Hallo,
gibt es eigentlich einen Sensor mit dem ich die Neigung feststellen
kann? Mit Beschleunigungssensor kann man ja auf die Neigung schließen,
jedoch nur im statischen Bereich. Sobald sich der Sensor bewegt kann ich
ja nichtmehr zwischen Neigung und Beschleunigung unterscheiden. Wie
sieht es aus mit einem Gryoskop ? Oder gibt es dafür spezielle Sensoren?
Vielen Dank
Grüße
Schon Mal über einen Hallsensor nachgedacht? Micronas HAL 80X z.B.
eignet sich dazu. Permanentmagnet einfach so aufhängen, daß er nur auf
Neigung und nicht auf Beschleunigung anspricht.
Also die AS50xx / AS51xx sind zwar interessante ICs, aber leider für
meine Anwendung nichts, weil die wieder einen Magneten an einem Pendel
brauchen. Da gefällt mir der Ansatz mit dem Gyroskop besser. Ich will
die Neigung quasi immer in bezug auf die Erdoberfläche wissen. Also 10°
Steigung, 20° Steigung so in etwa. Das ganze ohne "Kalibrierung" sprich
wenn das Gerät in 12° Steigung angeschaltet, soll es das auch direkt
anzeigen. Ist das überhaupt möglich?
Wenn ich nun die Winkelgeschwindigkeit habe, wie muss ich die berechnen
um darauf auf die Neigung zu kommen? Evlt. denke ich ja einfach nur in
die falsche Richtung ...
In der Wiimote von Nintendo haben die ja sowas irgendwie verbaut, weil
da funktioniert es so wie ich es gerne hätte. Nur wie ??? ;)
Bin im Moment genau so etwas am machen. Ich muss die rein dyn.
Beschleunigung in einem beschleunigten System feststellen. g
Habe jetzt drei Gyros und einen dreiachsen Beschleunigungssensor.
Bei den Gyros ein Tipp: Schau Dir die Drift an. Gyros die ich und Du
bezahlen können sind rel. ungenau, sprich sie driften und driften und
driften... Gibt aber langsam ganz gute. Frage ist nur welche
Technologie. Piezo oder Kapazitiv. Muss halt jeder selbst eintscheiden.
Den Winkel erhälst Du indem Du die Winkelgeschwindigkeit integrierst.
(Hoffe das stimmt)
Grüsse
Danke! jetzt brauche ich nurnoch einen kleinen anschupser in die
richtung wie ich die winkelgeschwindigkeit integrieren soll .. stehe
grade völlig aufm schlauch..
>einen kleinen anschupser in die>richtung wie ich die winkelgeschwindigkeit integrieren soll ..
Integration ist doch nichts anderes als eine Addition/Summenbildung...
Sprich also wenn sich jetzt die neigung ändert (z.B. innerhalb von 0.5
Sek um 10°) dann habe ich eine Winkelgeschwindigkeit 20 °/sek und die
liegt 0.5 Sek. an (?) Dann muss ich nur die dauer messen wie lange die
Geschwindigkeit da ist (im Beispiel 0.5 Sek) und kann dann darüber den
Winkel feststellen?
In Mathe hab ich nicht geschlafen, ich lag im Koma!
Ich hab sowas noch nicht gebaut aber die Theorie dazu interessiert mich
auch.
Könnte man nicht einen 3-Achsen-Beschleunigungssensor und einen Gyro
benutzen? In der Ruhelage kalibriert sich das Gerät selbst (Wenn Summe
der Beschleunigungen = Erdbeschleunigung, dann Winkel ausrechnen). Im
Dynamischen Fall wird der Winkel dann mit dem Gyro aufintegriert. Dann
bräuchte man 2 Gyros, sonst läuft man Gefahr, dass man gerade in der
Drehachse des (einen) Gyros dreht und da ist der ja quasi blind. Außer
vielleicht, man beschränkt sich auf eine feste Normalposition (Gerät
steht auf ebener Fläche, Drehachse des Gyro genau orthogonal dazu).
Die Integration selbst könnte man mit einem Kondensator machen, wenn der
Gyro ein analoges Signal ausgibt oder eben numerisch im Mikrocontroller,
wenn digital. Im digitalen Fall hat man halt immer die Gefahr, dass man
Spitzen "übersieht". Wenn das aber so ne Art Handfernbedienung werden
soll, wird es wohl keine so großen Spitzen geben.
>Permanentmagnet einfach so aufhängen, daß er nur auf>Neigung und nicht auf Beschleunigung anspricht.
Würde mich mal interessieren, wie man sowas "einfach" aufhängt. Da
müsste man den Unterschied zwischen schwerer und träger Masse benutzen
oder? Dürfte schwer werden, bis jetzt ist der nicht mal messbar. Oder
steh ich da grade auf dem Schlauch?
Aufintegrieren mit einem Kondensator? Wie muss ich das denn anschließen
(analog ausgang Gyro) ? Und was messe ich dann? Quasi direkt Spannung am
Kondensator = Neigung ? Das wäre ja sehr gut und einfach ;)
>Sprich also wenn sich jetzt die neigung ändert (z.B. innerhalb von 0.5>Sek um 10°) dann habe ich eine Winkelgeschwindigkeit 20 °/sek und die>liegt 0.5 Sek. an (?) Dann muss ich nur die dauer messen wie lange die>Geschwindigkeit da ist (im Beispiel 0.5 Sek) und kann dann darüber den>Winkel feststellen?
Die exakte Lösung wäre:
Wenn du es numerisch im MC aufsummieren willst:
Du misst periodisch im Zeitabstand dt dein Eingangssignal omega.
omega*dt zum letzten gespeicherten Wert addieren und fertig ist dein
Winkel. Je kleiner der Abstand zwischen den Messungen delta t, desto
wahrscheinlicher, dass das Ergebnis nah an der Wirklichkeit liegt.
Also messe ich z.B. mit 1kHz das analog Signal (nur als Beispiel) und
addiere den berechneten Wert (z.B. 1°/s * 0,001s) zu dem letzten
berechneten Wert und habe dann (immer) in meiner Endvariable den
aktuellen Winkel? Das klingt ja garnichtmal so sonderlich kompliziert..
>Aufintegrieren mit einem Kondensator? Wie muss ich das denn anschließen>(analog ausgang Gyro) ? Und was messe ich dann? Quasi direkt Spannung am>Kondensator = Neigung ? Das wäre ja sehr gut und einfach ;)
Hier fehlt noch ein Schaltbild-Äquivalent zu LaTeX. Naja ich probiers
mal ;)
__
Ausgang Gyro °------|____|---°----° Eingang AD-Wandler.
_|_
_
|
Masse °---------------°----°
In der Praxis würde man wohl noch einen OP reinpacken (google OP +
Integrator).
Irgendwie muss man den C dann auch noch auf z.B. definierte 0V bringen
können, damit man definierte Anfangsbedingungen hat. Außerdem hat ein
Kondensator immer eine gewisse Selbstentladung und beliebig klein darf
man ihn auch nicht machen, denn der ADC-Eingang hat auch einen gewissen
Widerstand. Außerdem würde das ganze dann sehr anfällig gegen
Streukapazitäten u.ä. werden.
Das Schaltbild oben stellt einen RC-Tiefpass dar. Wenn man rein damit
integrieren möchte, muss man die Grenzfrequenz so niedrig machen, dass
der C niemals ganz voll/leer wird. Dann kriegt man aber oben
beschriebene Probleme.
Man kann aber auch auf eine größere Grenzfrequenz dimensionieren und
damit nur über delta t integrieren (z.B. 1/10s). Die gemittelten
Messwerte für delta t kann man dann wieder mit der oben beschriebenen
Methode aufsummieren. Das dürfte wohl der beste Kompromiss zwischen
Einfachkeit der Schaltung und Qualität des Ergebnisses sein.
Sofern das digital so "simpel" funktioniert dann werde ich das nicht mit
einem Kondensator machen sondern dafür einen eigenen kleinen µC
abstempeln der nur die Neigung bestimmt und per SPI weiterreicht. Bei
>50 € für einen Gyro fallen die 3€ für ein µC auch nicht ins Gewicht,
zumal davon nicht 100000000 Stück gebaut werden.
Aber jetzt hab ich zumindest mal ein Ansatz. Was passiert eigentlich
wenn der Gryo beim starten in einer Neigung steht ? Dann müsste doch der
erste Wert der Neigung entsprechen oder ?
Mir fällt grade auf das Bild stimmt nicht so ganz. Wenn's ganz analog
sein soll, muss der OP mit rein. Beim digitalen mit Filter davor reicht
die Schaltung oben.
> In der Wiimote von Nintendo haben die ja sowas irgendwie verbaut, weil> da funktioniert es so wie ich es gerne hätte. Nur wie ??? ;)
Es hat zusätzlich zu einem 3-Achs-Beschleunigungssensor noch eine
Infrarotkamera vorne eingebaut, die die Lichtpunkte von einer Reihe
IR-LEDs in der sog. "Sensorbar" (die keine Sensoren, sondern wirklich
nur eine Reihe LEDs enthält) aufnimmt.
Den Anfangswinkel musst du irgendwie anders rausbekommen. Der Gyro gibt
ja nur die Winkelgeschwindigkeit aus. Also beispielsweise bei stehendem
Gerät Beschleunigungssensoren auswerten -> phi0 und die Summe
zurücksetzen.
@ jmoney (Gast) 15.03.2007 12:59
vielleicht liegts am flachmann von der firma, aber in deinem posting von
12:59 was soll das sein, ich seh' nur ein paar verlorene striche. ;-)
>@ jmoney (Gast) 15.03.2007 12:59>>vielleicht liegts am flachmann von der firma, aber in deinem posting von>12:59 was soll das sein, ich seh' nur ein paar verlorene striche. ;-)
Ich seh da ein paar .pngs mit LaTeX-Formeln, die das Forum hier
netterweise seit kurzem generiert. Wenn's bei dir nicht geht, meld dich
mal bei Andreas Schwarz, der weiß vielleicht mehr.
.. Der Internet Explorer hatte wenn ich mich recht erinnere ewige Zeiten
lang das Problem, Bilder im .png-Format mit durchsichtigem Hintergrund
nicht richtig darstellen zu können. Vielleicht liegt's ja daran..
@jmoney
Danke, ich glaube jetzt hab ich auch verstanden was mir ein gyroskop
überhaupt ausgibt und wie ich das rechnen muss.
Vielen Dank, ihr seit super!
Zurück zum Hallsensor ...
wenns die Umgebung hergibt (nix großes metallisches) kann man auch mit
Hallsensoren und dem Erdmagnetfeld arbeiten. Zumindest als
"Stützinformation".
Ich hab mal mit nem KMX-tralala rumgespielt, der hat tatsächlich ein
lageabhängiges Ausgangssignal geliefert (Der Hallsensor in
Brückenkonfiguration dens beim Reichelt gibt/gab war das.) Wenn damit
alleine auch nix anzufangen ist (Große Metallgegenstände in der Nähe),
kombiniert mit zwei Artgenossen (für 3D-Koordinatenfeld) und anderen
Quellen könnte er sinnvoll sein ("ändert sich das Magnetfeld <passend>
zum Beschleunigungssensor oder umgekehrt ?")
Grüße,
Hendrik.
Schaut Euch sonst mal den SCA3000 von VTI an (Beschleunigungssensor)
Analog Device bietet rel. neu entwickelte Gyros zu einem "zahlbaren"
Preis an.
Greets
Hallo!
Ich möchte das Thema gerne nochmal "aufwärmen".
Hat jemand denn schon einen der oben genannten Sensoren verbaut?
Ich möchte gerne mit einem ATmega8 und einem Neigungssensor beim
motorradfahren die max. erreichte Neigung (sprich Kurvenlage) messen und
suche dazu einen geeigneten Sensor bis 60°.
nibble