Es geht um Funkempfänger (433MHz) die an einem Bootshaus installiert
sind.
Gleichartige Funkempfänger verwenden wir seit langem ohne
Reichweitenprobleme.
Jedoch die Empfänger am Wasser haben in Verbindung mit den auch sonst
verwendeten Handsendern nur sehr geringe Reichweiten.
Das anbringen der Empfänger in größerer Höhe über dem Wasser hat keine
Verbesserung gezeigt. Es besteht Sichtverbindung zwischen Sender und
Empfänger und evtl. störende Metallkonstruktionen existieren nicht.
Meine Idee für die Ursache des Problems ist, die Reflexion des Wassers
und eine Signalabschwächung durch Überlagerung. Leider habe ich keine
Ahnung von Funk und kann daher die Ursache und darauf aufbauende
Lösungen schlecht eruieren. Auf Deutsch ich bin Ratlos und der
Hersteller der Funkkomponenten kann uns auch nicht helfen.
Bin über jede Idee, jeden Vorschlag dankbar.
Also Wasser prinzipiell dämpft die 433MHz sehr sehr gut. Du sprichst
allerdings von Sichtverbindung. Welche Distanz liegt denn zwischen
Sender und Empfänger? Wie war das Wetter am Testtag (Luftfeuchte)? Geht
es um Videoübertragung?
Es geht um ganz profane Handsender + Empfänger zur Ansteuerung von 4
Toranlagen (vom Wasser aus)über 4-K Handsender.
Süßwasser, polarisation ? keine Ahnung müsste ich den Hersteller fragen.
Reichweite über Land ca. 80-90 Meter. Reichweite hier ca. 15 m.
Ja sind sie, das Problem bestand von Anfang an.
Habe den Hersteller angerufen und wegen der polarisation gefragt, der
fing an zu lachen und sagte das kommt drauf an wie sie den Handsender
halten, grmp,
es ist immer blöd wenn man keine Ahnung hat.
Jo das ist es...und noch schwieriger sind Ferndiagnosen. ^^
Was sagt denn der Hersteller zu diesem Problem? Meint der, dass das Teil
auch über Wasser 90m schaffen muss? Hast du mal denselben Sender über
Land getestet? So könnte man das Wasser als Ursache ausschließen. Hat
das Teil eine externe Antenne?
Der Hersteller sagte dazu nur das derartige Probleme nicht bekannt
wären.
Über Land funktionieren diese Anlagen sehr zuverlässig(unsere
Erfahrung).
Werde die Handsender noch mal über Land testen lassen bzw. andere
Handsender ausprobieren.
Das Teil hat keine externe Antenne (nur eine Drahtantenne am Gerät
selber, haten auch schon eine 433 Antenne mit Antennenkabel da dran
getestet - ging nur ~ 2 Meter.
Wir könnten noch auf 868 MHz umrüsten, würde uns ~ 1000 EURO Kosten und
wenn es damit auch nicht geht hätten wir nix gewonnen.
Am Empfänger kann es meiner Meinung nach nicht liegen, da 2 Empfänger
installiert sind und beide die gleichen Reichweiten haben.
Also wenn wirklich das Wasser schuld sein soll, macht es keinen Sinn,
die Frequenz zu verdoppeln. Diese würde dann nur noch stärker gedämpft
werden.
Mal schauen, wann er sich meldet. ;-)
Du sagst, ihr habt mit eine andere Antenne ausprobiert.
Am Sender? Am Empfänger? Beides?
Hier währe auch um die Reflektionen / Absorbation durch das Wasser aus
zu schliessen sicher eine Richtantenne ratsam. Gerade beim Empfänger,
den ihr ja sicherlich nicht vom Landesinneren aus bedienen wollt.
Auch würde ich die Kabellänge so kurz wie möglich halten, um nicht so
hohe Verluste durch die Dämpfung des Kabels zu haben.
am Empfänger haben wir das mit einer externen Antenne probiert (ohne
Erfolg),
an den Sendern (Handsender ähnlich Garagentore) können wir
schlecht(garnicht) andere Antennen anbringen.
Der Empänger hat eine sogenannte Stabantenne, der Hersteller meinte
vieleicht mal den Waagerecht montieren da die Handsender im Normalfall
ja auch waagerecht gehalten werden. Aber der Anruf des "Experten" steht
noch aus.
hi denis, interessantes problem.
wie daniel erwähnt hat, werden 433MHz submarin heftig gedämpft, bei
vermuteter leistung ist da nach einem meter schluss.
übers wasser hinweg bewegen sich wellen allerdings durchaus prima,
funkamateure nützen das gerne.
das bringt mich auch zur idee:
eventuell stört dir ein ein anderes signal rein. das könnte man
mit einem scanner (handfunkgerät) einfach feststellen, oder du testest
die anlage an einem alternativen wasser deiner wahl.
modifikationen an gerät und antenne würde ich nicht machen, es funkt ja.
gruß.
Ich hab mal von einer Funkverbindung übers Meer gehört, die alle paar
Stunden zusammenbrach. Der Gezeitenhub hat die direkte und vom Wasser
reflektierte Welle mal verstärkend und mal auslöschend phasenverschoben.
Das ein anderes Signal reinstört könnte ich mir vorstellen.
Wegen den Wellen könnte ich mir vorstellen, das die Amplitudenmodulation
gestört wird. Durch Reflektion auf dem Wasser und ständig ändernden
Signalstärke durch die Änderung der Oberfläche, könnte die Amplitude
zustark verfälscht werden.
Ansonsten mal ohne Wasser testen.
@ Michael Brenner (mik81)
>Wegen den Wellen könnte ich mir vorstellen, das die Amplitudenmodulation>gestört wird.
;-) Der war gut! Jetzt wissen wir, was Oberwellen sind.
>Ansonsten mal ohne Wasser testen.
Genau, den See einfach ablassen. ;-)
SCNR
Falk
P.S. Du hast schon recht. Da es sich um HANDsender/empfänger handlet,
sollte das sehr schnell machbar sein.
Es wurden ja 2 Empfänger im Bootshaus installiert!?
Waren diese bei den Versuchen immer beide angeschaltet und räumlich eng
zusammen? Dann wäre es möglich, dass die sich gegenseitig stören.
Besonders dann, wenn es sich um sehr einfache, nicht abgeschirmte
Empfänger handelt...
Anm.
Ausgang:
"19 m" geht,
antenne mit mehr Gewinn sollte dann bis 90 m
gehen.
vereinfacht:
Radius -> 2* -> 2* -> Gewinn der Antenne bis 80m
19 -> 19*2= 40 (naja) ; 40*2 -> 80m
Bei doppeltem Radius wird die bestrahlte Fläche 4x so groß
=> 4fache Leistung
dann kommt noch ein bißchen hinzu: um von 40 auf 80m zu kommen
=> 16fache
=> 13 dB sollte reichen.
=> Vorverstärker ?
Vorschlag:
gestockte Dipole oder Colineare Antenne.
6-8 dB, ggf. reichen die ja
Kommt aber trotzdem alles spanisch vor - eine 3 Element Yagi hat eine
Richtkeule - ggf. reicht die ja zum Testen
(Fernsehantenne)
Ob das erlaubt ist - bei Ama.funker ja, sonst vermutl. NEIN
gruß
c.
p.s.: empfänger können sich gegenseitig stören,
aber sehr unwahrscheinlich.
=> test: einen aus + weg (die Antenne wirkt ggf. trotz "out")
- je nach ort
@Falk:
>EMPFÄNGER, die sich gegenseitig stören . . . ??? Kaum.
Schon, nennt sich Pendelaudion.
Wenn ich 2 Funksteckdosen, die die auch auf 433MHz empfangen, in die
selbe Steckdosenleiste stecke, ists auch vorbei mit der Empfindlichkeit
der Dinger.
Links mal ein Signal aus 30m Entfernung von einem Thermometer.
Daneben das Rauschspektrum eines Pendelaudions in ca. 1m Abstand.
Das Pendelaudion steckt in einer handelsüblichen Funkschaltdose.
Nun möge sich jeder selbst mal ein Urteil bilden :-)
Die unendliche Geschichte.
Problem besteht immer noch.
Verschiedene 433 Empfängertypen getestet, Einzelbetrieb, mehrere mit
verschiedenen Antennenausrichtungen, verschiedenste Standorte...
alles ohne Ergebnis.
Ich habe den groben Verdacht das es da eine Störquelle geben muss da die
Reichweiten sich nicht nachvollziehbar ändern. Mal geht es problemlos
30-40 m und mal gerade 5 m.
Kann man sich einfach ein Sniffer(oder wie sich sowas nennt) für diese
Frequenz einfach mal bauen?
Habe Sender für diese Frequenz, 20MHz Oszi, Lötkolben und weis wie man
Bauteile bestellt. Aber Ahnung habe ich von Funk sehr sehr wenig und ich
wollte auch kein Gerät kaufen da es sicherlich nur dieses eine mal von
uns benötigt wird.
Lieber Denis!
Einen Sniffer oder Scanner kann man sich nicht mal eben einfach selber
bauen, besonders wenn man sehr wenig Ahnung von Funk und nur einen
Lötkolben und einen 20 MHz-Oszi hat. Aber daß Du weißt, wie man etwas
bestellt, ist schon hilfreich :) Vielleicht kannst Du Dir ja auch einen
Scanner irgendwo ausleihen? Wahrscheinlich stört ein Nachbar mit einem
kleinen Sender, um Dich zu ärgern...
MfG Dirk
Also prinzipiell kannst Du Dir einen einfachen Detektor selbst bauen.
Nimm einen geeigneten Receiverchip (z.B. TDA5200), bau die Schaltung
entsprechend der Applicationnote für die passende Frequenz auf und
schau, was am RSSI-Ausgang raus kommt.
Unter Umständen gibt's solche Module auch (noch) fertig zu kaufen.
Ah, sowas z.B: http://www.hobbyengineering.com/H2252.html
An Pin 3 sollte eine zum Empfangspegel proportionale Spannung liegen.
Das ganze mal in eine Metallkiste (inkl. Antenne), minimale Spannung
messen = Rauschpegel
und dann draussen man mit den Scope an diesem Pin schauen, was so los
ist.
Wenn Du eine Richtantenne dran baust, kannst Du sogar rausfinden woher
evtl. Störungen kommen.
Bevor Du loslegst: Was ist die exakte Frequenz deines Systems? Ich
vermute 433,92MHz?
ja, es sind 433,92 MHz,
da ich hier nur ein paar Empfänger in Reserve habe und da an so eine
kleine Empfangsplatine drauf ist, werde ich mal etwas rummessen ob ich
damit evtl. etwas scannerähnliches Zusammenschustern kann.
Ich würde Michael Brenner zustimmen...
...am Empfänger tretten konstruktive und destruktive Interferenzen auf
(direkte/reflektierte Wellen, Fremdwellen). Aufgrund des eventuell
unruhigen Wassers noch kompliziertere Wechselwirkungen möglich.
Das korrekte Empfangen des Funksignals und somit des korrekten
decodierten Rollingcodes (immerhin 66 bit) wird damit zur
Herausforderung.
Ansatzweise hast du also richtig vermutet, Denis.
Unwahrscheinlich das es ein Störer verursacht, außer wenn er wirklich
nah am Geschehen ist (xx Meter),gutes Beispiel: Auf einem Parkplatz das
Funksignal des Auto-Handsenders mit einem simplen Handsender stören
damit das Auto offen bleibt ;) Kam schon des öfteren im tv...
Das mit der destruktiven Inteferenz klingt ja erst mal einleuchtend und
in der Theorie oder entsprechenden Experimenten kann man das ja auch
sehr schön zeigen. In der Praxis tritt das aber so extrem idR. nicht
auf. Das liegt daran, dass man es eben nicht nur mit einer Reflektion
sondern mit sehr sehr vielen zu tun hat. Natürlich gibt es
Feldstärkeschwankungen die vom Ort abhängig sind und auf Inteferenz
zurückzuführen sind. Aber das ist idR. nie 0% und 200% sondern es ist
auch im "Inteferenztal" noch genug zu empfangen. (Sonst könnte man z.B.
beim Handy ja nach Verschieben von ein paar cm einen enormen
Feldstärkezuwachs sehen der nach weiteren paar cm wieder verschwindet.)
Was auch dagegen spricht ist das Reziprozitätsprinzip. Wäre es
Inteferenz würde man durch Verschieben des Empfängers oder des Senders
in der Größenordnung einer halbe Wellenlänge auf einmal eine doppelt so
hohe Feldstärke im Gegensatz zu der zu erwartenden
Freifelddämpfungsfäldstärke erhalten. Auf das Problem bezogen würde die
FB in 60m Entfernung gehen und dann, nachdem man ein paar cm gefahren
ist, auf einmal nicht mehr funktionieren. Dem ist ja nicht so.
Die Übersteuerungstheorie könnte zutreffen. Aber es wäre dann egal ob
man auf dem Wasser oder an Land ist. Die Störsignale würden, unabhängig
vom Standort des Senders, am Empfänger immer gleich stark ankommen. Das
Nichtfunktionieren wäre dann also zeitlich, nicht örtlich korreliert.
Und ansonsten ist die Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen auf
Wasser sogar besser als auf Land. Denn das Wasser leitet, im Gegensatz
zum Land, recht gut und damit werden die Wellen eher reflektiert als
absorbiert.
Viele Grüße,
Martin L.
Hallo zusammen Erklärung für das Phänomen habe ich auch keine, aber die
Problematik kann ich bestätigen. Wir haben des öfteren Problem mit 2m
Handfunkgeräten (Reichweite über Land mehrer Km auf dem Wasser max 1km).
Es handelt sich dabei um BOS-Geräte somit dürften Störsender ausfallen
Somal die Verbindung im gleichen Bereich über Land ohne Probleme geht.
GAST