Wie man das genau macht weiß ich auch nicht aber ich würde so daran
gehen:
Die Übertragungsstrecke stellt einen Tiefpass dar, der die
Flankensteilheit herabsetzt. Die Anstiegszeit (low->High) auf die
Spannung, die der Empfänger als High detektiert ist nach meinem
Verständnis die Verzögerung die hier gesucht wird.
Man muss also erst einmal das Model der Leitung ausmessen
(Leitungstheorie).
Genauer, die Länge, induktiver, kapazitiver sowie resistiver Belag.
In Verbindung mit den Ein.- bzw. Ausgangskapazitäten der Sende und
Empfangsbausteine kann ich dann ein Ersatzschaltbild entwerfen und
dessen Übertragungsfunktion ermitteln.
Wenn man diese mittels der komplexen Impedanzen ermittelt hat, kann man
sich zu nutze machen, dass die Übertragungsfunktion die
Fouriertransformierte der Impulsantwort ist. Wir suchen aber die
Sprungantwort, die das Zeitintegral der Impulsantwort ist.
In der Frequenzdomäne geht diese Integration in eine Division durch
über. Man teilt also die Übertragungsfunktion durch "jw"
und transformiert diese anschließend in den Zeitbereich zurück.
Wir haben dann die Sprungantwort des Übertragungssystems im Zeitbereich.
Diese muss man dann mit der Schwellspannnung (ab der High detektiert
wird) gleichsetzen und nach der Zeit auflösen.
Die gewonnene Zeitangabe ist dann die gesuchte Verzögerung.
Ich würde bei der Systemmodellierung auch untersuchen welche Teile
eventuell auf Grund des geringen Einflusses zur Vereinfachung entfallen
können.