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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Gerät gewerblich vertreiben


Autor: Roland Praml (Gast)
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Hallo,

hat eigentlich schon mal jemand von euch ein Gerät gewerblich verkauft?
(also als 1 Mann Unternehmen?)

mir sind die gesetzlichen Hürden bewusst (CE, EMV, ElektroG usw.) und 
hätte hierzu ein paar Fragen:

CE: Es muss eine Konformitätserklärung abgegeben werden, welche Normen 
eingehalten werden. Woher weiß ich welche Normen man einhalten muss 
(Ähnliches Gerät ansehen und schauen welche Normen hier eingehalten 
wurden?)

EMV gerechtes Design ist mir bewusst wie man das macht, wo kann ich am 
Besten prüfen (lassen) ob ich alles richtig gemacht habe.
Welche Messgeräte könnt ihr empfehlen um vorab Tests selber 
durchzuführen?
(Auch wenn sie primitiv sind, hab z.B. mal was Piezozünder vom 
Feuerzeug gehört)

ElektroG: Da bin ich mir noch nicht so sicher, einerseits ist ja jetzt 
eine bestimmte Menge frei (10 kg/Jahr oder so) andererseits ist das in 
meinen Augen ein ortsfestes Gerät. (Sprich wird auf einer Hutschiene im 
Verteilerkasten montiert)
Leider gibt die EAR keine verbindliche Auskunft ob man nun betroffen ist 
oder nicht (Wären ja auch dumm)

Welche Möglichkeit hat ein 1 Mann Unternehmen hier um die Kosten 
möglichst gering zu halten und doch alles richtig zu machen?

Gruß
Roland

p.S. die anderen Beiträge habe ich mir schon ein wenig durch gelesen und 
sie enden fast immer damit, dass man es bleiben lassen soll. Aber das 
kanns doch nicht sein...



Autor: Otto (Gast)
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Hallo Roland,

arbeite nach "bestem Wissen und Gewissen", halte alle Vorschriften die 
Du kennst ein, lasse einen versierten Bekannten alles mal ansehen und 
richte Dich aber auch nach seinem Ratschlag und "alles wird gut".

Gruss Otto

Autor: Fritz (Gast)
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> Aber das kanns doch nicht sein...

Warum nicht ? Schlafende Hunde beißen nicht; wecke sie also nicht auf 
:-)

Autor: Unbekannter (Gast)
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> Welche Möglichkeit hat ein 1 Mann Unternehmen hier um die Kosten
> möglichst gering zu halten und doch alles richtig zu machen?

Alles richtig machen? Das ist unmöglich.


Autor: Winfried (Gast)
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Thema billige Messgeräte zur CE-Prüfung: Es gibt zwei Hersteller von 
sogenannten Elektrosmogmessgeräten, die ich empfehlen kann. Das sind so 
Breitband-Schätzeisen, womit man in gewissem Umfang eine Aussage treffen 
kann, ob das Gerät zumindest so stark abstrahlt, dass es definitiv 
durchfällt.

Sehr empfehlen kann ich:
http://www.gigahertz-solutions.de/index.htm

Die Geräte gibt es glaube ich auch bei Conrad.

Die Geräte von Aaronia sind mit Vorsicht zu genießen. Da wird immer viel 
getönt mit unrealistischen Versprechungen. Trotzdem, es könnte sein, 
dass deren Spectran mittlerweile zumindest halbwegs was sinnvolles 
anzeigt. Das man bei dem Preis nichts wirklich gutes bekommt, sollte 
klar sein.

http://www.aaronia.de

Zur Messung musst du dir nur irgendwas suchen, wo du kaum 
Umgebungsstrahlung wie Handymasten hast. Ich hab schon Messungen in 
einer Höhle gemacht, die schirmte extrem gut ab.

Autor: Schorsch (Gast)
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Was sind Deine Befähigungen zur Herstellung des Gerätes?
Oder kaufst Du es ein und willst es nur vertreiben?

Autor: Frank (Gast)
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meine alte Weller Magnastat ist immer für ne EMV Prüfung gut. Wenn ich 
ne Schaltung aufgebaut hab und wissen will wie schnell sie ausm Tritt zu 
bringen ist, lass ich sie einfach ne Weile neben der Magnastat laufen. 
Designfehler machen sich dann meist schnell bemerkbar. Piezo-Gasanzünder 
sind aber auch gut geeignet um seine Schaltung mal richtig zu stressen.
Das sind natürlich nur Bastellösungen die nicht unbedingt als 
Normgerechte Prüfung durchgehen werden :-)

bye

Frank

Autor: Rene (Gast)
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Die Normen, denen ein CE Geraet genuegen muss sind bei der EMV 
Pruefstelle erhaeltlich. Den Weg zu den Leuten sollte man zumindest 
einmal gemacht haben. Am Besten blaest man mal die Kohle raus fuer einen 
EMV Test. Vorher sollte man sich noch alles von einem Fachmann erklaeren 
lassen. Am Einfachsten sind Industriegeraete in einem Metallgehaeuse. Da 
muss man ein paar Dinge wissen. Viel schwieriger sind Consumergeraete in 
einem Plastikgehaeuse. Davon sollte man die Finger lassen. Die neuen 
Normen gehen bis 3GHz. Dh, die Blasen quasi mit der Mikrowelle auf das 
Geraet. Mit einen zweilagigen Print in einem Plastikgehaeuse ist man auf 
der duennen Seite. Wenn man Netz im Geraet hat muss man die 
Netzspannungsvorschriften einhalten. Da sollt man sich ein paar Stunden 
einarbeiten. Doppelte Sicherung & Netzfilter am Eingang. Dann doppelte 
Isolation bis zu den Netzgeraeten. Da hat man dann besser ein 
Wandnetzgeraet ausserhalb und eine Durchfuehrungsbuchse mit RF Filter am 
Eingang. Produktesicherheit ist auch ein Thema. Was geschieht wenn 
Bauteil A ausfaellt? Was kann der Benutzer falsch machen? Wann sind 
Personen gefaerdet?
Zu den bleifrei gekauften Teilen solte man sich die Papiere aufheben, 
falls man irgendwann nachweisen sollte dass das Produkt bleifrei ist. 
Ein Verstoss kann 5000 Euro kosten, soweit ich mich erinnern kann.

ElektroG haben wir hier zum Glueck nicht...

Rene

Autor: AaaB (Gast)
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Fazit: vergiss die ganze Idee schnell wieder und beantrage ALG II.

Autor: Roland Praml (Gast)
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@Schorsch

Meine Befähigungen: Ich hab Informatik und Elektrotechnik studiert, hab 
auch schon mehrere Schaltungen analog sowie µC entworfen. ICh kenn 
Abblockkondensatoren und Spulen und weiß wie man sie verwendet ;-)

Platine wollte ich anfangs bei PCB-Pool machen lassen (allerdings erst 
mal nur 2-seitig)

Das Gerät wird eine Art SPS. Auf die Platine soll ein AVR sowie ein paar 
Relais. An den AVR werden teilweise per Bus (i2c, 1wire) oder analog 
Sensoren angebunden, sowie die Relais angesteuert. Eine Kommunikation 
per RS232 mit PC soll ebenfalls möglich sein. Die Relais schalten bis 
230V je nach dem was derjenige anschließt (Somit hab ich Netz auf der 
Platine)

Soll ich zu den Relaiskontakten vorsichtshalber ein RC-Glied zwecks 
Funkenlöschung parallel schalten? (Hab mal eine Siemens Logo zerlegt, da 
ist das definitv nicht so)

Die restl. Schaltung läuft mit Niederspannung. Ob ich das Netzteil 
einbaue oder ein externes verwende bin ich noch am Überlegen.

(Wenn ich mir den Taiwan-Schrott oft ansehe und den Aufwand den ich 
jetzt betreibe wundert es mich nur noch)

Rhos kenn ich

Dass ich mal ein paar Euro für EMV-Tests raus blasen muss ist mir klar, 
nur ich möcht nach Möglichkeit beim ersten mal nicht gleich voll durch 
fallen.

@Rene
> ElektroG haben wir hier zum Glueck nicht...
Du meinst dass ich mit einem ortsfesten Gerät nicht vom ElektroG 
betroffen bin oder wie?

Gruß
Roland

Autor: Fritz (Gast)
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Wer ist Dein Kunde, und wo wird das Gerät eingesetzt ?
Wird es in einer Fabrikhalle betrieben, wird keiner nach der 
Störausstrahlung fragen. Und ob es einstrahlungsfest ist, wird auch ganz 
schnell klar werden: es läuft oder es fällt immer wieder aus.
Irgendwelche 'Papierzertifikate' bringen es nicht (außer evtl. für den 
Einkauf): das Gerät muß funktionieren und sicher sein !

Wird es von Privatpersonen in Haushalten benutzt, ist anders zu 
beurteilen.

Autor: tastendrücker (Gast)
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Und auch hier der Hinweis: Die IHK ist Dein Freund!

Autor: Rene (Gast)
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@Roland
Die ElektroG haben wir in der Schweiz nicht. Bei uns wird auch Politiker 
wer zu nix anderem taugt, aber bei uns wird noch laenger ueber 
irgendwelches Zeug geredet. Da bei uns die Grossfirmen fast verschwunden 
sind, haetten die nicht die politische Power, so'n Mist in der Art 
durchzudruecken.

Das Netz auf der Platine... heisst 7mm Trennung zu allem anderem und 
sich selbst. RC, kann man machen. Ich hab auf meiner fast SPS aber 
Optorelais bevorzugt, die Prellen nicht und machen unendlich viele 
Spiele. Und ein RC brauchen sie auch nicht, da die Schaltflanke begrenzt 
ist.

Was ich noch vergass zu erwaehnen. Man kann ein Geraet aus EMV 
geprueften Teilen aufbauen, alles in eine Kiste und die Vorschrift nicht 
erfuellen. Das kann wirklich kritisch sein. Ich wuerde jetzt schon mal 
mit einem Prototypen zum Testcenter fahren. Ohne Test. Die sollen mal 
was erzaehlen. Allenfalls als Beratung verrechnen lassen.

Rene

Autor: Tester (Gast)
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> Meine Befähigungen: Ich hab Informatik und Elektrotechnik studiert,

Hast Du nicht zufällig einen Kommilitonen, der bei einer Firma arbeitet, 
die EMV-Tests durchführt (oder zumindest was ähnliches) ? Irgendjemand, 
der auf dem kurzen Dienstweg zumindest eine grobe Prüfung durchführen 
kann ?

Autor: Roland Praml (Gast)
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Guten Abend,

erst mal Danke für die vielen Antworten
(und sorry dass ich im falschen Forum gepostet hab)

Also zur IHK... dazu sag ich erst mal nix.
Endkunde ist Privatmann.
Das Ganze wird eine "inteligente" Solarheizungssteuerung.

Ein Prototyp läuft seit mehr als 1 Jahr stabil.

OK, bei Ausfall des Geräts könnte deshalb u.u. der Kollektor 
durchbrennen.
(Das kann aber auch bei einer Nahost-µC-Temperaturdifferenzregelung 
passieren)
Ein gewisses Restrisiko bleibt also immer.

@Tester:
Elektrotechnik gabs bei uns an der Uni nur als Fernstudium und Nebenfach 
:-/ und es sind pro Semester nicht wirklich viel die das Fach belegen.

Habe aber durchaus mehrere Bekannte die ich schon gefragt hätte. Diese 
wollen aber von EMV meist nicht mehr wissen, als alles sauber mit 
Abblock-C's abblocken und dann Handy hin halten und wenns der µC nicht 
abstürzt, dann passts.

Gruß
Roland

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