Im Rahmen einer Pressemeldung vermeldete die nun als Veranstalter auftretende BVV die erreichte Anzahl der Skiller. Außerdem gab es robuste Glasfaserkabel, Fresnelllinsen, Distanzsensoren und vieles andere mehr zu sehen – hier ein Round-Up von Interessantem.
27 000 Skillers there are
Nach der Messe folgt die Zusammenfassung. Unter der URL https://www.bvv.cz/amper/aktuality/amper-2026-vice-vystavovatelu-pavilony-plne-navstevniku-i-bohatsi-doprovodny-program~n11255 vermeldet der Veranstalter BVV folgendes – im letzten Jahr erreichte die TerInvest übrigens mehr als 26000 Teilnehmer:
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The International Trade Fair of Electrical, Electronics and Energy AMPER has successfully entered a new era under the direction of Trade Fairs Brno. Among the 468 exhibiting companies from 33 countries, there were no shortage of industry market leaders. The format of the interactive program center AMPER STAGE in the pavilion and news such as the conference DronyX or Smart Industry has proven itself. In three days, more than 27 000 visitors, especially technicians from the presented sectors, but also from the related and customer disciplines, visited the fair. |
RayService: robuste Glasfaserkabel, In-House-Lizenzfertigung einiger Steckverbinder von Amphenol
Die als Distributor für alle Arten von Steckverbinder und Kabel auftretende RayService vermeldete zwei Neuerungen. Erstens ging man eine Partnerschaft mit SoliFos ein – das Unternehmen verkauft verschiedenste Glasfaserkabel, die wie in der Abbildung gezeigt einen wesentlich robusteren Aufbau aufweisen.

Zweitens ist man ab Sofort berechtigt, Amphenol D38999-Steckverbinder vor Ort zu produzieren.
PROMFACTOR – in Europa gefertigte Elektromechanik
In Zeiten von Handelskrieg und Co gilt, dass lokal produzierte Güter verschiedene Vorteile aufweisen. In Litauen produziert PROMFACTOR seit fünf Jahren diverse Elektromechanik, die Abbildung bietet einen kleinen Auszug des Lieferportfolios.


OskarLocks – Schlösser und Schließelemente für (fast) alles
Die in der Türkei ansässige OskarLocks setzt den Trend des “seltsamen elektromechanischen Ausstellers” auf der Amper fort – immer wieder steht man vor einem Stand und freut sich, von der Existenz der jeweiligen Firma gehört zu haben. Sei dem wie es sei, zeigen die folgenden Bilder das Lieferprogramm des Anbieters.

EcoGlass – Fresnelllinsen und Linsen mit “integriertem Weichzeichner”
EcoGlass – siehe beispielsweise Beitrag "Amper 2025 – Messe, im Kreis drehend" – ist als Auftragsfertiger in Glassachen bei aller Herren Nutzer beliebt. Dieses Jahr zeigt das Unternehmen erstens ein Portfolio von Fresnelllinsen, die direkt im Webshop bestellbar sind und bei ähnlichen optischen Eigenschaften mit wesentlich weniger Material und somit Gewicht auskommen. Neuerung Nummero zwei ist ein Linsenmaterial, das eine “Weichzeichnung” des Lichts bewirkt.

Siglent – mit einem Vektorsignalgenerator auf Pac-Mans Spuren
Lustige oder plastische Demonstrationen können massiv verkaufsfördernd sein – man denke nur an die Abenteuer der (ob des verbrannten Sprits agileren) F14 in Persien. Siglent zeigte auf der Amper zwar noch kein Serienmodell der auf der EmbeddedWorld vorgeführten SMU, der Distributor brachte stattdessen das in der Abbildung gezeigte Gerät mit.

ElmoTec SolderSmart – Tisch-Lötroboter mit “manuellem Lötkolben”
Manche Anbieter verkaufen ihre Evaluationsboards mit nicht eingelöteten THT-Pins, weil deren Handhabung – zumindest traditionell – als für Maschinen schwierig gilt. Mit dem SolderSmart steht nun das in der Abbildung gezeigte Gerät zur Verfügung, das sich dem Problem zuzuwenden sucht.

ScienScope – Inspektionsmikroskop und Bauteil-Akzeptanzsystem
Gab es letztes Jahr Unmengen von CNC-Fräsen und ähnlichen Geräten zu sehen, so verschiebt sich der Fokus diesmal – klar – auf Systeme zur Unterstützung von Elektronikfertigung und Bauteilverwaltung. Produkt Nummero eins ist ein “Poka Yoke”-Bauteilscanner, der eingehende Komponenten-Reels erfasst und mit Labels versieht. Dank einer Feedbackschleife stellt das System sicher, dass das korrekte Label am Platz ist.

Produkt Nummero zwei ist ein Inspektionsmikroskop, das unter Anderem durch seine feine Zoomfähigkeit beeindruckt.

Euchner – System zur Zugriffsverwaltung auf Maschinen
Euchner zeigte RFID-basierte Systeme an, die stufige Berechtigungen für komplexe Maschinen ermöglichen. Auf diese Art und Weise kann man – der berühmte Spruch mit den Blinkenlights lässt grüßen – Personen von für sie unbekannten oder gefährlichen Anlagenteilen fernhalten.

Orbit Merret – Front Panel-Display mit integrierter Benutzerverwaltung
Orbit Merret ist auf alle Arten von Frontpanel-Messgerät spezialisiert. Interessant war dieses Jahr eine “fortgeschrittene Spielart”, die wie in den Abbildungen gezeigt eine Benutzerverwaltung mitbringt.

micro-epsilon – Sensoren zum Messen winziger Distanzen
Wer Distanzmessungen von ganz klein bis ganz groß begehrt, wird traditionell am Stand von micro-epsilon bedient. Neben verschiedenster Literatur zu Distanzmesstechnologien zeigte man einen mechanikbasierten “3D-Scanner”, den der Autor gleich zur Qualitätsmessung von Zigarren heranzog.

Technisches Museum Brno – im Zeichen der Spielkonsole
Am Stand des technischen Museums zu Brünn konnte man sich anhand verschiedener Konsolen sowohl von Nintendo als auch von Sega davon überzeugen, dass es eine Welt ohne In-App-Purchases gibt bzw gab.

LegalPartners – Rechtsberatung auf der Messe
Ein weiterer eher exotischer Aussteller war LegalPartners – eine Full Service-Zivilrechtskanzlei, die sich in besonderer Weise um die Bedürfnisse von Start-Up und Gründer kümmert.

Schnappschuss – Terinvest-Mitarbeiter auf der Amper
Die Terinvest blieb der Amper doch erhalten – einige der Stände wurden nach wie vor von Terinvest-Mitarbeitern errichtet und betreut.

Catering – oder – Platz schinden mit Foodtrucks
Die Amper zeichnete sich immer durch im Vergleich zu zentraleuropäischen Messen preiswerte Verpflegung aus. Auf den ersten Blick änderte die BVV nichts in diesem Bereich; die Foodtrucks waren nach wie vor massiert anzutreffen. In Halle P fand sich in einer Ecke eine weitere “Futterstelle”, die aus Indoor-Foodtrucks bestand. Ein Schelm ist, wer hier an Platz-Schinden denkt.

Außerdem gab es einen – sehr platzaufwändig aufgebauten – Weinstand und verschiedene Minibars.

Almeto: leckt uns an der Vergussmasse
Almeto erfreute die Messe in der Vergangenheit mit essbar aussehenden Bhaltis, die mit mehr oder weniger passiv-aggressiven Schildern beschützt wurden. Dieses Jahr reichte es der Truppe, weshalb man Luftballons und mit Vergussmasse gefüllte Fässer verteilte. Interessant ist außerdem die Betonung kompletter Filter.

Studenten, Studenten, über alles
Für den Newsautor auffällig ist der extrem geringe Altersschnitt der Teilnehmer: an Studenten fehlt es der AMPER definitiv nicht. Außerdem bekamen einige Universitäten geradezu gigantische Stände zugeteilt – zur Vorführung der diversen Studienprojekte hätte es in der Vergangenheit auch mit weniger Platz gereicht.

Fazit
Das massive Hinzuziehen asiatischer Aussteller (Stichwort geschicktes Verkaufsteam), das Einladen von Unmengen von Studenten und “Tricksereien” am Hallenlayout helfen dabei, die Amper größer erscheinen zu lassen. Zudem erreicht man mit “mehr als 27000” im Vergleich zu den “mehr als 26000” des Vorjahres eine Steigerung, deren Größe in Ermangelung genauerer Zahlen nicht genauer bemessbar ist. Fraglich ist, ob es sich dabei nicht um einen Phyrrussieg handelt. Die BVV hat – der Mittelsmann TerInvest fällt ja weg – sicher die Möglichkeit, Stände billiger zu vergeben. Am Ende muss sich der Personaleinsatz für alle Beteiligten trotzdem lohnen: einige Aussteller haben sich beim (nur am ersten Tag anwesenden) Autor über die zu hohe Studentenanzahl beschwert….
In eigener Sache: es geht weiter zur EMV
Wer in Köln weilt, soll Laut geben – der Autor wird die nächsten drei Tage auf der EMV zubringen!




























