Hallo,
ich habe vor eine kleine Schrittmotor Steuerung mit einem L297/298 zu
bauen.
Es soll ein 200 Schritte/Umdrehung Motor im Halbschritt/Bipolar Modus
Betrieben werden.
Es kommt in der Anwendung auf jeden Halbschritt an. Es geht um eine
möglichst genaue Positionierung.
Das Problem was ich jetzt sehe ist das es im Bipolar Betrieb ja 8
Zustände gibt wie die Spulen beschaltet sind. Was passiert jetzt wenn
ich das Gerät ausschalte und wieder einschalte, der L297 weiß ja nicht
mit welchem Zustand er aufgehört hat. Dann würde der Motor unter
Umständen am Anfang erst dumm Rumwackeln. Im Extremfall doch bis zu 8
Schritte verlieren, oder? das würde die genaue Positionierung praktisch
unmöglich machen.
Wie kann man dieses Problem am besten umgehen?
Danke
du kannst ja beim ausschalten die aktuelle position im controller
speichern ... der muss ja eh wissen wo das ding steht ...
oder du bestimmst beim einschalten die null-stellung von der aus
gemessen/gezählt wird.
lg peter
> oder du bestimmst beim einschalten die null-stellung von der aus> gemessen/gezählt wird.
Das nennt sich Referenzieren und ist die bessere Lösung, da man nicht
weiß, ob sich der Motor in der Zwischenzeit bewegt hat.
Grundsätzlich ist beim Schrittmotor davon auszugehen, dass auch Schritte
verloren gehen, daher wäre es ein guter Ansatz, vor einer wichtigen
Positionierfahrt einmal zu referenzieren. (oder es ist durch welche
Massnahmen auch immer, auszuschließen, dass es zu Schrittverlusten
kommt).
Ciao
Ich gehe mit Willi Wacker einig. Ein Schrittmotor, der ausgeschaltet
ist, hat keinerlei Haltemoment, dh dreht mit dem kleinstmoeglichen
extern angelegten Drehmoemnt in irgend eine Position. Daher sollte man
den Motor in eine Referenzposition fahren, wo zB eine Lichtschranke
geschlossen wird, oder ein induktiver Sensor ein Signal bringt.
An eine Kalibrierung hatte ich auch gedacht.
Hat da jemand einen Tipp wie man so was möglichst genau machen könnte?
Ich hatte an diese typischen Rechteckigen Endtaster gedacht, muss man
halt gucken wann genau sie Schalten.
Das ganze sollte möglichst genau werden, an den Motor kommt noch ein
Getriebe was ein kleinen Schiebeschlitten bewegt. Dadurch entspricht ein
Halbschritt 0,005mm (theoretisch). Gibt es da genauere Möglichkeiten als
Taster?
Wenn ich jetzt z.B. an CNC Fräsen denke, die werden ja vermutlich das
selbe Problem haben, wie ist die Referenzierung da gelöst?
Es gibt Schalter, die auf einen mikrometer genau schalten. Da faehrt man
drauf zu bis er schaltet. Nich wirklich billig so ein Teil. Hab leider
keinen link drauf. Ein Kollege meinte ein induktiver Naeherungsschalter
sei nicht viel weniger genau. Ich wuerd mal so einen probieren.
Allenfalls kann man was optisches basteln wenn man genug davon versteht.
Am Einfachsten wird sein selbst einen Taster zu machen. Ein isoliertes
Stueck Metall auf ein Anderes bewegen. Wenn sie sich beruehren kann ein
Strom fliessen. Vielleich noch was elastisches unterlegen...
CNC Machinen verwenden einen Glassmaßstab, ähnliches ist auch in
Druckern zu finden (langes Transparentes Band mit scwarzen Streifen) das
wird dann mit einer Lichtschranke abgetastet, im µm Bereich ist das aber
meines Erachtens recht aufwendig von der Optik her, ist aber nahezu die
einzige möglichkeit die wirkliche Position herauszubekommen.
Refenrenzieren kannst du dann mit einer zweiten Bahn die nur am
nullpunkt eine Lücke hat. Alternativ geht das auch induktiv, wie z.B. in
digitalen Meßschiebern, da hat man eben anstelle des Glassmasstabs
einstrukturiertes irgendwas (keine Ahnung wie's da drinnen aussieht) das
dann als Inkrementalgeber fungiert. Ist vielleicht sogar eine der
billigeren Lösungen einen günstigen Meßschieber auszuschlachten. Die
können auch wohl die Position absolut erfassen, brauchen also keine
Referenzierung, das kann man mit einem Graycodierten Maßstab erreichen
ist aber in Handarbeit imho nicht umzusetzen, vor allem nicht in der von
dir gewünschten Auflösung. Hab grde mal ebay konsultiert -> nr
120149263852 1.99Euro sofortkauf, scheint wohl kapazitiv und nicht
Induktiv zu sein, naja egal, billiger gehts gar nicht, ich hoffe die
150mm reichen dir sonst wirds dürr. -wiebel
[edit: ok ich hab das Porto mal wieder übersehen aber auch die 16Euro
sind noch halbwegs fair.
Aber ich scheine mich getäuscht zu haben was die Absolutmessung angeht,
die arbeiten wohl doch rein Inkrementell, was ne Entäuschung, naja kann
aber trotzdem hilfreich sein. Ich wusste das selbst nicht das die Dinger
so billig geworden sind, muss ich mir auch mal besorgen. ;) ]
Tim wrote:
> An eine Kalibrierung hatte ich auch gedacht.>> Hat da jemand einen Tipp wie man so was möglichst genau machen könnte?> Ich hatte an diese typischen Rechteckigen Endtaster gedacht, muss man> halt gucken wann genau sie Schalten.> Das ganze sollte möglichst genau werden, an den Motor kommt noch ein> Getriebe was ein kleinen Schiebeschlitten bewegt. Dadurch entspricht ein> Halbschritt 0,005mm (theoretisch). Gibt es da genauere Möglichkeiten als> Taster?>> Wenn ich jetzt z.B. an CNC Fräsen denke, die werden ja vermutlich das> selbe Problem haben, wie ist die Referenzierung da gelöst?
Bei mir, ich hatte mal eine CNC-Maschine gebaut, wurde die Referenzfahrt
so gemacht:
Die Maschine fuhr mit mittlerer Geschwindigkeit auf den Referenznocken
(war ein inkrementeller Schalter, mittelplrächtig genau, aber mit hoher
Wiederholgenauigkeit) und dann gaaaaanz langssam zurück wieder von dem
Schalter runter. Die Position, in der der Schalter wechselte, war die
Referenzposition. Die absolute Genauigkeit war lausig (wir benötigten
eine Genauigkeit von ca. 1/10mm bei einer Tischlänge von einigen
Metern), aber die Wiederholgenauigkeit war hoch und auf alle Fälle
ausreichend, um einen früher mal angefahrenen Punkt wieder genau zu
treffen.
Möge es helfen
Ciao
Willi
>Bei mir, ich hatte mal eine CNC-Maschine gebaut, wurde die Referenzfahrt>so gemacht:>Die Maschine fuhr mit mittlerer Geschwindigkeit auf den Referenznocken>(war ein inkrementeller Schalter, mittelplrächtig genau, aber mit hoher>Wiederholgenauigkeit) und dann gaaaaanz langssam zurück wieder von dem>Schalter runter. Die Position, in der der Schalter wechselte, war die>Referenzposition. Die absolute Genauigkeit war lausig (wir benötigten>eine Genauigkeit von ca. 1/10mm bei einer Tischlänge von einigen>Metern), aber die Wiederholgenauigkeit war hoch und auf alle Fälle>ausreichend, um einen früher mal angefahrenen Punkt wieder genau zu>treffen.
Genau so kann man das auch mit einer Gabellichtschranke o.dergl. machen.
Das dürfte dann etwas verschleißärmer sein.
CNC-Maschinen haben AFAIK Glasstäbe, die sogar mit Graycode versehen
sind, alao nicht nur eine "Markierung" wie beim Tintenstrahlern, sondern
mehr Bits.
Übrigens gibt es auch Schrittmotoren mit angeflanschtem
Inkrementalgebern.
Je nach Weglänge könnte man auch ein (Mehrgang-)Poti über einen Seilzug
oder Zahnriemen mit dem Schlitten koppeln.
Die Referenzfahrt ist aber wohl (erstmal) das einfachste.
Man sollte sowieso Endlagenschalter vorsehen...
@ Tim (Gast)
>Das ganze sollte möglichst genau werden, an den Motor kommt noch ein>Getriebe was ein kleinen Schiebeschlitten bewegt. Dadurch entspricht ein>Halbschritt 0,005mm (theoretisch). Gibt es da genauere Möglichkeiten als
Dann ist doch dort bestimmt ein Schneckenantrieb drin, oder? Dann
brauchst du dir um das Verdrehen des Motors im stromlosen Zustand keine
Gedanken zu machen, Schneckengetriebe sind selbsthemmend, d.h. der
Ausgang kann den Eingang nicht bewegen, nur anders herum.
>Halbschritt 0,005mm (theoretisch). Gibt es da genauere Möglichkeiten als>Taster?
Gabellichtschranke, so machen es auch Scanner.
>Wenn ich jetzt z.B. an CNC Fräsen denke, die werden ja vermutlich das>selbe Problem haben, wie ist die Referenzierung da gelöst?
Die haben wahrscheinlich Absolutwertgeber drin, die braucht man zur
schnellen Lageregelung. Und ausserdem verwenden die meist keine
Schrittmotoren sondern Servos.
Man kann auch mit elektrischen Bremsen arbeiten, die blockieren im
stromlosen Zustand die Welle.
Mfg
Falk