Gerade Friedrich Merz (von vielen so gelobt; in der Bevölkerung 1) so
beliebt) hatte wohl "triftige Gründe" die Veröffentlichung seiner
Nebentätigkeiten zu unterbinden, wenn man einen Blick in seine Liste
wirft.
Wenn man jetzt noch seine Lobbytätigkeit für die Arbeitgeber freundliche
"Bürger-Umerziehungs-Organisation" 1) "Initiative Neue Soziale
Marktwirtschaft" hinzurechnet und sein Verständnis vom Abgeordneten mit
einberechnet (Merz hält ein Abgeordnetenmandat für eine Art
Nebentätigkeit), dann wird klar woher bei ihm der Wind weht.
Viele Dinge werden nur durch einen Vergleich richtig klar. Unter 1000
Euro im Monat (oder 10K EUR im Jahr) brauchen Nebenverdienste nicht
angegeben werden. Damit darf ein Abgeordneter die dreifache Summe eines
Hartz-IV Empfängers (ohne Mietzuschuss) empfangen, ohne der
Öffentlichkeit Auskunft darüber geben zu müssen. Das ist ein 2-Klassen
Recht!
Hans Herbert von Arnim merkt an (sinngemäß), ein Abgeordneter könne so
20.000 Euro (Zwanzigtausend Euro!) im Monat hinzuverdienen und die
Öffentlichkeit erfährt nur, dass seine Nebeneinkünfte mehr als 7000 Euro
monatlich betragen (er also der Gruppe 3 angehört). Ferner merkt von
Arnim an, dass es keinem anderen staatlichen Amtsträger erlaubt sei
einen Zweitberuf voll auszuführen und Einkommen daraus zu beziehen, ohne
Anrechnung auf die Diäten!
sehr lesenswerter Beitrag!
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,492431,00.html
Mich würde es nicht wundern, wenn Abgeordnete demnächst vermehrt
Nebentätigkeiten mit einer monatlichen Vergütung von 999 Euro jeweils
ein Dreiviertel Jahr ausüben, nach dem Motto, atmomisieren wir unsere
Nebeneinkünfte und gut ist!
Mit einer Neiddebatte hat das ganze übrigens nix zu tun, es geht viel
mehr um die alte Redensart "wes Brot ich ess, des Lied ich sing". Wenn
beispielsweise Spitzenpolitiker, die für innere Sicherheit und
"Ottokataloge" zuständig sind/waren, gleichzeitig von Firmen für
Sicherheitstechnik Zahlungen erhalten und entsprechende Gesetze zur
Einführung dieser Sicherheitstechnik beschliessen, dann hat das mehr als
ein "Geschmäckle".
1) zumindest in sog. Bürgerlichen Wählerschichten
2) ist keine übertriebene Polemik, genau mit diesem Ziel ist die sog.
INSM einst gegründet worden