Ich habe mir von Reichelt dieses Set gekauft, nur wegen des
Steckernetzteils:
http://www.reichelt.de/index.html?ARTICLE=59979
Ich bin immer auf der Suche nach kleinen Schaltnetzteilen, um warme
Wandwarzen zu ersetzen. Dieses hier ist aber recht erstaunlich, sowas
habe ich noch nicht gesehen: Es hat eine Leistungsaufname von 0,0W im
Leerlauf, gemessen mit Conrad EKM. Da bin ich sonst ca. 2W "gewohnt".
Eignet sich also ideal um kleine Geräte zu dauerversorgen. Entgegen der
technischen Daten gibt es ca. 6V ab (Leerlauf, oder ist schlecht
geregelt), also nur tolerante Elektronik anschließen.
Wie sieht denn die Ausgangsspannung bei Nennlast (=> Oszi) aus?
Das Conrad EKM soll übrigens sehr ungenau sein und Leistungen < 5 W nur
der Vollständigkeit halber anzeigen.
...Oszirauskram...
Das Ding wird wie gesagt als Ladegerät verkauft, nicht als High-End
Audioversorgung. ;-)
Also, bei Leerlauf liegt auf den 6V DC ein Sägezahn von knapp 200mV, mit
einem 400mV Spike obendrauf. Das Ganze bei bemerkenswert
niederfrequenten 200 Hz.
Mit 12 Ohm Last ist DC auf knapp 5V runter, die Schaltfrequenz auf 25
kHz rauf, das Trapez eher etwas flacher, statt einem Spike hat es nun
einen Dip um 300 mV runter.
ach ja,
und mit obigen 12 Ohm Last (also ca. 2W Leistungsabgabe) nimmt es dann
3,5W laut EKM. Sicher nicht das Präzisionsinstrument, aber zum
Vergleichen sollte es reichen. Andere Steckernetzteile zeigen so was bei
2W idle.
Hmm, habe es gerade mit meinem Nokia-Lader verglichen. Der zeigt auch
Idle Null an... Allerdings 4,3W unter Last.
Haben Ladegeräte vielleicht ein anderes Schaltungsprinzip, was auf
Kosten von mehr Ripple prima niedrige Leerlaufleistung ermöglicht?
letzte Nachmeldung für heute:
Das Nokia-Ladegerät hat im Leerlauf keine auflösbare Welligkeit, unter
Last knapp 100 mV bei 65 kHz, ohne Spikes oder Dips. Sieht also besser
aus.
Ich beginne, mich für Handy-Ladegeräte zu interessieren...
(Fast) null Ruhestrom geht übrigens auch mit klassischen Trafos.
Warme Wandwarzen gibt es nur deshalb, weil die Hersteller immer nur
gerade so viele Kupferwicklungen rauf zu machen, wie unbedingt
erforderlich sind, damit das Ding nicht schmilzt. Jeder Cent mehr in der
Herstellung würde den Verkaufspreis steigen lassen und
Wettbewerbsnachteile mit sich bringen, weil fast alle Leute die
Steckernetzteile über den Preis kaufen. Ein paar Kupferwicklungen mehr
bringen aber die ersehnte niedrige Ruheleistung.
Weil es kaum bezahlbar ist sich die entsprechenden Trafos in kleinen
Stückzahlen extra wickeln zu lassen, benutze ich immer folgenden Trick,
wenn ich so ein Netzteil brauche:
Zwei kleine (vergossene) 230V/24V-Trafos werden primär in Reihe
geschaltet. Die Sekundärwicklungen schalte ich parallel (Phasenlage
beachten). An jedem Trafo stehen an der Primärwicklung dann nur 115V an.
Am Ausgang kommen natürlich auch nur 12V raus. Die Leistung ist im
Leerlauf < 0,1W.
Dazu ist anzumerken, dass die Leerlaufleistung, bei den zwei in Reihe
geschalteten Trafos nicht linear sinkt (wie man es von Wirkwiderständen
oder Induktivitäten erwartet), sondern deutlich mehr. Das liegt daran,
dass diese Bauteile, sofern sie mit der vorgesehenen Betriebsspennung
verbunden sind, immer in der Nähe der magnetischen Sättigung betrieben
werden, d.h. im nichtlinearen Bereich.
ELV hat mal ein Steckernetzteil mit geringer Leerlaufleistung angeboten
(weiß nicht, ob's das noch gibt). Das Prinzip dabei ist ein alter Hut.
Der Trafo muß eben so ausgelegt sein, dass er nicht in die Sättigung
gefahren wird. Alle Tonübertrager in Röhrenendstufen oder ELA-Anlagen
wurden früher übrigens so ausgelegt.
Hey, sehr interessanter Ansatz. Muss man erstmal drauf kommen, Danke!
>dass er nicht in die Sättigung gefahren wird.
Kann man das irgendwie messen?
Gruß
AxelR.
Axel Rühl wrote:
>>dass er nicht in die Sättigung gefahren wird.>> Kann man das irgendwie messen?
Ja, kann man:
Strom mit dem Oszi anschauen: Ist es ein sauberer Sinus, nur
Phasenverschoben ist alles OK. Ist der Sinus verzerrt (die Maximalwerte
vom Sinus sind nicht rund, sondern eher Spitz), dann ist der Kern in der
Sättigung, bzw. nahe davor.