Liebe Schrittmotorkenner,
bitte gebt mir einen Rat, ich weiß nicht mehr weiter.
Zunächstmal möchte ich mein Problem beschreiben:
Mit Hilfe eines MPC555 erzeuge ich folgende Signale:
A: __--__--__--
B: --__--__--__
C: --__--__--
D: -__--__--__-
Alle 0/5V.
Wenn ich das Datenblatt des L297 richtig verstanden habe, ist das auch
das Signal, was der Chip im "NORMAL DRIVE MODE" erzeugt. Folglich sollte
das ja schonmal ein guter Anfang sein, um einen Schrittmotor zu bewegen.
Diese Signale habe ich an die entsprechenden Brücken eines L298
angeschlossen. A/B eine Brücke, C/D die andere.
Zum Einsatz kommen soll folgender Schrittmotor:
Nanotec ST4209S1404 bipolar
1,33A pro Wicklung
2,1Ohm pro Wicklung
Als Spannung werden 2,8V angegeben.
Nun meine eigentliche Frage: Wie bringe ich den L298 dazu, meinen Motor
optimal zu versorgen? Welche Betriebsspannung Vss und welche
Begrenzungswiderstände verwende ich am besten?
Die einzige Formel, die ich gefunden habe war Vref = Rs * I, allerdings
bezieht sich Vref auf den L297, den ich ja nicht verwende.
Mein erster Versuch war 12V und 0.5Ohm, einfach, weil mir dies gerade
zur Verfügung stand. Leider verhält sich der Motor überhaupt nicht
schön. Er rattert, bewegt sich unzuverlässig und wird warm. Dieser
Schnellschuss war also nicht die Lösung, also möchte ich das jetzt
lieber mal systematisch angehen.
Hat jemand von euch Erfahrung mit dem Betrieb des L298 ohne seinen
Freund?
Vielen Dank für die Hilfe!
Martin
> Die einzige Formel, die ich gefunden habe war Vref = Rs * I, allerdings> bezieht sich Vref auf den L297, den ich ja nicht verwende.
Was verwendest Du denn zur Strombegrenzung, wenn nicht die im L297
eingebaute? Wenn Du keinen L297 hast, musst Du die Strombegrenzung
anders aufbauen. Und auch in dem Fall wirst Du irgendeine
Referenzspannung haben, an die die Sensewiderstände angeglichen werden
müssen.
> 1,33A pro Wicklung> 2,1Ohm pro Wicklung> Als Spannung werden 2,8V angegeben.
Das gibt mit den Werten von oben
Klar?
2,8 V ist die Spannung, bei der der Motor ohne Strombegrenzung betrieben
werden kann.
Allerdings wirst Du den Motor mit 2,8 V vermutlich nicht sinnvoll
betreiben können. Das klappt nur bei sehr niedrigen Schrittfrequenzen.
Wenn Du höhere Schrittfrequenzen fahren willst, dann musst Du die
Spannung deutlich höher wählen. Dann ist allerdings eine Strombegrenzung
unbedingt erforderlich. Und die sorgt dann dafür, dass der Strom im
Rahmen der angegebenen 1,3 A bleibt.
> Mein erster Versuch war 12V und 0.5Ohm, einfach, weil mir dies gerade> zur Verfügung stand. Leider verhält sich der Motor überhaupt nicht> schön. Er rattert, bewegt sich unzuverlässig und wird warm.
Also noch mal Herrn Ohm bemühen:
Mit
gibt das
Dass das viel zu viel für den Motor ist, ist hoffentlich klar...
Ah, ok, vielen Dank.
Dann werde ich mal 7 Ohm probieren. I = 12V/(7+2.1)Ohm = 1,33 Ampere
müsste passen, oder?
Vielen Dank für die Antworten! Ich hoffe, ich hab den Motor noch nicht
erledigt mit 4,6A :)
Etwas viel, findest du nicht? Zumal deine Spannung am Motor dann auch
wieder auf die Nennspannung abfällt, was wohl zu den von Johannes M.
angesprochenen Problemem führen wird.
Du solltest eigentlich einen kleinen Shunt verwenden und den Strom
mittels PWM regeln.
Vielen Dank für die Antworten!
Gibt es denn eine andere, einfachere Möglichkeit, meine bereits
vorhandene korrekte Waveform dem Motor mitzuteilen?
Der L297 kommt ja für mich nicht in Frage, da ich ja bereits die
korrekte Signalform habe, der L297 aber ja ein anderes Signal benötigt.
Ich hab mal einen Auszug aus einer Laborversuchsdoku angehängt. Für Dich
dürften v.a. die drei letzten Seiten interessant sein (Abschnitt
"Spannungsversorgung und Strombegrenzung"). In dem Laborversuch wird
auch auf den L297 verzichtet und die Steuersignale werden mittels
Mikrocontroller erzeugt. Die Strombegrenzungsschaltung habe ich dafür
diskret aufgebaut, wie in dem Schaltbild zu sehen. Das Taktsignal für
den Chopper kann von einem Mikrocontroller (Timer-Ausgang) oder einer
beliebigen anderen Quelle erzeugt werden.
Anmerkung: Das Poti links ist zum Einstellen der Schwelle. Die
Strombegrenzungswiderstände oben rechts in den Steuerleitungen sollten
im Bereich weniger kOhm liegen. In unserem Versuchsaufbau läuft das mit
3,3 kOhm, wenn ich mich recht erinnere.
Vielen Dank nochmal für eure Antworten!
Danke auch für die angebotene Lösung johnny-m! Wenn ich keine einfachere
Möglichkeit finde, werde ich wohl darauf zurückgreifen müssen.