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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Sinn einer Frequenzmodulation des Systemtaktes?


Autor: Andre S. (dg2mmt)
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Hi,

ich hab hier gerade mit einem MPC5554 zu tun. Dieser uC hat eine interne 
PLL, mit der er seinen Systemtakt aus einem externen Takt erzeugt. Die 
PLL bietet die Möglichkeit eine 1% oder 2% Frequenzmodulation des 
Systemtaktes durchzuführen. Leider habe ich bisher nirgends eine 
Information finden können, was das denn bringen soll. Ich kann mir 
vorstellen, dass es was mit EMV zu tun haben könnte. Aber das bringt 
natürlich auch den Nachteil, dass die Timer dann nicht mehr genau 
zählen, oder seh ich das falsch?
Wär toll, wenn hier jemand dazu Informationen hätte oder auf 
entsprechende Quellen verweisen könnte.

Autor: PeterL (Gast)
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ist definitiv um bei EMV Messung besser abzuschneiden,
wenn dein Timer 10 sec läuft und du 50% der Zeit 2% drüber und 50% 
drunter bist stimmts ja wieder.

Autor: Dieter Werner (Gast)
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Durch die Frequenzmodulation wird bei der Störaussendung nicht alle 
Energie auf einer Frequenz abgestrahlt sondern über einen 
Frequenzbereich "verteilt". Das gibt im Störspektrum einen niedrigeren 
Spitzenwert und man muss weniger Aufwand zur Störunterdrückung treiben.

Wenn der Controller diese Möglichkeit bietet, sollte auch die Entnahme 
eines Timertaktes direkt von der Quarzfrequenz und damit ohne Modulation 
verfügbar sein.

Autor: Owz (Gast)
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Hallo!

Ein guter Freund von mir hat über das Thema Diplomarbeit geschrieben. Im 
Prinzip ist es ein Trick die unzulänglichkeit der Messtechnik aus zu 
nutzen. Jeder Eingangsfilter braucht einen Gewissezeit um 
einzuschwingen, wenn man die Eingangsfrequenz aber ständig ändert kann 
der Filter nie Vollständig einschwingen. Ergebniss ist ein breites 
Spektrum, mit wenig Pegel.
Wird gerne bei Billigeräten gemacht um durch die EMV-Prüfung zu kommen, 
da es billiger ist wie andere EMV-Maßnahmen.

Ein Prof. während meines Studiums hat das mal "HF-Müll gleichmäßig in 
der Landschaft verteilen" genannt. Das war übrigens auch das Ergebniss 
der Diplomarbeit: Das Störpotential sinkt dadurch kaum, es wird nur 
schwerer es nach zu weißen!

mfg Owz
P.S. Als Amateurfunker bin ich natürlich gegen solche Umweltvermutzung!

Autor: Stefan May (smay4finger)
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Das wird nicht nur in Billig-Geräten verwendet, sondern auch auf jedem 
Mainboard. Du hast aber recht, es erleichtert den Systemherstellern die 
EMV-Prüfung, so sie denn überhaupt stattfindet. CE kann ja heute jeder 
draufbappen, ohne irgendwelche Folgen riskieren zu müssen.

mfg, Stefan.

Autor: Peter Dannegger (peda)
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Owz wrote:

> Das Störpotential sinkt dadurch kaum, es wird nur
> schwerer es nach zu weißen!


So sehe ich das auch, die Störungen werden nicht vermindert, sondern nur 
die CE-Norm ausgetrickst.

Es bewirkt sogar das genaue Gegenteil, eine konstante Störung ließe sich 
im gestörten Gerät viel leichter wegfiltern als eine wabernde.


Peter

Autor: Marc989 (Gast)
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Hi,
wir verbauen sowas auch in unseren Prozessoren.
Der klare Vorteil ist, das du nicht einen Peak bei einer Frequenz hast, 
(meist 2x Quarzfreq.) sondern dass das Signal an dieser Stelle nur eine 
Beule und keine steile Spitze im Spektrum erzeugt. So ein Peak ist 
wesentlich unangenehmer als ein etwas breidbandigerer Verlauf, der sich 
dann trotzdem! sehr leicht filtern lässt mit externen Bauteilen.
Grade im KFZ bereich, wo ohnehin die meissten Prozessoren auf einer 
Frequenz stören ist dies besonders Wichtig. (96kHz)

Gruß Marc989

Autor: Andre S. (dg2mmt)
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Hi,

danke schon mal für die Antworten.
Was ich jetzt noch nicht gefunden habe, ist die Sache mit dem Timer. Ok, 
im Mittel bekommt der die gleiche Anzahl an Pulsen wie ohne Modulation. 
Wenn der Timer aber auf kleine Werte eingestellt ist, dann kommen die 
Timer-Interrupts letztendlich unterschiedlichen Zeitabständen. Nimmt man 
das in Kauf? Im Prozessorhandbuch habe ich jedenfalls nichts gefunden, 
dass darauf schließen lässt, dass die Timer eine eigene, nicht 
modulierte Taktquelle hätten.

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