News Orange Pi Zero 3W, NXP-AI-Beschleuniger und Unbill für Embedded Linux


von Tam H. (Firma: Tamoggemon Holding k.s.) (tamhanna)


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Wer Embedded Linux auf einem exotischen Prozessortyp nutzt, bekommt in Version 7 neue Probleme. Verbesserungen der Arduino Cloud helfen Entwicklern dabei, die im Dienst eingepflegten Inhalte effizienter zu verwalten. Was es sonst Neues gibt, finden Sie hier...

Orange Pi Zero 3W – Raspberry Pi Zero W mit (wesentlich) besserer Hardware

Aus uptonitischer Sicht ist der Raspberry Pi Zero-Formfaktor nur leidlich interessant: Shenzhen Xunlong offeriert nun eine im gleichen Format vorliegende Maschine, die – wie in der Abbildung gezeigt – eine wesentlich höhere Rechenleistung bietet.

Bildquelle: http://www.orangepi.org/html/hardWare/computerAndMicrocontrollers/details/Orange-Pi-Zero-3W.html

Neben Lötpads für verschiedene Flashspeicher und dem bekannten 40 Pin-Header spendiert man zwei Displayports und – für den AI-Einsatz besonders relevant – einen PCIe-Anschluss im bekannten FPC-Format. Zu beachten ist, dass es auf AliExpress derzeit – wie in der Abbildung gezeigt – vor Scalpern wimmelt. Laut CNX sind die offiziellen Verkaufspreise von Shenzhen Xunlong die Folgenden:

1
1GB RAM  $25 
2
     2GB RAM  $35 
3
     4GB RAM  $50 
4
     6GB RAM  $60 
5
     8GB RAM  $80 
6
     12GB RAM  $99.90 
7
     Cooling fan  $5.99

Bildquelle: https://s.click.aliexpress.com/e/_c4KowXQp

IOX-77 – ESP32-C3 mit 77 GPIO-Pins

Die Nutzung von Microcontrollern als Ersatz für Fixfunktionschips ist per Se nichts Neues. Auf einem unter einer Open Source-Lizenz stehenden Entwicklerboard finden sich nun gleich fünf CH32V003, die als GPIO-Expander dienen.

Bildquelle: https://github.com/Dieu-de-l-elec/IOX-77-Devboard

In der Dokumentation betont man die Vorteile der Möglichkeit, die CH32V003-Kerne umzuprogrammieren – derzeit gilt allerdings, dass der ESP32 dies nicht dynamisch durchführen kann.

Seeed Studio reBot Arm – Verkauf beginnt

Roboterarme üben – man denke an den Arduino Braccio – seit jeher eine immense Faszination auf alle Arten von Makerhardwarehersteller aus. Seeed Studio arbeitet seit einiger Zeit an einer quelloffenen Variante, und offeriert diese nun. Zu beachten ist lediglich der Preis im Bereich von rund 1200 USD.

Bildquelle: https://www.seeedstudio.com/reBot-Arm-B601-DM-Bundle.html

NXP Ara240 – erste reine NPU aus dem Hause NXP

NXP’s Übernahme des AI-Spezialisten wirkt sich nun durch das Anbieten eines alleinstehenden AI-Beschleunigers aus. Intention des als Ara240 bezeichneten Produkts ist das “Erweitern” von I.MX-Prozessoren um einen externen AI-Beschleuniger. Zu den Spezifikationen vermeldet man dann folgendes:

1
Key technical capabilities of the DNPU include:
2
     Up to 40 equivalent TOPS (eTOPS): High throughput for complex, parallel AI workloads offloaded from host processor 
3
     Large on chip memory + dedicated LPDDR4 interface (up to 16 GB): Supports larger models and higher bandwidth processing while not increasing contention to the host memory 
4
     PCIe Gen4 x4 and USB 3.2 Gen1 host interfaces: Delivering flexible, high-speed integration
5
--- via https://www.nxp.com/company/about-nxp/smarter-world-blog/BL-AI-INNOVATION-EDGE-ARA240-NPU?

Zwecks einfacherer Einbindung bietet NXP – wie in der Abbildung gezeigt – eine im M2-Format gehaltene PCIe-Karte an, die einen derartigen Beschleuniger neben Arbeitsspeicher bereitstellt.

Bildquelle: https://www.forlinx.net/product/fai-ara240-m-edge-ai-accelerator-177.html

Weitere Informationen finden sich unter der URL https://www.nxp.com/products/ARA240.

Intel Core 3 Wildcat Lake – Embedded-SoC mit vier PCIe-Lanes

X86-SoCs aus dem Hause Intel kommen in Embeddedsystemen nicht nur zur Vermeidung von Softwarekoppelung zum Einsatz: die Verfügbarkeit von vergleichsweise vielen PCIe-Lanes ist in manchen Einsatzbereichen ein mindestens ebenso wichtiges Verkaufsargument. Nun steht eine neue Version des Core 3 ante Portas, die – wie in der Abbildung gezeigt – bis zu 40 TOPS Rechenleistung bieten soll.

Bildquelle: Intel

Unter https://www.cnx-software.com/2026/04/17/intel-core-series-3-wildcat-lake-processor-family-launched-for-entry-level-laptops-and-edge-ai-systems/ findet sich eine komplette Beschreibung der neuen Produktlinie.

Arduino Cloud: Sortierung von Geräten durch “Smart Folders”

Qualcomm möchte die Arduino Cloud – wir berichteten über den IoT-Clouddienst in der Vergangenheit immer wieder – explizit auch zur Verwaltung von Geräteflotten heranziehen. Mit der Smart Folder-Funktion steht nun – wie in der Abbildung gezeigt – ein neuer Dienst zur Verfügung, der sich auf die effiziente Präsentation von Inhalten spezialisiert.

Bildquelle: https://blog.arduino.cc/2026/04/15/organize-your-iot-fleet-in-arduino-cloud-with-smart-folders/

Spezifischerweise handelt es sich dabei um einen “filterbasierten Ordner”, der laut Ankündigung gegen alle in Arduino Cloud anlegbaren Elemente anwendbar ist:

1
Smart Folders are available across all major IoT listing pages:
2
     Things 
3
     Devices 
4
     Dashboards 
5
     Triggers 
6
This universal availability means consistent organization across your entire Arduino Cloud workspace.
7
--- via https://blog.arduino.cc/2026/04/15/organize-your-iot-fleet-in-arduino-cloud-with-smart-folders/

Rust 1.95 mit “rustischem” #ifdef zur Plattformerkennung

LISP-Nutzer sprachen einst davon, dass Nicht-LISP-Nutzer im Laufe der Zeit einen LISP-Interpreter in ihrer jeweiligen Programmiersprache realisieren würden. Im Fall von Rust scheint ein ähnlicher Trend sichtbar zu sein – das “Weglassen” des Präprozessors ist eine den Rustisten sankrosankte Entscheidung. In Rust 1.95 steht nun ein neuer Weg zur Realisierung plattformspezifischer Funktionen zur Verfügung:

1
cfg_select! {
2
    unix => {
3
        fn foo() { /* unix specific functionality */ }
4
    }
5
    target_pointer_width = "32" => {
6
        fn foo() { /* non-unix, 32-bit functionality */ }
7
    }
8
    _ => {
9
        fn foo() { /* fallback implementation */ }
10
    }
11
}
12
13
let is_windows_str = cfg_select! {
14
    windows => "windows",
15
    _ => "not windows",
16
};

Weitere Informationen finden sich – wie immer – unter https://blog.rust-lang.org/2026/04/16/Rust-1.95.0/.

Linux: Abschied von 486 und Baikal-ISAs beginnt

Wer Linux auf einem Baikal-Prozessor oder einem 486-Softcore einsetzt, muss umdenken: beiden Plattformen geht es asbaldig an den Kragen. In beiden Fällen gilt, dass Linux 6.18 wohl die letzte nutzbare Kernelversion sein wird – weitere Informationen unter https://www.phoronix.com/news/Linux-7.1-Begins-Removing-i486 beziehungsweise https://www.phoronix.com/news/Linux-Dropping-Baikal-CPUs.

Lesestoff, ad 1 – von KI-basierter Angriffserkennung in Automatisierungssystemen

Wer sich mit der Absicherung von Automatisierungssystemen auseinandersetzt, könnte das Paper “A review of artificial intelligence-based intrusion detection in industrial internet of things” interessant finden – es steht unter https://link.springer.com/article/10.1007/s43926-026-00285-y? zum kostenlosen Download bereit.

Lesestoff, ad 2 – vom Reed-Relais

Pickering – auch bekannt als Reedrelais is us – bietet unter https://www.pickeringrelay.com/relaymate-request/ eine Serie aktualisierter e-books an, die diverse Aspekte der Relais-Nutzung illustrieren.

Lesestoff, ad 3 – “Motoren” aus dem 3D-Drucker

In “Fully 3D-Printed electric motor manufactured via multi-modal, multi-material extrusion” – es steht unter https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/17452759.2026.2613185#abstract zum Download bereit – berichtet ein Forscherteam des MIT über Experimente mit Metall-3D-Druck.


: Bearbeitet durch NewsPoster
von Harald K. (kirnbichler)


Lesenswert?

Bei Alternativprodukten zu Raspberry Pi & Co. stehen halt gleich mehrere 
Fragen im Raum:

- Qualität und Umfang der Dokumentation
- Betriebssystemunterstützung
- Langzeitverfügbarkeit

Schon die Dokumentation der "Originale" lässt an vielen Stellen zu 
Wünschen übrig.

Was die Betriebssystemunterstützung angeht, so kann man auf den meisten 
Raspberry Pi-Varianten auch vom "mainstream" abweichende Betriebssysteme 
wie z.B. FreeBSD zum Laufen bekommen, da es eben nicht nur ein vom 
Hersteller vorgegebenes fertiges Linux-Image, sondern doch einiges mehr 
an Unterstützung gibt.

Bei Raspberry Pi steht klar auf der Webseite, bis wann mindestens die 
jeweiligen Modelle gefertigt werden.


Bei diesem Orange Pi sind natürlich viele Details auf den ersten Blick 
schmackhaft - endlich kein Micro-USB-Dreck mehr, eine PCIe-Lane (an die 
man gegebenenfalls eine NVMe-SSD anschließen könnte, sofern die Firmware 
des Geräts auch davon booten kann), anständige Ausstattung mit Speicher 
(bis hin zu reichlich übertrieben mit 16 GB), so daß auch etwas größere 
Anwendungen  laufen können.

Aber auch hier gibt es gleich Fragen: Welche USB-Variante unterstützt 
das Ding? Daß da USB-C-Buchsen verbaut sind, bedeutet nicht zwangsweise, 
daß auch USB3.x unterstützt wird. Auf der Webseite steht nichts dazu; 
der Link zum "User Manual" zeigt ein leeres "Google Drive". Und nicht 
nur der ...


Oh, und noch ein "Schmankerl": Die Platine hat einen mit "Fan" 
beschrifteten Anschluss ... davon bin ich ja eher gar nicht der Fan.

: Bearbeitet durch User
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