Die 32. Ausgabe der Amper erfolgte nicht mehr unter Schirmherrschaft der TerInvest, sondern wurde direkt von der für das Gelände verantwortlichen BVV ausgetragen. Was es in Brünn diesmal zu sehen gab, und wie sich die Änderung des Veranstalters auf das Event als Ganzes auswirkt, klären wir hier.
Neben einem abermaligen E-Mobilitätskongress gibt es am 18 ein nur in tschechischer Sprache abgehaltenes Event zu Drohnen. Außerdem fällt auf, dass wesentlich mehr Studenten am Kongress teilnehmen und Universitäten unüblich große Stände erhalten – mehr dazu später.
Sonne scheint in Fernost am Himmel zu stehen
Als “letzten Rettungsakt” versuchte die TerInvest im Jahre 2025 (siehe Beitrag "Amper 2025 – Skill Level 26000"), die Messe mit einem Elektromobilitätskongress und einem erweiterten Branchenmix anzureichern. Dieses Jahr setzte sich der Trend der Ausrichtung nach Fernost fort – unter Anderem war eine Unmenge von Platinenfertigern und einige Bestücker vor Ort. Auch im Bereich Steckverbinder und Mikroschalter mangelte es nicht an Ausstellern. Trotzdem gelang es dem Veranstalter nicht, die 2024 aufgegebene dritte Halle “wiederzubeleben”.

Bildquelle, alle: Autor
Kein sonniger Tag!
Der technische Literaturverlag B E N (siehe http://www.ben.cz/cz/ und https://www.hezkyden.cz/) bespielte die Amper in der Vergangenheit mit einem Shop, der diverse lustige Komponenten für das Labor anbot. Diesmal blieb man der Messe fern – über Gründe war vor Ort nichts zu erfahren.
Im Dienste der Distribution
Farnell blieb der Messe auch dieses Jahr fern, von den “großen Katalogdistributoren” waren TTI (Mouser fehlte), RS und Avnet vertreten. Am Stand von RS lag der Fokus unter Anderem auf der Eigenmarke RS Pro, die mittlerweile auch Prozesschemie und elektromechanische Bauelemente umfasst.

Mit WinSource gelang der Messe ein Neuzugang. Das Unternehmen belegte nicht unerhebliche Standfläche und präsentierte seine Dienstleistungen.

Außerdem war der englische Komponentenbroker electronicsdirect erstmals vor Ort. Außerdem gab es – wie immer – einen Stand der Rutronik und einige lokale Distributoren.

Leider nicht mehr geil: GM Electronic am Rückzug
Der in Tschechien und der Slowakei ob seiner großen Lokalpräsenz beliebte Einzelhändler GM Electronic hat seine Filiale in Bratislava geschlossen.
Lieber mit Linux
Nach der EmbeddedWorld ist vor der Amper: der geringere Besucherandrang ermöglichte dem Verkaufsteam von Uni-T eine detaillierte Demonstration des Signal Analyzers. Im Prinzip handelt es sich dabei um einen RSA mit einer Optionsbandbreite von bis zu 250 MHz. Interessant ist außerdem, dass im Hintergrund ein – für den Nutzer problemlos zugängliches – Linux seinen Dienst versieht.


Viele, viele Marken kennt der Metrologe
BluEMI – siehe https://www.bluemi.cz/ – erweist sich wie immer als Quell für diverse nicht weit bekannte Messtechnik. Erstens zeigte man verschiedene Netzgeräteprodukte der in Taiwan ansässigen itech. Interessant ist eine sehr schmale Serie von Zweikanalsystemen, die – wie in der Abbildung gezeigt – ob der hinten befindlichen Verbinder vor Allem für den Rackeinsatz vorgesehen sind.

Von Langer-EMV gibt es derweil neue Sonden, die das gezielte Einbringen von Störimpulsen in die im Test befindlichen Schaltungen erleichtern.

Ertrotzung von Luftfeuchte- und Temperaturreferenzen
Nicht nur wer sich mit Feuchtigkeitssensoren abgibt, wünscht sich bald eine “Referenzkammer” zur effizienteren Testung der diversen Produkte. Das Unternehmen kalibratory.cz ist auf derartige Messtechnik spezialisiert, und zeigte ebenfalls einige Neuerscheinungen seiner Lieferanten. Testo bietet mit dem Huminator II ein diesbezügliches Gerät an, das einen Einstiegspreis von rund 20k EUR aufweist und sich wie in den Abbildungen gezeigt präsentiert. Zu beachten ist, dass größere Kammern anderer Hersteller noch genauer sind – die Kosten liegen hier allerdings im Bereich 100k EUR.


Beamex schickt mit dem MC6 derweil ein Produkt ins Rennen, das sich ganz auf das Anbieten einer Referenztemperatur spezialisiert hat. Hintergedanke ist hier, dass Mess- und zu kalibrierende Sonde quasi im gleichen Thermoblock unterkommen und so auf der gleichen Temperatur gehalten werden.


Reiche Visualisierungen im Multimeterbereich
Mit dem – nicht absolut neuen, bitte keine Leserbriefe - XXX schickt Rigol ein Multimeter mit 5.5 Stellen Genauigkeit ins Rennen. Hervorzuheben ist unter Anderem das kleine, beispielsweise von den Mini-Oszilloskopen bekannte Gehäuse.

Außerdem gilt, dass sich Rigol im Bereich der Visualisierungssoftware nicht lumpen lässt. Die Abbildung zeigt beispielsweise den Histogrammmodus, der schnell reagierende Touchscreen bietet im Allgemeinen (bis auf einige zu kleine Buttons wie den zum Schließen von Popups) keinen Anlass zur Kritik.
Zu guter Letzt sei angemerkt, dass sich Rigol dieses Jahr – erstmals – nicht von einem Distributor vertreten lässt, sondern die eigene Mannschaft von der Embedded World einfach umleitete.
Lieber sichere Schraubendreher verwenden
Messeangebot Nummero eins ist am Stand von Wiha, wo einige der für den Elektrikereinsatz vorgesehene Schraubendreher wie in der Abbildung gezeigt rabattiert waren.

Um Crimpzangen sollst du dich drehen
WeiCon – unter Anderem für seine Abisolierzangen bekannt – startete den Messetag mit dem Vorführen von drei Crimpzangen. Neben zwei klassischen gibt es auch einen Hexagonal-Crimper, der beispielsweise für Kabelendschellen ideal geeignet ist.


Am Stand von WeiCon gab es ebenfalls ein Messeangebot, dessen Fotographieren dem Autor allerdings untersagt wurde. Allgemein sei gesagt, dass einige Werkzeuge um 100, 200 oder 300 CZK “verramscht” wurden – die Crimpzangen waren dabei allerdings nicht darunter.
Sonderangebot für Knutschkugel bzw Kei Car
Wie immer gab es einen – nun noch umfangreicher ausfallenden – “Streichelzoo”, in dem verschiedene Elektrofahrzeuge zur Verfügung standen. Besonders interessant empfand der Autor ein Kei Car aus dem Hause Wuling, dessen Importeur – wie gezeigt – auch gleich einen Messerabatt gewährte.

Trau, schau wem?
Auch hier könnte sich etwas Lustiges verbergen – wer etwas findet, postet bitte ein Kommentar. Und wer super_flummy kennt und dem Newsautor Kontakt verschaffen kann, bekommt eine kleine Prämie (Zigarre oder Waffeln). Zu guter Letzt folgt ein zweiter Teil des Berichts, sobald der Veranstalter seine offizielle Besucherzählung bekanntgegeben hat.
















