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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf kann man microcontroller studieren ;-)


Autor: brain (Gast)
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Hallo allerseits.
Ein frohes "Vor-Osterfest" erstmal.

Ich studiere Elektrotechnik an der FH-Aachen, bin aber nicht wirklich 
begeistert. Dass einiges an Grundlagen für E-tech notwendig ist, steht 
außer Frage...
aber mich interessieren die ganzen Dinge wie:

o wie ist ein Prozessor aufgebaut
o welche Formen der Speicherorganisation gibt es
o Kommunikationen
o eigentlich alles Rund um Controller
o ...

Meine Frage ist, ob es vielleicht einen spezielleren Studiengang gibt, 
der viel stärker auf die oben genannten Dinge eingeht?

Hat jemand Erfahrung hiermit oder studiert jemand vielleicht etwas in 
dieser Richtung.

Bin dankbar für jede (konstruktive ;-) ) Antwort


Schöne Grüße

der Brain

Autor: bla (Gast)
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normalerweise gibt es im Hautstudium verschiedene Studienrichtungen zur 
Wahl.
Bei mir an der FH wurde Mikroelektronik angeboten. Bei dir scheint es 
nichts in diese Richtung zu geben.(nor kurz überflogen)

Gruß

Autor: Obelix (Gast)
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Daruber sollte man sich Gedanken machen, bevor man anfängt zu studieren.

Autor: Frank (Gast)
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Bei uns an der FH München gibts im 4. Mikrocomputer und im 5. 
Mikrocontroller.

Autor: Uwe H. (mistert)
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dann solltest du eher in den Bereich Technische Informatik gehen.
Es gibt in Pforzheim auch einen Master Studiengang Embedded Systems.

Autor: bwd (Gast)
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an der RWTH gibts das ganze gedöns auch im Info-Unterricht. Und in 
Karlsruhe nennt sich das Mikrorechnertechnik (2. Semester).

Autor: Bernhard E. (bbgen)
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An der TU Wien gibt es 2 Studiengänge die dafür eventuell in Frage 
kommen würden:
Mikroelektronik 
(http://www.tuwien.ac.at/lehre/studienangebot/elektrotechnik/) oder 
technische Informatik 
(http://www.tuwien.ac.at/lehre/studienangebot/informatik/).

Autor: auz (Gast)
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... bei uns im Informatik-Studium an der Uni-Stuttgart ist es Teil der 
Technischen Informatik. (Die dort aber insgesamt eher Stiefmütterlich 
behandelt wird :-(

@Obelix: Während dem Studium zu wechseln (vorallem in den ersten 
Semestern) halte ich für kein Problem - kenne viele die das so gemacht 
haben. Sich das Studium vorher beschreiben zu lassen und selbst 
studieren ist ein großer Unterschied.

Autor: Gast (Gast)
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Ich denke, dass sind Dinge, die man im Studium nicht lehren muß. Wie ein 
Controller aufgebaut ist und welche Speicheraufteilung es gibt, kann man 
sich an einem Nachmittag mal selbst ansehen. Wie willst du damit eine 
Vorlesung füllen?

Naja und Kommunikationen...wenn du damit SPI/I2C/UART meinst, sowas 
gehört nicht in die Vorlesung. Da guckt man in ein Datenblatt und dann 
ist klar, wie das funktioniert. FH/Uni ist ja kein Kindergarten...

Autor: He Ro (Gast)
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...das war einer der Gründe, warum ich nicht an der RWTH studiere - eine 
Vorlesung für E-Techniker, die sich auf die Vorstellung verschiedener 
Bussysteme beschränkt hat.

"PCI: 33MHz 32Bit"
"RS232: 9600Baud"

MfG, HeRo

Autor: Olaf (Gast)
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> aber mich interessieren die ganzen Dinge wie:

Das Problem ist nur von den Dingen die dich interessieren erwartet man
das du sie dir in eine paar Wochen Selbststudium beibringen kannst.

Der ganze Rest der dich gerade nervt sind aber die wichtigen Grundlagen 
die du brauchst um zu verstehen wie das funktioniert was du aussen an 
einem Controller dranhaengen kannst.

Solltest du dagegen eines Tages mal neue Controller designen wollen so 
brauchst du dieses Wissen noch wichtiger weil die Welt dann ploetzlich 
sehr analog wird. :-)

Interessieren dich dagegen nur Algorythmen oder Verfahren die sich in 
einem Controller implementieren lassen, waere wohl Informatik besser 
gewesen.

Wichtig am Studium sind die mathematischen und etechnischen Grundlagen 
damit du spaeter die Fachbuecher lesen kannst die sich auf das beziehen 
was du machen willst. Spezielles Wissen veraltet zum einen eh sehr 
schnell, zum anderen wird in der Firma wo du spaeter mal arbeitest 
sowieso irgendwas anderes gemacht...

Olaf

Autor: Andreas Schwarz (andreas) (Admin) Benutzerseite Flattr this
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Wie es an der FH Aachen aussieht weiß ich nicht, aber grundsätzlich 
sollte E-Technik schon der richtige Studiengang sein. Wenn man mal die 
Grundlagen hinter sich hat gibt es genug Vorlesungen die nützliches 
Wissen für einen Mikrocontroller-Programmierer vermitteln, das über das 
Niveau von Datenblättern hinaus geht und auch nicht nach ein paar Jahren 
veraltet ist: Echtzeitbetriebssysteme, Kommunikationsnetze, 
Prozessorarchitektur, Regelungstechnik, Digitale Signalverarbeitung, 
usw.

Autor: Schubi (Gast)
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Ich habe Informations- und Kommunikationstechnik an der FH Dortmund 
studiert.
Was ich im Studium gelernt habe, sind wirklich nur Grundlagen, die mir 
jetzt im Job (Hard- und Softwareentwicklung) etwas helfen.
Was mir aber sehr geholfen hat, war ein Nebenjob bei einem Ingenieurbüro 
(hab da mein Praktikum fürs Hauptstudium gemacht und bin dann da während 
meines Studiums geblieben). Das was ich da gelernt habe ist unbezahlbar.

Autor: Sichma (Gast)
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Ingenieur Informatik mit Schwerpunkt Elektrotechnik wäre evtl. auch was 
für Dich - z.B. hier:

http://ei.uni-paderborn.de/index.php?id=197


Fachbezogene Nebenjobs (und seis als SHK an der Uni selbst) sind SEHR 
empfehlenswert!

Autor: brain (Gast)
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Hallo
vielen Dank für die vielen Beiträge - werde mich mal in Ruhe 
durchblättern müssen.
Vielleicht habe ich mich etwas "schwammig" ausgedrückt und ganz so grün 
hinter den Ohren wie es hier manche vermutet haben bin ich net.

Ich suche eigentlcih einen Studiengang in dem man einen Computer von A-Z 
versteht incl Hardwareaufbau, wie ist die Hardware-Softwareschnittstelle 
organisiert...

Aber nocheinmal vielen Dank - ich werde mich mal weiter umhören.

Schöne Feiertage noch

Autor: Sichma (Gast)
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> wie ist die Hardware-Softwareschnittstelle organisiert...

Das ist nur eine von vielen Vorlesungen bei uns - nennt sich Technische 
Informatik ;)

Autor: auz (Gast)
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Bei uns in der Uni-Informatik beginnt man mit dem Ohm'schen Gesetz, 
kommt dann irgendwann zur Aussagenlogik, es kommen kombinatorische und 
sequenzielle Netzwerke dazu, im dritten Semester versteht man dann schon 
einen einfachen MIPS Prozessor im Detail und im vierten entwirft man 
seinen eigenen mit VHDL und testet ihn auf einem xilinx board.

Natürlich ist das nur ein Teil (etwa 1/4) vom Grundstudium. Im 
Hauptstudium muss man schon Elektrotechnik als Nebenfach wählen oder 
anders tricksen, um mit dem Thema Microcontroller im speziellen zu tun 
zu haben.

Autor: Knuddel Pudel (knopf)
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Wie ich nun die Beiträge gelesen habe muss ich erkennen, dass leider nur 
wenige wirklich begriffen ahben worum es in einem Studium wirklich geht.

Ein Studium ist eben nicht das Ziel, dass man jemand ans Händchen nimmt 
und ihm alles beibringt.

Es werden zwar bestimmte Dinge vermittelt, die eine gewisse Rolle in 
entsprechneder Richtung gehen, aber es sit nicht das Ziel einem alles 
nachzutragen.

Mit einem Studium sollst Du dir geweisse Fertigkeiten erlernen. Dabei 
eben nicht so, dass man dich ans Händchen nimmt. Du sollst lernen 
selbstständig zu werden und dich schnell irgendwo einarbeiten zu können 
und zwar Dinge die du eben nicht gelernt hast.

Was soll denn sonst der Sinn sein in der wissenschaftlichen Forschung?

Diese Fähigkeit sollst Du erlernen dich in unbekannte Dinge 
einzuarbeiten, wo eben kein Vorreiter da ist.

Natürlich geht nicht jeder in die Forschung, aber was ist da anders wenn 
Du in einem Job bist? Glaubst Du wirklich, dass da jemand da ist der 
Dich ans Händchen Nimmt?? Die Gegebenheiten sind in der Regel nie so wie 
Du es kennst.

Bzw. es kommen neue Dinge auf Dich zu wo auf dem Markt eben nicht 
bestehen.

Wenn jemand Dich ans Händchen nehmen soll und Du so eine Erwartung hast 
wirst Du nie einen Job bekommen. Dann kann jener es doch selber 
erledigen bzw braucht Dich nicht.

Ein Studium ist keine Lehre!!!

Manche Uni/FHá haben das eine und wiederum das andere nicht. Aber es 
kommt doch gar nicht darauf an!!!

Mit dem Studium und er erlernten Fähigkeiten kannst Du Dir schnell das 
aneigenen was Du brauchst bzw. was Dich interessiert! Oder Du bist nicht 
geeignet für ein Studium bzw. Dein Gedanke und Ansatz ist schon falsch 
wie Du ein Studium begonnen hast.

Die grobe Richtung muss natürlich stimmen.

Man sollte ja nicht gerade Germanistik anfangen zu studieren um nachher 
Elektrotechnik zu machen.

Gewisse Handfertigkeiten in entsprechneder Richtung wird Dir ja schon 
vermittelt und auch die Richtung in welcher man lernen sollte zu denken.

Sprich in Deinem Fall ist das völlig wurscht wo Du studierst und was 
angebten wird.

Allerdings kenne ich es schon so, dass im hauptstudiengang oder in 
Wahlbereichen vieles angeboten wird. Und wenn nicht ist das auch völlig 
Jacke wie Hose!

Autor: Markus K. (markus-)
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R. H. wrote:
> Wie ich nun die Beiträge gelesen habe muss ich erkennen, dass leider nur
> wenige wirklich begriffen ahben worum es in einem Studium wirklich geht.

Mir scheint, dass Du Deine Überlegungen nicht bis zum Ende geführt hast.

> [...]
> Die grobe Richtung muss natürlich stimmen.
>
> Man sollte ja nicht gerade Germanistik anfangen zu studieren um nachher
> Elektrotechnik zu machen.

Du argumentierst hier gerade gegen ein zu fachgerichtetes Studium. Also 
keine Unterscheidung mehr zwischen Physik und Elektrotechnik, sondern 
nur noch einen Studiengang Naturwissenschaften?

Markus

Autor: Knuddel Pudel (knopf)
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Markus:
Nein! So meinte ich das natürlich nicht.

Natürlich hat auch jede Fachrichtung gewissen Grundfertigkeiten zu 
vermitteln.

Es wird aber immer nur ein Abriß sein.

Was ich damit sagen wollte ist, dass nie alles abgdeckt werden kann.

Es geht auch gar nicht darum, dass jemand einem alles nachgetragen 
werden soll wie bei einem kleinen Schulbuben, sondern ein Studium soll 
jemand befähigen bestimmte Dinge selbst tun zu können!!!

Ich habe im Studium relaitiv wenig gelernt was ich später benötigte. 
Jedoch habe ich mir Fähigkeoten erworben mir alles selbst beibringen zu 
können.

Autor: TechInfo (Gast)
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Da muss ich R.H. zustimmen. Schon im Praktikum und bei der Diplomarbeit 
merkt man, dass die "fachlichen" Fertigkeiten nur eine Grundlage sind, 
für die man dann später in einem Projekt eben keinen großen Lernaufwand 
mehr hat weil man sie im Hinterkopf hat. Sozusagen das Handwerkszeug.

Aber eigentlich geht es im ganzen Studium zu einem großen Teil darum, 
die Fähigkeit "sich selbst etwas beibringen" zu können zu erlernen. Denn 
genau so läuft es später im Berufsalltag ab. Man muss in der Lage sein, 
sich auch in Themen einzuarbeiten von denen man im Studium überhaupt 
nichts gehört hat.

Autor: Knuddel Pudel (knopf)
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TechInfo wrote:
> Da muss ich R.H. zustimmen. Schon im Praktikum und bei der Diplomarbeit
> merkt man, dass die "fachlichen" Fertigkeiten nur eine Grundlage sind,
> für die man dann später in einem Projekt eben keinen großen Lernaufwand
> mehr hat weil man sie im Hinterkopf hat. Sozusagen das Handwerkszeug.
>
> Aber eigentlich geht es im ganzen Studium zu einem großen Teil darum,
> die Fähigkeit "sich selbst etwas beibringen" zu können zu erlernen. Denn
> genau so läuft es später im Berufsalltag ab. Man muss in der Lage sein,
> sich auch in Themen einzuarbeiten von denen man im Studium überhaupt
> nichts gehört hat.

Jup, Meine Worte! :-)

Autor: Simon Huwyler (simi)
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Dazu kommt in unserer Branche noch ein wichtiger Aspekt:

Wenn Du jetzt "Mikrokontroller studieren" würdest, würde Dir das in 10 
Jahren genau nichts mehr bringen, weil praktisch nichts vom Erlernten 
wieder anwendbar wäre.

Ich kenne übrigens einige Leute, die ich als mit die besten 
Elektroingenieure bezeichnen würde, die ich je kennengelernt habe. Und 
das sind PHYSIKER.

So frustrierend es tönt - aber an der Uni lernst Du tatsächlich kaum 
was, was Du UNMITTELBAR im Beruf anwenden kannst. Aber Du lernst zu 
LERNEN. Und Du lernst, Probleme analytisch anzugehen. Insofern glaube 
ich ein bisschen überspitzt tatsächlich, dass das spezifische Fach, das 
man einschlägt, von untergeordneter Bedeutung ist. Ok, Germanistik hat 
mit Natur-/technischer Wissenschaft nun doch ein bisschen sehr wenig 
gemeinsam, da lernt man wohl eine völlig andere Methodik. Aber solange 
man im Studium irgendwie über Formeln brütet, lernt man darin NICHTS für 
den Job, aber alles Nötige, um das zu lernen, was es für den Job 
braucht.

Bestes Beispiel: Physiker (und oft auch Ingenieure) sind extrem begehrt 
bei BANKEN! NEIN, NICHT, um Bakomaten zu entwickeln, sondern um in den 
Kernbereichen der Banken zu arbeiten! Dass so ein Physiker oder ElIng 
die genaue Definition des Bruttosozialproduktes nicht kennt, ist denen 
scheissegal. Sie wissen, dass er das lernen kann.

Was kannst Du, wenn Du im Studium lernst, uCs zu programmieren? So viel, 
wie ein halbwegs heller Mittelschüler in 'nem Monat lernt.

Gruss
Simi

Autor: Florian *.* (haribohunter)
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Ist doch klar, wer ehrlich und fleißig ist, studiert nicht BWL.

Autor: Knuddel Pudel (knopf)
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Nicht selten werden gerade Ingenieure und Physiker in gehobnenen 
Stellungen eingesetzt, und dies obwohl es nichts mit dem Fach zu tun 
hat, da sie gelernt haben strukturiert und koordiniert vorzugehen.

So trifft man diese in höheneren Verwaltungstellen in der Diakonie, 
Vokshochschule, Bundeswehr, Management, Verkehrsverbünden, DRK....


Ein Studium zum Erwerb einer Spezialkenntniss wäre innerhlab von 2 
Jahren veraltetet. Und man braucht ja doch mehr asl 2 Jahre vom Studium 
bis zur Rente. Zumindest bei den meisten :-)

Autor: Markus (Gast)
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Da hier alle so gegen das Fachwissen argumentieren und es in meinem 
Studium sowieso immer hieß, dass man Mathematik als Training für 
analytisch-logisches Denken brauche:

Wie wäre es, wenn man die ganzen Studiengänge auf z.B. 5 Stück reduziert 
(Naturwissenschaft, Soziales, ...)? Im naturwissenschaftlichen 
Studiengang macht man dann einfach nur 3 Semester Mathematik und dann 
die Diplomarbeit.  Damit hat man die Studienzeiten massiv reduziert und 
hat die ganzen sonstigen Vorteile (außer dem Fachwissen) trotzdem noch. 
Da das Ganze nun vereinheitlicht ist, braucht man dazu auch keine teuren 
Unis mehr - man hängt einfach nach dem Abitur noch zwei Jahre dran. 
Endlich kann man auch in Kleinkleckersdorf studieren, braucht also auch 
kein Bafög mehr.

Für die Firmen wäre das natürlich eine Umstellung, denn so ein frisch 
Diplomierter kann natürlich noch keine Schaltungen entwickeln. Der 
braucht erstmal 6-12 Monate, um sich überhaupt auch nur die Grundlagen 
anzueignen.

Markus

Autor: Simon Huwyler (simi)
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Markus wrote:

>
> Für die Firmen wäre das natürlich eine Umstellung, denn so ein frisch
> Diplomierter kann natürlich noch keine Schaltungen entwickeln. Der
> braucht erstmal 6-12 Monate, um sich überhaupt auch nur die Grundlagen
> anzueignen.
>

Ist das nicht jetzt schon so? ;-)

Eigentlich fände ich das gar keine schlechte Idee. Aber so, wie es 
zumindest an der ETH läuft, ist es ein Zwischending der Extreme: Im 
Grundstudium weiss man tatsächlich manchmal nicht, in welcher Vorlesung 
man gerade sitzt, denn eigentlich könnte man fast alles "Mathe" nennen. 
Und doch hat man einen GERINGEN Einschlag ins entsprechende Fachgebiet. 
So lernen die Elektriker ein bisschen vertiefter Signal- und 
Systemtheorie, während die Informatiker ein bisschen mehr allgemeine 
Physik haben. Als Beispiel. Im FACHstudium lernt man dann noch ein 
bisschen vertiefter das, was einem zumindest mal als Startschubser für 
die Industrie dienen kann.
Aber eben: Mehr ist es nicht. Aber als solchen auch nicht zu gering zu 
werten.
Tatsache ist: Wenn es darum geht, einen 
Abgänger/Praktikanten/Diplomanden etc. mit der Aufgabe zu betrauen, in 3 
Monaten ein einfaches uC-Projekt aufzubauen, dann ist ALLES, was er an 
der ETH gelernt hat, für diese Aufgabe 100.... naja, sagen wir 98%ig 
sinnlos. Er kann NICHTS davon verwenden. Sobald er auch nur einmal - von 
mir aus noch an der Mittelschule - zum Spass einen PIC programmiert hat, 
ist er VIEL VIEL VIEL effizienter.
Aber eben  - uCs zu programmieren ist wie Autofahren. JEDER ist dazu 
fähig. (Hm.... naja.... ok, insofern ist der Vergleich wohl falsch... 
;-) Irgendwelche Frauen am Mitlesen? duck ;-)
Man muss es halt lernen. Und das kann man innert werniger Wochen. Daszu 
braucht's wirklich keine Uni.
Fachspezifische Lehre macht schon Sinn - in gewissen Grenzen. Aber wie 
gesagt - da geht es dann darum, zu verstehen, wie ein Verbrennungsmotor 
funktioniert und mithilfe von SPEZIFISCHEM GRUNDwissen die Fähigkeit zu 
erlangen, den Motor besser/stärker/sparsamer/umweltschonender zu machen 
- Autofahren lernem muss man dann doch noch AUSSERHALB der Uni.



Wie gesagt, das oben Geschriebene gilt für die ETH. Bei den 
FACHhochschuulen ist der Ansatz komplett anders. Die Studis da haben 
sich oft schon ein gewisses Praxiswissen aus der Lehre und/oder der 
Industrie angeeignet. Und da geht es dann darum, um dieses Praxiswissen 
eine fundierte Theorie aufzubauen. Also so quasi ein top-down-Ansatz.

Autor: Knuddel Pudel (knopf)
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Und eigentlich muss man ja übherupt nicht studieren.

Ein Freund von mir ist Techbniker. Hat sich ein paar Bücher geschnappt 
und macht so manchen DIP.Ing. was vor.

Green war mal Bauer, er hatte kein Geld zum studieren. Während er auf 
dem Feld war hat er ab und an sich ein Mathebuch geschnappt.

Er machte die Greensche Funktionen und in der Vektoranalysis 
revolutionäre
Ansätze, die heute durchgreifend für die Bestimmung von Feldern und 
Wellen sind. Er gilt neben gauß als einer der besten Mathematiker. 
Allerdings bbeachtete es zunächst niemand und er soff sich dann zu Tode.

Konrat Rötgen schaffte nicht mal das Abitur. Und Edison studierte auch 
nicht.

Also wozu überhaupt studieren, da die Hälfte der größten Genies erst gar 
nicht stutiert haben??


:-)

Autor: Gast (Gast)
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Hallo Simon

Du hast gesagt für die µC-Programmierung braucht man keine Uni, nur paar 
Wochen Übung. Jedoch bei einem Projekt geht es nicht nur um die 
Programmierung ebenso ist auch die Elektronische Schaltung vorhanden.

Lernt man die Entwicklung der Schaltung auf den Unis, in ein paar Wochen 
zu Hause oder wird das doch jemanden in der Firma beigebracht.

MfG

Autor: Knuddel Pudel (knopf)
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 oder wird das doch jemanden in der Firma beigebracht.

Mit hat in einer Firma noch nie jemand was beigebracht. es wurde stets 
erwartet das ich eine Lösung präsentiere!

Autor: Simon Huwyler (simi)
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An der Uni lernt man nicht, Schaltungen zu designen. Man bekommt wie 
gesagt das Hintergrundwissen auf den Weg.

Schaltungsdesign lernt man m.E. nicht VON der Firma, wohl aber IM JOB. 
Ja, richtig, die Firma erwartet Lösungen. Und Studienabgänger kommen da, 
wenn sie sich für allwissend halten, schom mal grausig auf die Welt.
Schaltungsdesign hat doch viel mit "Gefühl" zu tun. An der Uni lernst Du 
zwar vieles über so merkwürdige Dinge wie propagation delay, 
contamination delay, clock skew, paging, offsetspannungen, 
Gain-BW-Produkt, Reflexionen, gain margin, ESR, ESL, 
.................... mit tausenden von Formeln, wie man damit 
umgeht.....


..... aber wenn Du nun so eine Schaltung designst, holst Du dann all 
diese Formeln her? Nein, erst mal startest Du an einem Punkt, der Dir 
sinnvoll erscheint. 95% der Schaltung ist straight-forward, und 5% musst 
Du ein bisschen genauer anschauen. Für die 95% bringen Dir all die 
100000000 Formeln nichts. Du weisst einfach, dass Du hier und da und 
dort einen Stützkondensator platzieren sollst. Du weisst einfach, wo Du 
eine gute Spannungsreferenz brauchst, und wo Du mit einer Z-Diode 
hinkommst. Du weisst einfach, dass Du für die Generierung von 3.3V aus 
12V mit 2A Last nicht einfach einen SO8-Linearregler nehmen kannst, weil 
der sonst abraucht..... alles banale Dinge - aber eben Dinge, die man 
sich so nach und nach aneignet.

Wenn Du bei diesen 95% alles "uni-mässig" erarbeiten und errechnen muss, 
dann wird Deine Schaltung nie fertig.

Dann sind da aber eben noch die 5%. Die kritischen Elemente. Die, die 
der Ingenieur besser dimensionieren kann, als der Elektroniker. DIE 
rechtfertigen den Einsatz (und die Bezahlung) eines Ingenieurs. Aber nur 
dann, wenn er auch in der Lage ist, diese 5% zu identifizieren. Und ich 
habe bis jetzt noch von keiner Uni gehört, die einem das beibringt. Ist 
auch nicht ihr Job. Einige Monate in der Industrie, einige Male auf die 
Fresse fallen - dann hast Du 'nen Anfang. Und je länger Du im Geschäft 
bist, desto mehr Boden hat Deine "Intuition", die die 95% ausmacht und 
die 5% identifiziert.

Autor: Bla (Gast)
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Naja das ist einfach die Unterscheidung zwischen einem Bastler und einem 
Ingenieur. Ich kenn auch einen, der zwar viel bastelt, aber vom 
Hintergrund halt absolut keine Ahnung hat. Da geht halt nicht mehr, wie 
vorhandenes irgendwie etwas zusammensetzen. Er könnte aber nie erklären, 
wieso er eine Lösung verwendet. Eigene Lösungen entwickeln ist einfach 
nicht drin.

Dafür braucht man nunmal einen gewissen Hintergrund in Signaltheorie, 
Elektronik, Mathematik etc. Und den eignet man sich beim basteln einfach 
nicht an. Genauso ist es doch wenn du nur "Mikrocontroller" studierst. 
Was willst du damit machen? Entweder kannst du die Kisten gerade so 
programmieren (dafür brauchst du fast keine Kenntnisse, auch nicht 
welcher Speicher verwendet wird etc.) Oder du hast auch Ahnung von der 
Elektrotechnik außenrum. Und das baut nunmal aufeinander auf. Für 
Digitaltechnik brauchst du auch das Ohm'sche Gesetz und musst wissen wie 
ein Transistor funktioniert.

Die ganzen Praxiswerte, wie sie Simon beschreibt, sollte man natürlich 
auch lernen. Aber das kommt im Hauptstudium ja normalerweise.

Autor: Simon Huwyler (simi)
Datum:

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Bla wrote:
> Naja das ist einfach die Unterscheidung zwischen einem Bastler und einem
> Ingenieur.

Nö, da bin ich nicht ganz einverstanden.
Ich denke, ein guter Ingenieur ist eine ausgewogene Mischung - oder 
besser eine Personalunion eines "Bastlers" und eines "Akademikers". 
Ersteres lernst Du im Beruf oder (durchaus nicht zu vernachlässigen) im 
Hobby. Letzteres an der Uni.

Nur gebastelt -> Bastler
Nur Unibank gedrückt -> Akademiker
Uni gedrückt und gebastelt UND/ODER on-the-job gelernt -> Guter 
Ingenieur

Meine Unterscheidung bezog sich auf Akademiker und gute Ingenieure.


Ich kenn auch einen, der zwar viel bastelt, aber vom
> Hintergrund halt absolut keine Ahnung hat. Da geht halt nicht mehr, wie
> vorhandenes irgendwie etwas zusammensetzen. Er könnte aber nie erklären,
> wieso er eine Lösung verwendet. Eigene Lösungen entwickeln ist einfach
> nicht drin.

Und ich kenne einige, die können Stokes und Laplace und Maxwell aus dem 
Stehgreif zitieren, sind aber überfordert, wenn sie eine einfachste 
Schaltung REALISTISCH designen müssen.

> Dafür braucht man nunmal einen gewissen Hintergrund in Signaltheorie,
> Elektronik, Mathematik etc. Und den eignet man sich beim basteln einfach
> nicht an.

Richtig. Anmerkung: Beim BASTELN sicher nicht. Aber on-the-job durchaus. 
Man muss keine Uni besuchen, um ein extrem guter Ingenieur zu werden. 
Einer der besten Ings, die ich kenne - und zwar im Bereich 
Analogelektronik
 - hat offiziell "nur" eine Technikerschule absolviert. Der hat sich 
halt einfach so viel "Gefühl" angeeignet, dass er für etwa 100 
gestandene Ingenieure DIE Ansprechperson geworden ist, wenn es um 
Schaltungsdetails geht, die jenseits der Norm sind, was Rauschen, 
Genauigkeit, Drift, .... betrifft.


Genauso ist es doch wenn du nur "Mikrocontroller" studierst.
> Was willst du damit machen? Entweder kannst du die Kisten gerade so
> programmieren (dafür brauchst du fast keine Kenntnisse, auch nicht
> welcher Speicher verwendet wird etc.) Oder du hast auch Ahnung von der
> Elektrotechnik außenrum. Und das baut nunmal aufeinander auf. Für
> Digitaltechnik brauchst du auch das Ohm'sche Gesetz und musst wissen wie
> ein Transistor funktioniert.


Jup.


>
> Die ganzen Praxiswerte, wie sie Simon beschreibt, sollte man natürlich
> auch lernen. Aber das kommt im Hauptstudium ja normalerweise.

Ich glaube eben, dass man die im Haupstudium NICHT lernt. Und gar nicht 
lernen SOLL. Das Rudimentäre, ja. Aber primär erwarte ich von einem 
Abgänger, dass er lernfähig ist und sich schnell einarbeiten kann. 
Nicht, dass er schon viel Praxiserfahrung hat.

Autor: Bla (Gast)
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Ich stimme dir soweit zu. Wie man jetzt den Begriff Bastler verwendet 
ist ja Geschmackssache. Und natürlich gibt es auch Bastler, die wirklich 
viel hinkriegen, weil sie einfach die Erfahrung haben. Genauso wie 
"Ingenieure", die irgendwie keine Ahnung haben (wie du selbst ja erwähnt 
hast).

Ok, man sollte sicher nicht alle Praxiswerte kennen, das habe ich wohl 
etwas unglücklich formuliert, schließlich ist das ja auch unmöglich. 
Aber man sollte mit Praxiswerten in seinem Bereich gearbeitet haben, um 
eben ein Gefühl für etwas anderes als die reine Mathematik zu bekommen.

Autor: Simon Huwyler (simi)
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100% ack :-)

Ehrlich gesagt bin ich auch manchmal ein wenig frustriert darüber, WIE 
WENIG manche Abgänger sich davon angeeignet haben.

Nur.... irgendwie habe ich immernoch die wohl etwas naive Meinung, dass, 
wer Elektrotechnik studiert, auch wissen will, wie denn nun so ein 
komisches Gebilde aus zwei parallelen Platten in der Praxis aussieht. 
Ich glaube, ich hätte mein Studium schlicht nicht durchgestanden, wenn 
mir dieses Interesse gefehlt hätte.

Autor: Sabine (Gast)
Datum:

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Hallo,
ich hatte auch mal einen Chef, der ein saudummer Bastler war. Für sein 
Studium hat er 20 Semester gebraucht... gröhl.....

Autor: Christian (Guest) (Gast)
Datum:

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Hi

was hat die semesterzahl mit dem "IQ"
zu tun ?


Schon mal für-s studium gearbeitet ?
Schon mal die Semesterzahl, zB von Helmut Kohl angeschaut?
....

Nachts ist es kälter als draußen auf dem berg

Autor: Christian (Guest) (Gast)
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Was hat schaltungsdesign mit Studium zu tun?

FH or UNI?

FH: sollten die praktiker sein
Uni die zum "nachdenken" - besser die theoretiker.

beides gekoppelt ist gut


Wenn man eine Antenne berechnen kann, dann heißt es noch
lange nicht, dass man die bauen kann.

Man muss von der praxis nicht viel wissen, nur kann man
vermutl. kein 10mm Rohr in 100m Höhe auf
2x 20m horizontal aufhängen - aber simulieren kann man
so einen Dipol:
elek & mech.
(das sind aber 2 fachrichtungen  ;-))

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