Hallo zusammen,
ich möchte euch ein HF-Projekt vorstellen, das mich über einen längeren
Zeitraum begleitet hat.
Ausgangspunkt war ursprünglich eine passive YouLoop. Mit ihr war ich
zwar grundsätzlich zufrieden, allerdings hätte ich mir ein noch besseren
Empfang und etwas mehr Signalpegel gewünscht. Gleichzeitig wollte ich
eine möglichst kompakte, netzunabhängige Lösung behalten.
Da ich damals keine für meine Anforderungen passende Elektronik gefunden
habe, entstand schließlich eine eigene Entwicklung.
Die Eingangsstufe basiert auf dem bewährten LZ1AQ-Konzept mit einem
matchenden Bipolartransistorpaar in Basisschaltung. Die nachfolgende
Signalstufe wurde von mir mit einem Video-Differenzverstärker
realisiert. Ziel war dabei vor allem eine geringere Verlustleistung bei
gleichzeitig breitbandigem Betrieb.
Im Mittelpunkt dieses Beitrags soll aber weniger die eigentliche
Verstärkerschaltung stehen, sondern vielmehr der mechanische und
HF-gerechte Aufbau.
Da das Gerät aus einem integrierten Li-Ionen-Akku betrieben wird, musste
aus den 3,7 V Batteriespannung eine Versorgungsspannung von 9V erzeugt
werden. Dafür kommt ein DC/DC-Wandler zum Einsatz. Genau dieser Punkt
hat mich bei der Entwicklung am meisten beschäftigt, denn
Schaltnetzteile und empfindliche HF-Verstärker in einem gemeinsamen
Gehäuse sind bekanntlich keine ideale Kombination.
Um gegenseitige Beeinflussungen möglichst auszuschließen, habe ich den
Aufbau konsequent in zwei Bereiche aufgeteilt:
- eine “dirty”-Kammer für die DC/DC-Wandler-Schaltung,
- eine “clean”-Kammer für den eigentlichen HF-Verstärker.
Beide Bereiche sind mechanisch voneinander getrennt und abgeschirmt.
Zusätzlich wurde die Versorgung mehrfach gefiltert. Die Leiterplatte
entstand als 4-Lagen-Design mit durchgehenden Masseflächen, um sowohl
die HF-Eigenschaften als auch die Schirmwirkung zu verbessern.
Als Antenne verwende ich eine Möbius-Loop aus einem Koaxkabel. Der
Ausgang des Verstärkers wird über einen selbst gewickelten
Breitbandübertrager (Balun auf Ferritring) angepasst. Den Balun habe ich
mit einem nanoVNA messtechnisch überprüft.
Für eine vollständige Charakterisierung des gesamten Verstärkers (z. B.
Frequenzgang, Rauschzahl oder Großsignalfestigkeit) fehlen mir jedoch
professionelle HF-Messmittel. Deshalb möchte ich bewusst nur Aussagen
treffen, die ich selbst nachvollziehen und belegen kann.
Mit dem praktischen Empfangsergebnis bin ich sehr zufrieden. Neben einem
generell höheren Pegel beobachte ich einen 10dB größeren Abstand von
Signalen zum Rauschen. Inzwischen nutze ich zwei dieser Geräte
regelmäßig zusammen mit meinem SDR „Airspy HF+ Discovery“.
Der Beitrag soll keine Bauanleitung sein, sondern lediglich einen
Einblick in das Projekt geben. Vielleicht ist der mechanische Aufbau
oder die eine oder andere konstruktive Entscheidung ja auch für andere
interessant.
Über Fragen und einen fachlichen Austausch zum Aufbau freue ich mich
natürlich.
Bilder
1 | Bild 1: Gesamtansicht des Gerätes von vorn und hinten
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2 | Bild 2: Prinzip der verwendete Möbius-Loop
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3 | Bild 3: Empfangsbeispiel am SDR (41-m-Band)
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4 | Bild 4: 4-Lagen-Leiterplatte
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5 | Bild 5: Innenaufbau mit getrennter “dirty”- und “clean”-Kammer
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6 | Bild 6: Baugruppe mit angeschlossenem Akku
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Hinweis
Bei der Fertigung für den Eigenbedarf sind aufgrund von
Mindestbestellmengen einige vollständig aufgebaute Geräte übrig
geblieben. Wer sich dafür interessiert, findet im Marktbereich einen
entsprechenden Beitrag.