Signal mit Sprungstellen rekonstruieren

Gast #484183
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Gabi,
Ich gehe davon aus, Du redest vom der Wiedergabe gesampelter Signale. 
Ein Rechteck hat drei wesentliche Parameter, Ein- und Ausschaltzeitpunkt 
und die Amplitude. Der Ein- und Ausschaltzeitpunkt wird zeitmaessig auf 
den jeweils naechsten Samplezeitpunkt gerundet, und hat dabei eine 
Unsicherheit von statistisch je einem halben Sampleintervall.

Z
Gast #484190
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Danke zotti,

aber ich dachte eher an eine "einfachere Antwort" :-) eher 
Anfänger-Mäßig ...weil wir z.B. das mit den Sampleintervallen noch gar 
nicht behandelt haben.

Meine Frage ist mir gerade während des Lernens eingefallen.

Ich dachte dass es daran liegt dass Rechtecksignal eine unendliche 
Steilheit besitzen, so dass das Signal im Zeitbereich unendlich lang 
ist.
Oder so ähnlich.
Gast #484343
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@Mia,
ja. Steil transformiert zu breit und umgekehrt. Ein Gauss (exp(-x^2)) 
transformiert in sich selbst. Wobei Rekonstruktion wenig mit 
Fouriertransformation zu tun hat. Rekonstruktion heisst man hat diskrete 
Stuetzwerte, die werden zeitlich mit einem Tiefpass verschliffen. Nein ?

holzi
Gast #485007
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Wäre nicht die Antwort:

Bei einem Sprung im Zeitbereich wäre das Frequenzband unendlich breit - 
man bräuchte um perfekt zu rekonstruieren eine unendlich hohe 
Abtastrate.

Bei einem Sprung im Frequenzbereich wäre das Signal im Zeitbereich 
unendlich -
was bedeutet ...??? ...das es nicht rekonstruierbar ist???
Gast #485109
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Doch rekonstruiebar ist es, eine Frage der Geduld. Wenn man nur einen 
Fuss von 1mHz zulaesst, zB aus einem Dirac (eine unendliche lange 
Schwingung einer einzelnen Frequenz) einen Lorentz mit 1mHz Breite 
macht, zerfaellt die Schwingung nach 1 Viertelstunde.

h.
Admin Persönliche Seite #485129
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> zerfaellt die Schwingung nach 1 Viertelstunde.
  ^^^^^^^^^
Was soll denn das heißen?

Grundsätzlich gilt: Zeitbegrenzung und spektrale Begrenzung schließen 
sich gegenseitig aus. Wenn man ein Signal zeitbegrenzt, dann ist das 
Spektrum unendlich breit; wenn man ein in der Breite begrenztes Spektrum 
hat, dann ist das Signal im Zeitbereich unendlich lang.
Gast #485384
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@Andeas,
Um deine Ansicht zu wiederlegen:
Ein Gauss, dh g(t):=exp(-alpha*t^2) fourier-transformiert wieder zu 
einem Gauss h(f):=exp(-beta*f^2), wobei alpha und beta Konstanten sind. 
Der Gauss ist begrenzt in der Laenge, und eine Eigenfunktion der 
Fouriertransformation.

Die obig beschriebene zerfallende Schwingung ist ein Exp(-alpha*t), eine 
Saite, die ausklingt. Deren Fouriertransformierte ist ein Lorentz, 
schaut wie ein Dreieck aus im Frequenzbereich. Die Frequenzbreite 
entspricht der Ausklingzeit.

Die Aussage sollte eher sein : Unendliche Schwingungen haben ein Linien 
spektrum, begrenzte Schwingungen haben kontinuierliche Spektren.

holzi
Gast #485468
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Andreas, das ist mathematisch richtig. Wir sind eher von der 
ungeduldigen Sorte und moegen nicht unendlich auf immer weniger warten. 
Wenn der Gitarillo ausklingen laesst ist der Ton mal fertig, versinkt im 
Rauschen. Die landlaeufige Meinung ist dass die Ausklingzeit bei 1/e 
fuer die Amplitude, oder bei full-width-half-maximum fuer die Energie 
ist.

h.
Gast #485603
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Das ist eine Frage der Betrachtungsweise und was man erwartet. Signale, 
die 1000 mal schneller sind als die Betrachteten, sind auch schon fast 
senkrecht.
Da war der 600kHz Schaltregler, der hatte einen Umschaltspike von 
einiges unter 1ns. Bekannte glaubten, sie muessten die 600kHz filtern. 
Nein, die Stoerpulse hatten Frequenzen oberhalb 600Mhz. Oder die 
Laserpulse mit 0.1ps Laenge und einer Wiederholrate von 10ns, deren 
Spektrum ist ein Gartenhag von 100MHz alle 100MHz bis zum Ende der 
Spektrumanalyzerbandbreite, bei nahezu gleichbleibender Amplitude. Wie's 
im Buche steht.

h.

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