> Das würde aber bedeuten, dass wenn ich das Gate einmal aufgeladen
> habe, der MOSFET leitend bleiben würde, wenn ich es unbeschaltet
> lasse. (Das Gate bliebe ja auch aufgeladen).
So ist es, wie du mit folgendem kleinen Experiment nachweisen kannst:
Nimm einen Leistungs-Mosfet mit nicht zu kleinem Gehäuse (z.B. TO-220)
und schließe kurzeitig Gate und Source kurz. Wenn du anschließend den
Drain-Source-Widerstand misst, wird er sehr groß sein (außerhalb des
Messbereichs eines gewöhnlichen Multimeters). Jetzt legst du
kurzzeitig eine Spannung von 5 bis 10V an Gate-Source an. Der
Drain-Source-Widerstand ist jetzt sehr klein, und das wird er auch
nach ein paar Minuten noch sein.
Wichtig ist, dass der Mosfet wegen der Kriechströme entlang des
Gehäuses sauber ist und das Gate während des Experiments nicht mit
Fingern und anderen leitenden Objekten (außer beim Laden des Gates) in
Berührung kommt.
Ich habe das einst mit einem IRLZ34N (Logic-Level-N-Kanal-Mosfet)
versucht. Die Leitfähigkeit nach einmaligem Aufladen des Gates war
nach mehreren Stunden fast unverändert, obwohl die Gate-Kapazität
gerade mal etwa 1nF beträgt. Während dieser Zeit lag der Mosfet
einfach so auf dem Tisch. Einen zweiten Mosfet desselben Typs hatte
ich vorher entladen, damit er sperrt, und zum Vergleich daneben
gelegt.
Weil der Mosfet ziemlich schnell im Chaos auf meinem Tisch unterging,
habe ich nicht geprüft, wie lange der Ladezustand maximal gehalten
wird. Ich gehe aber davon aus, dass es unter günstigen Bedingungen
(Sauberkeit und geringe Luftfeuchtigkeit) mindestens Tage sind.