Hallo,
ich brauche ein paar Meinungen von euch. Derzeit arbeite ich ald
Dipl.-Ing(FH)
bei einer Vertriebsfirma. Mein Jahresbrutto ist bei 45K (Plus Provi,
macht im Durchschnitt 5K) Ich habe ein 38 Stunden Job und 30 Tage
Urlaub, darf allerdings keine Überstunden nehmen. Der Arbeitsplatz ist
ca. 20km weit entfernt von meiner Wohnung. Der Job an sich macht Spaß,
man hat es mit vielen Kunden zu tun, kommt überall hin. Vom geistigen
würde ich sagen ist der Job nach drei Jahren sehr ausgereizt. Suma
sumarum habe ich einen sehr lockeren Job. Bin mein eigener Chef. Meine
Befürchtung ist, dass der Job so locker ist, auch hinsichtlich weiterer
Karriereplanungen, dass ich eventuell in 10 Jahren auf dem Trockenen
stehen würde. Arbeiten tue ich in einer Firma mit 20 Personen.
Nun hatte ich ein Vorstellungsgespräch bei einem
Entwicklungsdienstleiter. Dort geht es um HIL Simulationen. Die könnten
sich mit mir eine Zusammenarbeit vorstellen, allerdings mit einem
Anfangsgehalt von 3400.- + 13. Gehalt, nach Probezeit dann 3500 + 13.
Gehalt (natürlich kommt noch Provision dazu, ich gehe mal von 10% aus)
Lernen würde ich da vieles vieles mehr. Das Zusammenspiel der
Steuergeräte etc... Der Arbeitsplatz ist 40KM weiter weg.
Ich bin jetzt hin und hergerissen. Eigentlich sollte ich mal den Job
nach drei Jahren (nach FH Abschluss) wechseln. Ich weiß aber nicht, ob
ein Wechseln von Vertrieb in Entwicklung ratsam ist (Mir persönlich
macht das nichst aus, aber wie sieht es gehaltsmäßig in drei Jahren
aus?) Soll ich zu sagen oder nicht?
Grüße
Christian
Kommt drauf an, ob du deinen lockeren, einfachen Job gemütlich
weitermachen willst, oder du neue geistige Herausforderungen suchst.
Aber wenn du zufrieden bist, würde ich nicht wechseln...
Wenns dir Spaß macht, bleibe doch. In so einer kleinen Firma kannst du
dich sicherlich mehr oder weniger "unverzichtbar" machen. Vielleicht
kannst du ja irgenwann auch in die Firma einsteigen?
Wenn du natürlich nach 20 Jahren merkst, dass du gerne in die
Entwicklung gehen würdest, ist es wohl zu spät.
Hallo,
natürlich kann man sich unverzichtbar machen. Ich denke nur daran, ob
ein Stellenwechsel, vor allem auch in die Entwicklung, mein Lebenslauf
nicht etwas mehr aufwertet, obwohl es vom Gehalt her keine wesentlichen
Änderungen gibt?
In 20 Jahren gehe ich bestimmt nicht mehr in die Entwicklung. Aber
Erfahrungen im Vertrieb, beim Kunden vor Ort, Präsenationen halten, und
es mit amerikanischen Partnern zu tun zu haben + ab neue Stelle,
Erlernen der Steuergeräte, Modellierungsttols, CAN Bus, ... könnten
doch mich wirklich zukunftsfähig machen, oder?
Selbstvertsändlich ist ein Einstieg in die jetztige Firma nicht
ausgeschlosen für später. Eine Garantie gibt es aber nicht!
Gruß
Christian
"Der Arbeitsplatz ist 40KM weiter weg."
Das wäre für mich ein KO Kriterium in dieser Lage. Jeden Tag 60km je
Richtung ist gang schön sch.... und das würde ich nicht unterschätzen.
Da müsste der neue Job wirklich supertoll sein. Aber das scheint ja
nicht der Fall zu sein, sonst würdest Du hier nicht fragen.
Gruss
Axel
Ja gut, 40km hin und 40km her ist schon hapig, aber ich bin ja
vorwiegend auf Schnellstrassen. Also 40 Minuten hin und 40 Minuten her.
Ausserdem kann man ja später noch in die Nähe ziehen.
Der Job dort ist bestimmt viel interessanter, man lernt noch mehr. Es
wird auch bestimmt Spaß machen. Zu erlernen wäre: Mtalb/Simulink, C++,
Java, Modelleirungssoftware, verschiedene Schnittstellen, Steuergeräte.
Salop gesagt: Scheißt doch mal auf die Kohle, rein vom Job her wäre es
doch zukunftsträchtiger, oder liege ich da auf dem falschen Dampfer und
überschätze das ganze Gelaber mit: Du sollst als Ing nach einer Weile
wechseln neue Tätigkeitsfelder suchen usw....
Die Anzahl kilometer sind weniger wichtig als der damit verbundene
Stress. Sind das 40km mehr Stau auf einem Cityring, oder ist das 40km
mehr mit der Bahn ? In 40km mehr mit der Bahn kann man eine etwas
dickere Zeitung lesen. Sonst, ja, wenn du denkst du hast es gesehen, du
nicht gerade in einem wichtigen Projekt drin bist, das ohne dich
zusammenbrechen wuerde, ein Wechsel ist nie schlecht.
Sry, ich bin der Meinung, dass man zwei bis drei Jahre nach Abschluß,
jeglicher Art(!!!), einen Job wechsel vollziehen sollte.
Einmal Siemens immer Siemens zieht heut nicht mehr so wenn man weiter
kommen will (ja, es gibt mit Sicherheit ausnahmen).
Ich bin jetzt in der dritten Stelle; eine nach Ausbildung (zwei Jahre),
eine nach Weiterbildung (drei Jahre) und jetzt bin ich da, wo ich hin
wollte und bleiben möchte ;-) und der Lebenslauf schaut Prima aus;
Position stetig steigend.
Du solltest bedenken das im Vertrieb meist mehr Geld verdient wird. Auch
hier kann man noch wechseln und aufsteigen.
SIcherlich verliert man den Detailbezug zur Technik, dagegen gibt es in
der Entwicklung leider nicht soviele gut bezahlte Jobs (im Vergleich zum
Vertrieb) - so ist das leider kann man in jeglicher
Ing.-Gehaltsstatistik sehen.
Kannst Du in der neuen Firma denn auf Dauer Personal- und/oder
Projektverantwortung bekommen. Ist Sie viel grösser als die jetzige -
Mehr als 100 Mitarbeiter - ambesten noch mehr mit vielen Abteilungen und
somit Möglichkeiten aufzusteigen.
In eine kleine Bude mit kleiner Entwicklungsabteilung würde ich nicht
wechseln - es sei denn Du nutzt es als Sprungbrett in eine weitere
Firma.
Ja, das stimmt schon. Im Vertrieb steckt das Geld, aber kurzfristig
nicht in unserer Firma mit 20 Personen. Auch die Aufstiegsmöglichkeiten
sind strukturell bedingt begrenzt. Über mir sind Firmenteilhaber. Ob ich
dort mal sein kann, läßt sich jetzt nicht sagen, aber vielleicht in 10
Jahren.
Die anvisierte Firma hat 180 Mitarbeiter. Ich könnte eine Menge Wissen
mitnehmen. Personalverantwortung bekomme ich bestimmt nicht, aber evtl.
in einem Jahr Projektverantwortung. Ein Endkunde ist z.B. Daimler. Dort
werde ich mich dann öfters aufhalten.
Ausserdem könnte ich nach diesem Einstieg trotzdem noch mich im Vertrieb
sonst wo bewerben, oder? Was denkt Ihr?
Vielen Dank mal für die Antworten. So langsam wird es mir klarer. Ich
finde so viele verschiedene Meinungen sehr gut. Sie helfen mir
Gruß
"Ausserdem könnte ich nach diesem Einstieg trotzdem noch mich im
Vertrieb
sonst wo bewerben, oder? Was denkt Ihr?"
Das auf jeden Fall, dann sogar mit technischem Hintergrund UND
erfolgreicher Vertriebserfahrung.
Zwar wirst Du erklären müssen, warum Du aus dem Vertrieb in die Technik
gewechselt bist, aber es gibt Schierigeres.
Gruss
Axel
nop(); wrote:
> Die Anzahl kilometer sind weniger wichtig als der damit verbundene> Stress. Sind das 40km mehr Stau auf einem Cityring, oder ist das 40km> mehr mit der Bahn ? In 40km mehr mit der Bahn kann man eine etwas> dickere Zeitung lesen. Sonst, ja, wenn du denkst du hast es gesehen, du> nicht gerade in einem wichtigen Projekt drin bist, das ohne dich> zusammenbrechen wuerde, ein Wechsel ist nie schlecht.
Und der damit verbundene Zeitverbrauch