Hallo,
ich bin im Besitz eines OWON PDS5022 Oszilloskopes und wollte mal meinen
Senf zu diesem Thema abgeben.
Beruflich arbeite ich in der Hard- und Softwareentwicklung im automotive
Bereich. Dort haben wir Oszilloskope von Agilent, HP, Fluke, Hameg,
Tektronix usw. Preisspanne von 1500€ bis 25000€ unter anderem auch
welche mit Windows als Betriebssystem ! und Netzwerk- und
Internetfähigkeit.
Somit kenne ich den Markt für Oszilloskope.
Ein Arbeitskollege, der öfters in China bei einem Kunden von uns ist,
hat mir ein PDS5022 mitgebracht. Bezahlt habe ich dafür 500$ (damals ca.
410€) Das OWON kann sich nicht mit einem Tektronix oder Agilent messen
lassen, dafür ist es auch nicht gedacht. Denn schliesslich kostet es
auch nur ca. 30% was ein vergleichbares Gerät der bereits gennanten
Hersteller kostet. Das oben erwähnte TDS1002 hat keinen farbigen
Bildschirm sondern einen Monochromen! Ein TDS2002 mit farbigen Schirm
kostet ca.1300€ und für die PC-Software darf man den Geldbeutel auch
nochmal aufmachen.
Auch hatte ich keine Lust für ein 20Jahre altes Hameg205 ca. 250-300€
hinzulegen. Abgesehen von dem Platzbedarf.
Das PDS5022 wiegt 1Kilo und ist sehr schmal, also durchaus auch als
tragbares Gerät geeignet. Der Bildschirm ist riesig (7,8") und überhaupt
nicht grobkörnig (640x480Pixel). Im Vergleich dazu das Tektronix
1000/2000 Serie 5,7"-Display mit 320x240 Pixeln.
Der einzige Nachteil des OWON ist der Betrachtungswinkel, der ist
definitiv beim Tek besser.
Die Verarbeitung ist natürlich nicht wie bei einem Agilent oder Fluke,
aber auch nicht so schlimm wie ich erwartet hatte.
Von der Messgenauigkeit und der Bedienbareit des OWON war ich aber doch
überrascht. Selbst ein 14,7456 MHz-Quartz wurde bis auf die 3.
Kommastelle (mehr wird auch nicht angezeigt) von der automatischen
Frequenzmessung richtig angezeigt. Die Zoomfunktion und das Ein-und
Ausblenden von gespeicherten Sigalen war mir wichtig und funktioniert
einwandfrei.
Die PC-Software die dabei ist, ist zwar nicht sonderlich umfangreich
aber ausreichend. Ich kann Signale direkt über USB aus einer laufenden
Messung heraus an meinen PC senden oder gespeicherte Signale im nach
hinein übertragen. Wählen kann man ob die Signale als Bild oder als
.txt-file , welches mit Excell zu Graphiken weiterverarbeitet werden
kann, gesendet werden soll.
Für meine Anwendungen ist das PDS5022 vollkommen ausreichend. Für den
harten Einsatz im Labor oder im Versuch würde ich es mir auch nicht
kaufen. Es ist halt immer eine Frage wo und für welchen Anwendungsfall
ich etwas brauche.
Um eines noch klar zu stellen : Das ist meine persönliche Meinung zu
diesem Thema und vielleicht hilft es dem einen oder anderen zu einer
Entscheidung zu finden. Ich habe den Kauf, aus den oben genannten
Gründen, bisher nicht bereut und würde es sofort wieder kaufen.
Ob neu und günstig oder gebraucht, diese Entscheidung muss jeder für
sich selber treffen.
Andreas