Ich hatte vor zwei Jahren zwei 3com Gigabit-Switche für je ca. 2000$ bei
eBay USA erstanden.
Allerdings hat der Versender die Dinger als Gebrauchtware deklariert und
ich musste jedenfalls nichts bezahlen. Das Paket wurde weder geöffnet
noch waren irgendwelche Unterlagen vom Zoll dabei. Nur ein Stempel
"Zollamtlich behandelt" oder so war auf dem Karton.
Auch wenns OT ist: Ich muss mich jetzt mal über den Zoll auskotzen:
Dagegen musste ich bestellte Ohrhörer (teurere In-Ear-Monitor-Hörer)
beim Zollamt abholen.
Die ganze Sache hat 4(!) Stunden gedauert. Erstmal zwei Stunden warten,
weil der Kunde vor mir nicht einsehen wollte, dass man nicht ohne
weiteres tote Hühner vom Onkel aus Südanatolien einführen darf.
Umsatzsteuer ist klar.
Dann kam der Hammer:
Kopfhörer -> kein Zoll
Ohrhörer -> 2,2% Zoll
In-Ear-Monitor-Hörer -> kein Zoll
Jetzt waren vier Zollbeamte zwei Stunden damit beschäftigt die Ware in
eine der Kategorien einzuordnen.
Eigentlich sind das ja In-Ear-Monitor-Hörer, aaaaaber...
Auf der Packung steht drauf, dass man die auch fürn iPod benutzen kann.
Das Ergebnis: 2,2% Zoll
Wenn ich nicht einverstanden wäre, dann könnte ich Einspruch einlegen.
Die Ware wäre dann zum Hauptzollamt Frankfurt zu genauen Deklaration
geschickt worden. Also weitere 6 Wochen warten.
Da nimmt man die paar Euro Zoll eben in Kauf.
Zwei Mousepads und ein paar Aufkleber aus den USA haben trotz Luftpost 8
Wochen gebraucht. Die Ware für insgesamt 34$ war davon 6,5 Wochen beim
Zoll und ich musste 10 Euro Zoll + EuSt zahlen!
Auf der anderen Seite ist mein Logigport inkl. Probes für mehr als 500$
einfach am Zoll vorbeigekommen, obwohl alles richtig angegeben war.
Ich habe schon öfters was in den USA bestellt und kann pauschal sagen:
- Kommt die Sendung mit UPS oder Fedex ist die zollamtliche Abfertigung
kein Problem und dauert nicht lange
- Wird die Ware aus dem Ausland per Brief oder mit einem
Versandunternehmen verschickt, dass es in Deutschland nicht gibt, ist
die deutsche Post bzw. DHL für die zollamtl. Abfertigung und den
Weitertransport zuständig.
Dann kam es bei mir häufiger vor (jedes zweite Mal), dass ich die
Sendung auf dem Zollamt abholen musste. Dass kann dann auch mal zwei
oder mehr Wochen dauern.
Von einem Bekannten beim Zoll habe ich erfahren, dass sie immer häufiger
mit Sendungen aus China zu tun haben, deren Warenwert knapp unter dem
Freibetrag ist.
Allerdings könnte wohl in den wenigsten Fällen bewiesen werden, dass die
Wertangabe nicht stimme.
Das ist jetzt auf keinen Fall Aufruf zum Betrag.
Wenn das rauskommt ist möglicherweise dei bezahlte Ware weg.
Ich hatte Mal von einem kleinen Distri aus den USA Bauteile gekauft und
der hatte Geschenk auf dem Zollschein angekreuzt.
Ich musste beim Zoll betteln, dass die teuren Bauteile nicht
beschlagnahmt werden. Zum Glück durfte ich die Ware dann noch
umdeklarieren lassen, Zoll zahlen und die Sachen mitnehmen.
Gerade bei eBay bieten viele kleinere Firmen und Privatleute Ware an.
Die haben noch nie Zollpapiere ausgefüllt und machen dann oft Fehler.
Wenn ich dort was kaufe, bitte ich den Verkäufer die Zollpapiere genau
und richtig auszufüllen.
Gerade wenn die Rechnung von aussen nicht zugänglich ist, wird das Paket
bei der Zollabfertigung geöffnet. Das kostet Zeit.
Wenn die Rechnung von aussen erreichbar ist und die Zollpapiere richtig
ausgefüllt sind, kommt das Paket (oft) ohne genauere Prüfung durch den
Zoll.
Ich möchte nicht wissen, was der ganze Zollapparat kostet.
Typisch Deutschland eben.
Aber die Amis sind auch nicht besser: Ich brauchte mal für einen Sensor
eine Exportlizenz. Die hätte ich bei der amerik. Botschaft beantragen
müssen.
Angeblich weil der Sensor hauptsächlich militärisch eingesetzt wird.
Ich habe dann den teureren (und besseren wie ich später erfahren habe)
Sensor aus Deutschland gekauft.