Forum: PC Hard- und Software Wie funktioniert 100W bei USB-C?


von Jens M. (schuchkleisser)


Lesenswert?

Hallo, Foristen,
ich bin hier auf ein für mich unerklärliches Phänomen gestoßen und 
hoffe, die Forenintelligenz kann mir was beibringen...

Zur Vorgeschichte:
Ich räume gerade mein PC-Zimmer durch und bin da auf die klassische 
Kabelknotenkiste gekommen. Also hab ich da mal alle USB-Kabel 
rausgesucht, meine Tester (Fnirsi FNB-58 
https://www.fnirsi.com/de/products/fnb58 und so einen LED-Tester 
https://www.ebay.de/itm/277686863778) und ein Netzteil (Baseus 100W GaN 
https://www.ebay.de/itm/177366075488) mitgenommen und getestet und 
sortiert.

Mit dem LED-Tester kann man gut erkennen ob das Kabel Lader, USB2 oder 
USB3 ist und ob es Wackelkontakte oder verschlissene Stecker hat.
Der Fnirsi kann den E-MArker anzeigen und auch, elche Modi das Netzteil 
kann (QC und PD).
Ich habe das Netzteil, weil es Laptop, Handy, Tablet und Headset 
gleichzeitig versorgen kann, weniger zu tragen auf Reisen. Der Lappi ist 
mit 20V "3A" 65W zufrieden, die anderen Geräte mit 20 oder weniger, das 
klappt.
Ich habe kein Gerät >65W und auch kein anderes Netzteil >65W. Um den 
Lappi zu laden hab ich ein Kabel, das 100W kann und auch einen eMarker 
hat, die anderen Geräte kommen mit normalen A-C oder C-C-Kabeln aus.

Die eine Gruppe Strippen meldet nix im E-Marker-Check, der LED-Tester 
sagt "USB2 plus CC" und der PD-Trigger zeigt alle Werte bis 60W an, d.h. 
20V 3A ist Maximum, obwohl das Netzteil 20V/5A/100W kann. Soweit ok, 
diese Kabel haben teilweise sogar einen Aufdruck "60W", also: alles so 
wie es soll.

Dann hab ich Strippen, die 100 oder gar 240W können sollen, und auch da 
gibt sich ein gutes Bild: eMarker meldet 20V5A oder sogar mehr, auch 
wenn teilweise bei den Längen oder Datenraten gelogen wird, je nach 
Preis und Quelle. LED-Tester meint ebenso USB2 (oder gar USB3) mit CC, 
und der PD-Test im FNB58 ergibt hier bei 20V 5A, also erkennt das 
Netzteil das gute Kabel und schaltet 100W frei. OK, zufrieden. Ob die 
Strippen in der Realität dem eMarker entsprechen ist nicht die Frage, 
für den Laptop hab ich eine teure Lenovo-Schnur, die sich ganz anders 
anfasst als der Rest.

Das (bei dem Netzteil mitgelieferte!) Strippchen jedoch ist 
eigenartig...
Der eMarker-Test findet nix, der LED-Test sagt wie üblich "USB2 plus 
CC", aber der PD-Test erlaubt 5A?!?!
Wie kann das sein, wenn die Schnur keinen eMarker hat?
Ich mein, es macht Sinn das der Hersteller des 100W-Netzteils ein 
100W-Kabel mitgibt, und es macht qualitativ auch den Eindruck das es 5A 
könnte auch wenn es wesentlich flexibler ist als meine anderen 
100W-Strippen.
Eine entsprechende Beschriftung hat es nicht, und auch die Anleitung bei 
dem Gerät hat nicht explizit darauf hingewiesen das diese Strippe das 
könnte.
Der Laptop lädt mit diesem Kabel ganz normal, aber der nimmt auch nur 
gut 3A, das kann jede C-C-Strippe...

Der Fnirsi-Tester hat seine Macken, aber ich habe den Test mehrfach 
wiederholt und dabei auch die Stecker umgedreht und getauscht, Resultat 
ist immer identisch. (Ja, manche Kabel verhalten sich anders, wenn man 
einen der C-Stecker umdreht...)
Ich habe zwei identische Netzteile und also auch zwei identische Kabel, 
beide zeigen gleiche Werte, einen Wackler oder ähnliches schließe ich 
daher aus.
Alle anderen Kabel sind ihrer Quelle und ihres Aufdrucks entsprechend 
testbar, zumindest was die Belastbarkeit & den eMarker angeht.

Wie funktioniert das?
Worauf fällt der FNB58 oder das Netzteil rein?
Kennt ihr einen anderen Tester, der den eMarker zuverlässig erkennt und 
der günstig kaufbar ist?
Und/oder einen Tester, der >65W aus einem USB-C-Port nuckelt, damit ich 
das mal ausprobieren kann...

Grüße
J

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