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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Gibt es hier einen Telekom-Techniker?


Autor: Jochen (Gast)
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Hi,

ist hier jemand, der sich hervorragend mit der Leitungsmessung bei 
analogen Telefonanschlüssen auskennt? Ich habe ziemlich detaillierte 
Verständnis-Fragen zum Messvorgang, inklusive Widerstand, Stromfluss, 
PPA, etc.

Autor: Sebastian Heyn (Gast)
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Hab sowas früher mal gemacht. was willsten genau wissen?

Autor: Jochen (Gast)
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Hallo,

hier sind dann meine Fragen:

Zum PPA in der ersten Dose...

Der in Reihe zur Diode geschaltete Widerstand hat ca. 470 KOhm. Aber 
braucht man den heute wirklich noch? Mein analoges Telefon hat z.B. 
knapp 2 KOhm (egal wie herum ich messe) und das ist ja Tag und Nacht an 
der Dose...generell betrachtet sollte bei einer Messung der Widerstand 
des PPA doch nicht ins Gewicht fallen bzw. der im µA-Bereich fließende 
Strom nur dann zum Tragen kommen, wenn gar kein Gerät angeschlossen 
ist?!?

Bei einem DSL-Splitter weiß ich leider nicht, wie diese sich in Bezug 
auf eine Leitungsmessung verhalten, da in Splittern ja Kondensatoren und 
Spulen verbaut werden...Wie verhalten sich diese bei einer Messung?

Genauso bei NTBAs für reines ISDN. Wie verhalten sich diese elektrisch 
bei einer Messung?

Was genau wird eigentlich alles gemessen? Oder hängt das auch von der 
Art des Anschlusses (Analog, ISDN, ISDN/DSL, Analog/DSL) ab?

Und wie wird das heutzutage technisch realisiert, dass man per Computer 
auf jede Leitung "drauf" kann, um diese durchzumessen?

Danke schön...Jochen

Autor: Stefan Huebner (shaun)
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Der PPA wird nicht mehr benutzt, aber Deine Messung bzgl der 2kOhm ist 
trotzdem nicht ganz richtig. Ein aufgelegtes Telefon muss einen sehr 
viel höheren Widerstand haben, zumindest in dem Spannunsgbereich, in dem 
sich POTS bewegt (24V bei Nebenstellen, 42V Telekom digitale, ehemals 
60V analoge VmSt)
Der PPA ist entgegen der normalen Leitungspolarität geschaltet gewesen 
und erlaubte durch Umkehrung der Amts"batterie" rudimentäre Isolations- 
und TAE-Dosen-Vorhandensseinsmessungen.
Heute werden die Leitungen mittels Zeitbereichsreflektometrie oder 
äquivalenter Verfahren vermessen, sprich: es wird ein kurzer Impuls auf 
die Leitung geschickt und anhand der Amplitude und der Polarität des 
Echos (der Echos) kann jede unsaubere Flickstelle, eine eventuelle 
Untebrechung oder ein Kurzschluss im Bereich weniger zehn cm genau 
erfasst werden (theoretisch, die Praxis lehrt leider öfter mal größere 
Abweichungen).
Ein NTBA oder auch ein PCM2-NT verhalten sich im großen und ganzen wie 
eine korrekt mit Nennimpedanz abeschlossene Leitung (600 Ohm, wie die 
sich genau zusammensetzen, steht in den Normschriften des jeweiligen 
Landes), sonst würden 144kbit/s Nutzdatenrate über zig Kilometer auch 
nicht funktionieren. Bei der Leitungsmessung interessiert die 
Gleichstromaufnahme vom Netzabschluss nicht so wirklich, nur auf die 
nachrichtentechnisch relevanten Parameter kommt es an. Wenn es zu viel 
Strom ist, macht die VmSt halt dicht.
Was gemessen wird hängt davon ab, was für ein Problem gesucht wird. Die 
einfache Messung, die vom Operator Desk aus gemacht werden kann, misst 
idR nur die nutzbare Leitungslänge und ob diese mit den gespeicherten 
Solldaten übereinstimmt sowie - wenn DSL -, ob der Port im DSLAM mit dem 
DSL-Endgerät synchron sind; wenn das der Fall ist, können noch 
Dämpfungsdaten der jeweiligen Frequenzbereiche erfasst werden.
Ein DSL-Splitter ist für das POTS- bzw Uk0-(ISDN-NT)-Signal relativ 
transparent, das reaktive Gedöns darin dient nur der Abfilterung der 
DSL-Bänder.

Autor: Jochen (Gast)
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Hallo,

aha, Zeitbereichsreflektometrie...das ist sehr interessant.

In vielen Häusern ist es ja so, dass am APL die Adernpaare des Erdkabels 
auf der einen Seite und die Adernpaare der einzelnen Wohnungskabel auf 
der anderen Seite angelötet werden. Dann werden die beiden Seiten mit 
Hilfe der auf beiden Seiten vorhandenen Schraubklemmen und zusätzlichen 
Drähten, die zusammen mit den ungenutzten und daher nicht angelöteten 
Adernpaaren oft Gestrüppartig (jaja, die Altlasten...) im Kasten 
verteilt werden, je nach Bedarf verbunden.

Ist so ein Übergang (Verbindung der einen Seite mit der anderen über die 
Schraubklemmen) auch messbar?

Und kann so ein Übergang sich im Falle von xDSL negativ auf die Signale 
auswirken?

Was würde ein Telekom-Techniker in dem Fall machen? Eventuell ein freies 
Adernpaar von den Wohnungseinheiten, welches nicht am APL festgelötet 
ist und in die geünschte Wohnung geht, direkt an den Schraubklemmen auf 
der Seite festschrauben, an der das Erdkabel festgelötet ist?

Ich habe mir auch mal Informationen über die Telefonkabel im Netz 
gesucht. Angeblich werden dafür sogenannte verdrillte "Stern-Vierer" 
genommen und die zusammengehörenden Adernpaare (z.B. a1 und b1) sollen 
sich im Kabel angeblich direkt gegenüber sitzen.
Bei Verdrillt denke ich zuerst immer an eine symmetrische 
Leitungsführung (eine Ader überträgt ein invertiertes Signal) und das 
die Adern deswegen verdrillt werden, damit Störungen später 
herausgerechnet werden können. Bei Netzwerkkabeln habe ich z.B. RX- und 
RX+ und zudem eine Masse und hier macht das "paarweise" Verdrillen auch 
Sinn. Aber beim Telefonkabel habe ich so meine Schwierigkeiten, da es ja 
nur zwei Adern sind (b1 bzw. Lb liegt angeblich auf Erdpotential), und 
ich daher annehme, dass nur ein eiziges Signal übertragen wird. Wozu 
also genau diese Verdrillung, die ja nicht darauf ausgelegt zu sein 
scheint, dass a1 und b1 besonders nahe bei einander liegen sollen?

Und könnte ich mit meinem Signalgenerator und Oszilloskop auch so einen 
Impuls durch die Leitung schicken, um diese Stellen aufspüren (keine 
Sorge, ich werde mich hüten irgendwelche Impulse in das T-Com-Netz zu 
schicken, aber es geht mir um die Theorie...)? Oder bewegen wir uns da 
in einem Präzisionsbereich, der Messgeräte im Wert von Mittelklassewagen 
erfordert?

Mit meiner Messung hast Du wohl recht, mein Multimeter scheint defekt zu 
sein. Das misst was es will und manchmal plötzlich auch gar nichts mehr 
:(

Sorry für die vielen Fragen ;) Aber das Thema interessiert mich sehr...

Jochen.

Autor: Läubi .. (laeubi) Benutzerseite
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Mal Batterie wechseln.

Autor: Stefan Huebner (shaun)
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Klemmstellen kann man theoretisch messen. Aber wirklich interessant sind 
nur Schlüsse und Unterbrechungen, wobei zerkorrodierte Klemmen unter 
letztere Kategorie fallen und mit die häufigste Problemquelle sind. Ich 
bin noch gar nicht so lange wieder zu Hause und war bei einer Kundin, 
die 6 Monate lang TDSL1000 auf eine T-Online-Testkennung mit ihrer 
Fritzbox nutzen konnte, die Kiste sich nun aber nach Umstellung auf 
einen TDSL6000-Tarif tot stellt.
Ich hatte ein Modem dabei, bei dem die geschätzten Dämpfungs- und 
SNR-Werte recht gut in die Realität passen und musste feststellen, dass 
im Downlink exakt kein Rauschabstand mehr zu messen war und die 
Leitungsdämpfung auf 23dB geschätzt wurde - reicht für TDSL2000, aber 
auf keinen Fall für 6000. Mein Modem hat zwar synchronisiert, aber die 
Rate war miserabel (1500kbit/s fallend).
Die T-Com sollte/wollte bereits drei Mal den Anschluss entstören oder 
meinetwegen, wenn sie denn unbedingt auf fixer Rate bestehen wollen, auf 
2000 runterschalten, natürlich kam einmal gar nichts und zwei mal nach 
ca. 1 Woche der Anruf, der Anschluss sei nun in Ordnung. Ohne vor Ort 
gewesen zu sein, ohne Messung. Mich würde wundern, wenn die mehr gemacht 
hätten, als ihren Killerwal zu befragen (Kontes-Orka, die Datenbank, in 
der stehen sollte, welche Leitungen zwischen DSLAM und Dir liegen und 
wie lang die sind) und das alles toll zu finden.
Problemlösung könnte so einfach sein, wenn sie systematisch betreiben 
würde. Wenn man das trotz vorhandenen Mitteln nicht macht...

Autor: Jochen (Gast)
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Hi,

@laeubi:

Die Batterie war es nicht, die ist frisch ;) Aber der Messbereich meines 
Multimeters hat nicht ausgereicht und da hat es wohl Mist angezeigt (ist 
so ein billiges mit einem hingerotzten Halbleiter-Klecks auf der 
Platine).

@shaun:
Solche Vorfälle sind momentan wegen des Streiks wohl an der 
Tagesordnung, erfahrenes Personal wird man zur Zeit wohl eher nicht zu 
Gesicht bekommen.

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