Guten Tag, ich habe mich gerade erst angemeldet, bin Elekronikingenieur und lebe in Kenzingen. Ein Solateur hat mir 3 defekte solarmax DC-DC-Konverter zur Durchsicht gegeben. Die Wandler scheinen CLLLC Wandler zu sein (Dual Active Bridge) und die Energie zwischen dem Batteriekreis 50V und einem 700V Zwischenkreis hin- und herzuschieben (Die Induktivität des dritten Ls in CLLLC habe ich noch nicht gefunden, kann man das rein mit der Streuinduktivität erledigen?). Da ich keinerlei Unterlagen habe, konnte ich sie nur sehr begrenzt durchmessen, habe aber bei allen drei die gleiche Problemstelle gefunden: bei einem Hilfsspannungskonverter für die Versorgung der 700V-Seite ist der Snubber-Widerstand deutlich zu heiss geworden. Dort sind 0402 Widerstände verbaut, die wohl deutlich unterdimensioniert sind (Lötstopplack braun). Ein Widerstand ist komplett ausgefallen und eine Gleichrichterdiode (B2100) ist durchlegiert, beim zugehörigen Schaltregel-IC (leider unterm Kühlkörper) sind auch Teile einer Leiterbahn verdampft. Das IC ist so heiss geworden, dass die Typenbeschriftung weggebrannt ist. Ich nehme an, dass das von der durchlegierter Diode und somit kurzgeschlossener Sekundär-AC stammt. Trafo, Snubber, B2100, Siebung sind auf der Bestückungsseite, Schaltregel-IC (jpeg) auf der Lötseite. Weiss jemand, welches IC dort verbaut wurde? Vielleicht liest ja ein ehemaliger solarmax-Entwickler mit? Vielen Dank und viele Grüße michael
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Verschoben durch Moderator
Sollte das unter Analogelektronik nicht besser aufgehoben sein?
hi Harald, ja, möglicherweise habe ich da einen Fehler gemacht, andererseits lebt so ein Schaltregler in einer Zwischenwelt. die SiC-mosFets analog anzusteuern, würde sicher ein hübsches Feuerwerk ergeben. OK, kleiner Scherz. Aber ja, von mir aus kann der Beitrag gerne verschoben werden. Trafos, Streufeldentsorgung, Gate-Driver-Netzwerke etc. sind klar analog. frohes Löten michael
Probier mal z.B. mit einer Taschenlampe den IC von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Noch besser mit nem externen Blitz. Oft kommt bei richtiger Beleuchtung dann die Beschriftung des ICs raus und damit kann man den dann identifizieren.
Hi Wer sagt denn, dass da überhaupt etwas drauf war was wegbrennen hätte können? Das sieht mir schon gut fotografiert aus und die körnige Oberfläche macht in dem Bild eher den Eindruck als wäre die mal bearbeitet worden. Vielleicht hat dein Solarteur ein weiteres, noch funktionierendes, Gerät zum Nachschauen.
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ja, auch mit starker Kopflupe sieht man nichts. Das Problem ist, dass das IC unter dem Kühlkörper sitzt und um den zu demontieren muss man die Halteklammern der Leistungsmosfets weghebeln. Das ist eine arge Würgerrei und ich habe dabei schon ein Stück der Wärmeleitfolie abgequetscht. Und die ist essentiell bei 700V. Ich wüsste auch nicht, wie man die Snap-In Klammern selbst mit einem speziellen Werkzeug wieder sanft rausbekommen könnte. Einen funktionierenden Wandler würde ich also nicht anfassen wollen, aber ich habe ja noch 2 defekte. Also mal die aufknacken, ist ziemlicher Stress für die MosFets.
Wenn das nur eine galvanisch isolierte Hilfsspannungserzeugung ist: Kann man an einem der funktionierenden Messen wie hoch die Spannung ist? Dann könnte man mit einem Steckernetzteil an einem Defekten die Spannung einspeisen um zu sehen ob es wieder geht und wie viel Strom gezogen wird. Galvanisch Isolierte DC/DC Wandler gibt es auch fertig als vergossene Module zu kaufen.
Kannst Du mal ein Bild der kompletten Platine hineinstellen? Wenns nur die Hilfsspannungserzeugung ist, klingt das erstmal einfach zu reparieren (wenn man deren Höhe ermitteln kann, könnte man eine eigene Lösung dafür einbauen) aber durch den Defekt ist es auch sehr gut möglich, daß eine Überspannung sehr großen Schaden im restlichen Gerät angerichtet hat.
hier die Ansicht von Löt- und Bestückungsseite ohne Kühlkörper. 2kW über den kleinen Trafo, nicht schlecht! Man erkennt 4 Isolated-Halbbrücken-Gate-Driver UCC21520, ein paar AMC1301 Iso-OPAmps, einen CA1S3050U Iso-CAN-RX/TX, den Rest (JH 625, SXE02205M) konnte ich nicht identifizieren. Ach und den uC hab ich noch vergessen. Da ich ursprünglich die B2100 im Gate-Netzwerk im Verdacht hatte, habe ich das Netzwerk skizziert (SiC-MosFets Ansteuerung, 700V Kreis). Interessanterweise werden die MosFets nur über den Ladestrom einer Kapazität eingeschaltet. Ich habe aber wirklich keinen weiteren Widerstand gefunden. Die beiden antiseriellen Dioden werden Zeners sein. Ich weiss nicht, mit welcher Spannung die Elektronik versorgt wird. Wahrscheinlich über einen von den 12 kleinen Steckkontakten? Oder aus der 50V Batterie, damit das netzunabhängig wird (Inselbetrieb)? Muss ich noch durchpiepsen. Platine ist mind. 4-lagig, erschwert das Rerverse-Engineering. Und testen lässt sich der Wandler nur im max-storage-Rack. Hab' ich nicht. (1) Vergoldete CU-Flächen, alles super sauber, moderne SiC-Halbleiter (auch die Bootstrap-Diode) und dann steigt das Ganze wegen eines so profanen Hilfs-DC-Konverters aus. Weiss jemand, warum man ohne Not 0402 Bauteile nimmt? Aus Kostengründen? Kleinere Streuinduktivitäten? (1) bei kleinanzeigen.de gibt's gerade einen, ebenfalls mit defektem DC-DC (die scheinen also öfter auszufallen) und defektem DC-AC.
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> 2kW über den kleinen Trafo, nicht schlecht! Naja. Die werden schon wissen wieso sie den Lüfter da hin gepackt haben wo er ist. :) Auf jeden Fall eine interessante Platine, allerdings ist das meiner Meinung nach kein LLC Resonanzwandler, sondern ein einfacher hart schaltender Gegentaktwandler mit zwei Vollbrücken. Ich habe vor kurzem selbst was ähnliches zur Teilegewinnung zerlegt (SolarEdge 8KW Batteriewechselrichter mit unklarem Status, dessen Steuerungsschnittstellen besser gesichert sind als Fort Knox). In dem Gerät waren zwei Trafos drin, also muss einer 4kW machen. Spannend fand ich, daß die 48V Wicklung der Trafos nur aus zwei Windungen besteht. Getrennte Wickelkammern, dickes Kabel drumgewickelt, scheint zu reichen. Bis zu 30V pro Windung finde ich sportlich. Die Zwischenkreisspannung dürfte bei 800..1000V liegen (2x 550V Elkos in Reihe), den MPPT-Tracker hat man sich komplett gespart und überlässt das den zwingend geforderten Modul-Optimierern, von denen die Kiste 16 Stück oder so als String erfordert. Die Wandler sind aber auch nur ungeregelte Gegentaktwandler mit zwei Vollbrücken, es gibt weder auf der 48Vdc- noch auf der HV-Zwischenkreis-Seite des Trafos Kondensatoren oder Induktivitäten in Reihe mit dem Trafo, beide Zweige mit jeweils einem Trafo sind einfach parallelgeschaltet. > Interessanterweise werden die MosFets nur über den Ladestrom > einer Kapazität eingeschaltet. SiC-FETs scheinen es zu lieben, wenn sie mit einer leicht negativen Gate-Spannung gesperrt werden. Die Gate-Beschaltung in dem SolarEdge-Gerät ist ähnlich komplex, ich vermute einen ähnlichen Aufbau - abgezeichnet habe ich ihn aber noch nicht. Das wird auch doof, die Platine ist mehr als zweilagig und die Bauteile der Gate-Beschaltung sind auf Ober- und Unterseite der Platine verteilt. Diese Wandler laufen mit sehr hoher Frequenz (ich vermute irgendwas zwischen 300..500kHz), bei 400kHz hat ein 500nF-Kondensator nur noch einen Blindwiderstand von 0,8 Ohm. Der Gate-Strom geht da also nahezu ungehindert durch, mit dem 10k-Widerstand und den beiden Z-Dioden ließe sich der Mittelwert der Rechteckspannung auf der Gate-Seite ein Stück ins Negative verschieben. Ohne die Z-Dioden würde ich erwarten, daß sich der Mittelwert genau auf Source-Potential einpegelt (kann natürlich auch sein, daß die genau das wollen, dann sind beide Zenerdioden gleich). > Ich habe aber wirklich keinen weiteren Widerstand gefunden. Hast Du probiert, einen zu messen? Welche FETs haben die verwendet? Was ist das für ein Stromsensor am 48V-Eingang? > Ich weiss nicht, mit welcher Spannung die Elektronik versorgt wird. Bei dem SolarEdge-Gerät startet der DC/DC-Wandler definitiv mit den 48V. Das Gerät bleibt nach dem Abschalten der 48V-Versorgung auch noch einen Moment am Laufen, obwohl es keine großen Kapazitäten auf der 48V-Seite gibt. Da werden also sehr sicher die insgesamt 6 (3x zwei in Serie) 550V-Elkos geladen. Allerdings können dann am Zwischenkreis die ganzen anderen Hilfsspannungswandler anlaufen, das kann man also als mehrstufigen Prozess betrachten. Ich vermute mal ganz stark, daß der abgerauchte Wandler 12V ausspucken soll. Zu viel Spannung für die Gate-Treiber würde dort bei der hohen Frequenz gleich wieder zu höheren Verlusten führen. 5V wären meiner Meinung für die FET-Ansteuerung zu wenig. Es muss irgendwo noch einen zweiten Wandler oder Linearregler für den µC geben, der wird wahrscheinlich von dem defekten Wandler mitversorgt. Man könnte versuchen was passiert, wenn man 12V nach dem Wandler einspeist. Also erstmal den defekten IC runter und schauen ob die Platine unversehrt geblieben ist, dann mal strombegrenzt 5..12V steigend einspeisen und schauen, ob irgendwann der µC aufwacht. Der Wandler wird wahrscheinlich nicht einschalten, aber vielleicht gibts irgend ein anderes Lebenszeichen. > Vergoldete CU-Flächen, alles super sauber, moderne SiC-Halbleiter > (auch die Bootstrap-Diode) und dann steigt das Ganze wegen eines > so profanen Hilfs-DC-Konverters aus. Tja, passiert. Man weiß ja nicht wie heiß das Ganze bei voller Leistung wird. Evtl. ist der Wandler auch durch einen anderen Defekt gestorben, durch den er kurzgeschlossen wurde, oder durch sowas wie Backfeed aus der Ausgangsspannung beim Abschalten oder ungeplanten Abtrennen der Eingangsseite, evtl. durch Überspannung... Oder der Schaltkreis ist einfach nur gepresste Kuhscheiße, dafür kann der Entwickler nicht so viel (siehe Fritzbox 7590 mit ihren heiß geliebten WLAN-Ausfällen). > Weiss jemand, warum man ohne Not 0402 Bauteile nimmt? > Aus Kostengründen? Klares Ja. > Kleinere Streuinduktivitäten? Auch möglich, halte ich aber nicht für den ursächlichen Grund. Es ist schließlich nichts, was im Ghz-Bereich arbeiten muss. > (1) bei kleinanzeigen.de gibt's gerade einen, ebenfalls mit > defektem DC-DC (die scheinen also öfter auszufallen) und > defektem DC-AC. Daß beides gleichzeitig stirbt, ist unwahrscheinlich (aber möglich wenn z.B. der DC/AC-Wechselrichter durch Kurzschluss den DC/DC töten kann - allerdings scheint der eine brauchbare Strombegrenzung zu haben und müsste eher abschalten anstatt Schaden zu nehmen). Ich vermute daher stark, daß dieses Gerät bereits ausgeschlachtet wurde, bzw. die noch intakte Platine wurde entnommen und für den doppelten Bastelspaß des verdummten Käufers durch eine ebenfalls defekte ersetzt. Kann man für gaaaaanz wenig Geld zur Teilegewinnung nehmen, aber eher nicht zur Reparatur. Warum ich mich gerade so sehr für das Thema interessiere: Ich grüble über den Bau eines 4kW starken 36V Solarladers mit hoher Eingangsspannung und überlege, dafür einen echten LLC-Wandler zu bauen, so daß MPP-Tracking und Spannungsanpassung in einer Stufe möglich werden. Ich brauche auch keinen bidirektionalen Wandler, allerdings ist bei den geplanten 100..120A Ausgangsstrom eine Synchrongleichrichtung wünschenswert. Sonst heizen mir zwei 100..150V-Dioden mit bis zu 80W die Bude, die ich lieber im Akku hätte.
Einen abgebrochenen Wiha-3mm-Innensechskantschlüssel (zum Klammern hebeln) später hatte ich einen zweiten Kühlkörper abgebaut und siehe da: ein LM5017, glatte Oberfläche, alles lesbar. Jetzt wo ich es weiss, erkenne ich es auf dem verbrannten IC auch beinah. Dank AN-2204 von TI hat man auch gleich die Schaltung (so etwa). Und da solarmax einen 100V-Step-Down genommen hat, wird der wohl die Batteriespannug runterregeln. Mosfets 700V-Seite: SCT2280 50V-Seite: 023N10N Stromsensor 700V: 0.05Ohm-Shunt an den Eingangsklemmen, dann ist nochmal ein LEM CASR6 zwischen einem Brückenzweig und dem Trafo; ebenfalls auf der 700V Seite. Stromsensor 50V: Allegro ACS781 >> Ich habe aber wirklich keinen weiteren Widerstand gefunden. > Hast Du probiert, einen zu messen? ja, kein Gleichstrompfad messbar. Der Trafolüfter ist fast zur Hälfte von den 50V Anschlussdrähten abgedeckt. Viel Luftstrom wird nicht beim Trafo ankommen. Für die 3.3V hat's noch einen TPS 62177 und einen TPS 62175 für wahrscheinlich 5V. Wieso gerade 36V und nicht 48V?
> ein LM5017 Nagugg. Dann kannst Du anhand des Datenblattes auch den Spannungsteiler für die Ausgangsspannung bestimmen und ausrechnen, welche Spannung das Geraffel dort erzeugen soll. > Mosfets 700V-Seite: SCT2280 > 50V-Seite: 023N10N Was bei diesen SiC-FETs auffällt, die haben fast alle eine stark asymmetrische Gate-Spannung. Beim SCT2280 z.B. -6..+22V. Daher diese komplexe Beschaltung des Gate-Anschlusses. Leider gibts im Datenblatt keine Beschreibung oder Schaltungsvorschlag für hohe Schaltfrequenzen. > Stromsensor 700V: 0.05Ohm-Shunt an den Eingangsklemmen, offensichtlich preiswerter als ein Stromwandler > dann ist nochmal ein LEM CASR6 zwischen > einem Brückenzweig und dem Trafo; cycle-by-cycle Stromüberwachung > Stromsensor 50V: Allegro ACS781 Um den gings mir. :) Allerdings kann der nur 100A Dauer, für mein Vorhaben eine kleine Spur zu schwach. > Der Trafolüfter ist fast zur Hälfte von den 50V Anschlussdrähten > abgedeckt. Viel Luftstrom wird nicht beim Trafo ankommen. Das habe ich auch gesehen... gibt zwei Möglichkeiten - entweder die Anschlusskabel sind wirklich mies platziert oder evtl. bekommt man darüber ein gutes Stück Wärme aus dem Trafo heraus transportiert (Kupfer ist einer der besten Wärmeleiter), so daß die das absichtlich so hingelegt haben. > Für die 3.3V hat's noch einen TPS 62177 und > einen TPS 62175 für wahrscheinlich 5V. Yep, dann macht der defekte Wandler ganz sicher sowas um 12..16V. > Wieso gerade 36V und nicht 48V? Ich konnte mir eine größere Anzahl Akkupacks aus dem Schrott heraussammeln, bei denen meistens das BMS nicht mehr wollte. Daraus habe ich die intakten Zellenpakete "recycelt". Leider haben diese Zellenpakete 36V und sie auf 48V umzufrickeln wollte und will ich mir nicht antun, da die einzelnen Zellen wie in solchen Akkusätzen üblich alle punktverschweißt sind. Das auseinanderzurupfen und neu zu verbinden wäre RICHTIG Arbeit und manchmal sind diese Schweißpunkte so gut, daß man beim Auftrennen Zellen beschädigt.
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