Max Leistung einer verlegten, unbekannten Leitung ermitteln

Gast #625371
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Hallo,

in meinem Keller gibt es Steckdosen - leider weiß ich nichts über die 
Installationsweise meines Vorgängers (Querschnitt, Länge der Leitung, 
...).

Ich kenne nur die Sicherung an der alles hängt. Aber ob dass ein 
Fachmann dimensioniert hat????

Das ganze läut vom 1. Stock in den Keller, gezogen durch unerreichbare 
Kanäle/Rohre/etc.

Frage: Wie krieg man raus wieviel Leistung ich da max. ohne Gefahr 
ranhängen kann. Konkret geht es darum einen Kondenstrockner im Keller 
aufzustellen...


Eine "Neuverdrahtung" wäre sehr aufwendig und scheidet zunächst aus.

Gibt es da Messverfahren? Wie heißt das? Wer macht das?



Bin für Tipps dankbar...
Gast #625390
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Das Messverfahren heisst VDE0100 Prüfung, im speziellen Fall 
Schleifenwiderstandsmessung. Dabei darf dein Spannungsfall auf der 
Leitung nicht mehr als 3% betragen. Gute Meßgeräte können auch den Rs 
zwischen L und N messen.
Gast #625492
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Die korrekte Dimensionierung und Absicherung einer Leitung ist gar nicht 
soo einfach.

Es muss die Verlegeart berücksichtigt werden(aufputz, unterputz, 
Häufung, Umgebungstemperatur), es müssen die max. 3% Spannungsabfall vom 
Zähler zum Verbraucher eingehalten werden und schliesslich müssen auch 
die Abschaltcharateristik der Automaten (B,C,D usw) so gewählt werden, 
dass diese beim Kurzschluss innerhalb einer bestimmten Zeit abschalten. 
Dazu muss der Schleifenwiderstand und damit der Kurzschlussstrom 
mitberücksichtigt werden.
Selektivität der Automaten ist dann auch noch zu berücksichtigen.

Wenn das alles passt, hast du eine korrekt dimensionierte Leitung (bei 
üblichen Umständen und für 16-A-Automaten ist das durchaus 2,5²)
Gast #625498
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das ist ja dass Problem... ziemlich komplex...

Frage ist nur immer noch wie ich bei unbekannten Daten sicherstellen 
kann, dass da nicht irgendwann die Socken trocken sind, aber dafür dann 
das Haus abfackelt.
Gast #625520
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Ich behaupt mal, das kann nur ein Fachbetrieb mit den entsprechenden 
Messmitteln. Wenn du so einen hinzuziehst, informier dich vorher, was 
der zu messen hat und stell dich daneben- ansonsten wird mit einer 
Glühlampe mal kurz der FI getestet und dafür gibts dann das 
e-check-Siegel :D

Ansonsten halt mal den Querschnitt, die geschätzte max. Länge, die 
Sicherungsart und die Leistungsaufnahme des Trockner ermittlen, daraus 
kann man zumindest abschätzen, ob die Leitung für den Kondenstrockner 
reicht.
Verlegeart wird halt(gehäuft) im Kanal sein, das ist eher ungünstig...
Gast #625564
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Es geht dabei vor allem um die Wärmeabfuhr für die Leitung. Im Putz ist 
sehr gut, auf Putz bisschen schlechter und Freiluft recht übel.
Kanal hat zusätzlich das Problem, dass so ziemlich keine Frischluft ran 
kommt->Lufttemperatur im Kanal wird steigen.


Wenn du bei Google die Suchworte elektroinstallation und verlegearten 
eingibst, kriegst du auf dem ersten Link ein pdf von ABB, wo die 
entsprechende Tabelle drin ist.

Soweit ich weiss, gelten die Werte dann für eine max. CU-Temp von 70°C, 
was das Isolier-PVC wohl auch über längere Zeiträume übersteht. Steigt 
die weiter, wird das Zeug mit der Zeit brüchig. Und wird ein Kurzschluss 
nicht rechtzeitig abgeschaltet, schmilzt das Zeug natürlich auch.
Gast #625766
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Die 3% Spannungsfall lassen sich auch mit 0,1qmm erreichen, das ist wohl 
richtig, nur liegt der Strom dann bei wenigen mA. Die 3% beziehen sich 
nach TAB übrigens auf den Abschaltstrom des vorgeschalteten 
Überstromschutzorgans.
<< (bei
üblichen Umständen und für 16-A-Automaten ist das durchaus 2,5²)
Durchaus, wenn der Leitungsweg die 15m überschreitet.
Da die Installation vom Vermieter übergeben wurde, muss sie in der Regel 
den Bestimmungen der VDE0100 genügen. Viel interessanter ist die Frage 
ob sie noch  irgendwohin abzweigt, oder direkt in den Keller geht.
Wenn Du mit dem Schleifenwiderstand zwischen L und N einen Spannungsfall 
von < 3% bei Nennlast Deines Wäschetrockners errechnen kannst, passen 
auch die Abschaltzeiten und -stöme alle übrigen Daten.
Gast #625772
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<< Es geht dabei vor allem um die Wärmeabfuhr für die Leitung. Im Putz 
ist
sehr gut, auf Putz bisschen schlechter und Freiluft recht übel. >>

Komisch! In meinen Tabellen hat Gruppe E immer noch die höchste 
Dauerstrombelastbarkeit und den kleinsten Minderungsfaktor.
Gast #625773
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>> >> (bei üblichen Umständen und für 16-A-Automaten ist das durchaus 2,5²)
>>Durchaus, wenn der Leitungsweg die 15m überschreitet.

Ne, auch dann ,wenn die Leitung nen Meter lang ist... Für die Auslegung 
der Leitung und Absicherung sind eben 3 Kriterien zu erfüllen, und die 
3% sind nur eine davon.
Gast #625777
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>> Es geht dabei vor allem um die Wärmeabfuhr für die Leitung. Im Putz
>>ist
>>sehr gut, auf Putz bisschen schlechter und Freiluft recht übel. >>

>Komisch! In meinen Tabellen hat Gruppe E immer noch die höchste
>Dauerstrombelastbarkeit und den kleinsten Minderungsfaktor.


Mae Culpa... Ist halt doch schon ne Weile her ;)
#625805
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tex wrote:
> Die 3% Spannungsfall lassen sich auch mit 0,1qmm erreichen, das ist wohl
> richtig, nur liegt der Strom dann bei wenigen mA.

Nein !
Rechne noch mal:
3% Spannungsabfall bei 230V sind 6,9V.
Bei 10A wären das maximal 0,69Ohm die das Kabel haben darf. Bei 0,1mm² 
sind das etwa 3,8m.
Deiner Definition sind also 0,1mm² geeignet, wenn sie kürzer als 3,8m 
sind.
Wobei man ja die Länge halbieren muss, da es auch den Rückweg gibt, also 
1,6m.

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