Hallo an alle...
Weiß einer von euch, wie das noch Funktioniert mit dem Kabelbinden mit
Wachsband? Ist zwar schon Uralt die Technik, aber für alte Geräte die
man repariert sieht es irgendwie doof aus, wenn man so einen Kabelbinder
(Strapse) neuster Zeit rein haut.
Wer nicht gleich weis was ich meine, habe ich auch ein Bild bereit:
Guchst du hier:
http://www.jogis-roehrenbude.de/Leserbriefe/Bruegmann-Digital-Roehren-Clock/pic023.jpg
Wäre dankbar für so einen kleine Tipp wie man den Knoten macht, denn ich
kann mir im Moment nichts darunter vorstellen.
Wenn einer noch ne Anleitung hat - als her damit ;-)
Herzliche Grüße...
Suche mal nach dem AC43.13 - "Acceptable Methods, Techniques and
Practices: Aircraft Inspection, Repair and Alterations" im Netz, das
gibt es mit etwas Suchen im Netz. Da gibt es auch ein Kapitel "Aircraft
Wiring", wo die verschiedenen Techniken ausführlich beschrieben sind.
Wachsband nennt sich "lace tape".
Ansonsten gibt es diese Kurzanleitung, reicht vielleicht schon aus:
http://www.aeroelectric.com/articles/cable_lace/cable_lace.html
Normale Kabelbinder würden im Flugzeug möglicherweise mit
verschiedensten Chemikalien in Kontakt kommen (Kraftstoff, Öl,
Hydraulikflüssigkeit etc.) und extremen Temperaturen ausgesetzt, so daß
sie schnell brüchig werden. Außerdem sind sie "scharf" und würden
zusammen mit den auftretenden Vibrationen die Isolierung schnell
durchscheuern. Da die Kabelbäume nicht gut zugänglich sind und oft erst
nach vielen Jahren wieder kontrolliert werden, sind die Anforderungen da
etwas extrem. Deshalb gibt es Spezialkabelbinder, gummierte
Kabelschellen aus Metall oder eben das gute alte Wachsband.
Ist doch schön zu sehen, wie sich alte Techniken hervorragend bewähren,
wenn die Anforderungen kritischer sind...
Du meinst das Formkabel und den dortigen Knoten?
Auf "Deinem Bild kommst Du von der rechten Seite mit dem "Strick"
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, winkelst nach unten ab
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, gehts einmal rumm, nun von Oben kommend
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oben vorbei und unten durch - quasie selbst fixierend - auf Zug
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...wer hat noch selber Bretter gestiftet - bitte mal nicken
DMS wrote:
> ...wer hat noch selber Bretter gestiftet - bitte mal nicken
Ich hab noch sowas gelernt.
Wir durften einen W48 Kabelbaum binden, verdrahten und dann telefonieren
und wieder alles abschneiden und die Lötaugen säubern.
Waren ziemlich robust die Dinger, daß sie viele Lehrlingsgenerationen
überstanden haben.
Peter
Moin zusammen!
Dass ich das noch erleben darf :-)
Ich bastel ja auch gerne, am liebsten mit historischen Teilen oder
zumindest in 'historizierendem' Design (der Prozessor verschwindet dann
einfach irgendwo...). Kabelstrapse passen da nicht wirklich und schon
seit langem vermisse ich gutes Wachsband, denn nur damit kann man
ordentliche Kabelbäume bauen (OK, wenn die Zeit keine Rolle spielt...).
Hat jemand eine Ahnung, wo man das noch in Bastlermengen bekommen kann?
Für jeden Hinweis wäre dankbar:
Baku
Ich hab in meinem Grundpraktikum vorm Studium auch noch gelernt
Kabelformbretter zu stiften, da Kabelstämme reinzulegen und das Ganze
dann mit Wachsband und Weberknoten zu binden. So erzeugte Kabelstämme
sehen auch in der heutigen Zeit noch gut aus und sind teilweise
haltbarer als der ganze Kunststoffhüllenkram.
bye
Frank
>Autor: Frank (Gast)>Datum: 05.03.2007 23:11>Ich hab in meinem Grundpraktikum vorm Studium auch noch gelernt>Kabelformbretter zu stiften, da Kabelstämme reinzulegen und das Ganze>dann mit Wachsband und Weberknoten zu binden. So erzeugte Kabelstämme>sehen auch in der heutigen Zeit noch gut aus und sind teilweise>haltbarer als der ganze Kunststoffhüllenkram.>bye>Frank
Jo, dem schliesse ich mich an. Nur will die heute keine mehr bezahlen.
Wozu auch, die halten doch viel zu lange!
Habe ich in der Lehre auch gemacht. Das Kabelbinden mit Wachsband habe
ich zwischendurch sogar mal gemacht! Nur das Kabelformbrett erstellen
wurde mir seither erspart.
Ich musste das waehrend der Lehre bei der DB noch lernen.
Allerdings wuerde ich das heute wohl nicht mehr auf Anhieb hinbekommen.
Der einzige Vorteil an den ich heute noch ab und zu erinnert werde ist,
wenn man sich an einen schlecht abgeschnittenen Kabelbinder kratzt.
gruß,
Bjoern
Hallo,
auch ich durfte das mal noch ausprobieren :-). (Lehere begonnen im Jahre
05) Das Band ist heute soviel ich weis kein Wachsband mehr sondern
Polyamidband oder wie man das schreibt. Ich kann dir emfehlen imm so 2
Meter auf nen Nagel oder Schraube zu Wickeln. Dann kannste besser
anziehen ohne das es dir in die Hände reinschneidet.
Gruß
Peter
Der "Knoten" ist bei der Feuerwehr übrigens als "Mastwurf" bekannt. Dort
wird damit der Saugschlauch zusammengehalten. Auszuüben vom
"Wassertruppmann".
Soviel nur am Rande.
Gruß
Kuddel
Moin...
> Bei den Fassadenwäschern und den tausend Haufen Wilder wird der Palstek> wahrscheinlich auch Palstek heissen...
Äh, nö, verwirrender Weise heißt der Knoten da Ankerstich....
... außerdem heißt das "(des) Teufels HandWerker"!
--
SJ
> ...wer hat noch selber Bretter gestiftet - bitte mal nickennick
Habe das auch noch in der Lehre gemacht und bereitete mir viel Spass :-)
War gar nicht so einfach, einen schönen Kabelbaum zu machen.
Es gab aber auch mal frustrierende Momente; Der Lehrmeister sah meinen
ersten Kabelbaum, nahm ein Messer, Schnitt die Schnur in der Mitte auf
und alle Knoten lösten sich. Ich hatte die Knoten falsch gemacht. Wenn
mans richtig macht, dann halten sich die Knoten von selber, auch wenn
die Schnur irgendwo getrennt wird.
> ...wer hat noch selber Bretter gestiftet - bitte mal nickennick
Der Ausbildungsabschnitt nannte sich 1976 "Schalt- und Montage" bei
meiner ehemaligen Firma Bundespost.
Allmählich bekam ich den Eindruck, die Post müsse die halbe Welt
beschäftigt haben, denn von der größten Anlage bis zum kleinsten Gerät
für den Kunden, war alles mit wachsgarngebundenem Kabelbaum versehen.
Köln Innenstadt hatte etwa 1990 den zu dieser Zeit größten
Hauptverteiler Europas, einziger so genannter Kamm-HVt, Kamm-Struktur,
weil eine einfache langgezogene Gestellreihe, wie sie sonst üblich ist,
logistisch nicht mehr reichte, um ca. 56000 Teilnehmer an einer einzigen
Vermittlungsstelle zu bewältigen. Sowohl Wählersaal als auch
Hauptverteiler hatten jeweils die Größe einer Veranstaltungshalle.
Um die einzelnen Anlagen miteinander zu verbinden, wurden viele
Einzelkabel mit z.B. 100 Adern je Kabel, mit Wachsgarn, zu dicken
Blöcken mit Gesamtquerschnitten je etwa 30cm x 30cm, langen
quadratischen Strängen, und ästhetisch astrein, gebunden. Kabelbaum im
Riesenformat. Über diese Bindetechnik, weiß ich allerdings nichts.
Soviel zu Kommunikations-Infrastruktur.
Erstaunlich und auch erfreulich finde ich, daß man im Internet noch
vieles von dieser alten Technik findet, eben auch Fotos, wenn man
gezielt sucht, z.B. nach Dreieckwähler, Hebdrehwähler, EMD-Wähler.
Nicht daß ich diese überholte Technik verherrlichen möchte, aber ein
wenig Nostalgie oder Historie schadet niemandem.
Zum anderen, bin ich stets interessiert, welchen Verlauf der heutige
technische Stand hat. Z.B. Quecksilberdampfgleichrichter und damalige
Müllentsorgung, davon werden wir heute noch umweltvergiftet, da graut es
mir wirklich vor der Zwangseinführung der Energiesparlampe.
Dietmar
reinhard wrote:
> hallo kann mir jemand sagen wo man noch das werkzeug zum kabelbinden> bekommt? (kabelnadel etc.)
Ich benutze dazu die Hände und wenns knifflig wird, Omas Häckelnadel.
Wachsband habe ich noch nie bekommen (bzw. gesucht), ich nehme dazu
haltbares Baumwollgarn welches ich in warmes Bienenwachs tauche.
Bastlerlösungen halt!
Gruß
Guido
Ach, ist ja süss...haben wir in der Lehre bei der Swisscom (dazumals
noch Telecom:) auch noch gelernt. Hab aber keine Ahnung mehr wie die
Knoten genau gingen.
Wir hatten ein spezielles Werkzeug, war aber im Prinzip auch nicht viel
anderes als eine Häkelnadel, ausser dass der Haken grösser war.
> ...wer hat noch selber Bretter gestiftet - bitte mal nicken
Latürnich...und nachher alle Stifte wieder rausgezogen, Holzstücke in
die Nagellöcher reingehämmert und das Brett abgeschliffen.
Zitat:
Hat jemand eine Ahnung, wo man das noch in Bastlermengen bekommen kann?
Für jeden Hinweis wäre dankbar:
Baku
Zitat Ende:
Der Beitrag ist zwar schon alt, die Information ist aber trotzdem für
den ein oder anderen Nützlich.
Wachsband heißt auch Abbindegarn und wird im "Puppenbau" noch heute
verwendet. Google't einfach mal nach Abbindegarn und ihr findet einen
Bastelshop der das sehr günstig verkauft. Die Menge ist 50m !
Wer wirklich nur kleine Mengen braucht kann auch in den nächsten
Drogeriemarkt gehen und kauft sich dort gewachste Zahnseide !
Das ist geringfühgig dünner aber das selbe Material.
Als Fingerschutz zum Knoten verwendet man am besten einen alten
Lederhandschuh und schneidet sich den Daumen und Zeigefinger Ab.
Diese kann man dann einfach "Überziehen".
Früher wurden die Fingerlinge aus kleinen Lederlappen selber genäht.
Viel Spass beim Binden....
Vinix
> Um die einzelnen Anlagen miteinander zu verbinden, wurden viele> Einzelkabel mit z.B. 100 Adern je Kabel, mit Wachsgarn, zu dicken> Blöcken mit Gesamtquerschnitten je etwa 30cm x 30cm, langen> quadratischen Strängen, und ästhetisch astrein, gebunden. Kabelbaum im> Riesenformat. Über diese Bindetechnik, weiß ich allerdings nichts.
Auch wenn der Beitrag Asbach ist: das Bündel wird zusammengenäht. Als
Nadel wird ein langes Metallsägeblatt benutzt, dem man vorher auf dem
Schleifbock die Zähne abgeschliffen hat. Das Spannloch wird zu einer Öse
aufgeschliffen. Dann geht es los. In 3 - 4 m Höhe auch dem
Hauptverteiler sitzend ist das die beschissenste Arbeit, die es bei
Amtsbau gab.
Dazu dann noch in Biegungen das Bündel in ästhetische wohlgeformte Bögen
stemmen!
Glücklicherwweise war ich bereits Dipl.-Ing., sodass mir solche sadomaso
Knochenarbeiten erspart blieben.
Hatte die Näherei bei den dicken Bündeln irgendeinen technischen oder
wirtschaftlichen Nutzen? Als Monopolist/Behörde ist das zwar egal, aber
irgendwer muss ja mal auf die Idee gekommen sein...
Im Anhang noch ein paar Bilder zum Thema.
> hallo kann mir jemand sagen wo man noch das werkzeug zum kabelbinden
bekommt? (kabelnadel etc.)
Für die niedlichen kleinen Kabelbäumchen in Relaisschienen aus 0,3er
Draht haben sich die Kollegen vom Fernmeldewerk Arnstadt aus dem
nahegelegenen Nadel- und Platinenwerk Ichtershausen ringförmige
OP-Nadeln mit ca. 20 - 30 mm Durchmesser besorgt. Damit konnte man gut
Drähte nachfädeln, wenn eine Änderung gemacht werden musste.
> Hatte die Näherei bei den dicken Bündeln irgendeinen technischen oder
wirtschaftlichen Nutzen? Als Monopolist/Behörde ist das zwar egal, aber
irgendwer muss ja mal auf die Idee gekommen sein...
Das waren Nachwehen aus der Anfangszeit der Fernmeldetechnik, wo Technik
auch noch wunderschön aussehen musste. Überflüssig wie die Brustwarzen
beim Mann.
Hallo,
ich habe alle Texte nicht gelesen, aber weil ich alte Telfone sammle und
Vermittlungen baue, mußte ich mich auch mit diesem Thema beschäftigen
(ich war auch früher bei einer Telefonfirma).Ich habe im Internet 2
oder 3 Firmen gefunden die noch Wachsgarn vertreiben. Wir haben früher
in den Vermittlungen graues 6-fachgarn zum Anbinden der Kabel verwendet
und braunes 5- und 6-fach für die Kabelbäume. Später wurde nur
Perlongezwirn (mit Wachs) verwendet. Perlon habe ich noch altes, aber
noch keinen Lieferanten (brauch ich jetzt nicht mehr).
Zum Binden der Kabel gab es eine flache Kabelnadel (hab ich noch eine;
irgendwann lasse ich welche mittels Laser nachbauen). Mit der wurden
Kabelpakete gebunden. Weiter gab es eine gebogene K-Nadel; die flache
und die gebogene haben vorne einen Haken . Ich habe noch eine originale,
und ich baue sie mittels alter Schraubenzieher nach (geht leicht, sieht
wie original aus). Wenn man im K-Baum einen Draht vergessen hat und ihn
nachziehen will, haben wir erst mit einem Popelhaken den Abbund etwas
geweitet. Den P-Haken haben wir uns selber gemach, aus alten
Mopedspeichen (Motorrad geht auch, ist etwas stärker): Die Speiche hatt
ca 2,5mm D; die Gewindeseite über eine Läcnge von ca. 12mm zuspitzen
(mit der Flex oder mit der Schleifscheibe), dann kalt bei ca. 12mm
rechtwinklich umbiegen (ich biege immer warm, geht leichter).
Sollte jemand an alten Telefonapparaten (50 bis 100 Jahre alt) und an
alten Vermittlungen (40 bis 80J)Interesse haben, meine erste
Wählvermittlung (voll funktionsfähig, 10 Apparate anschließbar) kann man
bei www.fegeb.de sehen. Ich habe schon einen neueren Typ gebaut, aber
noch keine Zeit gefunden ihn einzustellen.
Ade aus Franken
Herbert