Merten Argus - Kondensator in der Base-To-Base Strecke?

OP #7783798

Ich habe hier einen Dämmerungsschalter von Merten.

Der war teildefekt, ist jetzt vorläufig repariert (smd Kondensator 100nF zweites Foto). Nun wollte ich es aber genau wissen und habe mal den Schaltplan für das Gerät erstellt. Dabei ist mir ein Kondensator aufgefallen den ich mir nicht erklären kann, und zwar der 4.7 nF zwischen NPN und PNP Basis.

Was wird dort abgefangen? Überspannung (Fly-Back des Relais?), Glättung? Nimmt man den Konsator aus der Schaltung ändert sich im Simulator nichts, bzw ich kann keine schädlichen Spannungsspitzen messen.

Der NPN ist ein BC237, der PNP BC556 (Hersteller für beide unbekannt)

Meine Vermutung ist Überspannungschutz beim Abschalten des Relais, erklären kann ich es aber nicht.

Für Hilfe wäre ich dankbar.

Link zum Simulator: https://everycircuit.com/circuit/5651187508576256

Bild 1 Schaltung schematisch, Bild 2 PCB von oben, Bild 3 PCB mit überlagerter Platinenschaltung

Angehängte Dateien:
#7783831

Hallo Andreas,

ein Kondensator zwischen Kollektor und Basis ist normalerweise dazu da, die Bandbreite der Schaltung zu reduzieren. Das ist praktisch eine künstlich vergrößerte Miller-Kapazität. Ich kann auf den ersten Blick die Funktion der Schaltung nicht richtig erkennen, aber auch hier scheint mir dieser Kondensator denselben Effekt zu haben, um die Bandbreite des vielleicht Spannungsreglers (?) einzustellen.

Viele Grüße, Simon

OP #7783870

Hallo Simon,

leider kann ich das mit der Miller-Kapazität (noch) nicht nachvollziehen.

Aber die Schaltungslogik ist recht einfach. Links das ungeregelte Netzteil bis ca. zum Potentiometer, ab dort etwa Logik. Am NPN (unten) liegt via Spannungsteiler etwa 5V Vorspannung am Emitter an. Also muss dessen Basis bei ca. +5.5V zum Schalten liegen. Das wird durch den 1M Ohm (als Pullup) erreicht wenn die Photodiode hochohmig wird (nacht). Sobald der NPN schaltet liegt die Basis des PNP gegen 3.3kOhm an, das reicht und der PNP schaltet durch, und damit auch das Relais.

Nach dem Einschalten bekommt der 2.7M Ohm (da PNP geschaltet) die 24V Netzteilspannung und erhöht die Spannung an NPN Basis nochmal um ca. 200mV.

Die Spannung an NPN Basis bricht erst zusammen wenn die Photodiode niederohmig wird (tag). Dann schließt der NPN und der PNP schaltet nicht mehr durch. Der Rest drum-herum ist Vitamingemüse. So erkläre ich mir das.

Die Spannungsbreite bei 4.7nF kann aber nicht viel ausmachen?! Verzögern eher?

PS: Neu kostet der Argus übrigens um die 70-90 EUR, da lohnt sich das Erhalten, super simple Schaltung an sich, und für die Ewigkeit gemacht, bis auf das Relais, und Elko.

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