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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Bleifrei hobby-löten


Autor: ex-ta-sie (Gast)
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Sacht mal Mädels, ist von euch jemand hobbymäßig auf bleifreies Lot 
umgestiegen? Irgendwie reizt mich die Herausforderung! Welche 
Lotzusammensetzung empfehlt ihr fürs Handlöten? Gibt es besonders gutes 
Lötzinn? Weiß jemand was es mit dem Kristall 400 bzw. Flowtin von 
Stannol auf sich hat? Ist das nur ein Marketing-Gag? Und bei Lötpaste? 
Ist die schlechter zu verarbeiten?

Autor: Stefan Salewski (Gast)
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Warum willst Du Dir das Leben unnötig schwer machen?
Wenn man Patinen im größeren Stil verkaufen will muss man ja wohl auf 
bleifrei umstellen, aber sonst? Hat doch nur Nachteile. Was meinst Du 
welche Mengen Blei jahrzentelang durch das verbleite Benzin in die 
Umwelt geblasen worden sind? Oder Blei-Ablussrohre, Dacheindeckungen, 
bleihaltige Rostschutzfarbe! Jetzt kommt es plötzlich auf jedes 
Milligramm an.

- Nimm wenig Lot
- Iss nicht beim Löten
- Atme die Dämpfe möglichst nicht ein
- Wasche Dir nach dem Löten die Hände
- Gib alte Platinen beim Recyclinghof ab

Autor: sven s. (Gast)
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Hat das Blei freie lot überhaupt einen vorteil ?

Teuer ist es auf jeden Fall mal.

Autor: Hagen Re (hagen)
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>>Hat das Blei freie lot überhaupt einen vorteil ?

es ist Bleifrei ;)

Gruß Hagen

Autor: Florian S. (buddl)
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Ich bin schon vor über 2 Jahren auf Silberlot umgestiegen und kann 
teilweise die Kritik an dem Lot nicht verstehen. Ich benutze von Stannol 
das F-SW  (glaube das ist der Name von dem Zeug) und bin top zufrieden.

- Ich löte superschnell damit, weniger als 2 Sekunden für eine 
Lötstelle...
- Das Zeug glänzt genauso wie bleihaltiges Lot. Optisch absolut kein 
Unterschied, obwohl ich oft lese (selbst bei Elektor), dass doch bei 
Silberlot jede Lötstelle wie eine Kalte aussehe.
- Auch die sonstigen Kritikpunkte wie höhere Viskosität, Bläßchenbildung 
des Flussmittels etc. kann ich nur zurückweisen. Im Gegenteil...mit dem 
Lot hatte ich noch nie(!!) eine kalte Lötstelle was ich vom bleihaltigen 
Lot nicht behaupten konnte. Mit diesem Lot kann ich aber wirklich sagen 
dass jede Lötstelle OK ist.

Autor: SintesiMoe (Gast)
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Hmmm ich habs noch nicht ausprobiert da ich aus verschiedenen Quellen 
immer gehört habe das bleifreies Lot "shice" ist, Silberlot hab ich noch 
nicht ausprobiert. Aber da ich mir noch nen 3Kg Vorrat Bleilot angelegt 
habe kann das auch noch dauern bis ich umsteige.
Ich denke als Bastler ist es kein Verbrechen noch Bleilot zu verwenden,
wie einer meiner Vorgänger schon sagte:
>Was meinst Du
>welche Mengen Blei jahrzentelang durch das verbleite Benzin in die
>Umwelt geblasen worden sind?
Da kann das (bisschen) Blei was ich noch verlöte die Welt auch nicht 
töten.

Euer "gewissenloser" Moe

Autor: Winfried (Gast)
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Sehe da auch keinen Sinn drin, bei Hobbybasteln auf bleifrei 
umzusteigen.

Muss beruflich jedoch bleifrei löten, nehme Stannol Silberlegierung 
(SN95,5Ag3,8Cu0,7) Typ HS10. Damit komme ich recht gut klar. 
Mittlerweile. Anfangs war es ein ziemliches Rumgefummel. Man muss vieles 
erstmal neu lernen, es verhält sich einfach anders. Manchmal geht es mir 
aber auch auf den Sack, dass mal wieder nicht genug Flussmittel da ist 
und das Zeug überhaupt nicht fließen will. Oder das die Lötspitze mal 
wieder nicht recht Lötzinn annimmt.

Hobbymäßig bleibe ich vorerst bei bleihaltigem Lötzinn. Den Luxus gönne 
ich mir :-)

Autor: Timmy (Gast)
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Kann es sein, dass viele Probleme auf bestimmte Legierungen zurückgehen? 
Wenn jemand meint mit bleifrei geht es so gut wie mit bleihaltig und 
jemand anderes meint das Gegenteil, könnte das doch an der Legierung 
bzw. dem Flussmittel oder hersteller liegen, nicht? Welches Lötzinn 
findet ihr denn brauchbar bzw. welches ist shice?

Autor: Jorge (Gast)
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Die Temperatur scheint auch noch eine Rolle zu spielen.

Ich habe einen ERSA 15Watt und den schon unverändert seit 25 Jahren.

Da ich aber plane mir mal endlich eine richtige Lötstation zuzulegen, 
wäre ich um Erfahrungen mit Silberlot und Temperatur und Lötstationen 
(Weller oder was anders) dankbar.

Ansonsten gibts bei mir keine Probleme mit dem Löten ausser, dass die 
Verlötung etwas klumpiger ist und geringfügig angelaufen aussieht.

Mit Blei möchte ich nichts mehr zu tun haben. Ich reagiere drauf mit 
Kopfschmerzen und Übelkeit. Die ersten 20 Jahre Löten haben mir nichts 
ausgemacht. Ich finde die Gefahr wird unterschätzt.

-> Bleifrei ist eine gute Sache.




Autor: christoph (Gast)
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das bleifrei muss auf alle Fälle mit einer höheren Temperatur gelötet 
werden! Mit meiner Weller WS50 löte ich bleihaltiges lot zwischen 300 
und 350°C, bekomme ich eine Platine mit bleifreiem Lötzinn auf den Tisch 
muss ich mindestens auf 400°C hoch. Besonders ätzend ist das wenn man 
versucht irgendwelche Bauteile mittels Lötlitze auszulöten (der 
Wärmeverlust an der Litze ist höher und sie bleibt oft am Bauteil 
"kleben"), Bei IC mit viele Anschlußbeinchen nehme ich bei solchen 
Platinen dann lieber gleich den Föhn (Heißluftgebläse) - die höhere 
Temperatur schadet übrigens auch der Platine bei der sich dann, je nach 
Qualität, die Lötaugen irgendwann mal ablösen.

Ich jedenfalls bleibe vorerst beim bleihaltigen Lötzinn. Habe aber auch 
schon von anderer Seite gehört dass es für bleifreies Zinn extra 
Flussmittel gibt welches eine höhere aktivierungstemperatur hat wodurch 
sich das bleifrei Zinn wieder besser löten lässt!

Autor: Emperor_L0ser (Gast)
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>Autor: Jorge (Gast)
>Mit Blei möchte ich nichts mehr zu tun haben. Ich reagiere drauf mit
>Kopfschmerzen und Übelkeit. Die ersten 20 Jahre Löten haben mir nichts
>ausgemacht. Ich finde die Gefahr wird unterschätzt.

da vermute ich da ist aber nicht das blei dran schuld, denn bis blei 
verdampft brauchst du 1740°C, ok es verdampft schon vorher welches, aber 
bei 300°C sollte dieser anteil recht gering sein, ich vermute viel eher, 
das liegt an diversen stoffen, die z.b. im flussmitel drin sind.
blei ist durchaus gesundheitsschädlich, aber kopfschmerzen verursacht es 
nicht, du müsstest ständig welche haben, denn es lagert sich im gewebe 
des körpers ein.

ansonsten kann ich mich den meisten vorrednern nur anschliessen, für den 
hobbybereich werde ich es weiterverwenden, alleine weil es eine 
niedrigere verarbeitungs-temperatur hat. mein 10Watt Lötkolben, mit dem 
man so ziemlich jedes auteil löten kann, ohne auch nur einen gedanken an 
überhitzung der bauteile verschwende zu müssen, würde mit bleifreiem lot 
nicht zurecht kommen und ich habe bisher keinen vergleichbaren lötkolben 
gefunden (und keine lust für nichts einfach mal 80-100Euro auszugeben).

Autor: Olaf (Gast)
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Es gibt bleihaltiges Lot welches geringe Mengen Nickel enthaelt.
Das laesst sich genauso gut loeten wie bleihaltiges. Allerdings sehen
die Loetstellen danach auch matter aus als dies frueher der Fall war.

Wuerde ich mir privat aber auch nicht antun. Und zwar wegen der schon 
besprochenen Problemetik des ausloetens. Wegen dem hoeheren Schmelzpunkt 
ist das naemlich in der Tat etwas problematischer.

Olaf

Autor: Timmy (Gast)
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Auslötkolben von Ebay für 5 Euro! Hab mir einen (den mit gelbem Griff) 
gekauft und die Qualität ist ok. Damit lässt sich alles blitzschnell 
auslöten.

Autor: Stefan Helmert (Gast)
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Hallo,

ich habe selbst noch nie bleifrei gelötet, aber es müsste doch 
High-End-Lote geben, die den alten Bleiloten um Meilen voraus sind? Z. 
B. mit Indium- und Galiumanteil, mit Antimon, Tantal, Titan, Zink, 
Rubidium,... Oder sogar den modernen elektrisch hochleitfähigen 
Kunststoffen, so dass die Elastizität erhöht wird um mechanisch 
Spannungen auf Grund von Temperatureinflüssen zu verringern.

Autor: Olaf (Gast)
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Wie schon gesagt, es gibt ein Lot das Nickel enthaelt und das laesst 
sich sehr gut loeten. Hat sich aber wohl eine japanische Firma 
patentieren lassen und deshalb ist es bei uns selten.

Ich kann es nirgendwo auf der Homepage finden, aber ich habe meins hier 
gekauft: http://www.ak-modul-bus.de/
Ihr koennt ja einfach mal anrufen und fragen, allerdings hatten sie nur 
welches mit 1mm staerke und das ist mir fuer die meisten Sachen zu dick 
da ich nur 0.5 und 0.3 verwende. Bei mir in der Firma schwoeren die 
Jungs aber darauf.

Ausserdem ist das mit dem Lot nicht ganz so einfach. Ein niedriger 
Schmelzpunkt ist ja nicht alles. Ich hab z.B hier noch Lot mit Wismut 
welches bei 165Grad schmilzt, aber solche Legierungen haben auch immer 
ihre Nachteile. Selbst wenn es nur der Preis ist.

BTW: Bleifreies Lot ist uebrigens nicht ganz so teuer wie es scheint, 
weil man es nach Gewicht kauft, aber nach Volumen verbraucht und es ist 
ja leichter als frueher.

Olaf

Autor: Thomas R. (titan)
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"Auslötkolben von Ebay für 5 Euro! Hab mir einen (den mit gelbem Griff)
gekauft und die Qualität ist ok. Damit lässt sich alles blitzschnell
auslöten."

könntest den namen davon oder nen link posten plz?

Autor: Winfried (Gast)
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Das bleifrei löten immer höhere Temperatur bedeutet, kann ich nicht 
bestätigen. Zuerst habe ich das geglaubt, weil so oft gelesen. Dann habe 
ich aber auch andere Infos gelesen, wo drin stand, die Temperatur so 
niedrig wie möglich einzustellen. Dann habe ich experimentiert und 
herausgefunden, dass für vieles Temperaturen von 290-350 Grad auf meiner 
Weller-Station günstig sind. Verbleit dagegen habe ich fast immer mit 
370 Grad gelötet.

Das ist das Paradoxe, obwohl der Schmelzpunkt höher liegt, löte ich 
besser mit geringerer Temperatur. Das hat vor allem was damit zu tun, 
dass bei höheren Temperaturen die Lötspitze zu schnell verzundert. Und 
auch das Flussmittel zu schnell weg ist. Weil bleifrei aber schlechter 
fließt, braucht man gerade davon genügend.

Autor: Malte __ (malte) Benutzerseite
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Also ich habe angefangen fürs Hobby Bleifrei zu löten.
Meine Erfahrung mit Sn95,5 AG Cu0,7:
Der Lötkolben braucht eine höhere Temperatur.
Das Lötzinn weigert sich gelegentlich beharrlich zu schmelzen oder an 
Kontakten zu haften.
Die Lötstellen sehen matter aus.
Entlötlitze funktioniert wunderbar und das dort enthaltene Flussmitel 
sorgt dafür, dass die oben genannten Schmelzprobleme an den Kontakten 
verschwinden.

Ich werde jedenfalls bei bleifrei bleiben -meiner Gesundheit zuliebe.

Autor: hoppel (Gast)
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Also jetzt bin ich auch im Klub der Bleifreien. Habe bei Ebay Röhrenlot 
Balver Zinn N/Superior mit 3,5% F-SW32Q und der Legierung 
Sn96CAg3,8Cu0,7 0,5mm gekauft. War recht günstig. 20 Eusen für 500 g.
Habe Drähte verzinnt: geht mit Kolophonium so gut wie mit bleihaltigem
IC gelötet: schwierig, geht aber. Schmelzpunkt etc. sind unkritisch aber 
das Fließverhalten ist suboptimal. Ich denke aber dass ich da mit einer 
besseren Löttechnik gegensteueren kann. Werde mal noch etwas probieren 
und dann berichten. Bis jetzt seh ich das aber doch recht positiv. 
Stumpf sind die Lötstellen auch nicht wirklich. Ich probier mal die 
niedrigere Temperatur!
Achja, Lötstation: Ersa MS 250 mit C25 Multitip 25 W Lötkolben und 
Standard-Bleistiftspitze (1 mm oder 0,8...) bei 390 °C.

Autor: Winfried (Gast)
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Es macht auch einen riesen Unterschied, ob man professionell gefertigte 
Platinen, die vorverzinnt sind, bestückt, oder ob man an einem 
Fädeldrahtaufbau rumfummelt und ein Bauteil zum fünften mal auslötet.

Man muss sich da wirklich die verschiedenen Anwendungsfälle anschauen. 
Ich hab  letztens ein paar Platinen mit geringer Packungsdichte und 
vorverzinnt gelötet, da merkt man kaum einen Unterschied zum bisherigen 
Löten. Da löte ich  gerne bleifrei.

Autor: Thomas R. (titan)
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Malte __ wrote:
> Ich werde jedenfalls bei bleifrei bleiben -meiner Gesundheit zuliebe.

http://www.loetdampf.de/
Die behaupten, dass bleifrei ungesunder ist:
"Das Arbeiten mit bleifreien Loten setzt gesundheitsschädlichere Dämpfe 
als verbleite Zinnlote frei, da die Löttemperaturen höher sind und 
aggressivere Flussmittel für einwandfreie Lötverbindungen erforderlich 
werden."

was haltet ihr davon?

Autor: Malte __ (malte) Benutzerseite
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> aggressivere Flussmittel für
Also bei Reichelt gibt es bleihaltiges Lot mit F-SW26 und Halogen-freies 
(dort als Umweltfreundlich bezeichnet) mit Blei welches F-SW 34 
verwendet.
Das Bleifreie verwendet ebenfalls F-SW 34.

Daraus folgere ich dass das Flussmittel selber bei bleifreiem nicht 
schädlicher sein kann. Dass aber eventuell wegen der höheren Temperatur 
die Stoffe anders zerfallen habe ich allerdings schon mal gehört und 
wäre durchaus logisch.

Autor: Konfuzius (Gast)
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Hi,

ich würde mich auch mal über eine Liste mit funktionierenden
Kombinationen aus "gutem" Lot, guten Lötstpitzen und Lötstationen
freuen, da ich trotz langer Praxis ziemliche Probleme beim Löten
habe. Mit meiner Ersa Analog 80 (ca. ein halbes Jahr alt) sollte
es eigentlich wie von selbst gehen, aber irgendwie habe ich den
Verdacht, dass entweder mit dem Lötzinn, den Ersadur-Spitzen oder
der Kombination Lötspitzen/Lötzinn etwas nicht stimmt.

Ich habe unter anderem die 832CD Spitze und bekomme mit Stannol
S-Sn 60 Pb38 Cu2 (bei Conrad gekauft, vieleicht lagern einiger
Händler das Zeug ja auch falsch...) sehr oft sofort beim Löten
heftige Abschlackungen auf der Lötspitze. Vorher hatte ich ein
Lötzinn von Reichelt, aber das war auch nicht besser.
Wenn ich mit der Temperatur heruntgergehe, reicht die Power
aber nicht mehr zum Erwärmen der Lötstelle aus, obwohl 80 Watt
ja für normale Anwendungszwecke (Verlöten von Litzen, Entlöten
von Bauteilen, Einlöten von Bauteilen) ja voll und ganz ausreichen
sollte.

Irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass es mit meiner "normalen"
Lötspitze an meinem Multitip C-15 nicht so große Probleme gibt,
die Lötspitze wird nicht so schnell schmutzig und das Löten geht
irgendwie besser von der Hand. Ist es nicht Paradox, dass ich mir
für 160 Eusen eine Profi-Lötstation gekauft habe und dann mit dem
billigen Hand-Lötkolben und einer billigen und schon jahrelang im
Einsatz befindlichen Spitze bessere Ergebnisse erziele?

Autor: Steven Wetzel (steven)
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> Entlötlitze funktioniert wunderbar und das dort enthaltene Flussmitel
> sorgt dafür, dass die oben genannten Schmelzprobleme an den Kontakten
> verschwinden.
>
> Ich werde jedenfalls bei bleifrei bleiben -meiner Gesundheit zuliebe.

Ich hoffe aber, du hast eine super Absaugvorrichtung, denn um das Blei 
würde ich mir weniger Sorgen machen, als um das Harz.

Autor: Florian S. (buddl)
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Ich kann nun zwar (wie oben geschrieben) super bleifrei löten (das Lot 
das ich nannte ist aber das falsche, nur bin ich gerade nicht in der 
Werkstatt) aber ich musste auch einiges umstellen, dass es klappte:

- Die Temperatur musste ich bei meiner Lötstation (Ersa Analog 60) 
deutlich anheben. Bleifrei konnte ich früher mit guten 320 Sache löten. 
Beim Silberlot bin ich auf ca. 400.

- Ich löte nur noch mit superdünnen Lötspitzen. Genaue Maße weis ich 
grade auch nicht aber so ziemlich die schlankesten Spitzen die Ersa im 
Angebot hat. Meine alten Keilform-Spitzen konnte ich alle wegschmeissen. 
Auch bei reinen THT-Leiterplatten reissen die bei Silberlot absolut 
nichts mehr.

- Superdünnes Lot verwenden. Meines hat 0,5mm Durchmesser. Damit 
verheizt man zwar bei einer großen Platine gleich mal ein paar Meter 
aber durch die große Oberfläche im Verhältnis zum Volumen lötet sich das 
Zeug super. Hatte anfangs Lot mit...ich glaube 1mm oder 1,5mm und für 
das Zeug hättest ´nen Bunsenbrenner gebraucht! Selbst bei 450°C war das 
Zeug noch fest!

Autor: Winfried (Gast)
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Also mit meiner Weller WECP 50 Watt Lötstation und einer 0.8mm dünnen 
Spitze und 1mm dickem Lötzinn von Stannol löte ich ganz passabel. Bei 
etwa 350 Grad. Hab gestern erst mehrere Platinen bestückt. Bei normalen 
Lötaugen von 1.2 oder 1.4mm Durchmesser klappt das bestens. Wenn in 
einem z.B. 4mm dickem Leiterzug ein Lötauge drin ist, dann wird es 
schonmal schwierig, dann braucht es mehr Temperatur. Da drehe ich dann 
auf 380-400 Grad kurz hoch.

Ob aber die Skala der Lötstation wirklich stimmt, kann ich nicht sagen. 
Halbwegs aber schon, wenn ich es mit anderen Stationen vergleiche.

Dünneres Lötzinn finde ich auch sinnvoll, war nur zu geizig, letztens 
bei Conrad das deutlich teurere 0.5er Lötzinn zu kaufen.

Wichtig ist übrigens, nach Spitzenreinigung sofort diese wieder zu 
verzinnen. Sonst hält bald überhaupt kein Zinn mehr dort dran. Reinigen 
tue ich seit geraumer Zeit mit Edelstahl-Drehspan, bekommt man als 
Putzschwamm in diversen Drogerie- und Supermärkten. Funktioniert gut, 
wenn man sich einmal dran gewöhnt hat. Schwamm soll ja bei bleifrei 
nicht mehr angesagt sein.

Autor: EBE (Gast)
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Hi!

Das Löten mit dem Lötkolben bringt (praktisch) fast keine Änderungen in 
der Temperatur mit sich, da viele den Lötkolben eh schon zu heiss 
verwenden.
Bei Bleifrei wird so um 340-375C Lötspitzentemperatur empfohlen.
ACHTUNG! Die Angezeigte/eingestellte Temperatur weicht oft stark von der 
tatsächlichen ab! Besonders bei alten Lötstationen. Daher kommen die 
meisten Probleme.

Ich verwende Multicore SAC387/96SC Sn 95.5 %, Ag 3.8 % & Cu 0.7 %
mit Crystal 400 /weniger aktives Flssmitel oder Crystal 511, etwas 
aktiver.

Auf jedenfall sollte man sich auch eine Flussmittel-Stift/Pinsel 
besorgen.
Die Chemie und Wirkung des Flussmittels ist nicht zu unterschätzen!

Viele bleifreie Lötdrähte enthalten 40-80% mehr Flussmittel in der 
Seele, deshalb "rauchen" und stinken viele bleifreie Lötdrähte mehr.

Achtung auch mit den Lötspitzen, SnAgCu Zinn ist sehr aggressiv und 
frisst die Spitzen schneller kaputt. Im Profibereich wurde viel ueber 
die schlechte Qualität neuer bleifreitauglicher Lötspizten geflucht.
Ein Vertreter wollte mir weiss machen, dass seine Lötspizten mit meinem 
Flussmittel nicht kompatibel sind.... Erzähl das mal einem Kunden der 
nur dieses bleifreie Zinn erlaubt :-)

Neben dem SnAgCu Zinn gibt es sogenannte "glänzende", bleifreie Zinne, 
wie Sn100C ond ähnliche. Der visuelle Eindruck ist oft besser als bei 
reinen SnAgCu-Zinn!

ACHTUNG! Verwendet man alte Lötspitzen mit bleihaltigem Lötzinnresten 
und lötet SnAgCu Zinn, ensteht sehr oft eine ganzheitlich 
unansehnliched, graue, matte Oberfläche. Ein deutliches Zeichen dass 
bleifrei mit bleihaltigen Zinn vermischt wurde.

Im Grossen und Ganzen ist es keine Hexerei beim Handlöten auf bleifrei 
umzusteigen, etwas Ueben braucht man aber.

Ich verwende seit 3 Jahren Bleifrei!
Gruess EBe

Autor: Bernd46 (Gast)
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Genau so ist das!!! Und schließlich kommt das Blei in der Natur am 
meisten vor.

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Ich bleibe jedenfalls bei verbleit, solange es nur irgendwie geht. Ich 
sehe es nicht ein, wegen ein paar Lobbyisten auf Komfort zu verzichten 
und im selben Zuge um Faktoren mehr zu bezahlen als vorher. Und Leute 
jetzt mal im Ernst: das bisschen Blei. Habt Ihr noch nicht gemerkt was 
das ist? Ein "eleganter" Weg im Namen von Umweltschutz und Fuersorge 
Millionen und Milliarden aus der Industrie rauszuquetschen. Die Firmen 
haben keine Wahl, aber wer da freiwillig mitmacht hat es nicht anders 
verdient.

Was glaubt Ihr wohl warum gewisse Geraeteklassen von der neuen Regelung 
ausgenommen wuerden? Ueberwachungs- und Pruefgeraete koennen weiterhin 
bleihaltig geloetet werden. Na warum wohl, weil sie wissen, dass der 
bleifrei-Mist eben einfach schlechtere Eigenschaften hat und noch nicht 
hinreichend erforscht wurde und man daher bei kritischen Geraeten nichts 
riskieren will. Das bestaetigt doch den Verdacht, den man da sofort 
hat...

Ausserdem ist Blei als solches erstmal ueberhaupt nicht giftig oder 
sonstwas. Was glaubt Ihr denn, warum es soetwas wie "Bleirohre" usw 
gibt? Weil es das Wasser vergiftet? Lachhaft... In diesem Sinne: Erst 
nachdenken, dann handeln.

Michael

Autor: Thomas W. (thomas_v2)
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Irgendwann stand letztens mal ein Artikel in der ct, dass sich z.b. 
einige Ausfälle der Microsoft Xbox auf die Verwendung von bleifreiem Lot 
zurückführen lasse.
Da dieses Lot mit der Zeit spröder wird als welches mit Blei.

Hat da jemand Erfahrungen mit? Würde mich ja mal interessieren, wie sich 
das auf die Ausfallrate bei anderen Geräten mit hohen Temperaturen und 
Erschütterungen (Industrie, KfZ) auswirken wird.

Autor: katzeklo (Gast)
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>Irgendwann stand letztens mal ein Artikel in der ct, dass sich z.b.
>einige Ausfälle der Microsoft Xbox auf die Verwendung von bleifreiem Lot
>zurückführen lasse.

Zum Glück darf die Atomobilbranche und noch einige andere verbleites Lot 
benutzen.

Autor: Visitor (Gast)
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@Michael G,

"Ausserdem ist Blei als solches erstmal ueberhaupt nicht giftig oder
sonstwas. Was glaubt Ihr denn, warum es soetwas wie "Bleirohre" usw
gibt? Weil es das Wasser vergiftet?"

Da Du das ja so genau weißt, könntest Du die Weltfirma Merck auf Ihren 
Fehler im Sicherheitsdatenblatt aufmerksam machen.
Bei den Bleirohren als Wasserleitungen bildet sich übrigens mit der Zeit 
eine unlösliche Patina aus PbCO3, die weitere Bleifreisetzung verhindert 
bzw. stark verlangsamt.


"Lachhaft... In diesem Sinne: Erst nachdenken, dann handeln."

Vielleicht solltest Du selbst Deinen eigenen Vorschlag beherzigen.

Autor: katzeklo (Gast)
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Bleirohre wurden zu einer Zeit eingeführt, als man sich über die 
Vergiftungsgefahr noch nicht bewust war.

Autor: Michael Waiblinger (wiebel42)
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Erstens muss ich an der Stelle mal das ausgezeichnete Forum von Stannol 
empfehlen:
http://www.stannol.de/phpBB2/index.php
Die Mitarbeiter sind da selbst sehr schnell mit Antworten dabei.

Wenn man sich einen neuen Lötkolben kaufen will, wäre es imho sehr 
interessant eine Temperaturabsenkung zu haben, da ich schon sehr oft 
gelesen hab das die hohe Temperatur in Verbindung mit dem fehlenden Blei 
die Lötspitzen extrem schnell durch sind. Daher wäre natürlich sowas wie 
die Weller WMRP ideal (weller eben) aber natürlich auch sauteuer.
Die Idee ist aber in jedem Fall richtig, wenn man den Kolben ablegt die 
Temeratur abzusenken und erst beim Zugriff aufzuheizen (bei 3sec macht 
das natürlich auch noch Spass). -wiebel

Autor: Rudi (Gast)
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Zur Toxizität von Blei ist folgendes zu sagen:
"Elementares Blei ist in kompakter Form für den Menschen nicht giftig. 
Metallisches Blei bildet an der Luft eine dichte, schwer wasserlösliche 
Schutzschicht aus Bleicarbonat. Bei metallischem Blei kann deshalb auf 
die Gefahrstoffkennzeichnung verzichtet werden. Toxisch sind gelöstes 
Blei und Bleiverbindungen, sowie Bleistäube, die durch Verschlucken oder 
Einatmen in den Körper gelangen können. Besonders toxisch sind 
Organobleiverbindungen, z. B. Tetraethylblei, die stark lipophil sind 
und rasch über die Haut aufgenommen werden."
ABER:
"Jedoch reichern sich selbst kleinste Mengen, über einen längeren 
Zeitraum stetig eingenommen, im Körper an, da sie z. B. in die Knochen 
eingelagert und nur sehr langsam wieder ausgeschieden werden. Blei kann 
so eine chronische Vergiftung hervorrufen, die sich unter anderem in 
Kopfschmerzen, Müdigkeit, Abmagerung und Defekten der Blutbildung, des 
Nervensystems und der Muskulatur zeigt. Bleivergiftungen sind besonders 
für Kinder und Schwangere gefährlich. Es kann auch Fruchtschäden und 
Zeugungsunfähigkeit bewirken. Im Extremfall kann die Bleivergiftung zum 
Tode führen. Die Giftigkeit von Blei beruht unter anderem auf einer 
Störung der Hämoglobinsynthese. Es hemmt mehrere Enzyme und behindert 
dadurch den Einbau des Eisens in das Hämoglobinmolekül. Dadurch wird die 
Sauerstoff-Versorgung der Körperzellen gestört."
http://de.wikipedia.org/wiki/Blei#Toxizit.C3.A4t
mehr dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bleivergiftung
Gerade Leute die viel löten sollten vielleicht einmal - wie wir Schützen 
- einen Bluttest machen lassen. Ggf. erkennt man so erst eine 
Exposition, denn wenn sich die Belastung erst einmal symptomatisch zeigt 
ist es zu spät. Insgesamt sollten folgende Punkte beachtet werden:
 * Temperatur nicht zu hoch wählen
 * Für gute Belüftung sorgen
 * Nicht essen oder rauchen! (Bleistäube auf der Zigarette werden 
verdampft und inhaliert).

Autor: NurEinGast (Gast)
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Wer's bleifreies Lot mal ausprobieren will -

Silberfreies Speziallot (Warenprobe) bleifrei Kester K100LD
http://www.gadgetpool.de/bestellen/catalog/product...
zwar nur 10 kostenlose Warenproben verfügbar - aber immerhin.

Gruss
NurEinGast

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