Studium Schwerpunkt Nachrichtentechnik

Gast #655848
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Hallo liebe Forengemeinde,

ich habe Heute mit einer Kommilitonin ein Streitgespräch geführt.

Es ging um die Berufsaussichten für Studenten der Elektro.- bzw. 
Informationstechnik mit dem Fächerschwerpunkt Nachrichtentechnik.

Sie war der Meinung, das die Chance einen Arbeitsplatz zu bekommen für 
"NTler" eher schlechter steht, da der Schwerpunkt NT zu fach bezogen 
ist.
Sprich, es zu wenig Firmen gibt die in dieser Branche tätig sind.

Ich glaube, das die Chance für "NTler" gut ist. Meine Begründung ist: 
"NT ist der schwierigere Fächerschwerpkt. Das ist bei den Firmen 
bekannt. Und es heißt doch immer das ein Ingenieur der Elektrotechnik 
sich in jeden Fachbereich einarbeiten kann, und das auch muss."
Deshalb bin ich der Meinung, ein Abschluss in einem Schwierigeren 
Fachbereich, in diesem falle in NT, wird in der Wirtschaft gerne 
gesehen.

Wie seht ihr das? Wenn ihr auch der Meinung seid das NT eher schlecht 
ist muss ich wohl doch meine Ziele doch noch überdenken!

mfg

Andreas
Gast #655852
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zb. Automatisierungstechnik oder Automobilelektronik.
Beim mir an der FH wird Nachrichtentechnik als der Schwierigste Bereich 
angesehen. Mir ist nicht bewusst wie das an anderen Hochschulen ist.
Gast #655906
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Also bei uns an der Uni galt auch dass NT der schwierigste der fünf 
Zweige (Automatisierungs-, Energie-, Gerätesystem-, Nachrichtentechnik 
und Technische Informatik) war. Dies hatte den einfachen Hintergrund 
dass die meisten Menschen die Formelschieberei meiden.

Ich habs trotzdem gemacht, werde demnächst fertig und ich muss dir auch 
zustimmen, dass es recht wenige Firmen gibt, bzw. mir bekannt sind, die 
sich wirklich mit reinen Nachrichtentechnikthemen beschäftigen. Ich 
würde sehr gern was mit Funktechnik oder Radarsensorik machen und finde 
vergleichsweise wenig. Ein uC- oder DSP-Profi hat es in diesen Tagen ein 
Stück leichter. Allerdings gibt es davon wohl auch mehr als von den 
NTlern.

Naja, ich kann jetzt nicht ja oder nein sagen. Ich denke, es wird sich 
ausgleichen (Anzahl d. Bewerber - Anzahl d. Stellen).
Gast #656032
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@Andreas

NT ist die schwierigste Fachrichtungen in der ET. Vor allem die HF ist 
der Hammer. Bei uns waren das im Hauptstudium 1/3 der Zeit und Scheine. 
Bei HF haben die Profs dann schon keine Klausuren mehr geschrieben, weil 
die Durchfallquote zu hoch war. Man hat die Leute lieber in 
Fachgesprächen gequält, um den letzten Funken an Verständnis 
rauszukitzeln und sie doch durchzubringen.
Naja war bei uns an der FH wahrscheinlich auch härter - es gab auch nur 
den Studiengang NT mit 3 Spezialisierungen: Nachrichtenverarbeitung 
(sehr DSP und MC lastig), Nachrichtenübertragung (HF und Optik bis zum 
abwinken) und Nachrichtenvermittlung (Protokolle, Vermittlungstechnik, 
Regelungstechnik...).

Ich hatte Nachrichtenverarbeitung gewählt, um den ganzen MC und DSP 
Krams mitzukriegen und weil es mir am meisten Spaß gemacht hat. Vor 10 
Jahren war ich fertig. Arbeiten tu ich nun in der - tot langweiligen - 
Vermittlungstechnik. Da gibts offenbar die meisten Jobs für reine NTler. 
Nachrichtenübertragung ist ne elitäre Niesche. Wer es dort wirklich 
drauf hat, der kann viel Geld verdienen und hat kaum Konkurrenz. Die 
meiste Konkurrenz aber auch die meisten Jobs gibts in der 
Nachrichtenverarbeitung. Das können die ETler und selbst die 
Informatiker auch...

Meine Erfahrung zeigt, dass die Chancen für NTler eher höher sind als 
die von reinen ETlern. Man sollte auch nicht gleich das Handtuch werfen, 
wenn ne Firma nur ETler sucht. Viele Firmen kennen NT als eigenes 
Studienfach gar nicht - sondern nur als Spezialisierung...

Gruss
  Mario
Gast #656052
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>Sie war der Meinung, das die Chance einen Arbeitsplatz zu bekommen
>für "NTler" eher schlechter steht, da der Schwerpunkt NT zu fach
>bezogen ist.

Da hat sie Recht. Viele klassische für NTler interessante Firmen haben 
zwar Stellenanzeigen geschaltet, ich weis aber von drei Firmen aus dem 
süddeutschen Raum, dass in Wirklichkeit schon lage Einstellungsstop 
herrscht.

Viele Studenten aus meinem jahrgang, die NT studiert haben, machen jetzt 
was völlig anderes. Ist aber kein Problem, schließlich ist man Ingenieur 
und hat gelernt, sich auch mit fachfremden Dingen zu beschäftigen.
Gast #656142
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Ich stehe momentan auch vor der Entscheidung was ich nehmen soll, zur 
Auswahl stehen bei mir an der FH-Regensburg Automobilelektronik, 
Energie- und Automatisierungstechnik, Mikroelektronik, 
Nachrichtentechnik.

Was von denen würdet ihr mir empfehlen und vor allem warum?

Meine Gedanken zu den vieren:

Automobil: hab ich schon komplett ausgeschlossen, machen die meisten

Mikroelektronik: dort gibt es sehr viele Labor Praktikas, machen eher 
weniger

Energie und Automati. : find ich sehr interessant, haben viele 
Arbeitgeber in diese Richtung in Rgbg ( Maschinenfabrik Rheinhausen, 
Areva, Starkstromgerätebau, Krones)

Nachrichtentechnik: mein momentaner Favorit, studieren am wenigsten und 
gilt als am schwersten, meiner meinung nach bekommt man am meisten 
theoretische Grundlagen mit.

Hier noch eine Fächerübersicht: 
http://www.fh-regensburg.de/index.php-id=696.html  (für die anderen 
einfach runter scrollen)
Gast #656229
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Ich bedanke mich für eure Kommentare und hoffe das noch weiter User ihre 
Erfahrungen hier Berichten. Auch Kritische Meinungen werden gerne 
gesehen.

@Gast
1
 
2
Ich stehe momentan auch vor der Entscheidung was ich nehmen soll, zur
3
Auswahl stehen bei mir an der FH-Regensburg Automobilelektronik,
4
Energie- und Automatisierungstechnik, Mikroelektronik,
5
Nachrichtentechnik.

Dann müssten wir uns schon mal gesehen haben. Ich Studiere auch in RGB 
an der FH. In der Studiengruppe vom Prof. Schiek.

Klein ist die Welt ;)

gruß Andreas
Gast #656340
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Ich bin ebenfalls ein ehemaliger Student aus Rgb. und hatte 
Nachrichtentechnik als Schwerpunkt.
Damaliger Grund: ich wollte mir mehr "Tiefe".
Nun bin ich in der Automatisierungstechnik tätig und am wenigsten habe 
ich jetzt in der Praxis Ahnung von Themen, die irgendwie die 
Nachrichtentechnik berühren...

Also, wer meint, mit Schwerpunkt Nachrichtentechnik in Rgb. am Ende 
Ahnung von Netzwerken, Protokollen und moderner Kommunikationstechnik zu 
haben, wird gründlich enttäuscht werden. Schwerpunkte liegen eher darin, 
ein Semester lang die Heaviside-Diff.-Gleichung auf Leitungen zu lösen 
und dem berüchtigten Exmatrikulator dieser FH glimpflich zu entkommen...
Ansonsten: Automatisierungstechnik ist - glaube ich - auch ziemlich 
scheiße (oberflächlich, miese Profs bei Schlüsselfächern). Bei 
Nachrichtentechnik trainiert man wenigstens das Gehirnschmalz ein wenig.
Gast #656369
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>Nachrichtentechnik trainiert man wenigstens das Gehirnschmalz ein wenig

genau das erhoffe ich mir und viele theoretische Grundlagen, das andere 
kann man meiner meinung nach auch im Beruf lernen. Liege ich damit dann 
bei NT Richtig?

@Zororaster wie sahs nach dem Studium mit dem Job aussichten aus?
 Würdest du NT nochmal machen?
 Wie schätzt du die gelernten Sachen im vgl. zu den ander Schwerpunkten 
ein?
 Was würdest du empfehlen? ( Ich hoffe ich nerve nicht mit meinen 
Fragen)
Gast #670505
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@g2

also eine nichtbestandene Diplomprüfung im Bereich Nachrichtentechnik, 
berechtigt wohl immer noch, einen auf Automatierungstechniker zu machen. 
AT ist im Vergleich zu NT so eine Art Kindergeburtstag.
Gast #670509
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@Gast
"Nachrichtentechnik: mein momentaner Favorit, studieren am wenigsten und
gilt als am schwersten, meiner meinung nach bekommt man am meisten
theoretische Grundlagen mit."

Mit Abschluss in NT bekommst du gegenwwärtig überall und in allen 
Bereichen einen Job. Die reißen sich um dich.
Gast #759120
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Ich bin seit 5 Jahren Dipl.-Ing. für Nachrichtentechnik und kann sagen, 
dass es trotz des Wegbruchs von Siemens Mobile/Com in Deutschland 
nachwievor sehr gut aussieht.

Allein im Raum München fallen mir momentan viele Arbeitgeber ein, 
speziell Nachrichtentechnik: Rhode&Schwarz, Infineon, EADS, Docomo 
Eurolabs, Intel und das DLR (den BND sehe ich nicht als "Arbeitgeber") 
... allgemein Elektrotechnik (mit deutlichen Vorteilen für 
Nachrichtentechniker): Siemens (CT, A&D) und BMW (CarIT).

Dazu kommt noch Siemens Medical und Ericsson in Nürnberg (beide mit sehr 
hohem Bedarf an Nachrichtentechnikern) sowie Audi in Ingolstadt.

Alle gennanten Firmen haben in letzter Zeit sehr viele 
Stellenausschreibungen, wie es allerding für Leute ohne Berufserfahrung 
aussieht, weiß ich nicht.

Mike
Gast #761793
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Die werden wir aber bald haben, wenn die Hochschulen von Frau Merkel für 
alle geöffnet werden sollen. Nur, ich würde mir ein FH/Uni-Studium ohne 
Abi/FHR nicht zutrauen. Wenn die Anforderungen im Studium nicht gesenkt 
werden, kostet diese Idee nur Geld.
Gast #762080
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ich habe Abi und war dort in Mathe/Physik richtig gut, aber das Studium 
war nicht ohne. Ohne FHR/ABI schaffen m. E nur Promille ein 
FH/Uni-Studium. Da ist Frau Merkel völlig weltfremd. Und daß das Niveau 
an der FH oder Uni gesenkt wird, so daß man es auch mit Schulniveau 
Klasse 10 schaffen kann, kann wohl nicht gewollt sein.
Übrigens kann man schon jetzt per Externenprüfung ohne Abi auf Probe 
studieren. Nur es gibt kaum welche? Warum wohl? In Hessen sind Meister 
mit Berufserfahrung zugelassen. Aber die Absolventenquote blieb davon 
unbeeindruckt.
Gast #762230
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Sie lebt halt "Bildung für alle" und im Grunde befürworte ich das. Nur 
ist es doch so, dass nicht automatisch jeder Hauptschüler studieren 
wird, nur weil es ihm erlaubt ist. Das geht jetzt an dich STS. In diesem 
Punkt widersprichst du dir meiner Meinung nach etwas.

Ich bin deiner Meinung, das Studium (ich bin auch Nachrichtentechniker 
Uni) war streckenweise knüppelhart. Ich glaube kaum, dass das viele 
freiwillig machen oder gar schaffen, die nicht eine gewisse Vorbildung 
haben.

Und, wie möchte man denn in diesem Arbeitsgebiet das Niveau senken? Das 
Niveau ist halt so, da der Stand der Theorie das Niveau auf diesem Level 
vorgibt. Ich wüsste nicht, wo man in der NT etwas senken könnte.
Gast #762283
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Nur daß der Stand der Theorie nicht das ist, was in den Lehrplänen 
verlangt werden m u s s!. Wenn man z. B.  die lin. oder part. 
Differentialgleichungen/-systeme als Hürde erachtet, kann man sie eben 
im Lehrplan weglassen usw. Den Titel gibt's trotzdem. Man hat dann eben 
einen Schmalspuring. und eine Mogelpackung geschaffen. Das ist dann m. 
E. Betrug an all denen, die sich dem harten Weg gestellt haben.

Beim Abi wird doch auch immer mehr weggelassen, um höhere Abiquoten zu 
erzielen (Stichwort GK und Abwählen).

> In diesem Punkt widersprichst du dir meiner Meinung nach etwas.

Sehe ich nicht so, weil ich ja schreibe, daß trotz Öffnung für Meister 
und Externe die A b s o l v e n t e n quote nicht gestiegen ist, ich 
meine nicht die Studienanfängerquote.
Gast #762313
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>Sehe ich nicht so, weil ich ja schreibe, daß trotz Öffnung für Meister
>und Externe die A b s o l v e n t e n quote nicht gestiegen ist, ich
>meine nicht die Studienanfängerquote.

Achso, okay...das habe ich dann wohl falsch verstanden. :)

Naja, ich bin einfach der Meinung, dass man als Ingenieur den harten Weg 
gegangen sein muss um Grundlagen zu verstehen...und dazu gehören eben 
auch die ganze Pallette and DGL-Sys. und all dem ganzen süßen Kram.

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