteil 
abgeraucht, es lief nur der Lüfter kurz an und das war es.

Gruss
Jadeclaw.

Autor: Markus L. (lucky79)
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Ich hatte noch keine Probleme in Bezug auf Schaltnetzteile im Leerlauf.
Wie gesagt, die Spannungen sind nicht sonderlich stabil ansonsten laufen 
die Dinger aber.

Was mich persönlich eher interessiert ist, ob man diese Netzteile auch 
zusmmenschalten kann ( 550W + 550W = 1100W ) oder ob die Regler 
gegenseitig aufschwingen...

Grüsse

Markus

Autor: Winfried (Gast)
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Parallelschaltung bei sowas ist immer problematisch, bei geringsten 
Spannungsunterschieden werkelt nur eines der beiden Netzteile. Und dann 
auch die gegenseitige Beeinflussung, wie du schon schreibst...

Autor: Joe (Gast)
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Die Parallelschaltung zweier NT funktioniert, es muß nur für beide NT 
eine gemeinsame entsprechend berechnete Speicherdrossel benutzt werden.

Joe

Autor: Sven (Gast)
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Danke nochmals bis hier her ,-)

Will mir aus Spaß mal so ein PC-Netzteil umbauen als normales Netzteil, 
nur noch eine Spannung mit 13,5V. Hab schon eines umgebaut, so das nur 
noch die eine Spannung erzeugt wird. Da das auch die einzige ist die 
geregelt wird, gibt es kein Problem, daß die evtl zu hoch läuft. Also 
sollte das dann auch Leerlauf verkraften, denke ich mal. Habe aber 
dennoch ca 100mA Grundlast eingebaut.

Tschöö Sven

Autor: etsmart (Gast)
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Ich muss auch noch einfach mal.

Wenn gerade Leerlauf ist, wird keine Energie entnommen. D.h. das die 
Spannung am Ausgang zu weit steigt.
Die Energie, die am Ausgang abgenommen wird, wird von diesem Kondensator 
gestützt(Spannungsstabilisierung).
Der Kondensator bekommt seine Energie von einem Übertrager.
Wenn Leerlauf ist, wird der Kondensator nicht mehr entladen. Dadurch 
wird die Energie nicht mehr aus dem Übertrager entnommen. Folge ist, das 
der Übertrager in die Sättigung geht.
Sättigung bedeutet wiederum, das keine Flussänderung mehr stattfindet. 
Dadurch sinkt die Induktivität des Kern, wodurch es zu einem starken 
Anstieg des Eingangsstromes kommt, da der Stromanstieg dI/dt von L 
abhängt.
L ~ dPHI/dt

Am Ende fetzt der Kondensator wegen zu viel Spannung oder der 
Übertrager, oder was sonst noch an Elektronik die ganze Sache regelt.

Alles klar soweit!

Autor: ismiregal (Gast)
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@etsmart
Du verwechselt hier etwas bzw. wirfst etwas durcheinander!

Bei dem gemeinen PC-Schaltnetzteil wird die Energie während der 
Leitendphase übertragen - eine Energiespeicherung im Übertrager ist als 
ein parasitärer Nebeneffekt zu betrachten. Die Energiespeicherung im 
Übertrager ist durch den Magnetisierungsstrom gegeben, der von der Dauer 
der Leitendphase abhängt (Pulsbreite) und daher im Leerlaufbetrieb 
minimal ist.

Die Problematik der Sättigung ist hingegen z.B. bei Sperrwandlern 
relevant.

Autor: etsmart (Gast)
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Sollte ein Hinweis auf den Einfluss der Sättigung sein.
Impulsbreite ist abhängig von der Last. Diese darf nicht größer als 0.5 
werden, da sonst der Übertrager in die Sättigung geht. Es gibt demnach 
auch eine Obergrenze. Wenn in einem Netzteil aber keine Mindestlast 
vorhanden ist, geht der Übertrager früher oder später in die Sättigung.
Wenn ich das falsch verstanden habe, lasse ich mich aber gerne mit einem 
passenden Quellenhinweis eines Besseren belehren. Bin ja nicht perfekt !

Autor: Nikola Tesla (nikolatesla)
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Bitte berichtigt mich, wenn ich etwas falsch verstanden habe, ich bin 
mir da absolut nicht sicher:
Wenn nur die 5V geregelt werden im Netzteil und sich die restlichen 
Spannungen durch das Windungsverhältnis regeln, was passiert dann wenn 
man 5V mit einigen Ampere belastet?

Dann müsste doch an allen anderen Ausgängen die Spannung so stark 
ansteigen dass die ElKos hochgehen?
Und dieses Problem müsste ja auch bei normalem Einsatz vorliegen, da 
kein Hersteller vorhersehen kann wie das Verbrauchsverhältnis im PC sein 
wird.
Also müssten doch dort auch alle Spannungen ausser 5V um mehrere Volt 
vom Sollwert abweichen?

Autor: Skua C:\> (skua)
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Mehrere Volt eher nicht aber das eiert in der regel schon ganz 
ordentlich.

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Nikola Tesla wrote:
> Bitte berichtigt mich, wenn ich etwas falsch verstanden habe, ich bin
> mir da absolut nicht sicher:
> Wenn nur die 5V geregelt werden im Netzteil und sich die restlichen
> Spannungen durch das Windungsverhältnis regeln, was passiert dann wenn
> man 5V mit einigen Ampere belastet?
>
> Dann müsste doch an allen anderen Ausgängen die Spannung so stark
> ansteigen dass die ElKos hochgehen?

Nein, das wird durch Auslegung (Stichwort: Ausgangsdrossel verkoppelt 
die DC-Zweige aller Spannungen) vermieden.
Schön erkärt z.B. unter google: "sam goldwasser , switchmode power"

> Und dieses Problem müsste ja auch bei normalem Einsatz vorliegen, da
> kein Hersteller vorhersehen kann wie das Verbrauchsverhältnis im PC sein
> wird.
> Also müssten doch dort auch alle Spannungen ausser 5V um mehrere Volt
> vom Sollwert abweichen?

Nein, s.o.

Andrew

Autor: A. K. (prx)
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Nikola Tesla wrote:

> Dann müsste doch an allen anderen Ausgängen die Spannung so stark
> ansteigen dass die ElKos hochgehen?

Die Verluste im 5V Ausgang steigen an und werden von der Regelung 
kompensiert, dementsprechend steigen in eben diesem Mass die übrigen 
Ausgänge an, sofern sich deren Last nicht ebenso ändert und sofern nicht 
sekundär geregelt. Da sind schon ein paar Prozent drin, aber wenn der 
Entwickler keinen Murx gemacht hat bleiben die Spannungen im gültigen 
Bereich.

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