Die AppNote schreibt ja, dass die Theorie dazu recht komplex ist.
Es läuft darauf hinaus, dass man quasi zwischen den Samples
interpoliert.
Der Preis dafür ist recht hoch: um von 10bit auf 11bit Auflösung zu
kommen, muss man 4-fach oversamplen, für 12bit schon 16-fach.
Also bleiben von den sonst möglichen 15 kHz Samplefrequenz nicht mal
mehr 1kHz übrig - also kann man Kammerton-A Signale (das sind 440 Hz)
grad noch mit der hohen Auflösung messen.
Die Voraussetzung nennt die AppNote auch: im Signal muss ein
Rauschanteil enthalten sein.
Dieses muss weisses Rauschen sein und grösser als die 1LSB, also grösser
als die Spannung, die dem Wandlerwert 1 entspricht.
In der Regel ist das schon so, wenn nicht, dann muss man etwas Rauschen
aufmodulieren; ein "rauschiger" OP oder ein Taktregler irgendwo auf der
Leiterplatte reicht da eigentlich immer :-)
So komplex die Theorie, so einfach die Anwendung: man addiert
aufeinanderfolgende Samples (4 für ein, 16 für zwei Extrabits) und
schiebt dann die Summe nach recht um die Anzahl der Extrabits.
Und dann freut man sich, dass man vor Jahren im Studium die Theorie mal
verstanden zu haben glaubte und sich nur gemerkt hat, dass es
funktioniert :-)
hase