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Forum: Platinen Gutes Papier für Tonertransfer gefunden!


Autor: Jochen Müller (Gast)
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Liebe Leute

In diesem Forum hatte ich einstmals die Tipps zum 
Tonertransfer-Verfahren bekommen und will mich mal mit ein paar 
Erfahrungen revanchieren.

Ich verwende (von anfang an) einen umgebauten Laminator, mit zwei 
Heizwalzen, den ich mit einer neuen Regelung heisser gemacht habe. Der 
erste Laminator war so ein Billigteil, ohne Heizwalzen, da wurde das 
Papier nur unter einem Heizstreifen vorbeigezogen und unter den (kalten) 
Walzen gepresst. Das war Mist, mit den Heizwalzen geht es super. Hat 
auch nur 19,-- Euro gekostet das Teil. Weltbild-Verlag.

Ich fahre die Platine immer 1-2 Mal OHNE Papier durch, um sie 
vorzuwärmen und dann 3-4 Mal mit Papier, wird dann schon sehr heiss die 
Platine.

Um es gleich mal vorweg zu sagen:
Ich bekomme IMMER gestochen scharfe (!!) Abbilder, Leiterbahnen die 
zwischen 2 SMD Pins hindurchlaufen sind absolut kein Problem, es ginge 
bestimmt sogar noch dünner. Insofern habe ich die Probleme, die hier oft 
geschildert wurden nie gehabt, bei mir war sogar der allererste Versuch 
schon fast perfekt. Ungelogen, aber vielleicht einfach Glücksache....
Bügeleisen habe ich nie probiert

Was mich aber oft gestört hat (überall im Web), war das ständige 
Beharren auf dem Papier des Reich...Kataloges, dann das habe ich immer 
für recht ungeeignet empfunden. Weil, das das Papier dieses Kataloges 
recht faserig ist sieht man ja eigentlich sofort und da ist ja wohl 
klar, dass später mit Flusen auf der Platine zu rechnen ist. Ich halte 
es auch für viel zu dünn. Insofern hatte ich das präferieren dieses 
Papiers nie wirklich verstanden, mir kommt das eher so vor als wäre der 
Tipp irgendwo mal (wenig geprüft) aufgetaucht und wird immer nur weiter 
blind kolportiert.

Bisher hatte ich daher immer Glossy-Photopaper (180Gramm) genutzt und 
das war schon sehr gut. Aber der Hammer kam eben heute...

Ich habe in allen möglichen Läden und Baumärkten Prospekte gesammelt, 
besonders solche die auf sehr edlem Papier gedruckt sind, also so 
richtige Teuerkataloge von Markenherstellern. Und bei einem von denen 
geschah dann das Wunder. Das Papier ist von einer glatten, leicht 
gummiartigen Oberfläche, dennoch recht dünn aber stabil und irgendwie 
völlig edel.
Der Toner haftet perfekt auf dem Papier, es wellt beim Druck kein 
bischen  und der Toner sieht matt aus, ein Zeichen, dass er nicht sehr 
fest in das Papier eingebrannt ist, genau das will ich ja. Trotzdem ist 
der Toner flächig super und es entstehen keinerlei Perleffekte bei sehr 
dünnen Leiterbahnen. 3 Lamintordurchläufe, etwas abkühlen lassen und 
dann in warmes Seifenwasser gelegt.

UND DANN KAM ES:
Nach höchstens 15-20 Sekunden liess das Papier sich fast wie ein 
Abziehbild abschieben, löste sich fast sogar komplett von selbst.
Auf dem Papier blieben nur Schatten des Leiterbahnbildes, die man gegen 
das Licht sehen konnte. Der Toner war 100% übertragen.
Das Papier löst sich auch nicht wirklich auf, sondern lässt sich 
tatsächlich nahezu wie die Trägerfolie eines Abziehbildes entfernen. 
Kein Witz.

Absolut keine Flusen auf der Platine und KEINERLEI Rubbeln etc. nötig.
Auch die winzigen Löcher in Lötpads völlig frei, im Test hatte ich eine 
Leiterbahnbreite von teilweise weniger als 0,4mm über grösse Längen.
Toner bombenfest. Dei Platinen entfette ich übrigens immer zuvor mit 
Aceton und schleife sie mit 800er Schleifpapier sanft an.
Früher habe ich Scheuermilch versucht, aber das ist erstens viel mehr 
Arbeit und zweites hege ich den Verdacht, dass Seifenreste tief in den 
Micro-Rillen verbleiben, die das Haften des Toners stören.

Also, das sollte jetzt mal nur der Anstoss sein, auch mal großflächig 
mit anderen Papieren als dem ewigen "Reich...Katalog" zu 
experimentieren.
Kataloge gibt es ja Hunderte auf dem Markt und ich werde sicher noch mal 
einige testen. Der von heute war übrigens von Westag&Getalit 
"Laminate/Elemente" aus dem Holzfachmarkt, die machen Arbeitsplatten und 
Dekorplatten für den Möbel- und Küchenbau. Andere *Edelpapiere", die 
fast gleich aussahen und sich gleich anfühlten waren viel schlechter 
oder wellten sich im Wasser sofort in nur einer Richtung oder der Toner 
haftete nicht gut. Es lohnt sich also wirklich, da weiter zu forschen.
Der Drucker ist ein uralter Laserjet 4p

Noch ein Tipps aus Erfahrung für doppelseitige Platinen.
Ich klebe da keine "Tasche" sondern klebe die beiden Ausdrucke (knapp 
beschnitten) mittels eines Kartonstreifens in Platinendicke zusammen 
(Rückkarton Malblock oder so) Prittstift reicht da völlig. So klemme die 
Platine ganz gut zwischen den Papieren und kann sich so gut wie nicht 
verschieben. Bei einer flachen Tasche gibt es dagegen ja eigentlich 
keine wirklich stabile Position, da die Platine nicht an einer stabilen 
Kante anliegen kann.

Nach 2 Laminatordurchläufen geht der Pritt zwar lanmgsam baden, aber bis 
dahin sind die Papiere auch schon gut genug per Toner verklebt.
Ich erreiche jedenfalls so eine stets wiederholbare Deckungsgleichheit, 
die so gut ist, dass ich mit meinen Möglichkeiten keinen Versatz messen 
kann.

Soweit mal meine Erfahrungen, vielleicht hilfs es ja dem einen oder 
anderen, oder jemand kann das noch weiter perfektionieren.

Viele Grüsse
Jochen Müller

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