Platinen richtig belichten

Gast #439404
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Hallo,

ich habe schon des öfteren Fotoplatinen belichtet und war damit soweit 
zufrieden. Ich habe immer eine Folie bedruckt und diese auf die Platine 
gelegt und mit einem Halogenstrahler (Abstand etwa 50cm) belichtet.
Nun möchte ich aber auch SMD-Teile verbauen und bin mir nicht sicher ob 
ich die feinen Leiterbahnmen sooo gut hinbekomme.
Wäre es schon mal sinnvoll die Folie so zu bedrucken (spiegeln), das ich 
die bedruckte Seite der Folie direkt auf die Platine legen kann? So 
würde weniger Streulicht auf die Leiterbahnen fallen.
Oder bekommt man so feine Sachen gar nicht mit der Technik hin?

Mario
Gast #439407
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Feine Sachen bekommst du definitiv hin, du wirst sogar erstaunt sein, 
wie fein man es schafft.

Das wichtigste ist, dass deine Belichtungsvorlage lichtdicht ist. Schau 
dir am besten mal die Leiterbahnen deiner bisherigen Projekte mit einer 
Lupe an. Wenn die Ränder stark ausgefranzt sind oder die 
Leiterbahnbreite nicht an jeder Stelle gleich ist, solltest du da noch 
optimieren.

Generell gilt aber, dass man die bedruckte Seite auf die Platine legen 
sollte. Wobei ich ehrlich gesagt da noch nie einen Unterschied 
festgestellt habe. Außerdem würde ich statt des Halogenstrahlers 
vielleicht mal über einen billigen Gesichtsbräuner bei eBay nachdenken. 
Damit erzeihlt man die besten Ergebnisse.
#439935
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Moin Moin,

also ich würde den Belichtungsprozeß optimieren:

- die Folien nicht direkt bedrucken, der Schwärzungsgrad ist oft nicht 
optimal. Dazu würde ich mit den Daten an einen guten Reproshop gehen und 
denen erklären, was Du brauchst. Kosten: Eine Folie etwas größer als A4 
ca. 10 Euro.
Auflösung: Unser Shop schafft 30-50 µm-Linien. Richtig schwarz.

- das hat auch den Vorteil, dass Du denen sagen kannst "Bitte gespiegelt 
drucken". Dann kommt die Schichtseite auf die Platine. Ist eigentlich 
ein "Muß" und Standart! Sonst kriegst Du über den Abstand im Betrag der 
Foliendicke Unterstrahlungen -> nicht gut, reduziert Deine Auflösung und 
Deine Kantenschärfe.

- Sei vorsichtig mit Deinen Folien. Keine Katzer, keine Fingerabdrücke. 
Handschuhe (Latex PUDERFREI oder auch Baumwolle) sind nicht schlecht.

- Belichtung optimieren: Wie lange belichtest Du?
Ein Halo-Strahler bringt vor allem Wärme und sichtbares Licht. Der 
geringere Teil ist UV-Strahlung.
-> Es hilft, auszuprobieren, wie kurz Du belichten kannst und noch 
sauber durchentwickelte Ergebnisse kriegst.
-> Alternativ nach einer besseren Lichtquelle suchen. Siehe oben, 
Gesichtsbräuner, Höhensonne - oder evtl. einen LED-Belichter bauen. such 
mal im Forum. Eine "richtige" Belichtungseinrichtung wird etwa 200 Euro 
kosten, oder ein Stelbstbau mit UV-Röhren und einem Scannergehäuse.

- Wann immer Du Glas im Strahlengang hast, sei es als Scheibe im 
Belichtungsgerät (Scanner) oder als Scheibe auf der Folie, um diese 
glatt auf das Platinenmaterial zu pressen:
Nimm Quarzglas. Normales Glas schluckt UV. d.h. Deine Belichtungszeit 
verlängert sich, mit allen schlechten Nebeneffekten wie zusätzliche 
Hitze, etc.

Was noch? Oh, nicht unwichtig:
- Nimm vernünftiges Platinenmaterial, was Du in konstanter Qualität 
kaufen kannst. Z.B. Bungard oder ähnliches Qualitätsmaterial. Sonst sind 
nämlich alle Optimierungen wie Belichtungszeit oder Entwicklungszeit für 
den Hintern, weil beim nächsten Einkauf das Material gaaanz anders ist.

- Entwickle so kurz wie möglich aber so lange wie nötig. Sonst werden 
die Linien in Deinem Photolack auf der Platine evtl. zu schmal.

- Ätze schnell, und nur so kurz wie möglich. Kurzes Ätzen reduziert ein 
wenig das "Unterätzen" durch die Isotropie des Ätzvorganges. Deswegen 
macht es auch Sinn, ein Ätzbad zu erwärmen.
Mit passenden Apparaturen kann man bei 70-80° C ätzen.
Mit einfacheren und Aquarienheizern vielleicht bei 40°C.

(Das Ätzmittel greift auch die "seitlichen" Wände der Ätzgrube an und 
ätzt nicht nur nach unten sondern auch zur Seite -> Du verlierst 
Linienbreite.
Schmale Linien könnten dann weg sein. Sowas läßt sich manchmal mit 
Vorhalt korrigieren (bzw. verhindern), d.h. Deine Linie ist auf der 
Folie einen Tick breiter. Jetzt wird sie durch das Ätzen im Kupfer 
schmaler als auf der Folie, ist aber noch breit genug. Erfordert 
Experimente und hört spätestens dann auf, wenn die Linien zu dicht 
beeinander sind.)

So, das klingt vielleicht jetzt sehr kompliziert, ist es aber nicht.
Wichtig: optimiere nicht alle Parameter auf einmal, sondern taste Dich 
nacheinander ran. Erstmal bessere Folien, und probieren, was es bringt.
Dann evtl. Lichtquelle, probieren, Belichtszeit evtl. verkürzen, etc.

Oder - Du läßt Deine Platine fertigen ;-) Ist viell. teuer aber sicher.

Viele Grüße
Holger


Gast #440064
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Hallo
Naja Layout auf der unterseite einer Platine, wird
nicht gespiegelt. Und was habt ihr denn für komische Drucker.
Ich drucke einmal und gut ist. Hatte noch nie damit
Probleme, bis runter auf 0,15mm.
#443564
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Hallo,

danke für die Zahlreichen Antworten.

Leider hab ich noch keinen Gesichtsbräuner und so habe ich es erst mal 
wieder mit der Halogenlampe versucht. (Ging ja sonnst auch)
Nun hab ich 15 min belichtet und wollte entwicklen.
Ich vermute mal es war zu kurz.
Verstehe aber nicht, warum einige Leiterbahnen Kupferfarben aussehen und 
andere dunkel(rötlich) sind.
Wenn der Lack runter ist, dann müssen doch die Leiterbahnen dunkler 
bleiben oder nicht????
Gast #452957
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Hallo zusammen

Ich belichte seit meiner Lehrzeit (ca. 12 Jahre her) alles mit einer 
UV-Schwarzlichtröhre wie man sie aus der Disco kennt. Kostet nicht viel, 
hält lange und kann man bei einer Hausparty auch verwenden und wird vor 
allem bei weitem nicht so heiß wie das was man so zum kaufen bekommt. 
10-12 min bei ca. 20 cm Abstand unter einer Glasplatte. SMD, 0,3mm 
Leiterbahnen, Duallayer alles kein Problem! Wer sich nicht sicher ist 
der kann das Layout 2 mal ausdrucken, dann genau übereinander legen und 
Verkleben. Dann ist auch eine 0,3mm Leiterbahn so schwarz das da kein 
UV-Licht durch kann.

Für weiter Fragen stehe ich gerne zur Verfügung

lg, HarleyD
Gast #453246
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Ja, ja, ja. Die UV-schwarzlichtröhre die man aus der Disco oder den 
Nachtlokalen kennt. Ich habe eine 18Watt Röhre und belichte damit seit 
Jahren. Und wenns eine Party gibt verwende ich sie auch! Geht super zum 
belichten. Hat offensichtlich genug der uv-anteile die der Positiv-Lack 
braucht.

Wenn ich meine kleine (18Watt) gerade verborg habe dann nehme ich auch 
meine 36 Watt UV-Schwarzlichtröhre her, muss man dann mit der 
Belichtungszeit aufpassen! Die 36 Watt Röhre habe ich um ca. 15,- Euro 
gekauft und die kleine vor ca. 15 Jahren bei Quelleversand. Gibts aber 
dort nichtmehr dafür haben wir ja jetzt den Conrad-Elektronik

lg, HarleyD
Gast #454267
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@Tarzan

Hallo, ich habe einen Abstand von ca. 30cm, ist aber nicht sehr 
anfällig. In der Regel 20 - 40 cm Abstand und 10 - 15 min Belichtung. 
Unter 10 min solltest du nicht belichten, das ist zu wenig. mit der 36 
Watt-Röhre gebe ich dann ein bischen mehr abstand und halte mich mehr an 
die 10 min.

Mach einfach einmal einen Test, häng die Röhre 30cm über die Print. Deck 
sie 4/5 ab und belichte 10 min lang. Dann entferne nach jeder weiteren 
Minute die Abdeckung um 1/5 der Print. Dann hast du am ende 5 Zonen auf 
der Print, von 10 - 14 minuten. Für das beste ergebniss stellst du dir 
beim nächsten mal den wecker. Das testlayout sollte möglichst viele der 
dünnsten Leiterbahnen beinhalten die du verwendest, um heraus zu finden 
wann die "unterleuchtung" zu stark wird.

Sollten noch Fragen sein, ich schau immer wieder mal hier rein. Ist ein 
tolles Forum, konnte viele meiner Fragen beantworten!

Grüße, HarleyD

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