Hallo,
ich habe schon des öfteren Fotoplatinen belichtet und war damit soweit
zufrieden. Ich habe immer eine Folie bedruckt und diese auf die Platine
gelegt und mit einem Halogenstrahler (Abstand etwa 50cm) belichtet.
Nun möchte ich aber auch SMD-Teile verbauen und bin mir nicht sicher ob
ich die feinen Leiterbahnmen sooo gut hinbekomme.
Wäre es schon mal sinnvoll die Folie so zu bedrucken (spiegeln), das ich
die bedruckte Seite der Folie direkt auf die Platine legen kann? So
würde weniger Streulicht auf die Leiterbahnen fallen.
Oder bekommt man so feine Sachen gar nicht mit der Technik hin?
Mario
Eigentlich macht man es so, dass die bedruckte Seite auf der Platine
liegt, auch bei "normalen" Bauteilen.
Und ob smd klappt, kannst du eigentlich nur durh Probieren rausfinden ;)
Feine Sachen bekommst du definitiv hin, du wirst sogar erstaunt sein,
wie fein man es schafft.
Das wichtigste ist, dass deine Belichtungsvorlage lichtdicht ist. Schau
dir am besten mal die Leiterbahnen deiner bisherigen Projekte mit einer
Lupe an. Wenn die Ränder stark ausgefranzt sind oder die
Leiterbahnbreite nicht an jeder Stelle gleich ist, solltest du da noch
optimieren.
Generell gilt aber, dass man die bedruckte Seite auf die Platine legen
sollte. Wobei ich ehrlich gesagt da noch nie einen Unterschied
festgestellt habe. Außerdem würde ich statt des Halogenstrahlers
vielleicht mal über einen billigen Gesichtsbräuner bei eBay nachdenken.
Damit erzeihlt man die besten Ergebnisse.
Moin Moin,
also ich würde den Belichtungsprozeß optimieren:
- die Folien nicht direkt bedrucken, der Schwärzungsgrad ist oft nicht
optimal. Dazu würde ich mit den Daten an einen guten Reproshop gehen und
denen erklären, was Du brauchst. Kosten: Eine Folie etwas größer als A4
ca. 10 Euro.
Auflösung: Unser Shop schafft 30-50 µm-Linien. Richtig schwarz.
- das hat auch den Vorteil, dass Du denen sagen kannst "Bitte gespiegelt
drucken". Dann kommt die Schichtseite auf die Platine. Ist eigentlich
ein "Muß" und Standart! Sonst kriegst Du über den Abstand im Betrag der
Foliendicke Unterstrahlungen -> nicht gut, reduziert Deine Auflösung und
Deine Kantenschärfe.
- Sei vorsichtig mit Deinen Folien. Keine Katzer, keine Fingerabdrücke.
Handschuhe (Latex PUDERFREI oder auch Baumwolle) sind nicht schlecht.
- Belichtung optimieren: Wie lange belichtest Du?
Ein Halo-Strahler bringt vor allem Wärme und sichtbares Licht. Der
geringere Teil ist UV-Strahlung.
-> Es hilft, auszuprobieren, wie kurz Du belichten kannst und noch
sauber durchentwickelte Ergebnisse kriegst.
-> Alternativ nach einer besseren Lichtquelle suchen. Siehe oben,
Gesichtsbräuner, Höhensonne - oder evtl. einen LED-Belichter bauen. such
mal im Forum. Eine "richtige" Belichtungseinrichtung wird etwa 200 Euro
kosten, oder ein Stelbstbau mit UV-Röhren und einem Scannergehäuse.
- Wann immer Du Glas im Strahlengang hast, sei es als Scheibe im
Belichtungsgerät (Scanner) oder als Scheibe auf der Folie, um diese
glatt auf das Platinenmaterial zu pressen:
Nimm Quarzglas. Normales Glas schluckt UV. d.h. Deine Belichtungszeit
verlängert sich, mit allen schlechten Nebeneffekten wie zusätzliche
Hitze, etc.
Was noch? Oh, nicht unwichtig:
- Nimm vernünftiges Platinenmaterial, was Du in konstanter Qualität
kaufen kannst. Z.B. Bungard oder ähnliches Qualitätsmaterial. Sonst sind
nämlich alle Optimierungen wie Belichtungszeit oder Entwicklungszeit für
den Hintern, weil beim nächsten Einkauf das Material gaaanz anders ist.
- Entwickle so kurz wie möglich aber so lange wie nötig. Sonst werden
die Linien in Deinem Photolack auf der Platine evtl. zu schmal.
- Ätze schnell, und nur so kurz wie möglich. Kurzes Ätzen reduziert ein
wenig das "Unterätzen" durch die Isotropie des Ätzvorganges. Deswegen
macht es auch Sinn, ein Ätzbad zu erwärmen.
Mit passenden Apparaturen kann man bei 70-80° C ätzen.
Mit einfacheren und Aquarienheizern vielleicht bei 40°C.
(Das Ätzmittel greift auch die "seitlichen" Wände der Ätzgrube an und
ätzt nicht nur nach unten sondern auch zur Seite -> Du verlierst
Linienbreite.
Schmale Linien könnten dann weg sein. Sowas läßt sich manchmal mit
Vorhalt korrigieren (bzw. verhindern), d.h. Deine Linie ist auf der
Folie einen Tick breiter. Jetzt wird sie durch das Ätzen im Kupfer
schmaler als auf der Folie, ist aber noch breit genug. Erfordert
Experimente und hört spätestens dann auf, wenn die Linien zu dicht
beeinander sind.)
So, das klingt vielleicht jetzt sehr kompliziert, ist es aber nicht.
Wichtig: optimiere nicht alle Parameter auf einmal, sondern taste Dich
nacheinander ran. Erstmal bessere Folien, und probieren, was es bringt.
Dann evtl. Lichtquelle, probieren, Belichtszeit evtl. verkürzen, etc.
Oder - Du läßt Deine Platine fertigen ;-) Ist viell. teuer aber sicher.
Viele Grüße
Holger
Hallo
Naja Layout auf der unterseite einer Platine, wird
nicht gespiegelt. Und was habt ihr denn für komische Drucker.
Ich drucke einmal und gut ist. Hatte noch nie damit
Probleme, bis runter auf 0,15mm.
Beste Erfahrungen gemacht mit aletem Epson Stylus Photo 750.
Gibs bei E* um die 20 EUR mit Tinte für 1 EUR von Druckerzubehör.
Normaler Druck mit 1440 Dpi und gut ist. Belichten 90 sek ( 4x 8 Watt )
Leiterzüge mit 0,3mm problemlos und wiederholbar ( Bungard was sonst ?
).
Hallo,
danke für die Zahlreichen Antworten.
Leider hab ich noch keinen Gesichtsbräuner und so habe ich es erst mal
wieder mit der Halogenlampe versucht. (Ging ja sonnst auch)
Nun hab ich 15 min belichtet und wollte entwicklen.
Ich vermute mal es war zu kurz.
Verstehe aber nicht, warum einige Leiterbahnen Kupferfarben aussehen und
andere dunkel(rötlich) sind.
Wenn der Lack runter ist, dann müssen doch die Leiterbahnen dunkler
bleiben oder nicht????
Hallo zusammen
Ich belichte seit meiner Lehrzeit (ca. 12 Jahre her) alles mit einer
UV-Schwarzlichtröhre wie man sie aus der Disco kennt. Kostet nicht viel,
hält lange und kann man bei einer Hausparty auch verwenden und wird vor
allem bei weitem nicht so heiß wie das was man so zum kaufen bekommt.
10-12 min bei ca. 20 cm Abstand unter einer Glasplatte. SMD, 0,3mm
Leiterbahnen, Duallayer alles kein Problem! Wer sich nicht sicher ist
der kann das Layout 2 mal ausdrucken, dann genau übereinander legen und
Verkleben. Dann ist auch eine 0,3mm Leiterbahn so schwarz das da kein
UV-Licht durch kann.
Für weiter Fragen stehe ich gerne zur Verfügung
lg, HarleyD
>UV-Schwarzlichtröhre
wasn das o.O
UV-Röhren kenn ich...
Schwarzlicht kenn ich auch, damit wird man aber ned belichten können...
aber UV-Schwarzlicht? Giol...
Ja, ja, ja. Die UV-schwarzlichtröhre die man aus der Disco oder den
Nachtlokalen kennt. Ich habe eine 18Watt Röhre und belichte damit seit
Jahren. Und wenns eine Party gibt verwende ich sie auch! Geht super zum
belichten. Hat offensichtlich genug der uv-anteile die der Positiv-Lack
braucht.
Wenn ich meine kleine (18Watt) gerade verborg habe dann nehme ich auch
meine 36 Watt UV-Schwarzlichtröhre her, muss man dann mit der
Belichtungszeit aufpassen! Die 36 Watt Röhre habe ich um ca. 15,- Euro
gekauft und die kleine vor ca. 15 Jahren bei Quelleversand. Gibts aber
dort nichtmehr dafür haben wir ja jetzt den Conrad-Elektronik
lg, HarleyD
@Tarzan
Hallo, ich habe einen Abstand von ca. 30cm, ist aber nicht sehr
anfällig. In der Regel 20 - 40 cm Abstand und 10 - 15 min Belichtung.
Unter 10 min solltest du nicht belichten, das ist zu wenig. mit der 36
Watt-Röhre gebe ich dann ein bischen mehr abstand und halte mich mehr an
die 10 min.
Mach einfach einmal einen Test, häng die Röhre 30cm über die Print. Deck
sie 4/5 ab und belichte 10 min lang. Dann entferne nach jeder weiteren
Minute die Abdeckung um 1/5 der Print. Dann hast du am ende 5 Zonen auf
der Print, von 10 - 14 minuten. Für das beste ergebniss stellst du dir
beim nächsten mal den wecker. Das testlayout sollte möglichst viele der
dünnsten Leiterbahnen beinhalten die du verwendest, um heraus zu finden
wann die "unterleuchtung" zu stark wird.
Sollten noch Fragen sein, ich schau immer wieder mal hier rein. Ist ein
tolles Forum, konnte viele meiner Fragen beantworten!
Grüße, HarleyD