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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Richtige Transformatordimensionierung


Autor: Dirk (Gast)
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Guten Abend zusammen,

Für die Erzeugung einer Gleichspannung brauche ich einen Trafo, der mir 
aus
dem 230V Netz eine Spannung von 24V auf der Sekundärseite erzeugt bzw. 
einen Strom von 2A liefert. Theoretisch gesehen bräuchte ich eine 
Tansformator, der
eine Nennleistung von S=24V*2A=48VA hat. Aber wie sieht das in der 
Praxis
aus?? Ich meine irgendwo mal gelesen zu haben, dass man den 
Transformator
in Bezug auf die Leistung überdimensionieren sollte, aber der Grund 
dafür ist
mir leider unbekannt!? Daher meine Frage: inwiefern trifft diese Aussage 
zu
und nach welchen Kriterien sollte man einen Trafo dimensionieren??

besten Dank,
Günter



Autor: Paul Baumann (Gast)
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Das Schlimme ist, daß der Trafo ja nicht einen Wirkungsgrad von 100% 
besitzt sondern durch Eisenverluste (Wirbelströme usw.) und 
Kupferverluste
(Wicklungswiderstände) auch selbst etwas von der aufgewendeten Energie
"haben will" ;-)
Ich nehme seit Jahrzehnten immer einen Trafo mit ca. 20% mehr Leistung, 
als ich vorher berechnet habe. Wahrscheinlich werden mich jetzt Massen 
von Ingenieuren erschlagen wollen, aber das hat sich nicht nur bei mir 
in der Praxis bewährt.

MfG Paul

Autor: bleifrei (Gast)
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Das ist leider nicht so einfach und schnell gesagt. Ein Trafo mit 24 
Wechsel hat nach dem Gleichrichter, unbelastet Wurzel 2 mehr, also etwa 
34V, davon kommen noch zwei Diodenspannungen weg. Die 24Volt Wechsel 
sind nur bei Nennlast, bei Unterlast sind es bis 10% mehr. Das Netz hat 
auch noch Toleranzen +-10% oder so. Ich wuerde etwa nit 19..20V oder so 
vom Trafo beginnen. Und dann einen LDO verwenden.

Autor: Tom (Gast)
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Hallo Günter,

was den Strom angeht: Bei der üblichen Methode, nach den Dioden ein 
dicken C zu platzieren, wird dieser mit kurzen Pulsen hoher Stromstärke 
aufgeladen. Diese belasten den Trafo übermässig (I^2*R).

was die Spannung angeht: Der C wird theoretisch auf 1,41 mal U 
aufgeladen. Davon abziehen musst du: Zwei Diodenspannungen bei 
Brückengleichrichter, und die Spannungsabfälle an Widerständen, z.B. 
Trafowicklung. Diese fallen wegen der hohen Strompulse auch hoch aus.

Das alles ist nicht einfach zu berechnen. Die Praktiker nehmen den 
Daumen: 30 Volt 3 Ampere wird wohl passen.

Autor: Dirk (Gast)
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@bleifrei: Was bedeutet genau LDO?

Leider finde ich nirgends näher Informationen
darüber, wie man einen Transformator am besten dimensioniert. Als 
einziges bin
auf die folgende Seite aufmerksam geworden, wo erwähnt wird, dass ein 
185VA
Trafo für eine Spannung von 30V mit 3,5A Strom eingesetzt wird. Leider 
steht
aber nicht warum..

http://www.ing-pfenninger.ch/gleich.html

Kennt ihr vielleicht noch ein paar andere links bezüglich der 
Dimensionierung
von Trafos??

besten Dank im Voraus,
Günter

Autor: bleifrei (Gast)
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Ein LDO ist ein low drop regler. Als Literatur wuerde ich einen 
Tietze-Schenk empfehlen. Das Standardwerk schlechthin. Muss man eh 
haben.

Autor: bleifrei (Gast)
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Die Spannung muss aus Toleranzgruenden, die bereits aufgelistet wurden 
hoeher als die Nutzspannung sein. Die Differenz wird verheizt. Das ist 
im Wesentlichen die Leistungsueberhoehung die benoetigt wird.

Autor: Thomas S. (Gast)
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Ein weiterer Faktor, der den Wirkunsgrad verschlechtert, ist der 
Ladeelko hinter dem GLeichrichter. Dadurch fließt nicht über die gesamte 
Zeit ein Strom sondern nur in kurzen Spitzen ab maximal Wert der 
Wechselspannung. Dadurch werden die Kupferverluste ebenfalls stark 
erhöht.
Evtl. ist die Lösung mit einem Schaltnetzteil um einiges vorteilhafter, 
da die heute meist von 85-264 Volt Eingangsspannung funktionieren und 
gleich auch noch geregelt sind.

Autor: fnah (Gast)
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http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.9

1 Wicklung 1 Diode Halbwellengleichrichter: Trafo Strom = 2.3 * Last 
Strom
1 Wicklung mit Mittenanzapfung 2 Dioden Delon-Schaltung: Faktor 1.2
1 Wicklung 4 Dioden Graetz Brückengleichrichter: Faktor 1.8
1 Wicklung 2 Dioden Villard Spannungsverdoppler: Faktor 4

Autor: Dirk (Gast)
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Gutend Abend nochmal,

gehört vielleicht nicht hierhin, aber bezüglich Gleichrichter hätte ich 
eine
Frage: Oft wird gesagt, das fertige Gleichrichter den 
Gleichrichterdioden vorzuziehen sind:

http://www.elektronik-kompendium.de/sites/slt/0201071.htm

Warum ist das so? Weisen fertige Gleichrichter Bauelemente hier 
vielleicht
geringere Verluste auf?

besten Dank und schöne Grüße,
Dirk

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