Tantal so schlecht wie ihr ruf?

OP Persönliche Seite #499194
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Ich komme in die Verlegeheit ne Realtiv Flache SMD Schaltung zu 
entwerfen (dicke < 5mm) die "normalen" SMD Elkos scheiden also aus.
Bei Reichtl gibt es passende Chip Kondis allerdings nur als Tantal 
Version im bereich von 10µF von der Kapazität könnte das hinhauen, was 
sollen die tun: eigentlich nur die Versorgungspannung puffern also kein 
Schaltbetrieb oder so.
Nun liest man ja immer wieder das Tantals wohl zu unschönen "Bränden" 
neigen, wie kritisch ist das? die Schaltung würde mit 4 -5V versorgt 
werden einen Tantaltypen wollte ich einsetzen der hat 35V 
Spannungsfestigkeit, das sollte doch in dieser ANwendung ein 
ausreichendes "Sicherheitspuffer" sein oder?
Gast #499199
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Wenn du die Teile keinen Stromspitzen aussetzt dürfte es kein Problem 
sein. Also nicht zur Siebung oder Glättung einer 'versauten' Spannung 
benutzen, dafür sind Elkos da. Wenn's die Versorgunsspannung ist, die 
gepuffert werden soll, dann einen 10-Ohm Widerstand in Reihe, damit beim 
Einschalten der Strom begrenzt wird. Auf diese Weise wird er lange 
leben.
Gast #499213
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Die keramischen haben das gleiche Problem wie die Tantal. Wie gesagt, 
bei hoher Impulsbelastung sehr mit Vorsicht zu genießen! Ich arbeite in 
einer Reparaturwerkstatt und sehr viele Fehler kommen von Keramik- oder 
Tantalkondensatoren die leitend werden oder sogar Kurzschlüsse 
verursachen. Meistens an Ein- oder Ausgängen und der 
Spannungsversorgung.
Gast #499216
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>Gibt es keine Keramischen 10uF/10V in BF.1206 oder 0805?

Vielleicht, wenn's die Nanotechnologie ermöglicht! ;-) Meines 
Halbwissens nach liegt die max. Kapazität für Keramikkondensatoren bei 
ca. 1µF...
OP Persönliche Seite #499375
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Also das Gerät zieht nur sehr wenig Strom, diesen bezieht es aus dem LTP 
Port über einen 100 Ohm Widerstand.
Damit jezt nicht jede schaltspitze die Spannung zusammenbrechen läßt 
wollte ichs halt puffern :)
Hatte bei reichelt nen Folien Gefunden im Bereich von 2,2µF aber der ist 
leicher auch schon so 5mm dick da könnte ich dann auch die SMD Elkos 
nehmen (5,5mm)
#499430
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Alles unter 1A ist o.k.

Viele vergessen aber, daß zwar die Schaltung wenig Strom zieht, aber das 
Netzteil im Einschaltmoment nen ordentlichen Bums liefert, wenn zufällig 
gerade im Scheitel (320V) eingeschaltet wird, da können schon mal 10A 
fließen.


Peter
Gast #499437
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Also so schlecht können die kermischen in Hochstromanwendungen nicht 
sein.
Maxim und Linear haben in vielen Applikationsbeispielen 
Kermik-Kondensatoren verbaut.
Hab neulich mal nen Autoradio (Oberklasse) von innen gesehen, alle 
Kondensatoren auf dem Netzteil mit Linear-Schaltregler waren Keramik, 
und das läüft auch in Serie, glaube kaum, dass die sich Ausfälle leisten 
können.

Gruß Volker
Gast #499480
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keramische sind durch strom kaum zerstörbar, ich jage zb bei 300khz rund 
2 A pk  permanent durch 100nf (x7r , 100v) bei 70vss. das hält so leicht 
kein anderer kondensator aus! kein einziger defekt bisher.
aber: auf spg achten, überspannung killt die dinger sofort, dann werden 
sie meist niederohmig...
Gast #499542
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Hallo,

> Nun liest man ja immer wieder das Tantals wohl zu unschönen "Bränden"
> neigen, wie kritisch ist das?

Sehr kritisch. Kemet empfiehlt z.B. nur 50% der Spannung, also bei 
10V-Tantals nur bis max. 5V betreiben.

Keramische Kondensatoren sind da wesentlich besser. Die Information, 
dass Überspannung diese sofort zerstört, ist nicht korrekt. Taiyo-Yuden 
gibt z.B. an, dass ihre Kondensatoren ohne Zerstörung kurzzeitig mit bis 
zu dreifacher Spannung betrieben werden können. Natürlich geht in diesem 
Fall die Kapazität zurück. Wichtig ist, dass der Prozess reversibel ist.

Steven
Gast #499547
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>Die Information, dass Überspannung diese sofort zerstört, ist nicht korrekt.
Steht wohl im Datenblatt, aber die Praxis zeigt, dass z.B. Siemens-Teile 
(die blauen), grade die 1µF/100V sehr stark zum Sterben neigen. 
Spannungsspitzen vertragen die gar nicht!
Gast #499554
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> Steht wohl im Datenblatt, aber die Praxis zeigt, dass z.B. Siemens-Teile
> (die blauen), grade die 1µF/100V sehr stark zum Sterben neigen.
> Spannungsspitzen vertragen die gar nicht!

Dann wären diese Teile z.B. nicht automotivtauglich. Siemens stellt 
keine Tantal her. Das macht Epcos. Bitte dort mal im Datenblatt unter 
"Loading to IEC 7637" nachschaun. Reicht auch, wenn man die IEC-Norm bei 
Google eingibt.

Steven
Gast #499594
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Ich meinte die KerKos, nicht Tantal.
Bei uns sind die Tantal auch in Baugruppen mit kerntechnischen 
Anforderungen verbaut und machen ab und zu Probleme. Die KerKos sind da 
ein heikles, hoch aufgehängtes Thema. Da zählen nicht die Schriften im 
Datenblatt sondern 10 Jahre Einsatzerfahrung.
Gast #499651
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Hallo,

> Ich meinte die KerKos, nicht Tantal.

Die Information bezog sich auf Kerkos. Es galt nur die Anmerkung, dass 
Siemens keine Kondensatoren (mehr) herstellt.

Wenn ihr welche von Siemens habt, dann werden diese uralt sein. Welchen 
Spezifikationen diese entsprechen, ist irrelevant, da diese nicht mehr 
erhältlich sind. Ich will nicht ausschließen, dass es früher wirklich 
mal Probleme mit diesen Kondensatoren gab.

Steven
Gast #499706
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Ja, die Dinger sind i. d. R. >15 Jahre alt, da in Kernkraftwerken nur 
Typgeprüfte Bauelemente in sicherheitstechnisch wichtige Komponenten 
'reindürfen. Deshalb schon mal >10 Jahre wegen der Langzeitstatistik. 
Letztere gibt's für die neueren Teile logischerweise noch nicht, aber 
ich gehe davon aus dass sich da einiges getan hat!

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