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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Reale Infos zum Ingenieurmangel


Autor: Gast (Gast)
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Da hier (offenbar von z.T. nicht gut informierten Personen) 
herumspekuliert wird, einige Fakten der jüngsten Vergangenheit (wenige 
Wochen her):

Bei der letzten Projektsuche hatte ich mich einseitig auf FPGAs 
fokussiert und zudem auf Bayern beschränkt. Es kamen 3 Angebote für 
Soforteinstieg, weitere 5 aus dem Rest des Bundesgebietes, weil der 
Dienstleister meinte, es "trotzdem" mal probieren zu müssen.

Alle drei Projekte, die ich ins Auge gefasst hatte, hätte ich bekommen, 
da ich laut Aussage des DL "der einzige Kandidat beim Kunden" war. Ich 
habe dann vorab von einem eine Zusage bekommen, OHNE dort gewesen zu 
sein, der Kunde wollte mich nur pro Forma mal kurz sehen. Der DL hat 
sich kein bischen bemüht, weil er die Katze schon im Sack hatte. Die 
beiden anderen DL hatten ihren Auftrag auch schon fest und mich direkt 
besetzen können. Einer davon hjatte noch eine weitere Stelle mit 
ähnlichen Aufgaben. Einer vierter, dem ich sein Projekt abgesagt hatte, 
da zu softwarelastig, hat sich 3 Wochen danach nochmal bei mir gemeldet 
und gefragt "ob ich jemanden anden kenne"- er konnte nicht besetzen. 
Der, dessen FPGA-Projekt ich angesagt hatte, aht nach 4 Wochen nochmal 
gefragt, ob ich tatsächlich das Projekt angetreten bin, gfs wechseln 
würde, da sein Kunde gfs "auch schon mal jemanden rauskauft".

Bevor ich mich auf FPGAs eingeschränkt hatte und den DL dies mitgeteilt 
hatte, bekam ich Anfragen von überall her. Vor allem interessant: Nicht 
wenige Anfragen bezogen sich auf Dinge, die ich kaum kann, ergo haben 
sie keinen in der Datenbank, der besser passt, als ich. Ein Angebot war 
sogar für einen Maschinenbauingenieur ausgeschrieben und der DL dacht, 
man kann es ja mal probieren.

Wenn es mich dreimal gäbe, wäre ich voll beschäftgit.

Autor: asdf (Gast)
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jetzt müsste man nur noch wissen  wann/wo/was/wie gut
Du studiert hast und wieviel Jahre Erfahrung, welches Gehalt...

Dann könnte man mit der Info mehr anfangen. :-)

Autor: Gast (Gast)
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Uni, mittelmaessiger Abschluss , lange studiert (allerdings guter Grund) 
und jetzt 10 Jahre Berufserfahrung. Stundensatz 57,50

Autor: anonym (Gast)
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Aha, 10 Jahre Berufserfahrung, außerdem Dienstleister. Auch mal eine 
Festanstellung als Berufseinsteiger, da ists nicht so prickelnd. Obwohls 
unterm Strich im Vergleich zu anderen Berufen trotzdem gut aussieht als 
Ing.

Autor: anonym (Gast)
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PS: Das große A am Anfang vom zweiten Satz ist ein Tippfehler und wollte 
eigentlich ein S werden. :-P

Autor: panzer (Gast)
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Ich habe in den letzten 4 Monaten eine Festanstellung im Bereich FPGA 
gesucht (10 Jahre Berufserfahrung): Letztlich hatte ich 3 
Vertragsangebote in Bayern und weitere 3 Anfragen aus Bayern. Gesucht 
habe ich in Hessen/Bayern. In Hessen gab es leider nichts.

panzer

Autor: 6655432 (Gast)
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"Stundensatz 57,50". Das ist fett.

Ein Prof. von mir hat mir mal erzählt, dass wir als zukünftige 
Ingenieure im Ausland 500-600 an Stundensätzen machen können. Da habe 
ich gefragt, wo das sein soll. Er meinte in China. Also China ist nicht 
bei mir.

Ich weiß, dass er im Ausland gearbeitet hat (Windows Programmierung 
etc), aber mit den richtigen Informationen will er nicht so richtig 
herausrücken.

Wist ihr wo im Ausland man so verdienen kann?

Autor: Geldeintreiber (Gast)
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Glaube nicht alles was dir Profs erzählen. Die meisten sind 
Dampfplauderer mit viel Dampf und wenig Substanz. Die Profs die ich so 
kennen gelernt habe brauchten für den Formeleditor für Word ein Handbuch 
und konnten nicht mal einen Drucker installieren. Geschweige den vom 
realen Wirtschaftsleben, davon hatten sich keinen blassen Schimmer. Die 
beste Aussage war wortwörtlich:
"von der Wirtschaft da weiss ich nichts". Aber diese Profs waren keine 
Dummköpfe auf ihren Fachgebiet waren sie sehr gut.

Autor: Jorge (Gast)
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>Da hier (offenbar von z.T. nicht gut informierten Personen)
>herumspekuliert wird, einige Fakten der jüngsten Vergangenheit (wenige
>Wochen her):

Wenn es bei dir klappt, dann OK. Der Segen sei mit dir.
Ich halte es für realistisch was du da an Erfahrungen hast. So und jetzt 
kommts: Berichte von deinen Erfahrungen nachdem du eines von diesen 
Projekten abgeschlossen hast (Machbarkeit, Aufwand/Ertrag, 
Zufriedenheit, Folgeprojekte, was bezweckt der Auftraggeber damit, warum 
bedient er sich nicht an Absolventen und kalkuliert das bißchen 
Einarbeitung mit ein).

Meine Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt sind nicht unbedingt schlecht. 
Was mir Kopfzerbrechen bereitet ist warum macht es der Auftraggeber 
nicht gleich selbst. Warum bin ich weit und breit der einzige (ich 
brauche Teamwork sonst gehe ich ein wie eine Pflanze ohne Licht). Warum 
bewertet der Affe DL Eignung wie eine Aktie. Warum muss ich die Brötchen 
für andere verdienen damit ich selbst welche bekomme.

Ich gestehe dir uneingeschränkt Fachkompetenz zu aber wenig Erfahrung 
mit dem Gewerbe.

Autor: Jürgen (Gast)
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> Aber diese Profs waren keine
> Dummköpfe auf ihren Fachgebiet waren sie sehr gut.

Ich behaupte, dass 90% der Profs auch fachliche Nieten sind. Das merkt 
man besonders bei der Diplomarbeit wo man näheren Kontakt zu ihnen hat. 
Aber auch sonst sind nicht wenige nicht in der Lage ihre eigenen 
Aufgaben zu lösen und lassen das dann teilweise von befreundeten Profs 
erledigen.

Könnte von vielen Fälle hier berichten, von falschen Lösungswegen, 
Assemblerprogrammen, die nie funktionierten und die man auswendiglernen 
musste weil genau diese falsche Lösung in der Klausur abgefragt wurde, 
usw,... Was man alles so Erfahrungen während des Studiums macht - und 
wahrend der Diplomarbeit bestätigt sich das dann alles nochmal deutlich. 
Da nennt sich einer GPS-Spezialist, hat aber keinen Schimmer von 
Spread-Spectrum und verlangt demzufolge unsinniges.

Autor: egal (Gast)
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Das passiert automatisch, wenn kein Druck da ist. Was ist gute Bildung? 
Ein umfassender Lehrplan, oder normale Menschen zur Vermittlung des 
Stoffes (und mehr). Es geht bergab!

Autor: Deutschlandflüchter (Gast)
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@Jorge

> Ich halte es für realistisch was du da an Erfahrungen hast.
> Berichte von deinen Erfahrungen nachdem du eines von diesen
> Projekten abgeschlossen hast (Machbarkeit, Aufwand/Ertrag,
> Zufriedenheit, Folgeprojekte, was bezweckt der Auftraggeber damit,
> warum bedient er sich nicht an Absolventen und kalkuliert das
> bißchen Einarbeitung mit ein

Ich beantworte die Fragen mal aus meiner Sicht: Die Projektgeber wollen 
ganz schnell Ergebnisse. Daher meiden sie Einsteiger und zahlen 
gleichzeitg hohe Stundensätze, weil sie oft mit dem Rücken ander Wand 
stehen. Sie kalkulieren Einarbeitung ein, weil sie es müssen und nehmen 
den Besten, den sie kriegen. Da das bisweilen schwer ist, nehmen sie 
auch Leute, die nur zu 50% passen, Hauptsache, es geht überhaupt weiter.

Ich hatte schon einige Sachen in den letzten Jahren, wo ich ehrlich 
zugeben muss, daß es auch ein Absolvent hätte hinbekommen können, weil 
die Dinge trivial waren. Die Diesntleister haben aber keine Absolventen 
im Protfolio, daher wird ein Vollerwerbender eingesetzt, zum 
entsprechenden Satz natürlich.

Ich habe auch den Eindruck, daß viele Firmen einen eher nehmen, wenn man 
mehr fordert, so nach der Maxime "ein billiger kann nicht gut sein". Und 
es ist auch so, daß man oft genug ein Projekt bekommt, einfach weil man 
gerade frei ist und der Kunde keine Woche warten will oder kann.

Das ganze business ist mehr ein Sache von Wochenmarkt und Marktgeschrei, 
mit geschicktem Anpreisen und Verhandlungen. Der der am besten taktiert 
und verhandelt, kriegt mehr.

Autor: Der frustrierte Heinz (Gast)
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>Die Projektgeber wollen ganz schnell Ergebnisse.
Das ist leider das große Problem an der Sache: Heute hat niemand mehr 
Zeit, etwas ordentlich zu machen, sondern es gibt time to market, die 
vorgibt, wann etwas fertig zu sein hat.

>Daher meiden sie Einsteiger und zahlen gleichzeitg hohe Stundensätze,
Wir brauchen eben Leute, die sofort anpacken können und denen man nicht 
das einmal eins beinringen muss

>.. und nehmen den Besten, den sie kriegen. Da das bisweilen schwer ist,
>nehmen sie auch Leute, die nur zu 50% passen

Was soll man denn bitte machen? Ich bedauere auch, daß wir nicht den 
einen oder anderen konvertieren können und schlichtweg einstellen, da so 
andauernd knowhow umständlich in die Leute reingepresst wird und dann 
verloren geht, wenn sie nach einigen Monaten die Firma wieder verlassen.

Die Abteilungsleitung bekommt aber einfach keine Freigabe für eine 
Neueinstellung.

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